Rittergut-Möglin.jpg
Möglin ist der Name eines Rittergutes bei Wriezen im früheren Landkreis Oberbarnim in der Mark Brandenburg. Heute gehört Möglin zur Gemeinde Reichenow-Möglin im Landkreis Märkisch-Oderland und ist Teil des Amtes Barnim-Oderbruch.
Geschichte
1300-1500
Mogylina (wohl slawisch:
Hügelort) wird 1343 erstmals erwähnt als Sitz der aus dem
Magdeburgischem stammenden Familie
von Eichendorff. In der Finanzstatistik von 1375 ist
Mogelyn mit 20
Hufen angegeben, von denen
Otto Pul aus der lange Zeit reichsten Familie Oberbarnims, der Familie
von Pfuel, 8 Hufen und seine Vettern 16 Hufen besitzen; 4 Hufen gehören der
Pfarrei.
Die Eichendorff übernahmen Möglin erneut 1448-1483, allerdings nur zur Hälfte, da inzwischen auch die Familie von Barfus dort sesshaft war, die zunächst 1463-1484 über einen Teil, später über ganz Möglin gebot. Die Barfus lösten in ihrer sozialen Stellung die Pfuel ab und besaßen die Mehrzahl der Rittergüter des Oberbarnim. Ihre Hauptlinien waren Praedikow und Möglin, das ihnen über 300 Jahre gehörte.
1500-1700
Früher erinnerte in der Kirche ein
Wappenschild an "
Alexander v. Barfus, geboren 1580, den 11. Decembris, gestorben den 19. Decembris 1647". Aus Möglin stammte auch der
Generalfeldmarschall Friedrichs I.,
Hans von Barfus (1631-1704). Das Gutshaus wurde
1592 von
Heinrich von Barfus errichtet. Fast zeitgleich (
1598) wurde die kleine Kirche aus Feld- und Backstein als Tochterkirche von
Reichenow erbaut. Im
Dreißigjährigen Krieg wurde Möglin völlig vernichtet;
1652 lebte dort kein Mensch mehr.
1700-1800
Friedrich Ludwig von Barfus musste 1765 das völlig verfallene Gut an den
Hofrat Carl Friedrich Menzel verkaufen. Weitere Eigentümer waren 1778-1794
Geheimrat Wilhelm von Wolff, 1794-1804
Kammergerichtsreferendar Ernst Friedrich von Clermont aus dem
Aachener Patriziat und Kammerrat
von Noeldecken.
1800-1900
Möglin erlebte eine ganz neue Epoche, als es auf Wunsch des preußischen Königs
Friedrich Wilhelm III. im Jahr 1804
Albrecht Daniel Thaer (1752-1828) erwarb, der Celler
Leibarzt des englischen Königs
Georg III. und
Reformator der
Landwirtschaft. Dessen Enkel
Albrecht Conrad Wilhelm Thaer veräußerte das Gut 1872 an
Auguste von Schmieden (geborene
Kuschke), seit 1867 Witwe des preußischen
Hauptmanns
Adolph von Schmieden und Schwiegermutter des späteren
Generals
Paul Baron von Collas, der 1875 auf Gut Möglin deren Tochter
Ottilie von Schmieden heiratete.
1900-1945
1914 wurde Möglin an Hauptmann a.D.
Waldemar Knust verkauft. Dessen Sohn bewirtschaftete das Gut bis zur
Enteignung durch die Kommunisten im Jahr 1945. Nach deren Plan hätte das Gutshaus wie alles "
Junkerliche" geschleift werden sollen. Aus dem Gestein sollten
kleinbäuerliche Gebäude errichtet werden. Verhindert wurde dieser Plan nur durch die Einquartierung vieler Flüchtlingsfamilien im Gutshaus.
1945-1990
Möglin erging es als "
LPG Albrecht Daniel Thaer" zu
DDR-Zeiten wohl besser als manchen anderen Betrieben, da es doch einigen findigen Landwirten und Kommunalpolitikern immer wieder gelang, beim Staat einiges für Möglin zu erreichen, da der Reformator
Thaer bekanntlich als fortschrifttlich galt.
1952 wurde auf dem Gut die "Albrecht-Thaer-Gesellschaft" gegründet.
1990-heute
Nach der
Wende übernahm der aus
Bielefeld stammende Immobilien- und Finanz-Unternehmer
Ekhard Horstmeyer das Gut.
Auf Möglin ("Thaerhof"), in dessen Park sich Albrecht Thaers Grab befindet, besteht noch immer eine Gedenkstätte zu seinen Ehren, die von der jetzt durch Bundesmittel unterstützten " Fördergesellschaft Albrecht Daniel Thaer" betreut wird.
Die seit 2001 bis heute (2006) andauernden gerichtlichen Auseinandersetzungen um die Person und die Firmen des Ekhard Horstmeyer lassen die Zukunft des einstigen Rittergutes Möglin offen. Im Frühjahr 2005 deutete Ekhard Horstmeyer an, sich aus Möglin vollständig zurückziehen zu wollen.
Literatur
- Hubertus von Lucke: Möglin bei Wriezen/Oberbarnim. Zum 250. Geburtstag des Reformators der Landwirtschaft Albrecht Daniel Thaer am 14. Mai 2002, in: "Deutsches Adelsblatt", Mai 2002.
Weblinks
- http://www.albrecht-daniel-thaer.org/
Ort in Brandenburg