DDR Mark Rueckseite 1Mark.jpg-DDR-Münze]] Eine Münze (v. lat. moneta) ist ein meist rundes, aus Metall geprägtes (seltener auch gegossenes) Zahlungsmittel.
Die älteste Münztradition hat vermutlich China. Bereits im 3. Jahrtausend vor Christus gab es dort münzähnliche Kupferstücke in Form von Schwertern, Spaten und Kleidern, bei denen es sich möglicherweise bereits um Kreditgeld handelte. Daraus entwickelten sich kleine, gegossene Kupfermünzen. Silber wurde nicht zu Münzen verarbeitet, sondern als Barren gehandelt.
Das erste Metallgeld der Antike wurde etwa 2000 v. Chr. im Mittelmeerraum verwendet. Es handelte sich dabei um Haustierminiaturen aus Bronze. Die ersten Münzen wurden von den Lydern zwischen 650 und ca. 620 v. Chr. als Zahlungsmittel herausgegeben. Dabei handelte es sich um unförmige Brocken zusammengeschmolzenen Goldstaubs, die in nur einer Größe für die Bezahlung von Sold verwendet wurden und welche das königliche Siegel trugen. Bildliche Darstellungen auf Münzen kamen um 620 v. Chr. auf. Danach folgten Münzen in Gold in verschiedenen Größen und Werten. Die ersten Silbermünzen wurden um 550 v. Chr. in Kleinasien und auf der Insel Aegina geprägt. Bis etwa 400 v. Chr. setzte sich die Münze in ganz Griechenland gegenüber dem Tauschhandel durch. Allerdings gab es kein einheitliches Münzsystem, sondern mehrere Regionen, in denen jeweils eine Münzfamilie dominierte. Langsam baute aber der 17 Gramm schwere attische Tetradrachmon mit seinen Scheidemünzen (Obolos) und größeren Einheiten eine dominierende Stellung auf.
Die Darstellung von Herrschern auf Münzen setzte sich im griechischen Raum und in den Diadochenreichen erst nach Alexander dem Großen durch. Silber blieb der bestimmende Rohstoff, nur für kleinere Scheidemünzen kam langsam Kupfer in Gebrauch.
''Siehe auch: Altgriechische Währung
In der Kaiserzeit wurden Münzen aus Gold (Aureus), Silber (Denar) Messing (Sesterz und Dupondius) sowie Kupfer (As) geschlagen. Insgesamt verfiel das römische Münzwesen unter den Kaisern zusehends. Die oströmischen Münzen lösten sich schnell von den reichsrömischen Vorbildern und entwickelten eine eigene Formensprache.
Die germanischen Staaten der Völkerwanderungszeit prägten teilweise Münzen, die sich entweder am west- oder am oströmischen Vorbild orientierten.
''Siehe auch: Römische Währung
Von Spätantike bis Frühmittelalter ging der Umlauf von Münzen in Europa stark zurück. Der Tauschhandel nahm zu und größere Geldgeschäfte wurden oft mit ungemünztem Metall beglichen. Die wenigen Münzen waren meist Kopien der römischen Vorbilder. Im fränkischen Reich und seinen Nachfolgereichen war der Denar oder Pfennig die nahezu ausschließlich geprägte Münze. Allerdings weitete sich das ursprünglich königliche Münzrecht im Heiligen Römischen Reich zunehmend auf weitere weltliche und geistliche Würdenträger aus, was eine Vielzahl an unterschiedlichen Versionen des Pfennigs und eine allgemeine Verringerung des Silbergehalts der Münzen zur Folge hatte.
Von Mitte des 12. Jahrhunderts bis ins 14. Jahrhundert waren fast im gesamten deutschsprachigen Raum (mit Ausnahme des Rheinlands) Brakteaten die vorherrschende Münzsorte. Diese dünnen, einseitig geprägten silbernen Pfennigmünzen setzte gewissermaßen den Prozess des Gewichtsverlustes der alten Pfennige fort. Brakteaten wurden von Zeit zu Zeit "verrufen", das heißt für ungültig erklärt und von ihren Besitzern zurückgefordert, um sie gegen eine geringere Menge neue Münzen umzutauschen. Der Abschlag konnte bis zu 25 % betragen. Dies war eine damals übliche Form der Steuererhebung.
Goldmünzen wurden im Früh- und Hochmittelalter nur selten geschlagen. Erst im 13. Jahrhundert setzten verstärkte Goldprägungen ein. Diese Entwicklung ging von den italienischen Handelsstädten aus. In Frankreich und England waren Goldmünzen weiter verbreitet und die einzelnen Stücke deutlich größer als im Reich. Als weitere Entwicklung des 13. Jahrhunderts kam in Deutschland der Groschen als größere Silbermünze auf. Die Münzbilder des Groschens zeigten erstmals verstärkt auch Fürsten des jeweiligen Territoriums.
Im deutschen Münzrecht war das Jahr 1356 ein entscheidendes Datum, als der Kaiser mit einer "Goldenen Bulle" das Münzrecht der Kurfürsten ausdrücklich anerkannte. Von diesem Zeitpunkt bis 1871 war die Münzgeschichte in Deutschland von großer Vielfalt geprägt, da viele Staaten ihr eigenes Geld ausgaben.
Siehe auch: Münzen des Mittelalters
Die Vielzahl von Kleinmünzen unterhalb des Talers verlor zunehmend an Metallqualität. Diese Entwicklung erreichte in der Kipper- und Wipperzeit, während des Dreißigjährigen Krieges, ihren Höhepunkt. Mit dem Silbergulden kam in Deutschland ab 1690 eine neue und stabile Kleinmünze auf. Außerdem wurden im 17. Jahrhundert erstmals seit der Spätantike wieder Kupfermünzen geprägt. Für den Umsatz größerer Geldmengen setzten sich die goldenen Dukaten durch.
Arabische Bezeichnungen für europäische Münzen, die durch den Levantehandel in arabischen Staaten verbreitet waren, sind schmückende Beinamen, die dabei meist das Münzbild betreffen. So wurde der Maria-Theresien-Taler Abu Kush (Vater des Vogels) oder Abu Noukte (Vater der Perlen) genannt, da ein Adler bzw. Perlen auf dem Diadem der Kaiserin zu sehen waren. Der niederländische Löwentaler wurde Abu Kelb (Vater des Hundes) genannt, das spanische Acht-Reales-Stück mit vierfeldigem Wappenschild Abu Taka (Vater des Fensters).
Insgesamt zeigte sich in der Münzgeschichte bis in die Neuzeit immer wieder der ähnlich ablaufende Prozess des Wertverlustes: Während Geld in Form von Münzen anfänglich aus wertvollem Material bestand (Gold, Silber) und ihr Tauschwert dem Wert dieses Materials entsprach (vollwertige Münzen), wurden später Münzen hergestellt, deren Materialwert unter ihrem Tauschwert lag, indem man die Münzen kleiner und leichter machte oder sie aus einer Legierung aus wertvollem und geringerwertigem Material herstellte (unterwertige Münzen).
Weiteres siehe unter Geld.
Münzmerkmale.bmp Münzen sind vom Staat genehmigte und geschlagene Währungseinheiten. Moderne Münzen tragen üblicherweise die rechts abgebildeten Merkmale. Doch es gibt auch Ausnahmen: So tragen die Schweizer Rappen (Untereinheit des Schweizer Franken) nur das Nominal, ohne Angabe der Währungseinheit. Noch drastischer ist es bei den britischen Crowns der Prägejahre 1965-1971. Diese tragen weder ein Nominal noch die Angabe der Währungseinheit. Wie alle britischen Münzen tragen sie nicht einmal eine Staatsbezeichnung. Lediglich die Abbildung von Elizabeth II. lässt erahnen, woher die Münze stammt.
Die Vorderseite (das Avers) der Münze ist dort, wo in der Regel der Kopf des Herrschers, bzw. das Wappen der Republik zu sehen ist, die Rückseite (der Revers) hingegen dort, wo die Wertangabe ist.
Während die Ausgabe von Münzen ein Vorrecht des Staates ist, dürfen Medaillen auch von privater Seite hergestellt werden. Gepräge, welche nie als gesetzliches Zahlungsmittel vorgesehen waren, werden stets den Medaillen zugerechnet. Ein Zwischending stellen die sogenannten Pseudomünzen dar, welche de jure Zahlungsmittel sind, aber von Privatfirmen für den internationalen Sammlermarkt geprägt wurden und de facto keine Geldfunktion haben. Umgekehrt existieren auch münzähnliche Gepräge wie Notmünzen und Jetons, welche tatsächlich als Zahlungsmittel verwendet werden, aber nicht von den dazu berechtigten staatlichen Stellen herausgegeben wurden.
Ursprünglich wurden für die Herstellung von Münzen fast ausschließlich Gold, Silber und Kupfer bzw. Bronze verwendet. Im 20. Jahrhundert kamen vermehrt andere Metalle wie Eisen, Nickel, Zink, Aluminium oder Chromstahl zur Anwendung. Häufig werden diese Metalle miteinander legiert, dabei ist Kupfer wegen seiner antibakteriellen Wirkung ein wichtiger Bestandteil heutiger Münzlegierungen; die gängigste Münzlegierung ist heute Kupfer-Nickel. Nicht bewährt hat sich aus gesundheitlicher Sicht die Verwendung von Blei. Der relative Anteil des Edelmetalls wurde durch den sogenannten Münzfuß festgelegt - die metallurgische Zusammensetzungen durch chemisch-analytische Nachweisreaktionen bestimmt.
Münzen, deren Kurswert durch den inneren Wert (Metallwert) bestimmt ist, werden Kurantmünzen genannt. Dies traf früher auf die meisten Edelmetallmünzen zu. Als Scheidemünzen bezeichnet man Münzen, deren Prägewert nicht dem Metallwert entspricht. Dies trifft auf alle heutigen Umlaufmünzen zu, da deren Wert nur durch staatliche Garantien gedeckt ist, womit es sich um sogenanntes Kreditgeld handelt.
In den Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion muss gemäß der EG-Verordnung Nr. 974 / 98 des Rates vom 3. Mai 1998 niemand mehr als fünfzig Münzen in einer Zahlung annehmen (mit Ausnahme der ausgebenden Behörde und den in § 3 Münzgesetz genannten Personen); Siehe hierzu auch den Artikel gesetzliches Zahlungsmittel.
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