Münchberg ist eine
Kleinstadt im Nordosten des
bayerischen Regierungsbezirkes
Oberfranken, an der
A 9 und der
B 2 und der
B 289 zwischen München und Berlin gelegen. Münchberg kann auch als das Tor zu
Fichtelgebirge und
Frankenwald bezeichnet werden.
Geschichte
Eine erstmalige Besiedlung der Gegend um Münchberg geht vermutlich auf das 10./11. Jahrhundert zurück. Es wurde hier eine Raststation an der über Münchberg verlaufenden Reichsstraße Nürnberg - Leipzig (
Via Imperii) (Verlauf etwa entlang der heutigen Autobahn
A 9) angelegt. Der ursprüngliche Name der Stadt lautete wahrscheinlich Mönchsberg, was auf die ersten Siedler -
Mönche - zurückzuführen ist. Der Name wandelte sich dann im Laufe der Zeit
Urkundlich erwähnt wird Münchberg erstmalig um
1224.
Zwischen 1938 und 1972 war Münchberg Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises.
Zur Stadt Münchberg gehören 18 ländliche Ortsteile, welche zwischen 1958 und 1978 eingemeindet wurden, und zwar
- 1958: aus der Gemeinde Meierhof das Dorf Schlegel
- 1972: das Dorf und die Gemeinde Poppenreuth mit Ahornis, Hildbrandsgrün und Maxreuth, die Gemeinde Sauerhof und von der Gemeinde Straas die Ortschaften Straas, Solg, Schödlas, Biengarten, Plösen, während Querenbach und Oelschnitz an die Marktgemeinde Stammbach fielen.
- 1978: das Dorf und die Gemeinde Meierhof mit Laubersreuth, Gottersdorf und Unfriedsdorf, aus der Gemeinde Markersreuth die Orte Markersreuth und Jehsen (Reuthlas und Weißlenreuth kamen dagegen zur Gemeinde Konradsreuth), sowie die Gemeinde Mechlenreuth mit Mechlenreuth-Dorf, Mechlenreuth-Nord, Mussen und Schweinsbach.
Am 19. Oktober 1990 ereignete sich auf der A 9 bei Münchberg eine der schwersten Katastrophen im Straßenverkehr.
Stadtteile
Münchberg besteht neben der eigentlichen Kernstadt aus den überwiegend ländlich geprägten Ortsteilen Ahornis, Biengarten, Gottersdorf, Grund, Hildbrandsgrün, Jehsen, Laubersreuth, Markersreuth, Maxreuth,
Mechlenreuth, Mechlenreuth-Nord, Meierhof, Mussen, Neutheilung, Plösen, Pulschnitzberg, Poppenreuth, Sauerhof, Schlegel, Schödlas, Schotteneinzel,
Schweinsbach, Solg, Straas und Unfriedsdorf sowie den Weilern und Einzeln Neudes, Ruppes, Wäldlein, Wiesenthal, Eiben b. Münchberg, Obere Eiben, Untere Eiben, Walzbach (Holzbock), Rabenreuth, Neutheilung, Ziegenrück, Ziegelhütte,
Hammermühle, Rothenmühle, Ahornis-Kuppel, Sauerhof-Kuppel, Wüstensaal, Ahornismühle,
Einzeln bei Ahornis, Einöde an der Stammbacher Straße, Schotteneinzel, Grund, Rußhütte, Schwarzholzwinkel...
Wirtschaft
Münchberg ist überregional als Textilstadt bekannt.
Ansässige Unternehmen
- Frankenwälder E. Held GmbH & Co. KG (Damenoberbekleidung)
- Neutex Home Deco GmbH (Dekostoffe)
- Walter Reissmann GmbH & Co. (Kammgarnweberei)
- Schoedel GmbH (Möbelbezugstoffe)
- Atelier Goldener Schnitt
- RAUMEDIC AG
- SIGNET Corporate Fashion GmbH (Profil- und Gastronomiebekleidung)
Öffentliche Einrichtungen
Bildungseinrichtungen
- Kreuzbergschule (Grundschule)
- Parkschule (Grundschule)
- Volksschule Poppenreuth (Hauptschule) mit M-Zug
- Gymnasium Münchberg
- Fachhochschule Hof, Fachbereich Textiltechnik und -gestaltung
- Textilfachschule
- Berufsfachschule für Textil
- Berufsschule für Textilberufe (Landesblockschule)
- Berufsschule Hof, Außenstelle Münchberg
- Krankenpflegeschule in der Hochfrankenklinik Münchberg
- Landwirtschaftsschule Münchberg
- Volkshochschule
- Stadtbibliothek
Erstmalig seit dem 2. Weltkrieg konnte 2006 in Münchberg wieder eine Berufsschulklasse
für den Beruf des Seilers eingerichtet werden. Bis 1945 wurde dieser Beruf deutschlandweit
im schlesischen Sorau beschult.
Ämter und öffentliche Einrichtungen
Freizeit- und Sportanlagen
- Hallenbad
- Freibad
- Tennisplatz und Tennishalle
- Funpark
- See "Hintere Höhe"
- Reitstall Eiben im Ortsteil Eiben
- Reitanlage des RFV Münchberg in Mechlenreuth
- Turnhalle des TV Münchberg, im Winter Konzerte mit Livebands
- Kegelbahn
Städtepartnerschaften
Seit
Dezember 2004 Städtepartnerschaft mit
Jefferson City,
Missouri,
USA
Politik
Der
Stadtrat besteht aus 24 Stadträten und Stadträtinnen sowie dem 1. Bürgermeister
- 10 Sitze für die CSU
- 11 Sitze für die SPD
- 3 Sitze für die MWG
Es bestehen Ortsverbände der CSU, der Jungen Union, der Frauen-Union und der SPD. Die Münchberger Wählergemeinschaft e.V. (MWG) ist eine freie Wählergemeinschaft.
Erstmalig seit dem 2. Weltkrieg gewann 2002 nach einer Stichwahl die CSU mit Thomas Fein die
Bürgermeisterwahl.
Bauwerke
Regelmäßige Veranstaltungen
- Wiesenfest am 2. Juliwochenende
- Stadtfest am 3. Sonntag im September
- Kellerfest im Kreuzberghohlweg am 1. Sonntag in den Sommerferien
- Kneipennacht Mitte/Ende November
- Dorffest mit Feuerwerk in Mechlenreuth, Ende Juli
- Gartenfest der Feuerwehr Münchberg, letztes Augustwochenende
- Gartenfest in Straas
- Maifest am 1. Mai in Jehsen. Ausrichter ist die Landjugend Reuthlas
Persönlichkeiten
- Max Specht, (* 15. Januar 1891; † 18. Januar 1971) Bürgermeister und Ehrenbürger von Münchberg
- August Horch, Automobilkonstrukteur, lebte seit dem 2. Weltkrieg bis zu seinem Tod 1951 in Münchberg.
- Claus Strunz, (* 29. September 1966 in Münchberg), deutscher Journalist
- Horst Schroth, (* 1948), Kabarettist, Autor und Schauspieler
- Georg Hacker, in Münchberg geborener Luftschiff-Kapitän
Literatur
- Otto Knopf/Reinhard Feldrapp: Münchberg, 1977, ISBN 3921615178 Otto Knopf
- Beiträge zur Münchberger Stadtgeschichte, Band 1 bis 7
- Karl Dietel: Münchberg: Geschichte einer Amts- und Industriestadt, Bd. 1 (bis 1963)
- Karl Dietel: Zwischen Waldstein und Döbraberg - Die geschichtliche Entwicklung des Landkreises Münchberg
Weblinks
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