MPEG-1 ist ein MPEG-Standard zur verlustbehafteten Video- und Audiokompression.
Bei der Bildverarbeitung werden die Bilder unterschiedlich stark komprimiert und zu unterschiedlichen Zwecken genutzt. Die I-Bilder werden unabhängig von anderen Bildern komprimiert – sie benötigen am meisten Speicherplatz, lassen sich aber unabhängig von vorangegangenen Bildern dekodieren. Daher sind sie notwendig, um (nahezu) beliebig in einem Video springen zu können. Andere Bilder werden in Abhängigkeit von den anderen Bildern in dem Videostrom kodiert und benötigen dadurch weniger Speicherplatz.
| Bildtyp | Zweck | Kompression |
|---|---|---|
| I-Bild (intra coded picture, engl. I-frame) | Ein I-Bild entspricht einem Standbild. Es dient als Anker für den wahlfreien Zugriff. | gering (ähnlich wie bei JPEG, jedoch in Echtzeit) |
| P-Bild (predictive coded picture, engl. P-frame) | P-Bilder benötigen Informationen von vorausgegangenen I-Bildern oder P-Bildern. | größere Kompression als bei I-Bildern |
| B-Bild (bidirectional coded picture, engl. B-frame) | B-Bilder sind abhängig von vorausgegangenen und folgenden I-Bildern oder P-Bildern. | größte Kompression |
| D-Bild (DC direct coded picture, engl. D-frame) | D-Bilder dienen dem schnellen Vorlauf. | nur ein Farbwert wird pro 8x8-Block gespeichert |
Diese Bildtypen werden dann abhängig vom Encoder, dessen Einstellungen und gelegentlich auch vom Bildmaterial unterschiedlich häufig verwendet und treten typischerweise zyklisch als sogenannte GOP (Group of Pictures) auf. Ein GOP reicht dabei von einem I-Bild zum nächsten. GOPs haben häufig eine Länge von einer halben Sekunde.
Der Audio Layer 1 wurde von Philips als Low-Complexity-Variante des Audio Layer 2 in den Standard eingebracht. Die digital compact cassette von Philips, die gleichzeitig mit der Sony MiniDisc auf den Markt kam und mittlerweile nicht mehr hergestellt wird, nutzte dieses Verfahren.
Der Audio Layer 2 – auch bekannt als MP2 oder Musicam – ist der etablierte Standard im Radiowesen. Nahezu alle professionellen digitalen Zuspielgeräte verwenden MPEG-1 Audio Layer 2 in der Kompression von 128 kbit/s (128.000 bit pro Sekunde), da es sich dann leicht über die in Europa gut verbreitete ISDN-Infrastruktur übertragen lässt. Audio Layer 2 wird auch auf Video-CDs und Super-Video-CDs sowie (selten) auf DVDs und beim digitalen Fernsehen eingesetzt.
Der Audio Layer 3 – besser bekannt als MP3 – wurde von der Fraunhofer-Gesellschaft und anderen entwickelt und ist, wie auch Layer 1 und Layer 2 nicht lizenzfrei - Hersteller, die einen Encoder für MP3 entwickeln und verkaufen möchten, müssen dafür Lizenzgebühren entrichten. Nicht kommerziell vertriebene Encoder (wie etwa LAME) sind lizenzkostenfrei.
Das vergleichsweise gute Verhältnis von Größe einerseits und Qualität andererseits hat in den 1990er Jahren zu einem Siegeszug des MP3-Formats geführt. Es war Basis des Aufblühens von Online-Tauschbörsen (wie Napster) und mobilen Musikabspielgeräten (MP3-Player) auf Basis von Flash-Speicher oder Festplatten.
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