MESSENGER (MErcury Surface, Space ENvironment, GEochemistry and Ranging) ist eine NASA-Raumsonde des Discovery-Programms, die den sonnennächsten Planeten Merkur erforschen soll. Die Sonde startete am 3. August 2004 und soll am 18. März 2011 in einen Orbit um Merkur einschwenken. MESSENGER wäre damit nach Mariner 10 die zweite Raumsonde, die Merkur je besucht hat, und die erste, die den Planeten als Orbiter umkreist. Die Mission wird vom Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory (APL) geleitet, dort wurde auch die Raumsonde selbst gefertigt. Die Instrumente wurden sowohl vom APL, als auch vom Goddard Space Flight Center der NASA, von der University of Michigan und der University of Colorado geliefert. Die Kosten der Mission inklusive der Raumsonde und ihrer Instrumente, der Trägerrakete sowie der Missionsdurchführung und Datenanalyse bis zum Ende der Primärmission im März 2012 betragen etwa 427 Millionen US-Dollar.
Im Gegensatz zu Mariner 10 Raumsonde, die lediglich kurze Vorbeiflüge am Merkur durchführen konnte, wird MESSENGER aus einer Umlaufbahn heraus den Planeten mit seinen zahlreichen Instrumenten weitaus genauer erforschen können. Die Primärmission der Sonde im Merkurorbit ist für ein Jahr ausgelegt. MESSENGER wird dabei erstmals den Planeten vollständig kartieren können, und soll sich speziell der Untersuchung der geologischen und tektonischen Geschichte des Merkur sowie seiner Zusammensetzung widmen. Weiterhin soll die Sonde nach dem Ursprung des Magnetfeldes suchen, die Größe und den Zustand des Planetenkerns bestimmen, die Polarkappen des Planeten untersuchen sowie die Exosphäre und die Magnetosphäre erforschen.
MESSENGER hat die Form einer rundlichen, 1,27 × 1,42 × 1,85 m großen Box, die durch einen halbzylindrischen, etwa 2,5 m hohen und 2 m breiten Schutzschild vor Sonneneinwirkung geschützt ist. Lediglich zwei Solarpanels an gegenüberliegenden Seiten der Box sowie ein 3,6 m langer Magnetometerausleger sind außerhalb des Schutzschildes angebracht. Die Gesamtstartmasse der Raumsonde beträgt 1093 kg, dabei wiegt die Sonde selbst 485,2 kg, die restlichen 607,8 kg entfallen auf den mitgeführten Treibstoff und Helium.
Das Projekt einer Raumsonde zum Merkur namens MESSENGER war bereits 1997 unter den Finalisten der Discovery-Programm-Auswahl, konnte sich jedoch gegen andere Missionen nicht durchsetzen. Im März 1998 wurde MESSENGER erneut von der NASA in die Auswahl für eine Mission im Rahmen des Discovery-Programms einbezogen, im November 1998 war MESSENGER einer der fünf Finalisten mit der besten wissenschaftlichen Ausbeute von insgesamt 26 VorschlägenNASA: Five Discovery Mission Proposals Selected for Feasibility Studies, 12. November 1998. Schließlich wurde am 7. Juli 1999 MESSENGER zusammen mit Deep Impact zur Finanzierung im Rahmen des Discovery-Programms genehmigt. Die Kosten der Raumsonde wurden damals mit 286 Millionen US-Dollar beziffertNASA: NASA Selects Missions to Mercury and a Comet's Interior as Next Discovery Flights, 7. August 1999.
Ursprünglich geplant war ein Start im Frühjahr 2004, dieser wurde jedoch aus technischen Gründen verschoben. Am 2. August musste der Start wegen dichter Bewölkung über Cape Canaveral verschoben werden. Die Sonde nutzte beim Start am 3. August 2004 um 02:15:56 Ortszeit (EDT) vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ein 15-tägiges Startfenster, das sich am 30. Juli 2004 öffnete. Als Trägerrakete wurde eine Delta II 7925H verwendet.
Die Sonde wird rund acht Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem fliegen, bevor sie im März 2011 als erste Raumsonde in eine Umlaufbahn um den Merkur einschwenken, und ihn ein Jahr lang in Höhen zwischen 200 km und 15.000 km umrunden wird.
Die Reise dauert so lang, weil aus Gründen der Treibstoff-Ersparnis die Methode des mehrfachen "Swing-by" angewandt, und bei dieser Gelegenheit ebenfalls die Venus erkundet wird. Dabei gewinnt die Sonde durch unsymmetrische Annäherung an Erde, Venus und Merkur einen Teil ihrer nötigen Bahnenergie, bzw. wird auf ähnliche Art wieder gebremst.
Das Swing-by an der Erde wird nach einem Jahr sein, zwei an der Venus 2006/07 und drei am Merkur ab 2008. Letztere ergeben etwa 33 % der Energie. Wegen der langen Rotationsdauer des Merkur hat die dann geplante Umlaufbahn von MESSENGER eine spezielle Form, um den Planeten jeweils im Sonnenlicht beobachten zu können.
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