| Wappen
| Karte
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| Wappen Mülheim an der Ruhr.jpg
| Lage der kreisfreien Stadt Mülheim an der Ruhr in Deutschland.png
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| Wahlspruch: Mölm boven aan !
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| Basisdaten
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| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen
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| Regierungsbezirk: | Düsseldorf
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| Landschaftsverband: | Rheinland
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| Regionalverband: | Regionalverband Ruhr
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| Kreis: | Kreisfreie Stadt
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| Fläche: | 91,26 km²
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| Einwohner: | 169.905 (30. Juni 2005)
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| Bevölkerungsdichte: | 1.862 Einwohner je km²
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| Höhe: | 26,0 bis 152,7 m ü. NN
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| Postleitzahlen: | 45468-45481 (alt: 4330)
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| Vorwahl: | 0208
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| Geografische Lage: |
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| Kfz-Kennzeichen: | MH
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| UN/LOCODE: | DE MUH
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| Gemeindeschlüssel: | 05 1 17 000
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| Stadtgliederung: | 3 Stadtbezirke und
| 9 Stadtteile
Hausanschrift der Stadtverwaltung: | Bürgeramt Viktoriastraße 17 - 19 45468 Mülheim - Ruhr
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| Website: | http://www.muelheim-ruhr.de
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| E-Mail-Adresse: | info@stadt-mh.de
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| Politik
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| Oberbürgermeisterin: | Dagmar Mühlenfeld (SPD)
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| Schulden: | 57,7 Mio € ohne Eigenbetriebe 441,5 Mio € mit Eigenbetrieben (Stand: 01. Januar 2006)
| -
| Bevölkerung
| - bgcolor="#FFFFFF"
| Arbeitslose: | 7.417 (Stand: 30. Juni 2005)
| - bgcolor="#FFFFFF"
| Arbeitslosenquote: | 10,2 % (Stand: 30. Juni 2005)
| - bgcolor="#FFFFFF"
| Ausländeranteil: | 9,77 % (Stand: 30. Juni 2005)
| - bgcolor="#FFFFFF"
| Altersstruktur: |
| | 0-18 Jahre: | 16,3 %
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| 19-65 Jahre: | 61,1 %
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| über 65 Jahre: | 22,6 %
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Mülheim an der Ruhr ist eine
kreisfreie Stadt im westlichen
Ruhrgebiet in
Nordrhein-Westfalen. Weil die
Ruhr mitten durch die Innenstadt fließt, während sie in den übrigen Großstädten des Ruhrgebiets nur die Randbezirke streift, wird Mülheim auch die
"Stadt am Fluss" genannt. Die Stadt liegt eingebettet inmitten der Metropolen
Düsseldorf,
Essen und
Duisburg/
Oberhausen. Die Einwohnerzahl der Stadt überschritt
1908 die Grenze von 100.000 und machte Mülheim an der Ruhr zur
Großstadt. Heute ist sie mit ihren ca. 170.000 Einwohnern eine der kleineren Großstädte des Landes. Verwaltungstechnisch gehört sie zum
Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im
Landschaftsverband Rheinland und im
Regionalverband Ruhr. Mülheim an der Ruhr ist Sitz zweier
Max-Planck-Institute.
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Geographie
Räumliche Lage
Mülheim an der Ruhr.png
Die Innenstadt befindet sich etwa 10 bis 12 km östlich der Mündung der
Ruhr in den
Rhein an beiden Ufern des Flusses, der das gesamte Stadtgebiet auf einer Länge von 14 km von Südosten nach Nordwesten durchmißt. Die Stadt liegt im Schnittpunkt des
niederrheinischen Tieflandes, das in Mülheim Ruhrabwärts beginnt und dem
Bergischen Land. Die Lage des Stadtzentrums direkt am Fluss ist ein Alleinstellungsmerkmal Mülheims und erhöht die Attraktivität der Innenstadt. In der
Landesplanung ist Mülheim als
Mittelzentrum eingestuft.
Nachbarstädte
Die Stadt Mülheim an der Ruhr grenzt im Norden an die kreisfreie Stadt
Oberhausen und im Osten an die kreisfreie Stadt
Essen. Im Süden liegt der Ballungsraum
Düsseldorf mit der Stadt
Ratingen im
Kreis Mettmann und im Westen die kreisfreie Stadt
Duisburg. Die Gesamtlänge der Stadtgrenze zu den Nachbarstädten beträgt 49 km.
Stadtgebiet
Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 91 km² und dehnt sich in Nord-Süd-Richtung 13,4 km und in West-Ost-Richtung 10,7 km aus. Der höchste Punkt im Stadtgebiet misst 152,7 m und liegt am
Flughafen Essen-Mülheim, der mit 26,0 m über NN niedrigste Punkt befindet sich am Übergang der Ruhr nach Duisburg.
Seit 1975 ist Mülheim in die drei Stadtbezirke Linksruhr, Rechtsruhr-Nord und Rechtsruhr-Süd gegliedert. Darüberhinaus werden aus historischen Gründen und für statistische Zwecke insgesamt 9 Stadtteile unterschieden, die sich ihrerseits noch weiter in statistische Bereiche unterteilen lassen:
- Bezirk "Rechtsruhr-Nord"
- Styrum
- Dümpten
- Heißen-Nord (Winkhausen)
- Altstadt II-Nord (Papenbusch)
- Altstadt II-Nordost
- Bezirk "Rechtruhr-Süd"
- Altstadt I (Stadtmitte)
- Altstadt II-Südwest (Eppinghofen und Mellinghofen)
- Altstadt II-Südost (Dichterviertel)
- Heißen (einschließlich Heimaterde)
- Menden-Holthausen
- Bezirk "Linksruhr"
- Saarn (einschließlich Mintard und Selbeck)
- Broich
- Speldorf
Geschichte
Mittelalter
Schloss Broich Mülheim.jpg
Die Geschichte der Stadt Mülheim ist eng verbunden mit dem
Schloss Broich, das um
900 - nach ungesicherten Spekulationen in den Jahren
883/
884 als Wehranlage gegen die Überfälle der
Wikinger - an der Ruhrfurt errichtet wurde. Im Jahre
1093 wurde "
Mulinhem" als Gerichtsstätte des
Ruhrgaues bezeichnet, und in dieser ersten urkundlichen Erwähnung des Stadtnamens wurden auch ein Herr von Broich und andere Adelsvertreter des Mülheimer Raumes genannt.
Um 1200 wird das Zisterzienserinnenkloster Saarn gegründet. Über die Gründer dieser Zeit und die ersten Frauen im Kloster weiß man sehr wenig. Einige Jahrzehnte später, in einer zweiten Gründungsphase, wurde Erzbischof Engelbert I. von Köln (reg. 1220-1225) im Rahmen seiner politischen Aktivitäten als Erzbischof, Herzog von Berg und zugleich Reichsverweser und Erzieher des minderjährigen Königs Heinrichs VII. (reg. 1220-1235) auf Kloster Saarn aufmerksam. Engelbert sorgte wahrscheinlich für die Aufnahme der Saarner Nonnen in den Zisterzienserorden und die Einführung einer strengen Klausur, außerdem für eine umfangreiche Privilegierung des Klosters durch den Papst und das Reich. Das Leben der Nonnen und die Existenz des Klosters wurden damit auf eine neue, dauerhafte rechtliche und materielle Grundlage gestellt. In der Folgezeit erhielt das Kloster zahlreiche Schenkungen aus dem Mülheimer, u. a. auch von den Herren Broichs, und benachbarten Raum. König Heinrich wurde - vermutlich auf Veranlassung Engelberts - von den Nonnen in ihrem Memorienbuch als "fundator" (Gründer) geehrt. Der Abt von Kamp erhielt die Aufgabe, über das Zisterzienserinnenkloster die Aufsicht zu führen und die Nonnen geistlich zu betreuen. Im 15. und ab dem 17. Jahrhundert gibt es Tendenzen der Umwandlung des Klosters in ein Damenstift. Kloster Saarn wird 1808/09 im Zuge der Säkularisation der Kirchengüter von der französischen Regierung des Großherzogtums Berg aufgehoben.
Weil im Jahre 1372 die Herren von Broich ausstarben, fällt Schloss Broich zunächst an die Grafen von Isenberg-Limburg. Dem Kölner Erzbischof Dietrich II. von Moers und Herzog Gerhard von Jülich-Berg gelang 1443 gemeinsam die Eroberung und Inbesitznahme Broichs, wobei die Burg stark zerstört wurde. Nach dem Aussterben der Grafen von Isenberg-Limburg-Broich in männlicher Linie 1508 ererbte die Besitzungen das Grafengeschlecht von Daun-Falkenstein.
Frühe Neuzeit
Im 16. Jahrhundert entzogen sich die Landesherren der Herrschaft Broich mit Hilfe der Herzöge von Berg den kurkölnischen Ansprüchen auf Broich. Im 17. und 18. Jahrhundert gelang es dem Herzogtum Berg, Souveränitätsrechte über die Herrschaft Broich geltend zu machen.
Während des spanisch-niederländischen achtzigjährigen Kriegs, der auch die Niederrheinlande und Westfalen in große Mitleidenschaft zog, belagerten im Jahre 1598 spanische Truppen Schloss Broich, das schließlich durch Kapitulation erobert wurde. Nur wenige Tage nach der Kapitulation des Schlosses ermordeten die Spanier Graf Wirich von Daun-Falkenstein, den wichtigsten Führer der Protestanten in den Herzogtümern Jülich-Kleve.
Ebenfalls durch Mord wird die Linie der Grafen zu Daun-Falkenstein im Jahre 1682 ausgelöscht und das Lehen fällt an die Grafen von Leiningen, welche die Broicher Herrschaft durch einen Rentmeister verwalten lassen.
Beginn der Industrialisierung
Die Industrialisierung Mülheims beginnt um 1770 mit dem Ausbau der Ruhr zu einer
Schifffahrtsstraße. Während auf dem Unterlauf der Ruhr, zwischen Duisburg und der Mülheimer Innenstadt, seit dem 14. Jahrhundert Schiffsverkehr möglich war und bereits 1716 in
Duisburg-Ruhrort der erste Rheinhafen entstand, wurde die Ruhr erst 1780 durch die Errichtung der ersten Schleuse auch oberhalb der Mülheimer Innenstadt schiffbar. Damit erfuhr der Kohlenhandel einen massiven Aufschwung, denn die
Schleppkähne konnten nun von
Hattingen bis zum
Duisburger Hafen entlang des
Leinpfads
getreidelt werden. Mit
Zeche Humboldt und
Zeche Sellerbeck entstanden um die gleiche Zeit auch die ersten Zechen mit wirtschaftlicher Kohleförderung auf Mülheimer Stadtgebiet.
Im Zuge der napoleonischen Eroberungen werden 1806 die Herrschaften Broich und Styrum aufgelöst und es entsteht das Amt Broich-Styrum, zu dem auch Mülheim gehört. Nur zwei Jahre später, am 18. Februar 1808, wird Mülheim von der französischen Verwaltung zur Munizipalität erklärt und die Ortschaft erhält damit erstmals Stadtrechte nach französischem Vorbild. Auch verwaltungstechnisch erfolgt die Ausgliederung aus dem Herzogtum Berg und die Zuordnung zum neu geschaffenen Rhein-Departement.
Im Jahre 1811 eröffnet Mechanikus Johann Dinnendahl eine mechanische Werkstatt und gemeinsam mit seinem Bruder, Franz Dinnendahl, gründet er 1820 eine Eisenschmelze zur Herstellung von gegossenen Maschinenteilen, aus der später die Friedrich Wilhelms-Hütte hervorgeht.
Nach den Beschlüssen des Wiener Kongress wird Mülheim 1815 in den preußischen Staat eingegliedert und seit 1816 durch den Landkreis Essen verwaltet, der jedoch schon zum 27. September 1823 aufgelöst und, als Teil der Rheinprovinz, mit dem Kreis Dinslaken zum neuen Landkreis Duisburg vereinigt wird.
Der enorme wirtschaftliche Aufschwung ermöglicht 1837 die Inbetriebnahme der Sellerbecker Pferdebahn vom Hafen zur Zeche Sellerbeck in Dümpten und 1839 die Fertigstellung der privaten Aktienstraße vom Mülheimer Hafen nach Essen-Borbeck.
Vierzig Jahre nach Erteilung der französischen Stadtrechte erhält Mülheim 1846 auch das Stadtrecht nach preußischem Recht.
Höhepunkte der Industrialisierung
Im Jahre
1849 wird - erstmals im Ruhrgebiet - in der
Friedrich Wilhelms-Hütte die
Stahlproduktion mit
Kokskohle aufgenommen und
1862 erfolgt der Anschluss an das Eisenbahnnetz der
Bergisch-Märkischen Eisenbahn.
Nationalsozialismus
- 30. Januar: Die Einsetzung Adolf Hitlers zum Reichskanzler wird von der NSDAP in Mülheim wie in anderen Städten mit einem Fackelzug gefeiert.
- Ab Mitte Februar kommt es immer wieder, besonders im Stadtteil Dümpten, zu Hausdurchsuchungen bei vermuteten Kommunisten. Zwei Personen werden dabei erschossen.
- Ende Februar übernehmen 200 SS-, SA- und Stahlhelmangehörige offiziell die Polizeigewalt als Hilfspolizisten in der Stadt. Zahlreiche politische Gegner werden verhaftet.
- März: Kommunalwahl nach Hitlers Machtergreifung; die NSDAP holt mit 23 Stadtratssitzen nur 45,1% der Sitze. Kurz darauf erfolgt aber durch Anwendung der entsprechenden Reichsgesetze der Ausschluss der KPD und SPD Vertreter. Als erster Ratsbeschluß werden Hitler und Hindenburg die Ehrenbürgerschaft der Stadt verliehen.
- Anfang April werden die noch Ende März gewählten Arbeitervertreter in den Betrieben durch Anhänger der Nationalsozialisten ersetzt.
- 10./11. März: Zwei britische De Havilland Mosquitos werfen ihre Bomben über dem Mülheimer Stadtgebiet ab.
- 22./23. Juni: Ein schwerer britischer Luftangriff auf Mülheim wird mit einem nicht vorgewarnten Angriff auf die Hauptfeuerwache an der Aktienstraße um 0:33 Uhr eingeleitet. Der eigentliche, dann auch vorgewarnte Angriff beginnt um 1:10 Uhr. In drei dicht aufeinander folgenden Wellen fliegen 242 Avro Lancaster-, 155 Handley Page Halifax-, 93 Short Stirling-, 55 Wellington- und 12 De Havilland Mosquito-Bomber über das Stadtgebiet. Die Hauptziele sind die Mülheimer Innstadtstadt, die Kreuzung der rheinischen und märkischen Eisenbahnlinien, die Deutschen Röhrenwerke und die Deutschen Eisenwerke, die Firma Schmitz-Scholl als Provianthersteller für die Reichswehr, das Reichsbahnausbesserungswerk und der Hafen. Die Attacke fordert unter der Stadtbevölkerung 530 Tote. 1.630 Gebäude (64%) werden total zerstört bzw. beschädigt. Insgesamt sind 77% aller Gebäude betroffen. Etwa 40.000 Mülheimer Einwohner müssen evakuiert werden.
- 1./2. November: Bei einem Bombenangriff der eigentlich der Stadt Oberhausen gilt und bei stark bewölktem Himmel stattfindet, treffen Bomben vor allem den Stadtteil Dümpten. Dort und in umliegenden Stadtteilen kommen 33 Einwohner ums Leben. Eine Halifax stürzt auf den Mülheimer Zentralfriedhof und eine Lancaster wird über Heissen abgeschossen.
- 24. Dezember: 338 britische Bomber greifen um 14:00 Uhr den Flughafen Essen-Mülheim an. Dies geschieht im Rahmen der Abwehr der deutschen Ardennenoffensive, die auch Luftunterstützung vom Mülheimer Flughafen bekommt. 74 Einwohner der Stadt verlieren ihr Leben, davon allein 50 bei einem Volltreffer auf den Bunker in der Windmühlenstraße. Da dort auch militärische Flughafenbedienstete und Soldaten im Obergeschoß untergebracht sind, muss von weiteren 250 Toten ausgegangen werden, die aber nicht in den offiziellen Opferlisten der Stadt vermerkt sind.
- 21. März: Wiederholter Luftangriff auf den Flughafen durch 90 amerikanische Consolidated B-24-Bomber, zur Abwehr deutscher Luftangriffe bei der alliierten Rheinüberquerung bei Wesel. Im An- und Abfluggebiet liegen die Stadtteile Menden, Raadt und Holthausen. Dort sterben 22 Menschen.
- 11. April: Um die bereits in Oberhausen und Essen stehenden amerikanischen Einheiten bei der Einnahme der Stadt zu behindern werden die Thyssen-Brücke, die Siegfriedbrücke und die Eisenbahnbrücke im Bereich der Oberhausener Straße vom Volkssturm gesprengt. Zur Verteidigung befinden sich noch 200 Soldaten des 183. Volksgrenadierregiments auf Mülheimer Gebiet. Etwa 3.000 Angehörige des Volkssturms kommen dazu. Am Morgen beginnen die amerikanischen Truppen die Besetzung Mülheims, wo zu dieser Zeit noch knapp 88.000 Menschen wohnen. Die ersten Soldaten des 513. Fallschirmjägerregiments, das zur 17. US-Luftlandedivision gehört, rücken von Essen über den Stadtteil Heissen in die Stadt vor. Der Hauptvorstoß geht direkt in Richtung Stadtmitte, während eine kleinere Einheit über Dümpten nach Styrum vorstößt. Im Stadtgebiet kommt es nur im Bereich der Kämpchenstraße zu einem kurzen Kampf zwischen einigen Volkssturmleuten und den Amerikanern. Dabei werden zwei Volksstürmler und drei Soldaten getötet. Oberbürgermeister Hasenjäger übergibt um 9:40 Uhr die Stadt den Amerikanern. Der erste Besatzungskommandant wird Major Keene. Aufflackernde Kämpfe zwischen Fremdarbeitern und Einheimischen sowie beginnende Plünderungen in der Innenstadt werden gegen Abend von den Amerikanern unterbunden.
Nachkriegszeit
MH-Stadtmitte.jpg
- 1964 wird die letzte Schicht an den Hochöfen der Friedrich Wilhelms-Hütte gefahren. Mülheim besitzt damit als erste Stadt im Ruhrgebiet keine Stahlproduktion mehr.
- 1966 ist Mülheim nach der Einstellung der Kohleförderung auf der Zeche Rosenblumendelle die erste Ruhrgebietsstadt bergfrei.
- 1973 wird auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Rosenblumendelle am 1. März das Rhein-Ruhr-Zentrum eröffnet.
- 1974 das City-Center wird als innerstädtisches Einkaufszentrum fertiggestellt. Zugleich wird die Schloßstraße zur Fußgängerzone umgestaltet.
- 1979 wird die U-Stadtbahnstrecke von Mülheim Hbf bis Essen fertiggestellt.
- 1992 findet die nordrhein-westfälische Landesgartenschau "MüGa" in Mülheim statt. Hierzu finden im Mülheimer Ruhrtal erhebliche Umgestaltungen statt, vor allem in seinem Kernbereich um die Schloßbrücke. Über die Ruhr wird die neue, blaue Styrumer Brücke eröffnet.
- 1993 wird die Stadt mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet.
- 1994 verlässt die Britische Armee nach 48 Jahren Mülheim. Das komplett umgebaute innerstädtische Einkaufszentrum City-Center wird unter dem Namen Forum wiedereröffnet.
- 1998 wird der U-Stadtbahn-Abschnitt von Mülheim Hbf zum Stadtteil Broich mit dem Ruhrtunnel eröffnet.
- 1999 wird die kommunale Doppelspitze bestehend aus Oberstadtdirektor und Oberbürgermeister abgeschafft. Erster hauptamtlicher Oberbürgermeister der Stadt Mülheim an der Ruhr wird Dr. Jens Baganz (CDU).
Eingemeindungen
Folgende Gemeinden bzw. Gemarkungen wurden nach Mülheim an der Ruhr eingegliedert:
- 1878: Eppinghofen und Mellinghofen (beide aus der Bürgermeisterei Mülheim-Land)
- 1904: Bürgermeisterei Broich (bis 1878 Teil der Bürgermeisterei Mülheim-Land) mit den Gemeinden Broich, Saarn und Speldorf sowie Holthausen (Bürgermeisterei Heißen, bis 1879 Bürgermeisterei Mülheim-Land) und Styrum (Bürgermeisterei Styrum, bis 1878 Bürgermeisterei Mülheim-Land)
- 1910: Oberdümpten sowie Heißen, Winkhausen, Fulerum (Bürgermeisterei Heißen, bis 1879 Bürgermeisterei Mülheim-Land); Unterstyrum, Alstaden und Unterdümpten werden nach Oberhausen umgegliedert
- 1920: Menden mit Raadt (bis 1910 Teil der Bürgermeisterei Heißen, dann selbständige Gemeinde)
- 1929: Selbeck und Mintarder Höfe (Amt Mintard), Ickten (Amt Kettwig-Land) und Umstand (teilweise)
- 1975: Mintard (seit 1930 Teil der Stadt Kettwig; die Stadt Kettwig kommt zu Essen)
Einwohnerentwicklung
Population Statistics Mülheim an der Ruhr.png
1904 verdoppelte sich die Bevölkerung von Mülheim nach der Eingemeindung mehrerer Ortschaften - darunter die Gemeinde Styrum (18.434 Einwohner 1900) - von etwa 45.000 auf rund 90.000. Im Jahre 1908 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. 1965 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 193.000 ihren historischen Höchststand. Ende Juni 2005 lebten in Mülheim nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 169.905 Menschen mit Hauptwohnsitz.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 1400 | 1.200
| -
| 1600 | 2.000
| -
| 1818 | 7.000
| -
| 3. Dezember 1846 ¹ | 10.096
| -
| 3. Dezember 1867 ¹ | 10.700
| -
| 1. Dezember 1871 ¹ | 14.267
| -
| 1. Dezember 1875 ¹ | 15.300
| -
| 1. Dezember 1880 ¹ | 22.100
| -
| 1. Dezember 1885 ¹ | 24.465
| -
| 1. Dezember 1890 ¹ | 27.903
| -
| 2. Dezember 1895 ¹ | 31.429
| -
| 1. Dezember 1900 ¹ | 38.280
| -
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 1. Dezember 1905 ¹ | 93.599
| -
| 1. Dezember 1910 ¹ | 112.580
| -
| 1. Dezember 1916 ¹ | 112.260
| -
| 5. Dezember 1917 ¹ | 117.350
| -
| 8. Oktober 1919 ¹ | 127.027
| -
| 16. Juni 1925 ¹ | 127.195
| -
| 16. Juni 1933 ¹ | 133.279
| -
| 17. Mai 1939 ¹ | 137.540
| -
| 31. Dezember 1945 | 129.478
| -
| 29. Oktober 1946 ¹ | 132.370
| -
| 13. September 1950 ¹ | 149.589
| -
| 25. September 1956 ¹ | 169.306
| -
|
| | Jahr
| Einwohner
| -
| 6. Juni 1961 ¹ | 185.708
| -
| 31. Dezember 1965 | 192.381
| -
| 27. Mai 1970 ¹ | 191.468
| -
| 31. Dezember 1975 | 189.259
| -
| 31. Dezember 1980 | 181.279
| -
| 31. Dezember 1985 | 171.948
| -
| 25. Mai 1987 ¹ | 176.423
| -
| 31. Dezember 1990 | 177.681
| -
| 31. Dezember 1995 | 176.530
| -
| 31. Dezember 2000 | 172.862
| -
| 30. Juni 2005 | 171.264
|
¹ Volkszählungsergebnis
Religionen
Christentum
MH-Stadtmitte_von_Schlossbrücke_aus.jpg
Mülheim an der Ruhr gehörte im Mittelalter zum
Bistum Lüttich, später zum
Erzbistum Köln. Noch in der ersten Hälfte des
16. Jahrhunderts führten die Broicher Landesherren durch Bestellung eines geeigneten Pastors die
Reformation ein. Zunächst handelte es sich um eine Gemeinde nach lutherischem, im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts, wiederum durch Einsetzung eines entsprechenden Pastors, dann reformiertem Bekenntnis. Ab
1621 sind wieder
lutherische Gemeindeglieder vorhanden, doch gründeten diese erst
1658 eine eigene Gemeinde. Beide gehörten ab
1816 zur Evangelischen Kirche in Preußen bzw. deren rheinischer Provinzialkirche.
1887 vereinigten sich die reformierte und die lutherische Gemeinde zur Evangelischen Gemeinde Mülheim an der Ruhr ("unierte" Gemeinde). Nach dem
Zweiten Weltkrieg wurde Mülheim Sitz des "
Kirchenkreises an der Ruhr" innerhalb der
Evangelischen Kirche im Rheinland. Zu ihm gehören alle 11 evangelischen Kirchengemeinden der Stadt Mülheim an der Ruhr (Mülheim/Ruhr-Altstadt, Broich, Dümpten, Heißen, Holthausen, Johanniskirchengemeinde (Mülheim/Ruhr-Altstadt 2), Markuskirchengemeinde, Menden-Raadt, Saarn, Speldorf und Styrum) sowie die Kirchengemeinde Kettwig (Stadt
Essen). Bis 1954 gehörte auch die Stadt Oberhausen zum "
Kirchenkreis an der Ruhr".
Spätestens im 19. Jahrhundert zogen auch Katholiken nach Mülheim. Diese gehörten zunächst zum Erzbistum Köln. 1958 kamen die Gemeinden zum neugegründeten Bistum Essen. Die Pfarrgemeinde St. Laurentius des erst 1975 nach Mülheim eingegliederten Ortes Mintard gehört jedoch zum Erzbistum Köln. Die zum Stadtdekanat Mülheim des Bistums Essen gehörigen 15 Pfarrgemeinden sind: Christ König, Heilig Geist, Heilig Kreuz, Herz Jesu, St. Barbara, St. Elisabeth, St. Engelbert, St. Joseph, St. Mariä Geburt, St. Maria Himmelfahrt, St. Mariae Rosenkranz mit der Filialkirche St. Albertus Magnus (Fusion 2000), St. Michael, St. Raphael, St. Theresia von Avila und St. Theresia vom Kinde Jesu.
Daneben gibt es in Mülheim auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören: Evangelisch-freikirchliche Gemeinden (Baptisten), Evangelisch-methodistische Kirche und Freie Evangelische Gemeinden (FeG). Eine besondere Bedeutung als Gründungsort hat die Stadt für einen weiteren pfingstlerisch geprägten Freikirchenverband. Dieser führt sogar den Stadtnamen in ihrer Benennung; gemeint ist der Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden. Anfang des 20. Jahrhunderts begann hier in Mülheim eine große nationale Erweckung, in dessen Zuge sich die Christus Gemeinde Mülheim als erste Pfingstkirche in Deutschland gründete. Diese ist die Gründungs- und namensgebende Gemeinde dieses Verbandes.
Ferner ist in Mülheim an der Ruhr auch die Neuapostolische Kirche vertreten.
Judentum
Die jüdischen Gemeinden in Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen haben sich zu einer Gemeinde zusammengeschlossen. Ihr Gebetsraum ist die
Duisburger Synagoge.
Siehe Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim/Ruhr-Oberhausen
Islam
In Mülheim gibt es mehrere Islamische Gemeinden. Die türkische Fatih Camii Gemeinde verfügt gemäß einer WAZ-Meldung über den größten Gebetsraum Deutschlands. Die arabische
Islamische Gemeinde
Mülheim
eV zieht in das ehemalige
Haus der Wirtschaft das ursprünglich ein Schulgebäue war.
Politik und Verwaltung
MH-Rathausturm.jpg
Die erste Verwaltung im modernen Sinne wurde
1808 installiert, als Mülheim die
Stadtrechte erhielt und die verwaltungstechnische Verantwortung den 3 Munizipalräten und einem Bürgermeister auferlegt wurde.
1846 folgte die revidierte Städteordnung mit einem
Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung und ab
1851 galt die neue
preußische Gemeindeordnung. An der Spitze der Stadt standen der Gemeindevorstand mit dem Bürgermeister und der Gemeinderat, ab
1856 der Magistrat mit dem Bürgermeister und die Stadtverordnetenversammlung (Rheinische Städteordnung). Ab
1895 trug das Stadtoberhaupt Mülheims meist den Titel
Oberbürgermeister.
Während der Zeit der Nationalsozialisten wurde der Oberbürgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen Oberbürgermeister ein und führte 1946 die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten "Rat der Stadt", dessen Mitglieder man als "Stadtverordnete" bezeichnet. Der Rat wählte anfangs aus seiner Mitte den Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tätig war. Des Weiteren wählte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung.
Seit 1975 ist das Stadtgebiet in die drei Stadtbezirke Linksruhr, Rechtsruhr Nord und Rechtsruhr Süd gegliedert. Sie haben jeweils eine Bezirksvertretung mit einem Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretung hat 19 Mitglieder und wird bei jeder Kommunalwahl (alle 5 Jahre) von der Bevölkerung des Stadtbezirks gewählt.
1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewählt.
Oberbürgermeister und Bürgermeister
- 1808 - 1813: Johann Hermann Vörster, Munizipaldirektor
- 1813 - 1816: Johann Heinrich Michels, Bürgermeister
- 1816 - 1821: Lambert Maubach, Bürgermeister
- 1822: Kniffler, Bürgermeister
- 1822 - 1847: Christian Weuste, Bürgermeister
- 1847 - 1851: Friedrich Fritsch, Bürgermeister
- 1852 - 1856: Wilhelm Oechelhäuser, Bürgermeister
- 1857 - 1873: Karl Obertüschen, Bürgermeister
- 1873 - 1878: Heinrich Bang, Bürgermeister
- 1879 - 1902: Karl von Bock und Polach, Bürgermeister, ab 1895 Oberbürgermeister
- 1904 - 1928: Dr. Paul Lembke, Oberbürgermeister
- 1928 - 1933: Dr. Alfred Schmidt, Oberbürgermeister (1928-1930 kommissarisch)
- 1933 - 1936: Wilhelm Maerz (NSDAP), Oberbürgermeister
- 1936 - 1945: Edwin Hasenjaeger (vorm. Deutschnationale Volkspartei, parteilos, ab 1937 NSDAP), Oberbürgermeister
- 1945: Dr. Gustav Langweg / Josef Poell / Dr. Werner Hoosmann, Josef Poell (erneut); kommissarische Oberbürgermeister von den Alliierten eingesetzt
- 1945 - 1946: Edwin Hasenjäger, Oberbürgermeister
- 1946 - 1948: Wilhelm Diederichs (CDU), Oberbürgermeister
- 1948 - 1969: Heinrich Thöne (SPD), Oberbürgermeister
- 1969 - 1974: Heinz Hager (SPD), Oberbürgermeister
- 1974 - 1982: Dieter aus dem Siepen (SPD), Oberbürgermeister
- 1982 - 1994: Eleonore Güllenstern (SPD), Oberbürgermeisterin
- 1994 - 1999: Hans-Georg Specht (CDU), Oberbürgermeister
- 1999 - 2002: Dr. Jens Baganz (CDU), Oberbürgermeister ¹
- 2003 - heute: Dagmar Mühlenfeld (SPD), Oberbürgermeisterin
''¹ Dr. Jens Baganz trat am 22. November 2002 zurück, da er eine Affäre mit einer Rechtsanwältin hatte und immer noch hat, die ihn in Sachen der Privatisierung ehemaliger Mülheimer Stadtbetriebe beriet. Heute ist er Staatssekretär der nordrhein-westfälischen CDU/FDP-Regierung. Nach seinem Rücktritt führten die ehrenamtliche 1. Bürgermeisterin Lisa Poungias (SPD), der ehrenamtliche 2. Bürgermeister Markus Püll (CDU) und Stadtdirektor Dr. Frank Steinfort die Amtsgeschäfte bis zur Amtseinsetzung von Oberbürgermeisterin Mühlenfeld.
Oberstadtdirektoren 1946-1999
Der Gemeinderat der Stadt Mülheim an der Ruhr hat seit der letzten Kommunalwahl vom 26. September 2004 insgesamt 52 Mitglieder. Diese verteilen sich auf die einzelnen Parteien wie folgt:
Wappen
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Das
Wappen der Stadt Mülheim an der Ruhr zeigt in zweimal gespaltenem und einmal geteiltem Schild (in Klammern die Bedeutung der Darstellung):
- 1: In Gold ein rotes Schräggitter (Herrschaft zu Daun)
- 2: In Blau ein achtspeichiges silbernes Rad (Herrschaft zu Falkenstein)
- 3: In Silber einen doppelschwänzigen, blau gekrönten und blau bewehrten roten Löwen (Herrschaft zu Limburg)
- 4: Über drei schwarzen Balken in Silber einen schreitenden goldenen Löwen in Rot (Herrschaft zu Oberstein)
- 5: In Rot einen goldenen Leerschild (Herrschaft zu Broich)
- 6: In Blau zwischen vier silbernen Kreuzen in den Ecken ein sechsspeichiges silbernes Rad (Herrschaft zu Reipoltskirchen)
Das Wappen wurde 1890 eingeführt und 1925 vom preußischen Staatsministerium verliehen. Unter einer Burgmauer auf dem Schildhaupt ist das Schild des letzten Grafen von Daun-Falkenstein abgebildet. Die Herrschaften zu Daun-Oberstein und Falkenstein waren Vasallen des Herzogtums Berg. Die Falkensteiner Grafen gelangten durch Erbschaft (1608 - 1628) in den Besitz der Herrschaft Hohenfels - Reipoltskirchen (heute Verbandsgemeinde Wolfstein in Rheinland-Pfalz)...
Städtepartnerschaften
Mülheim an der Ruhr unterhält mit folgenden Städten eine
Städtepartnerschaft:
Die Stadt Mülheim unterhält ferner eine innerdeutsche Partnerschaft mit Berlin-Tiergarten und eine Städtefreundschaft mit Flag of Palestine.svg Qalqiliya in Palästina.
Patenschaften bestehen seit 1967 mit dem Schnellboot S70-Kormoran der Bundesmarine, dessen Heimathafen der Marinestützpunkt Rostock-Warnemünde ist, und seit 1998 zum Jumbo Jet Boeing 747-400 Mülheim an der Ruhr (Registriernummer D-ABVO) der Deutschen Lufthansa AG. Der Jumbo Jet ist auf dem Rhein-Main-Flughafen in Frankfurt am Main stationiert.
Am 30. September 2004 wurde im Mülheimer Hauptbahnhof ein ICE 1 von der Oberbürgermeisterin auf den Namen Mülheim an der Ruhr getauft.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
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Theater
- Nebenher ist Mülheim an der Ruhr Austragungsort für den Stücke-Wettbewerb. An diesem in der Stadthalle jährlich stattfindendem Wettbewerb entscheidet eine Jury über neue Stücke in der Theaterwelt. Dabei zählen nur die Stücke selbst und nicht die Inszenierung. Der Wettbewerb trägt bei, dass jedes Jahr wichtige Inszenierungen aus sämtlichen Teilen des deutschsprachigen Theaterraums in Mülheim zu sehen sind.
Kulturzentren
- Autonomes Zentrum Mülheim, ein seit 1998 selbstverwaltenes Jugendkulturzentrum in der umgebauten alten Reithalle, in welcher Partys, Konzerte, Theateraufführungen und Workshops stattfinden. Neben einem Kneipenbetrieb und Internetcafé bietet es auch vielen lokalen und regionalen Gruppen von Antifa bis Zeche23 (CCC) einen Treffpunkt.
- Ringlokschuppen, soziokulturelles Zentrum, das in der 1995 umgebauten Gebäude, in welchem regelmäßig Konzerte, Kabarett, Theateraufführungen und andere Kulturveranstaltungen stattfinden. Außerdem beherbergt es eine Gastronomie.
Museen
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Der Aquarius am Schloss Styrum und das Haus Ruhrnatur wurden 1992 zur Mülheimer Landesgartenschau (MüGa) eingeweiht und beide beherbergen Wassermuseen.
Des weiteren sei das Schloss Broich erwähnt, sowie der in unmittelbarer Nähe liegende Ringlokschuppen, der eine Begegnungs- und Veranstaltungstätte ist. Direkt nebenan findet man die Camera Obscura, die an klaren Tagen interessante Aus- und Einblicke in die Stadt gibt.
Weitere Museen in Mülheim sind das "Büromuseum", das "Leder- und Gerbermuseum", das "Museum Alte Post", das "Mülheim Memory - Blitzlichter einer Zeitepoche" und das Heimatmuseum im Tersteegenhaus.
Brauchtum
Zu
Sankt Martin wird das
Mölmsche Martinslied
Ssinter Mätes Vögelsche gesungen. Dabei ziehen Kinder von Haus zu Haus und Betteln um eine kleine Gabe.
Bauwerke
Die Mülheimer Altstadt bietet noch einen Hauch von Beschaulichkeit mit alten Niederfränkischen Fachwerkhäusern und Gassen. Bekannt ist vor allem das
Tersteegenhaus und die
Petrikirche. Am Rande der Innenstadt befindet sich auch das
Rathaus, dessen Turm zum
Wahrzeichen der Stadt wurde.
Das Kloster Saarn spielt auch eine wichtige Rolle in der Entwicklung Mülheims.
Der Wasserbahnhof mit seiner berühmten Blumenuhr liegt in Zentrumsnähe an der Ruhr. Von hier fahren in den Sommermonaten die Schiffe der weißen Flotte ruhraufwärts bis zum Baldeneysee in Essen.
Überregional bekanntes Veranstaltungs- und Kulturzentrum ist der Ringlokschuppen.
Sonstige Gebäude sind der Bismarckturm, die Friedrich-Wilhelms-Hütte, die Kirche St. Mariae Geburt, die Sankt Laurentius Kirche und das Schloss Hugenpoet. Sehenswert ist auch die Speldorfer Kirche und der Stadtteil Saarn. Im Ortsteil Heißen befindet sich das RheinRuhrZentrum (RRZ), einst Deutschlands größtes überdachtes Einkaufszentrum.
Zu erwähnen sei noch die Ruhrtalbrücke, die seit 1966 das Ruhrtal an der Grenze zu Essen überspannt. Mit 1.830 m Länge ist sie die längste Stahlbrücke Deutschlands.
Parks
- Müga, kurz für Mülheimer Gartenschau. Die Mülheimer Gartenschau befindet sich im Zentrum von Mülheim an der Ruhr, und beinhaltet neben dem Ringlockschuppen, das Schloss Broich. Die Müga wurde 1992 eröffnet. Zuvor befand sich auf dem Gelände eine Industrieanlage.
Freizeit und Kulturvereine
Der Aquarienverein Aquarienfreunde 07/48 Mülheim an der Ruhr e.V. ist einer der ältesten Aquarienvereine Deutschlands und einer der ältesten Vereine Mülheims. Die Wurzeln des Vereins gehen zurück auf die in 1907 gegründete GESELLSCHAFT FÜR AQUARIEN- u. TERRARIENKUNDE. Nach dem Krieg, als Vereine wieder erlaubt waren, schloß man sich sich 1949 mit den Aquarienfreunden 48 zusammen. 1957 wurde der Name Aquarienfreunde 07/48 Mülheim an der Ruhr e.V. beim Amtsgericht Mülheim an der Ruhr eingetragen.
Die Aquarienfreunde haben heute ihr Domizil im Schloss Styrum. Dort betreiben sie im Kellergewölbe ihre Aquarienanlage.
Die Eisenbahnfreunde Mülheim an der Ruhr e.V., Mitglied im BDEF, bauen die 1968 stillgelegte Ruhrtalbahn von Mülheim-Styrum über Broich - Saarn - Mintard nach Essen-Kettwig im Modell 1:87 nach. Die Segmentanlage Ruhrtalbahn wurde bereits mehrfach auf Messen, der Müga und durchs das Fernsehen vorgestellt.
Sport
Die Aktivitäten der Mülheimer
Sportvereine bündeln sich im
Mülheimer Sportbund a. d. Ruhr e. V., der wiederum dem
LandesSportBund Nordrhein-Westfalen e.V. angeschlossen ist. Er ist die unabhängige Gemeinschaft der Sportvereine, die ihren Sitz in Mülheim an der Ruhr haben.
Bekannte Sportvereine
Der bekannteste Sportverein in Mülheim ist der
Hockey- und Tennisclub Uhlenhorst Mülheim e. V. Der Traditionsverein ist einer der bedeutendsten und erfolgreichsten
Hockeyclubs in Europa. Seit
1950 wurden 16
Deutsche Meisterschaften auf dem Feld und eine Meisterschaft in der Halle errungen. Dazu kommen 9
Europapokalsiege der Landesmeister. Mit dem Rücktritt von
Carsten Fischer, der mit 259 Länderspielen für Deutschland und 154 Toren Rekordhalter in der deutschen Hockey-Torschützenliste ist, verlor der HTC
1997 seinen wohl bekanntesten Spieler.
Die RennRuderGemeinschaft Mülheim ist Mülheims Ruderverein. Er wurde gegründet, um den Spitzensport im Rudern zu fördern, so haben sich die Leistungsruderer der beiden Mülheimer Vereine MRG und WSV im Jahre 1973 zu einem Leistungssport orientierten Verein zusammengeschlossen, der RRGM - RennRuderGemeinschaft Mülheim e.V.
Seit der Gründung avancierte die RRGM zu einem der erfolgreichsten Vereine im Deutschen Ruderverband (DRV), in NRW nimmt sie eine Spitzenposition ein.
Zu den Spitzenruderern zählten u.a. Mark Kleinschmidt, Silbermedalliengewinner von Atlanta 1996. Sowie zahlreiche Welt- und Europameister. Deutsche Meister rücken in der RRGM jährlich ins Erscheinungsbild. Im Durchschnitt errudert die RRGM pro Saison 150 Siege.
Der 1. FC Mülheim-Styrum 1923 e. V. ist Mülheims erfolgreichster Fußballverein. Er war in den Jahren 1952, 1953, 1971 und 1972 Niederrheinmeister, spielte von 1972 bis 1974 in der Regionalliga und von 1974 bis 1976 in der Zweiten Bundesliga. Die bekanntesten Spieler waren Holger Osieck, der heute als Trainer arbeitet und Norbert Eilenfeldt, der später bei Arminia Bielefeld, FC Schalke 04 und dem 1. FC Kaiserslautern spielte.
Der in den letzten Jahren erfolgreichste Mülheimer Fußballverein ist der VfB Speldorf, der zur Zeit (2005/06) in der Oberliga Nordrhein spielt. Im Jahr 1956 spielte der VfB im Berliner Olympiastadion um die Deutsche Amateurmeisterschaft gegen die SpVgg Neu-Isenburg. Das Spiel ging 2:3 verloren, nicht zuletzt aufgrund einer extrem harten Gangart der Neu-Isenburger und einer aus Mülheimer Sicht kritikwürdigen Schiedsrichterleistung. Zur damaligen Zeit waren einige Speldorfer Spieler wie Theo Kloeckner und Helmut Hirnstein bis weit über die Stadtgrenzen Mülheims hinaus bekannt.
Einen einmaligen Mannschaftsrekord brachten die Handballerinnen des Rasensportverein Mülheim e. V. zwischen 1980 und 2000 zusammen. Sie sind die einzige Mannschaft im Deutschen Handballbund, die 20 Jahre von der Jugend bis zu den Senioren ohne Änderung ununterbrochen zusammen in einem Verein spielten.
Der Post SV Mülheim spielte in den achtziger Jahren einige Jahre in der Tischtennis-Bundesliga, doch nach einigen Jahren zog sich der Verein "freiwillig" aus finanziellen Gründen aus der Bundesliga zurück, unter anderem, weil die damalig größte Sporthalle in Mülheim nur etwa 1.100 Besucher fasste.
Beim Badminton ist der TSV-Viktoria einer der 3 führenden Vereine in Mülheim.
Der 1.Badminton-Verein Mülheim an der Ruhr e.V., der in den siebziger und achtziger Jahren 12 mal hintereinander deutscher Mannschaftsmeister wurde. Auch dieser Verein musste sich aus finanziellen Gründen aus dem Spitzensport verabschieden.
Im Boxsport ist der BC Ringfrei Mülheim 1979 und 1982 Deutscher Meister geworden. In dieser Zeit boxte der Siegener Schwergewichtler und 16-fache Deutsche Meister Peter Hussing für den Verein.
Der Mülheimer Leichtathlet Ralf Lübke, der bis 1984 für den Dümptener TV startete, war mehrfacher Deutscher Meister im 200m Lauf und Olympiateilnehmer in Seoul 1988.
Der Schachverein SV Mülheim-Nord spielt zur Zeit (2005/06) seine zweite Saison in der Schachbundesliga. Im Jahr 2004 war der Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse gelungen.
Sportanlagen
Mülheim besitzt eine Vielzahl an Sportanlagen, darunter 127
Tennisplätze, 48
Sportplätze, 10
Sporthallen und 42
Turnhallen. Weiterhin ist Mülheim für ausgewogene Sportarten wie z.B. WaterSailing oder "Flying Under Cloud Kink" (eine Sportart, bei der man von einem Beiflugzeug in die Luft gezogen und dann ausgeklinkt wird) bekannt. Die frisch gebaute Wasserskianlage an der Ruhr, stieß bei ihrer Eröffnung am 19.August
2005 auf große Beliebtheit. Die Seilbahn umfasst eine Gesamtlänge von 1500 Metern. Gehalten werden die Seile von sieben Stahlmasten, die bis zu drei Meter tief in der Erde befestigt sind. Die neuartige Technik verschafft den Skiern eine Geschwindigkeit von bis zu 45 km/h. Aufgrund zuletzt vorkommener Unfälle und zahlreicher Beschwerden wurde der Betrieb am 22.Februar
2006 für unbestimmte Zeit eingestellt. Die Sicherheit soll demnächst überprüft und verbessert werden damit die Anlage so schnell wie möglich wieder in Betrieb genommen werden kann.
= Rennbahn Raffelberg
=
Im Stadtteil Speldorf an der Grenze zu Duisburg in der Nähe des
Autobahnkreuzes
Duisburg-Kaiserberg liegt die
Galopprennbahn Raffelberg des
Mülheimer Rennvereins. Sie wurde im Jahr
1910 gegründet und ist damit eine der ältesten Sportstätten Mülheims. Bis zum Jahr
2003 wurde hier der
Große Preis der Diana, das Deutsche Stutenderby, ausgetragen.
1999 wurde auf dem Gelände auch der Golfclub Mülheim an der Ruhr Raffelberg e.V. gegründet. Er betreibt eine Driving Range und einen Par 66 9 Loch-Golfplatz in der Mitte der Galopprennbahn.
= Ruhrstadion
=
Das
Ruhrstadion im Stadtteil Styrum, direkt zwischen der
A 40 und den Bahngleisen Richtung Duisburg gelegen, ist Mülheims größter Sportplatz. Das Stadion wurde
1925 erbaut. Es hat eine Leichtathletik-Aschenbahn und ein Rasenspielfeld. Im Jahr 1974 wurde an einer Geraden eine überdachte Tribüne mit 2000 Sitzplätzen gebaut. Hier fanden in den siebziger Jahren die Spiele des 1.FC Mülheim in der Regionalliga (1972-1974), später in der zweiten Liga (1974-1976) statt.
Das Fassungsvermögen betrug zu dieser Zeit 20.000 Plätze. Ausverkauft war das Stadion allerdings nie. In den 1990er Jahre drohte es zu verfallen und wurde dann renoviert. Die Stehränge in den Kurven wurden beseitigt und nur auf der Gegengerade einige Stehtraversen gebaut. Es fasst nun 6.000 Zuschauer. Das Stadion ist nun Austragungsort der Heimspiele des Landesligisten Galatasary Mülheim. Direkt daneben befindet sich Mülheims größtes
Freibad, das inzwischen aus Kostengründen, welches ein konventionelles Bad mit sich bringt und auch stark sanierungsbedürftig war, geschlossen wurde und in ein Naturbad (ökologische Wasserreinhaltung ohne künstlicher Heizung) umgebaut wird. Die Wiedereröffnung soll in der Badesaison 2006 stattfinden.
= RWE Rhein-Ruhr-Sporthalle
=
Die Nutzungskapazität der in den siebziger Jahren erbauten Rhein-Ruhr-Sporthalle (vorm. Carl-Diem-Halle) musste 2001 aufgrund fortschreitender Mängel eingeschränkt werden. Ende 2002 wurde die Halle dann komplett gesperrt. Der Verwaltungsvorstand hatte zuvor beschlossen, die alte Sporthalle abreißen zu lassen. Die neue RWE Rhein-Ruhr-Sporthalle wurde nach einer Bauzeit von etwa einem Jahr im Februar 2005 offiziell eröffnet. Sie steht an der selben Stelle wie die alte Halle und kann in vier separate Spielfelder unterteilt werden. Für Publikumsveranstaltungen stehen 2500 Plätze zur Verfügung, die alte Halle bot nur etwa 1100 Gästen Platz. Die geringe Kapazität war auch mit ein Grund, dass sich in den Hallensportarten die Mülheimer Mannschaften (u.a. Boxen, Badminton, Tischtennis) nie lange in der Spitze halten konnten.
Die erste Großveranstaltung in der neuen Halle waren die German Open Badminton Championships im März 2005.
Verkehr und Infrastruktur
MH-Bahnstrecke_Richtung_DU.jpg
Nach einer im Jahre 2003 von der
Europäischen Kommission im Rahmen des Projektes „Urban Audit II“ (Lebensqualität in den Regionen Europas) durchgeführten Studie, die sich mit der Erreichbarkeit von 258 Städten aus den 25 EU-Staaten beschäftigte, belegte Mülheim an der Ruhr nach
Frankfurt am Main,
Düsseldorf,
Darmstadt und
Mainz den fünften Platz und liegt damit auf dem gleichen Rang wie
Brüssel und
Paris.
Die verkehrstechnische Anbindung Mülheims an Europa ist offensichtlich beinahe ideal; dies zeigt auch die zentrale Lage der Stadt in der "Blauen Banane". Die Nähe zum internationalen Flughafen Düsseldorf, die kurzen Wege zu den regionalen Flughäfen in Münster, Dortmund, Mönchengladbach und Weeze und darüber hinaus der eigene Flughafen begründen die gute Luftverkehrsanbindung der Stadt. Für den Verkehrsbereich Schiene gilt zwar die Einschränkung, dass die Bedeutung des Mülheimer Hauptbahnhofes bis auf Ausnahmen nur im Regionalverkahr zu sehen ist, aber durch die Nähe zu den Eisenbahnknotenpunkten Essen, Düsseldorf und Duisburg wird dieser Nachteil wieder ausgeglichen. Für den Individualverkehr ist eine schnelle Anbindung an Fernverkehrsstraßen gegeben, die das Stadtgebiet in Form eines Dreiecks umgeben.
Schienen- und Busverkehr
MH-Industrie.jpg
Mülheim wurde
1862 durch die
Bergisch-Märkische Eisenbahn von
Duisburg nach
Dortmund an das Bahnnetz angeschlossen.
Mülheim (Ruhr) Hauptbahnhof ist
Fern-,
Regional- und
S-Bahnhof.
Im Schienenpersonennahverkehr verkehren folgende RegionalExpress- und S-Bahn-Linien (Stand Juli 2004):
Außer dem Hauptbahnhof gibt es zwei weitere S-Bahnhöfe:
Styrum (alle S-Bahnen) und
West (nur S 3).
Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der
DB Regio NRW.
Im Straßenpersonennahverkehr verfügt Mülheim über ein Netz von Stadtbahnen, Straßenbahnen und Stadtbuslinien. Es bestehen Straßenbahn- und Stadtbahnverbindungen nach Essen, Oberhausen und Duisburg.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
Am 30. September 2004 fand die Taufe eines ICE im Hauptbahnhof Mülheim (Ruhr) auf den Namen Mülheim an der Ruhr statt. Leider hatte sich bei der Beschriftung ein kleiner Fehlerteufel eingeschlichen, die Zugbeschriftung lautete "Mühlheim (Ruhr)". Der korrekte Schriftzug Mülheim an der Ruhr wurde am 6. Oktober 2004 ohne Taufe angebracht.
Siehe auch: S-Bahn Rhein-Ruhr, Stadtbahnnetz Rhein-Ruhr
Flugverkehr
Im Südosten an der Grenze zu Essen liegt der kleinere
Flughafen Essen-Mülheim. Er erlangte Bekanntheit durch die
Kleinzeppeline (
Blimps), die hier gefertigt werden.
Straße
Das Stadtgebiet wird umrahmt von der
Bundesautobahn 40 im Norden und Osten, der
Bundesautobahn 52 im Süden und der
Bundesautobahn 3 im Westen. Die
Bundesstraße 1 überquert südlich vom Stadtzentrum die Ruhr.
Wasser
Siemens_AG_im_Rhein-Ruhr-Hafen_Mülheim.JPG
Mülheims
Rhein-Ruhr-Hafen ist neben dem
Dortmunder und
Duisburger Hafen einer der leistungsfähigsten Häfen des Ruhrgebietes. Er hat eine Wasserfläche von 86.000 m² und eine ausgebaute Uferlänge von 3,1 Kilometern und ist über den
Ruhrschifffahrtskanal mit den
Duisburg-Ruhrorter Häfen verbunden.
Wirtschaft
Die Wirtschaft der Stadt Mülheim war immer gekennzeichnet durch den Schnittpunkt der Ruhr mit dem
Hellweg und entsprechend lag und liegt die Ausrichtung der Wirtschaft auf dem
Handel und dem
Dienstleistungssektor. Mülheim war die erste Stadt im Ruhrgebiet, in der
Kohleförderung und
Stahlproduktion für immer beendet wurden.
Ansässige Unternehmen
Mülheim gilt als die deutsche Hauptstadt des Lebensmittel-Einzelhandels, denn die Unternehmen
ALDI-Süd und die
Tengelmann-
Holding mit
PLUS haben hier ihren Sitz.
Bis zur Übernahme durch die Vodafone AG im Januar 2000 war die Mannesmannröhren-Werke AG einer der größten Arbeitgeber in Mülheim. Zu Hochzeiten, Anfang der 1970er, waren hier bis zu 12.000 Menschen beschäftigt. Heute gehört das Großrohrwerk zur Europipe GmbH, das Kontiwalzwerk zur Vallourec Gruppe.
In der Stadt hat die Niederlassung des Unternehmens Océ für Deutschland, die Océ-Deutschland GmbH ihren Sitz.
Auch die ehemalige Kraftwerk Union (KWU), gegründet durch die Siemens AG und AEG 1969, heute als Unternehmensbereich Power Generation direkt zur Siemens AG gehörend, hat in Mülheim große wirtschaftliche Bedeutung.
Nachdem sowohl die KWU als auch die Mannesmannröhren-Werke Schrumpfungsprozessen unterworfen waren, hat sich auf den frei gewordenen Flächen neben einem Siemens Technopark auch ein Gewerbegebiet mit Ausrichtung auf den Logistikbereich angesiedelt.
Medien
Über das regionale Geschehen Mülheims berichten die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" (WAZ) und die "Neue Ruhr Zeitung/Neue Rhein Zeitung" (NRZ). Von 1949 bis 1955 gab es das "Mülheimer Tageblatt", das ab 1955 unter dem Titel "Ruhrnachrichten" herausgegeben wurde, welche jedoch 1976 eingestellt wurde. Das Anzeigenblatt
Mülheimer Woche, das auch über regionales in Mülheim berichtet, wird kostenlos Donnerstags und am Samstag/Sonntag an alle Einwohner verteilt.
Der Regionalsender Antenne Ruhr versorgt die beiden Städte Mülheim an der Ruhr und Oberhausen seit dem 1. September 1990 mit Unterhaltung und regionalen Neuigkeiten auf den UKW-Frequenzen 92,9 und 106,2.
Persönlichkeiten
Ehrenbürger
Die Stadt Mülheim an der Ruhr hat folgenden Personen das
Ehrenbürgerrecht verliehen. Die Auflistung erfolgt chronologisch nach Verleihungsdatum.
- 1880: D theol. Peter Thielen, Feldpropst
- 1888: Dr. jur. Friedrich Hammacher, Abgeordneter Mülheims im Reichstag
- 1895: Otto Fürst von Bismarck, Reichskanzler
- 1912: Dr. Ing. h.c. August Thyssen, Industrieeller
- 1928: Dr. jur. Paul Lembke, Oberbürgermeister
- 1933: Paul von Hindenburg, Reichspräsident (aberkannt)
- 1933: Adolf Hitler (aberkannt)
- 1935: Dr. Ing. h.c. Emil Kirdorf, Industrieller (aberkannt)
- 1941: Dr. Ing. h.c. Adolf Wirtz, Ratsherr (aberkannt)
- 1960: Heinrich Thöne, Oberbürgermeister
- 1962: Max Kölges, Kreishandwerksmeister
- 1963: Prof. Dr. Karl Ziegler, Chemiker, Nobelpreis 1963
Mit der Sitzung vom 23. März 1995 hat der Rat der Stadt Mülheim an der Ruhr einstimmig beschlossen, dass die Ehrenbürgerschaften von Adolf Hitler, Paul von Hindenburg, Emil Kirdorf und Adolf Wirtz unrechtmäßig waren. Ihnen wurde die Ehrenbürgerschaft aberkannt.
Neben dem Ehrenbürgerrecht vergibt die Stadt Mülheim weitere Auszeichnungen an Personen, die sich um die Stadt verdient gemacht haben, so den Ehrenring der Stadt Mülheim und die Ehrenspange in Gold und in Silber. Ferner vergibt die Stadt seit 1962 den Mülheimer Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft sowie seit 1976 den Mülheimer Dramatikerpreis.
Söhne und Töchter der Stadt
Folgende Personen sind in Mülheim an der Ruhr geboren:
- 1745, 5. Juli, Carl Arnold Kortum, † 15. August 1824 in Bochum, Arzt und Schriftsteller
- 1797, 12. Mai, Johann Hermann Kufferath, † 28. Juli 1864 in Wiesbaden, Komponist
- 1811, 10. November, Louis Kufferath, † 2. März 1882 in Brüssel, Komponist
- 1818, 10. Juni, Johann Hermann Kufferath, † 23. Juni 1896 in Brüssel, Komponist
- 1845, 14. März, August Bungert, † 26. Oktober 1915 in Leutesdorf, Komponist
- 1870, 12. Februar, Hugo Stinnes, † 10. April 1924 in Berlin, Großindustrieller und Politiker
- 1873, 9. November, Dr. jur. h.c. Fritz Thyssen, † 8. Februar 1951 in Buenos Aires, Unternehmer
- 1885, Josef Hehl, † 5. August 1953 in Xanten, Keramikkünstler
- 1893, 12. Januar, Heinrich Dinkelbach † 25. Februar 1967, deutscher Ökonom
- 1893, 6. Juni, Otto Pankok, † 10. Oktober 1966 in Mülheim an der Ruhr, Maler, Zeichner und Bildhauer
- 1927, 9. Mai, Wim Thoelke, † 26. November 1995 in Niedernhausen bei Wiesbaden, Sportmoderator, Showmaster
- 1930, 20. März Leila Negra, heißt mit richtigem Namen Marie Nejar und ist eine deutsche Schlagersängerin und Schauspielerin.
- 1935, 9. Juni Werner H. Schmidt, Theologe
- 1940, 25. Januar, Jürgen Sundermann, Fußballtrainer
- ??, Gabriela Grillo, Olympiasiegerin im Dressurreiten 1976
- 1945, 1. Mai, Berengar Pfahl, Regisseur
- 1952, 19. August, Bodo Hombach, Politiker (SPD), Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes von 1998 bis 1999
- 1954, 3. Oktober, Monika Griefahn, SPD-Politikerin, Ex-Ministerin
- 1955, 30. August, Helge Schneider - die "singende Herrentorte", Unterhaltungskünstler, Filmregisseur, Filmdarsteller und Jazzmusiker sowie Buchautor und anerkannter Vibrafoninstrumentalist. Bekanntgeworden durch "Katzeklo".
- 1955, 5. November, Gisela Fischdick, Schachgroßmeisterin
- 1955, Ralph Morgenstern, Schauspieler und Moderator
- 1956, Andreas Schmidt, CDU-Politiker, Obmann im Untersuchungsausschuss über die Kohl-Spendenaffäre
- 1959, Stephanie Überall, eine Hälfte des Kabarett-Duos "Missfits"
- 1961, Hannelore Kraft, SPD-Spitzenpolitikerin und ehemalige Ministerin für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen, jetzt Vorsitzende der SPD-Fraktion im Landtag von NRW
- 1961, 10. Juli, Ulla Kock am Brink, TV-Moderatorin
- 1965, 17. Juni, Ralf Lübke, 1983 - 1986 Deutscher Meister Leichtathletik 200m Lauf, Hallenweltrekord 200m 1983, Bronzemedaille mit der 4x400m-Staffel bei den Olympischen Spielen in Seoul 1988
- 1968, 14. Mai, Olaf Henning, Komponist und Schlagersänger
- 1974, Christian Hirdes, Sprachakrobat, Comedian, Musiker
- 1974, Sandra Borgmann, Filmschauspielerin
- 1975, Lars Lürig, Paralympicssieger im Schmetterling
- 1979, 6. Dezember, Simone Hanselmann, Schauspielerin
In Mülheim an der Ruhr wirkten folgende Personen, sie sind aber anderenorts geboren:
- Gerhard Tersteegen, Prediger, geistlicher Dichter und Liederschreiber, er starb in Mülheim an der Ruhr
- Professor Karl Ziegler, Chemiker und Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohleforschung (Nobelpreis für Chemie 1963)
- Emil Kirdorf, Großindustrieller und aktiver Förderer des Aufstiegs Adolf Hitlers
- Werner Best, Jurist, Nationalsozialist - nie verurteilt
- Heinz-Oskar Vetter, DGB-Vorsitzender 1969-1982
- Werner Nekes, Filmregisseur ("Uliisses")
- Dore O., Filmregisseurin, Experimentalfilme
- Harald Schartau, nordrhein-westfälischer SPD-Spitzenpolitiker
- Peter-Torsten Schulz, überregional auch als "Petoschu" bekannter Künstler, Erfinder des "Ollen Hansen", betreibt in Saarn am Stadtrand sein "Atelier für Angewandte Kunst"
- Günter Westerhoff, Arbeiterschriftsteller
- Werner Müller, 1998-2002 Bundeswirtschaftsminister
- Roberto Ciulli, Theaterregisseur
- Helmut Schäfer, Dramaturg
- Christoph Schlingensief, Theaterregisseur, Aktionskünstler und Filmregisseur
- Astrid Szibbat, überregional unter dem Label "Rita Gomez" bekannt, Designerin, Hutmacherin
Literatur
- Erich Keyser (Hrsg.): Rheinisches Städtebuch; Band III 3. Teilband aus "Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte - Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, Stuttgart, 1956
Weblinks
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