Die durch die Transpole betriebene Métro Lille wurde 1983 eröffnet und war das erste U-Bahn-System, welches die VAL-Technologie, die für dieses Netz entwickelt wurde, anwand. Damit gehört die Metro Lille zu den wenigen U-Bahnen weltweit, die automatisch, das heißt ohne Fahrer, betrieben werden.
- bgcolor="#F8F8FF" | Linie | Farbe | Strecke | Eröffnung | Länge | Bahnhöfe | - bgcolor="#FFFFFF" | 1 | Gelb | 4 Cantons ↔ C.H.R. B-Calmette | 1983 | 13,5 km | 18 | - bgcolor="#F8F8FF" | 2 | Rot | St-Philibert ↔ C.H. Dron | 1989 | 32 km | 41 |
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Für ein solches System wurden mehrere Kriterien aufgestellt. Einerseits sollte das Verkehrsmittel eine möglichst ideale Reisegeschwindigkeit erbringen, andererseits musste auch eine hohe Frequenz in den Hauptverkehrszeiten möglich sein, obwohl nur ein Transport von geschätzten 6.000 Personen pro Stunde zu erbringen war. In Folge dessen wurde 1971 international ein Konzept für den Nahverkehr für die Stadt Lille und ihre Umlandgemeinden ausgeschrieben, welches mehrere Bedingungen erfüllen sollten. Dazu gehörten ein eigener Gleiskörper, eine Reisegeschwindigkeit von mehr als 30 km/h, eine Fahrzeugfrequenz von einem Zug pro Minute, vollautomatischer Betrieb ohne Fahrzeugführer und ein kleines Lichtraumprofil. Zudem sollten die Betriebskosten und Baukosten gering gehalten werden, um die Realisierung des Projekts zu erleichtern. Bereits 1972 wurde ein Unternehmenskonsortium unter Führung der Firma MATRA zum Sieger dieses Wettbewerbs erklärt. Damit konnte das VAL-System entwickelt werden (VAL: Véhicule automatique léger, leichter automatisch betriebener Zug). In den Jahren 1973 und 1974 wurden auf einem Versuchsstandort zwei Prototypen getestet. Nach abschließenden Prüfungen und Begutachtungen entschied sich der Conseil de la Communauté urbaine de Lille (deutsch: Rat der Stadtgemeinschaft Lille) am 29. März 1974 ein System von vier VAL-Linien zu bauen. Dabei räumte man dem Streckenabschnitt zwischen Villeneuve d'Ascq und Lille Priorität ein.
Die Bauarbeiten begannen 1978 und endeten am 25. April 1983, als die erste Linie zwischen 4 Cantons und République im Beisein des damaligen französischen Präsidenten François Mitterrand eröffnet wurde. Zwei Wochen lang war die Metro im Rahmen der Tage der offenen Tür zu besichtigen, rund 400.000 Personen nahmen dieses Angebot in Anspruch. Am 16. Mai 1983 begann der kommerzielle Betrieb der U-Bahn. Das System hatte Erfolg und bewährte sich sehr gut. Daraufhin wurde schon im Februar 1984 der Beschluss für den Bau einer zweiten Metrostrecke, der Linie 1bis, auf dieser technischen Basis gefasst. Am 2. Mai 1984 war bereits das zweite Teilstück zwischen République und C.H.R. B-Calmette eingeweiht. Seitdem erreicht die Trasse eine Länge von 13,5 km, davon sind 8,5 km unterirdisch geführt. Bis heute erfuhr die Linie 1 keine weitere Verlängerung.
Mitte der 80er Jahren kam es zu einem kontroversen Diskurs, ob das Metrosystem zu Lasten des Straßenbahnnetzes in der Region ausgebaut werden sollte. Als Ergebnis dieser Auseinandersetzung setzte sich die Erkenntnis durch, dass das Straßenbahnnetz ergänzend zur Metro fungieren soll. Zur Attraktivierung der Straßenbahn wollte man diese in den kommenden Jahren modernisieren.
Weiterhin konzentrierte man sich auf den Bau der Linie 1bis, die als Zweiglinie der Linie 1 bezeichnet wurde. Ein erstes Teilstück dieser Linie war am 3. April 1989 zwischen St-Philibert und Gare (heute Gare Lille Flandres) fertiggestellt. Mit der ersten Verlängerung der Trasse von Gare Lille Flandres bis zur neuen TGV-Station Gare Lille Europe am 5. Mai 1994 erfolgte auch die Umbenennung der Linie als Linie 2, da diese den Charakter einer Zweiglinie der Linie 1 verlor.
In den darauffolgenden Jahren wurde die Strecke stetig verlängert: 1995 bis Fort de Mons, 1999 bis Tourcoing-Centre und 2000 wurde schon fast die belgische Grenze mit dem Bahnhof C.H. Dron erreicht. Derzeit ist die Linie 2 mit 31,7 km und 43 Stationen die längste automatische Linie der Welt.
Für die Linie 2 gibt es Pläne, die Strecke einerseits von St. Philibert weiter nach Perenchies zu erweitern und auch von C.H. Dron bis bis zur Stadt Mouscron in Belgien zu verlängern. Dabei könnte es auch in Zukunft ab Roubaix mehrere Abzweige, möglicherweise nach Hem und Wattrelos geben. Doch die Verlängerung der Metrostrecke hängt neben dem Willen der betreffenden Gemeinden auch von gesetzlichen Bestimmungen zwischen Frankreich und Belgien ab, die auf Schwierigkeiten stoßen und damit die Realisierung dieses Projekts gefährden.
Der Bau einer dritten Linie ist derzeit zurückgestellt und wurde durch eine Buslinie ersetzt.
Die Metrozüge des Systems VAL unterscheiden sich sehr stark von Modellen konventioneller U-Bahn-Fahrzeuge. Die Züge fahren als Zweier-Traktion, diese Fahrzeugeinheit hat eine Länge von lediglich 26,14 m, eine Breite von 2,06 m, eine Höhe von 3,25 m sowie ein Leergewicht von rund 28 t. Daraus resultiert ein für U-Bahn-Systeme ungewöhnlich kleines Lichtraumprofil.
Jeder der beiden Wagen hat zwei Achsen mit jeweils zwei Gummirädern und vier horizontal dazu angeordneten Rädern mit Gummibereifung. Letztere üben Druck auf die Führungsschiene aus und führen somit den Wagen. Im Inneren der Gummiräder befindet sich jeweils ein weiterer Reifen, um bei Beschädigungen eine Verformung zu verhindern. So kann abgesichert werden, dass bei Zwischenfällen die Fahrzeuge mindestens bis zum nächsten Haltepunkt fahren können.
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