MWD ist das Kürzel für Ministerium für innere Angelegenheiten (russ. Министeрство внутренних дел) der Sowjetunion, das zuvor, bis 1946, unter dem Kürzel NKWD als Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (russ. Народный комиссариат внутренних дел) bestand.
In den Unionsrepubliken gab es seit der Verfassungsänderung von 1936 entsprechende Volkskommissariate bzw Innenministerien.
Im Jahre 1917 wurde die Ochrana als anti-revolutionäres Relikt der Zarenzeit aufgelöst. Die in der Oktoberrevolution siegreiche Bolschewiki ging jedoch bald daran, selbst eine entsprechende Verwaltungsstruktur zur Wahrung der inneren Sicherheit aufzubauen. Die Aufgaben des zaristischen MWD übernahm dabei das Volkskommissariat für innere Angelegenheiten (NKWD), das damit faktisch eine Fortführung des MWD unter neuer Führung war. Im März 1946 wurden alle Volkskommissariate in Ministerien umbenannt, das NKWD erhielt demnach die alte Bezeichnung MWD zurück. Umbenannt wurde auch das dem NKWD unterstellte Volkskommissariat für Staatssicherheit (NKGB), das nunmehr Ministerium für Staatssicherheit (MGB) hieß. Der sowjetische Geheimdienstchef Lawrenti Pawlowitsch Berija ordnete unmittelbar nach Stalins Tod im März 1953 die Verschmelzung von MWD und MGB an, um an der Spitze der so geschaffenen Organisation eine möglichst umfassende Macht im Erbfolgekampf gegen Premierminister Malenkow und Parteichef Chruschtschow zu erlangen. Wenig später, im Juni 1953, wurde Berija allerdings auf Betreiben Chruschtschows gestürzt, das "Superministerium" wurde wieder aufgeteilt, wobei dem MWD die Polizeifunktionen und dem jetzt KGB genannten vormaligen MGB als Staatssicherheitsdienst die Aufgaben einer Geheimpolizei zugeordnet wurden. 1960 ordnete Chruschtschow im Rahmen einer Verwaltungsreform, die gegen eine allzu starke zentrale Bürokratisierung gerichtet war, aber die Kompetenzen der Einzelrepubliken stärken sollte, die Auflösung des MWD der UdSSR an. In der russischen Unionsrepublik übernahm diese Aufgaben ab 1962 das so genannte Ministerium zur Sicherung der öffentlichen Ordnung.
Leonid Iljitsch Breschnew, stets ein Gegner der Chruschtschowschen Reformen, machte auch diese Aktion wieder rückgängig und schuf im Juli 1966 wieder ein gesamtsowjetisches Innenministerium, das Allunionsministerium zur Sicherung der öffentlichen Ordnung, dem Nikolai Schtschjolokow vorstand und das 1968 den alten Namen MWD wiedererlangte. Zu den Aufgaben des MWD gehörte auch der Kampf gegen Wirtschaftskriminalität, wozu in sowjetischer Zeit jede Form eigenständigen Unternehmertums zählte. Allerdings galten weite Teile der MWD-Führung selbst als korrupt bzw. von Schattenwirtschaft und kriminellen Banden beeinflusst. Die Mitte der 80er Jahre einsetzende Perestroika- und Glasnost-Politik sollte auch in diesem Bereich für mehr Transparenz und Reformen sorgen.
Heute ist das MWD zuständig für die Militsiya (also die regulären Polizeikräfte), für die Aufsicht über die Staatsstraßen, sowie für die rund 250.000 Mann der Inneren Truppen, die für Notfälle, innere Konflikte und den Schutz des Nukleararsenals zuständig sind.
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