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MARTa Herford Eingangsbereich.jpg Das MARTa Herford in Herford ist ein Museum für zeitgenössische Kunst und Design in Herford in Ostwestfalen-Lippe. Am 7. Mai 2005 wurde MARTa Herford eröffnet. Die Abkürzung steht für Möbel (M), Kunst (ART) und Architektur und Ambiente (a). Der Gebäudearchitekt war Frank Gehry, das Gebäude enthält ein Museum, ein Büro und ein Veranstaltungsforum, in dem Ausstellungsmacher und Museumsdirektor Jan Hoet zeitgenössische Positionen in Kunst und Design präsentiert. MARTa Herford hat zum Ziel, widersprüchliche Beziehungen zwischen Kunst und Wirtschaft zu benennen und neu zu bestimmen.

Künstlerischer Direktor


Seit 2003 leitet Jan Hoet als Künstlerischer Direktor das Museum MARTa Herford. Der 1936 geborene Belgier Jan Hoet wurde 1986 mit der Ausstellung „Chambre d’Amis“ bekannt. In diesem Projekt gelang es Jan Hoet, 70 Genter Bewohner zu überzeugen, ihre private Wohnung als Raum für eine Kunstinstallation zur Verfügung zu stellen. Sein Engagement für die Kunst führte 1992 zu seiner Ernennung als Leiter der documenta IX in Kassel, die erfolgreich war. Jan Hoet gelang es, ein breites Publikum für moderne Kunst zu interessieren. Seitdem kuratiert er weltweit Ausstellungen. Das von Jan Hoet aufgebaute Stedelijk Museum voor Actuele Kunst in Gent gehört zu Europas renommiertesten Häusern für Gegenwartskunst. Er hat diesen Ort zu einem der wichtigsten kulturellen Zentren Belgiens mit einer hohen Frequenz von Ausstellungen entwickelt. Das Stedelijk Museum voor Actuele Kunst besitzt eine Sammlung bedeutender Werke internationaler Gegenwartskunst.

Architektur


Der Museumsbau aus rotem Klinkerstein und Edelstahl erinnert an eine riesige Skulptur. Es ist asymmetrisch erbaut und hat zur Straßenseite keinerlei Fenster. Zusammengesetzt ist der Bau aus vielen konvexen und konkaven Bauteilen mit gewellt ansteigenden Dächern. Darin sind Lichtschächte eingearbeitet, die das Innere des Museums erhellen. Die Lichtschächte sehen von Weitem aus wie abgebrochene Schornsteine von Ozeandampfern. Den Mittelpunkt des Gebäudes stellt ein 22 Meter hochaufsteigender Dom dar. Um diesen Dom herum sind fünf Galerien angeordnet, die alle unterschiedliche Höhen haben. Der Eingangsbereich besteht aus Glas und Edelstahl. Die Wände und Decken im Inneren bestehen aus Gipskarton, sind ebenfalls schräg und wellig. Das Gebäude bietet eine Ausstellungsfläche von 2500 m². Besonders auffallend sind auch die Holzvertäfelungen und leicht geschwungenen Holztreppen.

Baukosten


Am 7. Mai 2005 wurde das MARTa-Museum eröffnet.

In Herford stieß das Museum wegen der Baukosten auf Ablehnung bei Teilen der Bevölkerung. Am Tag der Eröffnung von MARTa am 7. Mai 2005 folgten rund 150 Herforder dem Aufruf der Antisozialabbaugruppe „genug ist genug“ und demonstrierten gegen das Projekt. Mit Parolen wie „Kunstunterricht statt MARTa“ oder „Mehr Bildung anstatt Prestigeobjekte“ demonstrierten rund 50 Demonstranten, vor allem Jugendliche, vor dem MARTa-Eingang.

Das MARTa-Museum kostete 30,1 Millionen Euro, in den Planungen von 1999 sollten die Baukosten 15 Millionen Euro betragen. Der städtische Anteil an den Betriebskosten sollte zunächst 1,5 Millionen Euro betragen, wurde dann auf 2 Millionen aufgestockt. In der Schlussrechnung für das Jahr 2005 stellte sich heraus, dass das MARTa-Budget um 500.000 Euro überschritten wurde, so dass die Stadt Herford für das Jahr 2005 mit 2,5 Millionen Euro an den Betriebskosten beteiligt war.

Für das Jahr 2006 kündigte der Stadtrat bereits an, dass der städtische Anteil an den Betriebskosten offiziell auf 2,8 Millionen Euro erhöht werden soll.

Literatur


  • Frank O. Gehry - MARTa Herford, Birkhäuser 2005, ISBN 3-7643-7162-5

Weblinks


Museum in Nordrhein-Westfalen | Kunstmuseum (Zeitgenössisch) | Designmuseum | Kreis Herford

 

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