Mühlheim am Main ist eine Stadt mit knapp 26.600 Einwohnern am linken
Mainufer im
Kreis Offenbach in
Hessen. Die Gemarkung hat eine Größe von 20,67 km² (mit Stadtteil-Gemarkungen).
Geografie
Geografische Lage
Die Stadt ist eine von 13 Städten und Gemeinden im Kreis Offenbach. Sie liegt im
Rhein-Main-Gebiet südlich des Mains zwischen
Offenbach am Main und
Hanau in der historischen Region
Maingau. Die
Bieber mündet auf Mühlheimer
Gemarkung in die
Rodau und diese dann in den Main.
Einwohner
(jeweils zum 31. Dezember)
Nachbargemeinden und -kreise
Mühlheim Rathaus.JPGMühlheim grenzt im Norden, entlang des Mains, an die Stadt
Maintal (
Main-Kinzig-Kreis), im Osten an die Stadt
Hanau (
Main-Kinzig-Kreis), im Süden an die Stadt
Obertshausen (
Kreis Offenbach) sowie im Westen an die kreisfreie Stadt
Offenbach.
Stadtgliederung
Mühlheim besteht aus den Stadtteilen Mühlheim,
Dietesheim und
Lämmerspiel. Zum Stadtteil Mühlheim gehören neben Alt- und Innenstadt auch die Wohngebiete
Markwald und Rote Warte.
Bild:Ev-Kirche-Ortskern20060121.JPG|Ortskern von Dietesheim
Bild:Lämmerspiel Waitz.JPG|Landhaus Hotel Waitz in Lämmerspiel
Geschichte
Kaiser
Ludwig der Fromme schenkt im Jahre 815
Untermühlheim gemeinsam mit
Obermühlheim (das heutige
Seligenstadt) an
Einhard, damals im
fränkischen Maingau gelegen. Der Name Mühlheim geht zurück auf die zehn
Mühlen, die in früheren Zeiten an den Ufern der Bäche
Rodau und
Bieber standen. Heute ist jedoch nur noch eine Mühle erhalten, die Brückenmühle. Diese kann jedes Jahr am
Pfingstmontag (Deutscher Mühlentag) besichtigt werden.
Rodau Bergmühle.JPGLange Zeit war Mühlheim im Mittelalter Mutterkirche der umliegenden Orte Bürgel, Offenbach, Bieber, Heusenstamm, Dietesheim und Lämmerspiel. Das geistliche Gericht für die der Mutterkirche angehörenden Filialgemeinden tagt in dieser Zeit in Mühlheim. Ab dem 14. Jahrhundert üben die Herren von Hagenhausen-Eppstein Hoheitsrechte in Mühlheim aus. Vom Mittelalter bis 1819 gehörten Mühlheim und die früher selbständigen Orte Dietesheim und Lämmerspiel der Biebermark an, die umliegenden Wälder gehörten zum Wildbann Dreieich. Auf der Mühlheimer Gemarkung bestand früher auch der Ort Meielsheim.
1425 wird Mühlheim wie viele Orte in der Umgebung mit dem Amt Steinheim von den Herren von Eppstein an das Kurfürstentum Mainz verkauft. Nach der Säkularisation des Mainzer Fürstbistums wird Mühlheim hessisch. 1819 erhält Mühlheim nach der Aufteilung der Biebermark den heutigen Markwald. 1873 wird die Eisenbahnlinie Frankfurt-Hanau über Mühlheim in Betrieb genommen. Seit 1939, als im Rahmen der nationalsozialistischen Verwaltungsreform die Landgemeinde Mühlheim und das Dorf Dietesheim zur Stadt Mühlheim am Main zwangsvereinigt wurden, hat Mühlheim Stadtrechte. Im Jahr 1977 wurde als Folge der Gebietsreform der Ort Lämmerspiel eingemeindet.
Politik
Stadtverordnetenversammlung
Bei der Kommunalwahl am 26. März 2006 ergab sich folgende Sitzverteilung:
| SPD | 18 Sitze
|
| CDU | 17 Sitze
|
| BÜRGER FÜR MÜHLHEIM e. V. | 5 Sitze
|
| Grüne | 3 Sitze
|
| FDP | 2 Sitze
|
Wappen
Das Stadtwappen zeigt ein Mühlrad, darüber drei silberne Immertreu mit goldenem Blütenstempel auf blauem Grund.
Städtepartnerschaften
Es bestehen Verschwisterung mit der
französischen Stadt Saint-Priest (
1964) und Tiefenort in
Thüringen (
1990).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Das Travestieshow-Theater "Gerda's kleine Weltbühne" ist seit über 30 Jahren eine feste Größe im Mühlheimer Kulturleben und weit über die Grenzen Mühlheims hinaus bekannt und beliebt. Seine Vorstellungen sind oft bereits Monate im voraus ausgebucht.
Museen
Mühlheim hat ein eigenes Heimatmuseum. Daneben gibt es noch private Sammlungen, darunter auch ein Rolls-Royce-Museum (Besichtigung auf Anfrage, gegen Spende für soziale Zwecke) des Mühlheimer Unternehmers Hans Günther Zach.
Bauwerke
Der Mühlheimer Wasserturm, ein historisches Basaltbauwerk in der Nähe des Mühlheimer Bahnhofs, ist ein weithin sichtbares Wahrzeichen der Stadt Mühlheim und noch heute in Betrieb.
Naturdenkmäler
Das Naturschutzgebiet "Dietesheimer Steinbrüche" stellt eine im Rhein-Main Gebiet einzigartige Naturkulisse dar. Es handelt sich dabei um die ehemaligen Basaltsteinbrüche im Stadtteil Dietesheim, die nach der Aufgabe des Basaltabbaus renaturiert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Besonders eindrucksvoll sind die Basaltabhänge am Vogelsberger See.
Bild:Mündung Bieber.JPG|Mündung der Bieber in die Rodau
Bild:Rodau Mündung.JPG|Mündung der Rodau in den Main bei Mühlheim
Sport
Neben verschiedenen Sportstätten für den Ballsport gibt es ein Hallenbad und ein Freibad im Stadtteil Lämmerspiel. Am Main kann Rudersport betrieben werden. Weiterhin bestehen Möglichkeiten im Dietesheimer Schützenverein den Schießsport auszuüben. Des weiteren existieren mehrere Tennis- und Fußballvereine in Dietesheim, Mühlheim und Lämmerspiel.
Regelmäßige Veranstaltungen
Die Faschingsumzüge durch die Ortsteile Dietesheim und Mühlheim am Rosenmontag sowie durch Lämmerspiel am Faschingsdienstag ziehen jedes Jahr eine große Anzahl Besucher aus der ganzen Region an. Ende Juli wird vom Kulturverein "Artificial Family" ein beliebtes Musikfestival in den ehemaligen Steinbrüchen veranstaltet, das Steinbruchfestival. In der ganzen Region beliebt und gut besucht ist auch die Kerb im Ortsteil Dietesheim, die jedes Jahr am Wochenende nach dem 15. August stattfindet. Beliebt sind auch das Altstadtfest und der Weihnachtsmarkt im Stadtteil Mühlheim.
Religion
Mühlheim St. Markus.JPG
Als kurmainzischer Besitz war Mühlheim lange Zeit rein katholisch. Die beiden Pfarreien St.
Maximilian Kolbe und St.
Markus sowie die Pfarreien in den Stadtteilen gehören als Teil des
Dekanates
Rodgau dem
Bistum Mainz an.
Die Evangelische Friedensgemeinde und
Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde sind Teil der
Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Außerdem gibt es in Mühlheim eine
evangelisch-methodistische Kirchengemeinde.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bis in die späten
1970er Jahre war Mühlheim ein bedeutender Industriestandort im Kreis Offenbach. Besonders die
Basaltproduktion in den Dietesheimer
Steinbrüchen, die
chemische Industrie (Farbwerke Leonhardt sowie Gummiverarbeitung), Kieswerke, Lederverarbeitende Industrie, sowie Metall- und Elektroindustrie stellten einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Seit Ende der 1970er Jahre hat sich in Mühlheim eine breite Palette mittelständischer Betriebe etabliert, großindustrielle Betriebe sind heute in Mühlheim kaum mehr anzutreffen.
Verkehr
Wie viele Gemeinden im Kreis Offenbach ist auch Mühlheim von einer hohen Verkehrsbelastung und dementsprechenden Lärmbelästigungen betroffen. Auf Grund seiner Lage zwischen Offenbach und Hanau besteht eine hohe Verkehrsbelastung auf der
Bundesstraße 43. Weitgehend parallel zu dieser Bundesstraße verläuft die vielbefahrene Bahnstrecke Frankfurt-Fulda. Zudem liegt Mühlheim direkt in der Einflugschneise (
Eindrehbereich) des
Frankfurter Flughafens.
Seit 1995 verfügt Mühlheim über zwei S-Bahn Stationen: Eine Station in Mühlheim, die den Bahnhof Mühlheim ersetzt, sowie eine neu errichtete Station im Ortsteil Dietesheim. Die beiden Stationen werden von der S-Bahn-Strecke Wiesbaden-Frankfurt-Hanau (Linien S 8 und S 9) bedient, womit die Innenstadt Frankfurt in 20 Minuten und der Flughafen Frankfurt in 40 Minuten erreicht werden kann. Mit Inbetriebnahme der S-Bahn wurde ein Stadtbus-Netz eingerichtet, womit vor allem der Ortsteil Lämmerspiel an den öffentlichen Nahverkehr angebunden wird.
Medien
Zu den lokalen Medien gehört die Tageszeitung
Offenbach-Post. Daneben gibt es mehrere Anzeigenblätter. Ausführlich über Mühlheim berichtet das Wochenblatt
Dreieich-Zeitung und die
Stadtpost Mühlheim. Seltener wird in den Lokalteilen der
Frankfurter Rundschau über Mühlheim berichtet. Öfter dagegen findet man in der
Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dort in der eigenen
Rhein-Main-Zeitung Berichte über Mühlheim.
Bildung
In Mühlheim gibt es die folgenden öffentlichen Schulen:
- Friedrich-Ebert-Gymnasium (Mühlheim)
- Friedrich-Ebert-Schule (Haupt- und Realschule, Mühlheim)
- Goetheschule (Grundschule mit Förderstufe, Mühlheim)
- Johann-Heinrich-Wichern-Schule (Schule für Lernhilfe, Dietesheim)
- Markwaldschule (Grundschule, Siedlung Markwald)
- Rote-Warte-Schule (Grundschule, Siedlung Rote Warte)
- Brüder-Grimm-Schule (Grundschule, Lämmerspiel)
- Geschwister-Scholl-Schule (Grundschule, Dietesheim)
Im Jahr 2006 wurde ein Vertrag zur Errichtung einer Montessori-Grundschule zwischen dem Schulträger und der Stadt Mühlheim abgeschlossen. Die Schule soll im Schuljahr 2006/2007 die ersten Schüler aufnehmen.
Weiterhin sind eine Abteilung der Verwaltungsfachhochschule Wiesbaden, der Polizeifachhochschule Wiesbaden, sowie eine Polizeihundeschule in Mühlheim am Main ansässig.
Schließlich gibt es in Mühlheim noch eine Volkshochschule und eine Musikschule.
Persönlichkeiten
Der Komponist
Paul Hindemith besuchte während fünf Jahren seiner Kindheit eine Musikschule in Mühlheim. Hier lernte er das Geigenspiel nach Noten. Auch soll
Napoléon Bonaparte während eines Feldzuges in Mühlheim übernachtet haben. Als zeitgenössische Persönlichkeiten sind der Fernsehjournalist
Karl-Heinz Stier, der Hessische Minister fuer Bundes- und Europaangelegenheiten,
Volker Hoff, sowie der Zeichner
Klaus Puth zu nennen.
Ehrenbürger
Zu den Ehrenbürgern gehören Bruno Polga, ehemaliger Bürgermeister der französischen Partnerstadt St.-Priest, Landrat a.D. Walter Schmitt (SPD), Erster Stadtrat a.D. Horst Lehr (SPD), Reinhold Latzke (SPD) sowie Irmgard Sondergeld (CDU).
Mühlentaler und andere Auszeichnungen
Der Mühlentaler ist eine Auszeichnung, die von der Stadt Mühlheim an ausgewählte Bürger vergeben wird, die sich im Rahmen der Gestaltung der Stadt z.B. in den Vereinen besonders verdient gemacht haben.
Daneben gibt es folgende Auszeichnungen und Ehrungen für verdiente Persönlichkeiten: Die Ehrenurkunde, den Ehrenbrief der Stadt Mühlheim, die Ehrenplakette in Bronze und die Ehrenplakette in Silber. Über die Verleihung der Ehrenplaketten entscheidet der Magistrat der Stadt.
Weblinks
Ort in Hessen
Mühlheim am Main