| Wappen | Karte | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Stadtwappen der kreisfreien Stadt Münster.png | Lage der kreisfreien Stadt Münster in Deutschland.png | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Basisdaten | - bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | - bgcolor="#FFFFFF" | Landschaftsverband: | Westfalen-Lippe | - bgcolor="#FFFFFF" | Regierungsbezirk: | Münster | - bgcolor="#FFFFFF" | Kreis: | Kreisfreie Stadt | - bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 302,91 km2 | - bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner: | 270.406 (30. September 2005) (Nur Hauptwohnsitz) | - bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 893 Einwohner je km² | - bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 60 m ü. NN | - bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahlen: | 48143-48167 (alte PLZ: 4400) | - bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 0251 02501 (Hiltrup, Amelsbüren) 02506 (Wolbeck, Angelmodde) 02533 (Nienberge) 02534 (Roxel) 02536 (Albachten) | - bgcolor="#FFFFFF" | Geografische Lage: | - bgcolor="#FFFFFF" | Kfz-Kennzeichen: | MS | - bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindeschlüssel: | 05 5 15 000 | - bgcolor="#FFFFFF" | UN/LOCODE: | DE MSR | - bgcolor="#FFFFFF" | NUTS-Code: | DEA33 | - bgcolor="#FFFFFF" | Stadtgliederung: | 6 Stadtbezirke | - bgcolor="#FFFFFF" | Adresse der Stadtverwaltung: | Stadt Münster 48127 Münster | - bgcolor="#FFFFFF" | Webseite: | www.muenster.de | - bgcolor="#FFFFFF" | E-Mail-Adresse: | Stadtverwaltung | - | Politik | - bgcolor="#FFFFFF" | Oberbürgermeister: | Dr. Berthold Tillmann (CDU) | - bgcolor="#FFFFFF" | Schulden: | 693,6 Mio. € (Stand: Dezember 2005) | |||
Die kreisfreie Stadt Münster (plattdeutsch Mönster) in Westfalen ist Hauptstadt des gleichnamigen Regierungsbezirks im Bundesland Nordrhein-Westfalen und zugleich Oberzentrum des Münsterlandes. Von 1815 bis 1945 war Münster Hauptstadt der damaligen preußischen Provinz Westfalen. Die Stadt an der Münsterschen Aa liegt zwischen Dortmund und Osnabrück im Zentrum des Münsterlandes.
Seit 1915 hat Münster offiziell den Status einer Großstadt. Derzeit leben in Münster rund 270.000 Einwohner (Stand September 2005); allerdings sind darin die fast 48.500 Studenten nur zum Teil enthalten, da viele von ihnen lediglich mit Nebenwohnsitz in Münster gemeldet sind und daher nicht in der offiziellen Einwohnerstatistik erscheinen.
Die Stadt gilt als Dienstleistungs- und Verwaltungsstandort und ist Sitz mehrerer Hochschulen. Wichtige Gerichte und Verwaltungseinrichtungen für das Land Nordrhein-Westfalen sind in Münster ansässig, darunter der Verfassungsgerichtshof und das Oberverwaltungsgericht. Die alte westfälische Provinzialhauptstadt ist Sitz des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe.
Münster ist Sitz eines katholischen Bischofs. Das vor über 1200 Jahren vom heiligen Ludgerus gegründete Bistum Münster ist eines der ältesten Bistümer Norddeutschlands.
Bekannt ist Münster als Fahrradstadt sowie für seine historische Altstadt. 2004 gewann die Stadt den LivCom-Award als lebenswerteste Stadt der Welt in ihrer Kategorie.
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Münster liegt an der Münsterschen Aa, 15 km südlich ihrer Mündung in die Ems, in der von sandig-lehmigen Ablagerungen überdeckten Westfälischen Tieflandsbucht inmitten einer von Streusiedlungen und Einzelhöfen geprägten Landschaft, dem Münsterland. Der höchste Punkt ist der Mühlenberg in den Vorbergshügeln mit 97 Metern über Normalnull, die Innenstadt liegt auf 60 Meter über Normalnull.
Die niederländische Stadt Enschede ist etwa 65 km entfernt. Weitere Großstädte in der näheren Umgebung sind Osnabrück, etwa 44 km nördlich, Dortmund, etwa 61 km südlich und Bielefeld, etwa 62 km östlich.
Münster ist einer der 42 deutschen Verdichtungsräume und gehört zu den flächengrößten Städten Deutschlands. Darin sind jedoch größere schwach besiedelte, ländliche Gebiete der 1975 eingemeindeten Orte enthalten. Nahezu die Hälfte des Stadtgebietes wird für die Landwirtschaft genutzt.
ModellMünster.jpg
Außerdem ist das zusammenhängend bebaute Stadtgebiet flächenmäßig vergleichsweise groß, da die Bebauung niedriger ist als in anderen Städten mit vergleichbarer Einwohnerzahl. Dies resultiert vor allem aus dem hohen Anteil an Einfamilienhäusern und Villen sowie der größtenteils nur zwei- bis dreistöckigen Mietshäuser. Hochhäuser gibt es dagegen nur vereinzelt, Mietskasernen und Wolkenkratzer findet man in Münster nicht. Auffällig ist im Vergleich zu anderen deutschen Städten auch, dass die Häuser überwiegend in Backsteinbauweise errichtet wurden und zu einem hohen Anteil giebel- statt traufenständig sind. Die Gesamtfläche des Stadtgebietes von 302,91 km² teilt sich auf in 88,04 km² bebaute Fläche, 160,58 km² Agrar- und Grünflächen, 8,47 km² Wasserflächen sowie 45,82 km² Waldflächen. Der Umfang beträgt dabei 107 km, die Ausdehnung von Norden nach Süden 24,4 km und von Westen nach Osten 20,6 km.
Zwar heißt es in Münster oft „Entweder es regnet oder es läuten die Glocken. Und wenn beides zusammen fällt, dann ist Sonntag“, tatsächlich aber entspricht die Niederschlagsmenge der Stadt mit rund 750 mm pro Jahr etwa dem Durchschnitt in Deutschland. Der Eindruck, Münster sei eine regenreiche Stadt, entsteht nicht durch die absolute Niederschlagsmenge, sondern vielmehr durch die überdurchschnittliche Zahl von Regentagen mit allerdings meist geringerer Niederschlagsmenge. Die Durchschnittstemperatur beträgt 9,2 °C bei ca. 1.500 Sonnenstunden im Jahr. Hinsichtlich der jährlichen Sonnenstunden liegt Münster im Vergleich zu anderen deutschen Städten im unteren Fünftel. Die münsterschen Winter sind im Bundesvergleich relativ mild, sodass es vergleichsweise selten schneit, während die Sommertemperaturen dem Bundesdurchschnitt entsprechen.
Die Stadt grenzt an folgende Städte und Gemeinden – sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Nordwesten: Altenberge und Greven (Kreis Steinfurt), Telgte, Everswinkel, Sendenhorst und Drensteinfurt (Kreis Warendorf), sowie Ascheberg, Senden und Havixbeck (Kreis Coesfeld).
Die Stadtbezirke mit ihren zugehörigen Stadtteilen und weiteren Wohnplätzen:
Der Kernbereich der Stadt kann in historisch gewachsene Stadtviertel unterteilt werden. Die Grenzen dieser Stadtviertel sind oftmals nicht genau definiert. Zu den Stadtvierteln gehören u.a.: Aaseestadt, Erphoviertel, Geistviertel, Hansaviertel, Kreuzviertel, Kuhviertel, Mauritzviertel, Pluggendorf, Rumphorst und Südviertel. Die Stadtteile der fünf Außenbezirke umfassen größtenteils die Gebiete der ehemals selbständigen Gemeinden, bevor sie im Laufe der Zeit nach Münster eingemeindet wurden.
Münster hat ca. 270.000 Einwohner und mehr als 10.000 Menschen sind mit Nebenwohnsitz gemeldet. Ca. 9% der Einwohner sind Ausländer. Die Arbeitslosenquote betrug 8,5% im Dezember 2005. Von den 130.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sind über 80% im Dienstleistungssektor beschäftigt, 17% im produzierenden Gewerbe und nur 1% in der Landwirtschaft. Der Altersdurchschnitt liegt bei unter 36 Jahren und damit ist Münsters Bevölkerung durchschnittlich vier Jahre jünger als der Bundesdurchschnitt. Die Lebenserwartung liegt in Münster für Männer bei 76,3 Jahre, für Frauen bei 83,1 Jahre. Dies ist die höchste Lebenserwartung innerhalb aller deutschen Städte.
| Westfaelischer Friede in Muenster (Gerard Terborch 1648).jpg |
Schätzungsweise seit dem 6. Jahrhundert lag im Bereich des Domplatzes die kleine sächsische Siedlung Mimigernaford. Im Jahre 793 gründete der friesische Missionar Liudger an der Furt über die Münstersche Aa ein Kloster (lateinisch: monasterium), das der sich hier entwickelnden Stadt ihren Namen gab. Im Jahre 805 wurde er zum ersten Bischof von Münster ernannt und die Bauarbeiten zum ersten Dom wurden aufgenommen.
Aufgrund der zunehmenden Bevölkerung erhielt Münster im Jahre 1170 das Stadtrecht. In diesen Zeitraum fällt auch der Bau der Stadtbefestigung. Die Stadtmauer war ca. 4 km lang und wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts durch weitere Befestigungsanlagen verstärkt. Zu dieser Zeit war Münster die flächengrößte Stadt Westfalens.
Zwischen 1358 und 1454 erlangte Münster als Mitglied und ab 1494 als Vorort der Hanse in Westfalen eine große Bedeutung. Davon zeugt beispielsweise der Prinzipalmarkt, dessen prächtige Kaufmannshäuser aus dieser Epoche stammen.
Muenster Lamberti Koerbe 6428.jpg | 1534 begann die dramatische Episode des Täuferreichs von Münster. Sie gipfelte in der Proklamation des Königreichs Zion im September 1534 durch Jan van Leyden mit sich selbst als König. Dieses Königreich hatte jedoch nur bis zum 24. Juni 1535 Bestand, als Truppen des Bischofs Franz von Waldeck die belagerte Stadt einnahmen. Die auf grausame Weise gefolterten und hingerichteten Täufer wurden anschließend in drei eisernen Körben an der Lambertikirche zur Abschreckung aufgehängt. Die Originale der Körbe aus dem Jahre 1535 hängen dort noch immer. Fälschlicherweise werden sie oft auch als Käfige bezeichnet. Gründe hierfür sind vor allem Berichte von auswärtigen Autoren und Besuchern, die ab dem Ende des 18. Jahrhunderts mit negativ besetzten Begriffen über die Herrschaft der „Wiedertäufer“ berichteten, sowie Übersetzungsfehler lateinischer Handschriften über das Täuferreich.
1648 fand in Münster ein Ereignis von europäischem Rang statt: Der Westfälische Friede wurde geschlossen, mit welchem der Dreißigjährige Krieg und der Achtzigjährige Krieg beendet wurden. Gleichzeitig erreichte der Kampf um die Unabhängigkeit der Stadt ihren Höhepunkt. Er gipfelte in dem Versuch, Münster in den Stand einer Freien Reichsstadt zu erheben. Damit war jedoch der Konflikt des Bürgertums mit dem kirchlichen Landesherrn vorprogrammiert. Er resultierte in der offenen Konfrontation mit Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, der 1661 nach achtmonatiger Belagerung die Stadt einnahm und ihr zeitweise sämtliche Rechte entzog.
Nach dem Tode des letzten Fürstbischofs im Jahre 1801 wurde die Stadt ein Jahr später durch den preußischen General Gebhard Leberecht von Blücher besetzt. Diese Maßnahme wurde erst 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluss legitimiert, bevor im Jahre 1806 Truppen Napoléons die Stadt einnahmen und besetzten. Erst im Jahre 1813 wurden die Franzosen durch preußische und russische Truppen aus der Stadt vertrieben. Seit der Neuordnung Europas durch den Wiener Kongress gehörte Münster ab 1815 offiziell zum Königreich Preußen und war Provinzialhauptstadt der neu gegründeten Provinz Westfalen.
Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und Eingemeindungen kleinerer Umlandgemeinden überstieg die Einwohnerzahl im Jahre 1915 die Marke von 100.000 Einwohner und Münster wurde zur Großstadt. Zum Ende des Ersten Weltkriegs wurde – wie in der Hauptstadt Berlin – am 9. November 1918 auf dem Hindenburgplatz die Republik ausgerufen. Der kurze Zeit später eingesetzte Soldatenrat wurde erst einige Monate später im Februar 1919 durch General von Watter entmachtet.
Während der Zeit des Nationalsozialismus war Münster Sitz der Gauleitung vom Gau Westfalen sowie der „Ordnungspolizei“, unter deren Leitung ca. 200.000 „Ordnungskräfte“ am Massenmord an Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen und anderen Gruppen beteiligt waren. Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs gehörte Münster zu den am stärksten zerstörten Städten Deutschlands. Etwa 91% der Altstadt und 63% der gesamten Stadt wurden durch britische Bombenangriffe im Rahmen der Moral Bombing-Strategie zerstört. Auf Drängen der Bevölkerung wurde anders als in vielen anderen deutschen Großstädten ein Teil der historischen Altstadt in den 1950er-Jahren ähnlich dem Vorkriegszustand wieder errichtet. Eine herausragende Persönlichkeit in der Zeit des Nationalsozialismus war Clemens August Graf von Galen, der durch seinen Kampf gegen die Willkür des Gestapo gegenüber katholischen Einrichtungen und das menschenverachtende Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten weit über die Grenzen Münsters bekannt wurde und den Beinamen der Löwe von Münster erhielt.
Am 18. Juni 1990 trafen sich Hans-Dietrich Genscher und Eduard Schewardnadse in Münster im historischen Rathaus, um die Zwei-plus-Vier-Gespräche vorzubereiten, die den Weg zur Wiedervereinigung ebneten. Dabei bereiteten die Münsteraner den Politikern auf dem Prinzipalmarkt einen stürmischen Empfang, der Schewardnadse sichtlich rührte.
| Jahr | Eingemeindete Gebiete | Fläche (km²) |
|---|---|---|
| 1875 | Teile der Gemeinden Lamberti, Sankt Mauritz und Überwasser | 8,9 |
| entspricht ungefähr dem Gebiet des Innenstadtrings plus Kreuzviertel, Mauritzviertel, Hansaviertel sowie Geistviertel | ||
| 1903 | Lamberti: Gremmendorf mit Loddenheide, Berg Fidel, Aaseestadt und Mecklenbeck | 56,4 |
| Überwasser: Kinderhaus, Gievenbeck sowie Sentrup | ||
| Teil von Sankt Mauritz: Rumphorst sowie Teile des heutigen Mauritz-Ost | ||
| 1956 | Teile von Coerheide, Kemper und Gelmer, zusammengefasst zum Stadtteil Coerde | 6,6 |
| 1975 | das Amt Sankt Mauritz mit den Gemeinden Sankt Mauritz, Handorf, Hiltrup, Amelsbüren sowie Sprakel | |
| vom Amt Roxel die Gemeinden Albachten, Nienberge und Roxel (die restlichen Teile des Amtes, Bösensell und Havixbeck, fielen an den Kreis Coesfeld) | 228,4 | |
| vom Amt Wolbeck die Gemeinden Angelmodde und Wolbeck (die restlichen Teile des Amtes, Albersloh, Alverskirchen und Rinkerode, fielen an den Kreis Warendorf) |
Im Jahr 2005 gehören etwa 55% der Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt Münster der römisch-katholischen Kirche an, 20,5% sind evangelisch, weitere 3% gehören einer evangelischen Freikirche an. Etwa 3% der Bewohner sind Muslime, 0,3% sind jüdischen Glaubens.
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts wurden auch Protestanten „geduldet“. Den historischen – heute wohl nur noch aus der Sicht weniger Münsteraner relevanten – Status der Münsteraner Protestanten als marginalisierter Minderheit spiegelt das alte Münsteraner Sprichwort wider, „evangelisch, kein Fahrradfahrer und zugereist“ seien die drei „Münsteraner Todsünden“. 1803 konnte die erste protestantische Kirchengemeinde gegründet werden, deren Mitgliederzahl im Jahr 1817 jedoch nur 534 betrug. Die Stadt wurde 1816 auch Sitz der Kirchenverwaltung (Konsistorium) für die gesamte Provinz Westfalen innerhalb der Evangelischen Kirche in Preußen sowie Sitz eines Superintendenten. Im Laufe des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erhöhte sich der Anteil der Protestanten an der Münsteraner Gesamtbevölkerung allmählich durch den Zuzug preußischer Verwaltungsbeamter, die häufig evangelisch waren. In späteren Jahrzehnten, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, hat sich der Anteil der Protestanten durch Zuzug der häufig evangelischen Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Ostpreußen, Hinterpommern und Niederschlesien sowie der mehrheitlich evangelischen Spätaussiedler stark erhöht und so entstanden weitere Kirchengemeinden. Aus der früheren Superintendentur wurde der heutige Kirchenkreis Münster, zu dem 26 Kirchengemeinden der Stadt Münster und einiger Nachbargemeinden gehören. Die Kirchenverwaltung der Provinz Westfalen (seit 1. Dezember 1953 Evangelische Kirche von Westfalen) zog jedoch 1956 nach Bielefeld um (Einweihung des neuen Kirchenamtes am 26. April 1956).
Daneben bestehen in Münster auch noch Gemeinden verschiedener Freikirchen, eine Freie evangelische Gemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Gemeinde der Evangelisch-methodistischen Kirche, die Altkatholische Kirche, die Jesus Freaks und weitere.
Anzeichen für den Neubeginn des Judentums in Münster lassen sich für den Anfang des 19. Jahrhunderts finden. Im Jahre 1811 wurde ein neuer jüdischer Friedhof in Münster angelegt. Im Jahre 1830 entstand die erste Synagoge seit dem Mittelalter in der Stadt, die um 1870 für die anwachsende Gemeinde mit ihren fast 400 Mitgliedern zu klein wurde. Eine neu errichtete, größere und prächtige Synagoge wurde am 27./28. August 1880 eingeweiht. Die Gemeinde wollte einen Bau errichten, „welcher der Provinzialhauptstadt zur Zierde gereichen und (...) einen monumentalen Wert“ haben sollte. Sie erhoffte sich damit das Interesse der städtischen Behörden und der Bürger zu wecken. Allerdings blieben sowohl der Regierungspräsident als auch der Oberbürgermeister der Einweihungszeremonie fern. Die örtliche Presse erwähnte die Einweihung mit einer vierzeiligen Notiz.
Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es wie überall in Deutschland auch in Münster zu Pogromen, Vertreibungen und Ermordungen von jüdischen Einwohnern, wodurch deren Anteil an der Bevölkerung stark zurückging. Während der Reichspogromnacht 1938 wurde zudem am frühen Morgen des 10. November die Synagoge in Brand gesetzt und zerstört, jedoch 1961 durch einen Neubau ersetzt, der am 12. März 1961 eröffnet wurde. Von den im Jahre 1933 ursprünglich 708 Angehörigen der jüdischen Gemeinde wurden 298 Menschen in Konzentrationslager deportiert, von denen nur 24 überlebten. Insgesamt 280 jüdische Bürger verließen Münster und emigrierten ins Ausland, sieben begingen Selbstmord und vier überlebten den Nationalsozialismus in Münster im Untergrund. Abzüglich der 77 Personen, die in diesem Zeitraum eines natürlichen Todes starben, verbleiben 42 Menschen, deren Schicksal ungeklärt geblieben ist. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus ist jüdische Gemeinde nicht zuletzt durch den Zuzug von jüdischen Flüchtlingen aus der ehemaligen Sowjetunion wieder angewachsen und umfasst ca. 800 Gläubige.
Auch verschiedene Sufi-Orden, die allgemein als Vertreter eines mystischen Islam angesehen werden, finden sich in Münster. So zum Beispiel der Orden der Tariqah Burhaniya, dessen Begegnungszentrum an der Schnorrenburg in der Nähe der Piusalle liegt.
Der Oberbürgermeister ist der Repräsentant der Stadt und Leiter der Verwaltung. Er ist der Vorsitzende des Stadtrates und besitzt dort auch Stimmrecht, ohne jedoch ein Mitglied des Rates zu sein. Daneben besitzt er Stimmrechte im Haupt- sowie Finanzausschuss. Der Oberbürgermeister lädt auch zu Ratssitzungen ein und stellt die Tagesordnung auf. Im äußersten Fall kann er gegen Ratsbeschlüsse Widerspruch einlegen, sofern er dadurch das Wohl der Stadt gefährdet sieht. Die letzte Entscheidung über den Beschluss liegt jedoch nicht bei ihm, sondern beim Rat der Stadt. Zu den weiteren Aufgaben, Rechten und Pflichten des Oberbürgermeisters gehören u.a. die Abwicklung des Tagesgeschäftes innerhalb der Verwaltung, die Beschlüsse der politischen Gremien vorzubereiten bzw. bereits gefasste Beschlüsse auf ihre Rechtmäßigkeit zu überprüfen und auszuführen, sowie in dringen Fällen zusammen mit einem Ratsmitglied eine Dringlichkeitsentscheidung zu treffen.
Über die Angelegenheiten innerhalb eines Stadtbezirks entscheidet die Bezirksvertretung, beispielsweise die Unterhaltung und Ausstattung der Schulen, Sportplätze oder Park- und Grünanlagen. An der Spitze einer jeden Bezirksvertretung steht der Bezirksvorsteher, der zu Beginn der Amtszeit aus den Mitgliedern der Bezirksvertretung gewählt wird.
Die drei genannten Organe werden alle fünf Jahre von den Bürgern der Stadt, d.h. den wahlberechtigten Einwohnern, im Rahmen der Kommunalwahl gewählt. Die Wahl des Oberbürgermeisters erfolgt direkt. Sie endete am 10. Oktober 2004 in einer Stichwahl. Dabei unterlag Herausforderer Christoph Strässer, SPD (46,2%) dem Amtsinhaber Dr. Berthold Tillmann, CDU (53,8%). Weitere Bürgermeister/innen sind Karin Reismann (CDU), Beate Vilhjalmsson (SPD) und Günter Schulze Blasum (CDU).
| CDU | SPD | GRÜNE | FDP | UWG-MS | PDS | ödp | Gesamt | |
| 2004 | 31 | 19 | 14 | 6 | 2 | 1 | 1 | 74 |
Dies sind neben Christoph Strässer (SPD), der sowohl 2002 als auch 2005 das Direktmandat des Wahlkreises 130 gewann, Ruprecht Polenz (CDU), Winfried Nachtwei (Bündnis 90/Die Grünen) und Daniel Bahr (FDP), eingezogen über die jeweilige Landesliste.
Die Duelle zwischen Strässer und Polenz waren beide Male sehr knapp, 2002 lagen 0,9 Prozentpunkte zwischen den Kandidaten, 2005 nur noch 0,32.
Mit vier Bundestagsabgeordneten aus einem Wahlkreis stellt Münster eine Ausnahme dar, 2002 gelang ein solches Ergebnis nur zwei weiteren Wahlkreisen.
Das heutige Wappen der Stadt Münster zeigt einen von Gold, Rot und Silber geteilten Schild. Es ist eine Abwandlung des Stiftswappens des Bistums (Gold-Rot-Gold). Andere Quellen sprechen auch von einer Kombination mit dem Wappen der Hanse (Rot und Silber). Die älteste bekannte Darstellung stammt aus dem Jahre 1368, zu sehen auf einer Urkunde des Antoniushospitals. Der Siegelstempel, mit dem diese Urkunde erstellt wurde, soll ca. 50 Jahre älter gewesen sein und zur Zeit der Gründung des Hospitals entstanden sein, wahrscheinlich vor 1320. Die erste farbige Abbildung des Stadtwappens ist aus dem 15. Jahrhundert überliefert. Gelegentlich sieht man auch noch eine Version, in der das goldene Feld gepunktet und der rote Balken senkrecht schraffiert ist. Dies war ein System aus der Zeit bevor Farbdruck möglich war.
In der Schmuckfassung, die unter anderem den Briefkopf des Oberbürgermeisters ziert, wird der Schild von zwei aufrecht stehenden Löwen gehalten, deren Köpfe dem Schild zugewandt sind. Ihre Zungen und Krallen sind rot. Über dem Schild befindet sich ein blauer Helm, dessen fächerförmige Helmzier die Stadtfarben wiederholt. Es sind 17 Spitzen des Fächers vorgeschrieben. Schild und Helm werden von Decken in Gold und Rot umrahmt. Diese Form wurde 1928 festgelegt.
Bis hinein ins 16. Jahrhundert waren statt Löwen teilweise auch Greifen abgebildet. In anderen Darstellungen hielt nur ein Löwe den Schild, dessen Kopf dem Betrachter zugewandt war. Beide Arten lassen sich an Fassaden der Häuser auf dem Prinzipalmarkt entdecken. So ist am historischen Rathaus die Version mit einem Greif zu sehen, der das Wappen als Schild hält.
| York in Großbritannien seit 1958 | |
| Orléans in Frankreich, seit 1960 | |
| Kristiansand in Norwegen, seit 1967 | |
| Monastir in Tunesien, seit 1969 | |
| Rishon-Le-Zion in Israel, seit 1981 | |
| Fresno in den USA, seit 1986 | |
| Rjasan in Russland, seit 1989 | |
| Mühlhausen in Thüringen, seit 1990 | |
| Lublin in Polen, seit 1991 |
| Braniewo in Polen, seit 1954 | |
| Beaugency in Frankreich, seit 1974 |
Die Stadt Muenster in Texas wurde nach der Westfalenmetropole benannt.
Nach dem Tsunami Weihnachten 2004 in Asien wurde deutschen Städten empfohlen, sich eine Stadt oder Region in den betroffenen Gebieten zu suchen, die ungefähr der Größe der deutschen Stadt entspricht und ihre Hilfe auf diese eine Stadt zu konzentrieren. Die Stadt Münster und ihre Umgebung wählten daraufhin die indonesische Insel Nias. Bis zum August 2005 konnten so über 650.000 Euro an Spenden gesammelt werden, mit denen unter anderem Boote für die Fischer auf Nias bezahlt wurden, um die Eigenversorgung der Insel mit Nahrungsmitteln zu fördern.
Große Industrieunternehmen gibt es in Münster nicht, stattdessen sind nur einzelne mittelgroße sowie ansonsten kleine ansässig. Erwähnenswert sind die BASF Coatings AG, die Lacksparte von BASF, die im Stadtteil Hiltrup über 2.000 Menschen beschäftigt, die Brillux Lacke- und Farbenwerke, sowie die Westfalen AG, ein Tankstellenkettenbetreiber und führender Flüssiggas-Versorger in Deutschland.
Weit bedeutender ausgebaut ist in Münster der Sektor Finanzdienstleistung. So ist die Stadt u.a. Sitz der Provinzial-Versicherung NordWest, der LVM Versicherungen (Landwirtschaftlicher Versicherungsverein Münster a.G.), der Westdeutschen Landesbausparkasse sowie (neben Düsseldorf) Sitz der WestLB und NRW.BANK.
Als weitere Dienstleister haben ihren Sitz in Münster die Westdeutsche Lotterie GmbH, der zweitgrößte deutschsprachige Internetbuchhändler buch.de, sowie die Multiplex-Kinokette Cineplex. Ebenso ansässig sind die Rechenzentren der Volks- und Raiffeisenbanken für den norddeutschen Raum, die GAD eg, und der westfälischen Sparkassen, die Sparkassen Informatik. Im Stadtteil Kinderhaus befindet sich Sitz der Westfälisch-Lippische Sparkassen- und Giroverband, der als Spitzenverband für 78 Sparkassen in Westfalen-Lippe zuständig ist. Dort befindet sich auch in unmittelbarer Nachbarschaft das Tochterunternehmen, die Westfälisch-Lippische Sparkassenakademie. Mit insgesamt 28 Call-Centern ist Münster der größte Standort für Telefonmarketing und -umfragen in Nordrhein-Westfalen. Der deutsche Sitz des größten Rechtdatenbank-Anbieters, LexisNexis befindet sich ebenfalls mit über 300 Mitarbeitern in Münster.
In der Bio- und Nanotechnologie nimmt Münster eine führende Stellung ein. Der Grund hierfür sind u.a. die enge Zusammenarbeit mit der Universität und die vielfältigen Möglichkeiten für Unternehmen, sich in Münster anzusiedeln. So gibt es neben dem Technologiehof mit 10.000 m² Nutzfläche auch das nördlich des Biotech-Campus der Westfälischen Wilhelms-Universität angesiedelte Centrum für Nanotechnologie, kurz CeNTech, das Startup-Unternehmen der Nanotechnologiebranche Büro- und Forschungsräume auf insgesamt 2.400 m² zur Verfügung stellt. Beispiele für Nano- und Biotechnologiefirmen in Münster sind die General Electric Healthcare Technologies im Bereich Radiopharmazie für Positronen-Emissions-Tomographie oder die Cilian AG, eine Ausgründung der Zoologie der Universität, die sich mit Mikroorganismen beschäftigt, den Ciliaten. Zur weiteren Stärkung des in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannten Sektors haben sich die Hochschulen, Transfereinrichtungen und Sponsoren, Unternehmen und Forschungszentren im Verein bioanalytik-muenster zusammengeschlossen. Jüngstes Projekt, um Hochtechnologieunternehmen aus den Bereichen Life Science, Nanotechnologie sowie Informations- und Kommunikationstechnik einen Anreiz zur Ansiedlung in Münster zu geben, ist der knapp 66.000 m² große Technologiepark im Nordwesten von Münster in unmittelbarer Nähe des Leonardo-Campus der Westfälischen Wilhelms-Universität.
Insgesamt wurde in Münster zum Ende des Jahres 2002 ein Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen von knapp 9,87 Milliarden Euro erwirtschaftet, was einen Anstieg von über 16% seit dem Jahr 1996 darstellt. Pro Kopf liegt die Wirtschaftsleistung somit im Durchschnitt bei ca. 36.500 Euro. Münster ist damit einer der wirtschaftsstärksten Standorte in Nordrhein-Westfalen, was auch die im Vergleich zu anderen Städten geringe Arbeitslosenzahl zwischen 8% und 9% erklärt.
Münster gilt als Universitätsstadt. Insgesamt studieren um die 50.000 Menschen in den Einrichtungen der Stadt, dazu kommen über 30.000 Schüler. Damit lernen und studieren mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung der Stadt.
Die ca. 33.000 Schüler der Stadt verteilen sich auf 92 Schulen: Im Stadtgebiet existieren 46 Grundschulen mit fast 10.000 Schülern. Die weiterführenden Schulen teilen sich auf in acht Hauptschulen (3.200 Schüler), 13 Sonderschulen (2.300 Schüler), neun Realschulen (4.800 Schüler) und 14 Gymnasien (ca. 11.500 Schüler). Außerdem gibt es mit der Friedensschule eine Gesamtschule mit 1.450 Schülern und eine Waldorfschule mit 450 Schülern. (Stand jeweils Schuljahr 2004/2005). Als älteste Schule der Stadt gilt das Gymnasium Paulinum, welches bereits 797 gegründet worden sein soll.
Die Westfälische Wilhelms-Universität (WWU) ist mit rund 42.000 Stundenten (Stand: Wintersemester 2005/2006) verteilt auf 130 verschiedenen Studienfächer in 15 Fachbereichen eine der größten Universitäten Deutschlands sowie größter Arbeitgeber der Stadt mit ca. 13.000 Beschäftigten (inklusive dem Universitätsklinikum). Sie wurde 1780 gegründet, seit 1805 war sie preußische Landesuniversität. 1818 gab es im Zuge der Gründung der Universität Bonn eine Herabstufung zur königlichen Akademie mit den Fakultäten Theologie und Philosophie, bis sie im Jahre 1902 wieder in den Stand einer Universität erhoben wurde. 1907 erhielt die Universität ihren heutigen Namen, ihr Namensgeber ist Kaiser Wilhelm II. In den Jahren 1908, 1914 und 1925 wurde die Universität erweitert. Seit 1. April 2004 gehört auch die „Musikhochschule Münster“ zur Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Da die WWU keine Campus-, sondern eine Standort-Universität mit mehr als 280 auf das Stadtgebiet verteilten Gebäuden ist, prägen fahrradfahrende Studenten das Stadtbild, die zwischen den einzelnen Standorten pendeln.
Ebenfalls zu den größten Hochschulen ihrer Art gehört die Fachhochschule Münster mit fast 9.000 Studierenden in zwölf Fachbereichen und drei zentralen, fachbereichsübergreifenden Instituten mit ca. 30 Studiengängen (inklusive der Abteilung Steinfurt). Sie wurde 1971 durch den Zusammenschluss von acht Vorgängereinrichtungen gegründet und ist die viertgrößte und forschungsstärkste Fachhochschule in Deutschland.
Weitere Hochschulen in Münster sind die „Fachhochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung“ (Fachbereich Finanzen) in Gievenbeck. Diese wurde 1978 gegründet und hat 750 Studenten. Die Kunstakademie Münster – Hochschule für Bildende Künste – wurde 1971 gegründet aus einem Institut, das zur Kunstakademie Düsseldorf gehörte und ist seit 1987 selbständige Kunsthochschule, an der 320 Studenten im Wintersemester 2004/2005 eingeschrieben waren. Die „Philosophisch-Theologische Hochschule der Franziskaner und Kapuziner Münster“ wurde ebenfalls 1971 gegründet durch die Vereinigung der Hochschulen der Sächsischen Franziskanerprovinz und der Rheinisch-Westfälischen Kapuzinerprovinz. Sie erhielt 1983 die kirchliche und staatliche Anerkennung. An ihr werden ca. 120 Studenten unterrichtet. Auch die Katholische Fachhochschule Nordrhein-Westfalen (KFHNW) wurde im Jahr 1971 aus mehreren Vorgängereinrichtungen gegründet, unter Anderem der Sozialen Frauenschule in Aachen (gegründet 1916) und der Westfälischen Wohlfahrtsschule in Münster (gegründet 1917). Sitz der Fachhochschule ist Köln. Am Standort Münster sind 750 Studenten immatrikuliert. Weitere Bildungseinrichtungen sind das „Institut der Feuerwehr NRW“ und die „Westfälisch-Lippische Sparkassenakademie“ sowie im Stadtteil Hiltrup die Polizei-Führungsakademie (Hochschule für die Polizei der Bundesrepublik Deutschland) mit knapp 200 Studenten. Zusätzlich existieren zehn Berufskollegs und 39 Fachschulen.
Als führende Forschungseinrichtung in Münster agiert das Max-Planck-Institut für molekulare Biomedizin. Es wurde am 1. August 2001 in Münster gegründet und besteht zur Zeit aus den zwei Abteilungen Vaskuläre Zellbiologie und Zell- und Entwicklungsbiologie. Eine dritte Abteilung befindet sich in Gründung, der genaue Forschungsbereich steht noch nicht fest.
Öffentliche Einrichtungen in Münster sind das Bildungszentrum der Bundesfinanzverwaltung, die Handwerkskammer Münster, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen (Kammerbezirk beider Kammern ist jeweils der Regierungsbezirk Münster), die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, die Ärzte-, Zahnärzte- sowie Apothekerkammer Westfalen-Lippe, die Oberfinanzdirektion des Bundes, die Wasser- und Schifffahrtsdirektion West, sowie die Deutsche Rentenversicherung Westfalen.
Von Münster aus koordiniert das sogenannte Rescue Coordination Centre (RCC) der Luftwaffe Einsätze des Such- und Rettungsdienstes (SAR) in Deutschland. Davon ausgenommen sind die Seegebiete sowie das Bundesland Schleswig-Holstein.
In Münster hat das Lufttransportkommando (LTKdo) seinen Sitz. Dieses plant, steuert, koordiniert und überwacht sämtliche Transporteinsätze der Bundeswehr weltweit. Etwa 180 Transall- und Airbus-Maschinen werden vom westfälischen Stützpunkt verwaltet. Die Stadt ist auch Sitz des 1. Deutsch-Niederländischen Korps und somit eines Krisen-Reaktionsstabs im NATO-Verbund. Nicht zuletzt deswegen unterhält der Militärische Abschirmdienst eine „Dienststelle Münster“.
Die Stadt Münster ist Sitz des Verfassungsgerichtshofs und des Oberverwaltungsgerichts für das Land Nordrhein-Westfalen. Darüberhinaus finden sich die folgenden Gerichte in Münster: Verwaltungsgericht, Finanzgericht, Sozialgericht, Landgericht, Amtsgericht und Arbeitsgericht sowie das Truppendienstgericht Nord. In der Gartenstraße befindet sich mit Justizvollzugsanstalt Münster eines der ältesten Gefängnisse Deutschlands.
Außerdem gibt es ein Generalkonsulat der Türkei sowie Honorarkonsulate von Frankreich und den Niederlanden.
''Hauptartikel: Münster (Westfalen) Hauptbahnhof
Münster ist mittelgroßer Knotenpunkt des Eisenbahnpersonenverkehrs an der Hauptstrecke Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Lünen – Dortmund und weiter über Essen – Duisburg – Düsseldorf oder Hagen – Wuppertal nach Köln. Weitere Hauptstrecken bestehen nach Rheine – Emden, Hamm und Wanne-Eickel – Essen/Oberhausen. Nebenstrecken führen nach Enschede, Coesfeld („Baumbergebahn“) und Rheda (– Bielefeld). Wesentliche Mängel des örtlichen Eisenbahnsystems sind die zu langsame Direktverbindung in die Nachbarstadt Bielefeld, die Einschränkung der Leistungsfähigkeit der Hauptstrecke Hamburg – Dortmund durch ihren einspurigen Abschnitt Münster – Lünen und die hierdurch verursachte erhöhte Verspätungsanfälligkeit sowie der schlechte bauliche Zustand des Empfangsgebäudes des Hauptbahnhofes. Entgegen früheren Ankündigungen ist die Beseitigung der beiden zuletzt genannten Mängel nicht vorgesehen bzw. wird im Falle des Bahnhofsgebäudes regelmäßig in die Zukunft verschoben. Neben dem Hauptbahnhof bestehen anders als in größenmäßig vergleichbaren Städten im geschlossen bebauten Stadtgebiet keine Vorortbahnhöfe mehr, sondern nur in den eingemeindeten Orten Nienberge (Ortsteil Häger), Sprakel, Hiltrup, Amelsbüren und Albachten sowie am Dienstleistungsstandort „Zentrum Nord“. Dem Personenbahnhof ist ein Abstellbahnhof für Reisezugwaggons angeschlossen.
Der südlich des Hauptbahnhofes gelegene Güterbahnhof wurde als Knotenbahnhof 1994 stillgelegt und besitzt wegen der geringen und zurückgegangenen Bedeutung der Industrie in Münster sowie der Verkehrsverlagerung auf die Straße auch im Ortsverkehr nur noch einen Kunden (Fa. Waggonbau Kiffe), so dass der Abbruch der Gleisanlagen vorgesehen ist. Einen Rangierbahnhof hat es in Münster anders als in den meisten vergleichbaren Städten nie gegeben. Auch der derzeit noch mehrheitlich über Münster laufende durchgehende Eisenbahngüterverkehr zwischen den Nordseehäfen und dem Ruhrgebiet soll durch weitere Rationalisierungsmaßnahmen auf andere Strecken über Minden (Westf.) verlegt werden. Im Zusammenhang damit soll auch die 1930 eröffnete, unvollständig gebliebene und bereits marode Güterumgehungsbahn am östlichen und südlichen Stadtrand stillgelegt werden. Die seit 1975 nur noch im Güterverkehr betriebene Westfälische Landeseisenbahn nach Neubeckum (– Beckum – Lippstadt – Warstein) ist ebenfalls von Stilllegung bedroht. Der Eisenbahngüterverkehr ist in Münster daher im Gegensatz zum Personenverkehr nahezu bedeutungslos geworden.
Hauptartikel: Fahrradstadt Münster
Eine besondere Bedeutung hat im innerstädtischen Verkehr das Fahrrad (in Münster im Volksmund auch mit dem Begriff Leeze aus der Sondersprache Masematte bezeichnet), wofür ein gut ausgebautes Radwegenetz besteht und am Bahnhof das Fahrradparkhaus Radstation Münster errichtet wurde. Von den täglich etwa 1,3 Millionen durchgeführten Fahrten in der Stadt werden etwa 40% per Fahrrad durchgeführt – eine drei Mal höhere Quote als in vergleichbar großen Städten. Gefördert wird der Fahrradverkehr unter anderem durch die als „Fahrradautobahn“ bezeichnete Promenade, eigene Fahrstreifen für Radler auf großen Kreuzungen, Ausnahmen von der vorgeschriebenen Fahrtrichtung an Kreuzungen und Einmündungen, die Einrichtung von sogenannten „unechten“ Einbahnstraßen (d.h. Verbot der Einfahrt von einer Seite mit der Ausnahme von Radfahrern) und damit die Nutzungsmöglichkeit in beiden Fahrtrichtungen, sowie die elf Fahrradstraßen.
Da Münster bereits mehrmals als fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands ausgezeichnet wurde, kommen häufig Stadtplaner aus aller Welt hierher, um ihre Städte fahrradfreundlicher zu gestalten: Unter anderem gab es bereits Hilfe für Florenz, Kristiansand und Richfield (Minnesota).
Münster liegt am Europaradwanderweg R1, der von Sankt Petersburg (Russland) über Berlin nach Calais (Frankreich) führt. Auf dem Stadtgebiet führt der Weg grob gesehen von der Pleistermühle über die Straßen Zum guten Hirten, Warendorfer Straße, Promenade, Wilhelmstraße und Horstmarer Landweg.
Die Stadt gehört der Verkehrsgemeinschaft Münsterland an. Seit Stilllegung der Straßenbahn 1954 und des Trolleybusbetriebes 1968 besteht der von den Stadtwerken Münster betriebene städtische öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Münster nur noch als Omnibusbetrieb. Somit ist Münster zusammen mit Wiesbaden und Aachen eine der größten deutschen Städte ohne Schienen-ÖPNV-System. Jedoch wird der Busverkehr durch die Schaltung von Ampeln auf Grüne Welle für Busse vor PKW bevorzugt. Wegen der Bedeutung Münsters als Kaufmannsstadt wird von der städtischen Verkehrspolitik vorrangig der Straßenverkehr gefördert. Man geht davon aus, dass Münster als überregional bedeutender Standort für den Einzelhandel und für Pendler, die in Münster arbeiten, ausreichende Parkmöglichkeiten bieten muss. Die Wiedereinführung schienengebundenen Stadtverkehrs in Münster ist im Gegensatz zu einigen anderen größenmäßig vergleichbaren deutschen Städten, z.B. der Regionalhauptstadt Karlsruhe, nicht vorgesehen. Auch befindet sich der am schnellsten wachsende Stadtteil Gievenbeck nicht an einer der vorhandenen Eisenbahnstrecken, sondern ist nur auf der Straße erreichbar.
| A 1 (E 37) | Hamburg – Bremen – Osnabrück – Münster – Hagen – Wuppertal – Köln |
| A 43 | Münster – Recklinghausen – Bochum – Wuppertal |
| B 51 | Bremen – Diepholz – Osnabrück – Georgsmarienhütte – Münster – Recklinghausen – Bochum – Wuppertal – Köln – Saarbrücken |
| B 54 | (Enschede – ) Gronau – Steinfurt – Münster – Werne – Dortmund – Hagen – Siegen – Limburg – Wiesbaden |
| B 219 | Ibbenbüren – Greven – Münster |
Am Autobahnkreuz Münster-Süd kreuzen sich zudem die Autobahn A 1 und die Autobahn A 43.
Der Binnenhafen in Münster ist weitgehend stillgelegt worden und die Flächen mit Gebäuden vieler dort ansässig gewesener Betriebe wurden neuen Nutzungen zugeführt. Dabei wird besonderer Wert darauf gelegt, Künstler anzusiedeln und durch die in den letzten Jahren stark zunehmende Gastronomie auch ein neues Freizeitgebiet zu schaffen. Während diese Umstrukturierung nördlich des Hafens am Kreativkai bereits weitgehend abgeschlossen ist, ist der südliche Teil noch industriell geprägt. Mittelfristig soll der Hafen selbst zu einem Yachthafen umgebaut werden.
Des weiteren erscheinen mit lokalem Bezug der wöchentliche Terminkalender na dann... sowie das 14tägliche Stadtmagazin ultimo und die monatlich erscheinende GIG, welche in hoher Auflage kostenlos verteilt werden, die Obdachlosenzeitung draußen!, das zweimonatlich kostenlos erscheinende, regionale Interviewmagazin „Stadtgeflüster Münster“, sowie das bundesweit erscheinende Monatsmagazin Jazzthetik.
Ebenfalls eine Krimireihe produziert das ZDF in Münster mit dem Titel „Wilsberg“ und mit Leonard Lansink in der Hauptrolle als Privatdetektiv Wilsberg.
Daneben existiert der kleine Spartensender Offener Kanal Münster (OK-Münster/TV-Münster). Das Programm wird im Bennohaus produziert und kann über Kabelfernsehen empfangen werden.
Ebenfalls ansässig in Münster ist der private Radiosender Antenne Münster. Er wird von der Lokalradio Münster Betriebsgesellschaft mbH betrieben und sendet außerhalb der lokalen Option das Rahmenprogramm von Radio NRW. Im Stadtgebiet kann er auf UKW 95,4 MHz empfangen werden.
Als dritter Sender in Münster wird das Hochschulradio Radio Q vom Hochschulrundfunk Münster e.V. betrieben und kann auf UKW 90,9 MHz im Stadtgebiet empfangen werden.
Die Stadt Münster bietet via Münster Marketing eigene Rundgänge an, zum Beispiel eine Altstadt-Tour oder eine „ArchitekTour“. Etwas andere Rundgänge werden vom gemeinnützigen Verein StattReisen Münster organisiert. Der Verein will dabei helfen, die Stadt und ihre Umgebung „zu entziffern“. Dabei wird unter anderem die Jagd auf Mister X inszeniert, ein Totengräber lädt zur Gruselnacht.
Seit dem Gewinn des LivCom-Awards wirbt Münster mit dem Titel lebenswerteste Stadt der Welt. Unter anderem wurden Plakate mit dem Satz „Münster ist die lebenswerteste Stadt der Welt“ und Szenen aus dem Stadtleben verteilt. Jeder münstersche Haushalt bekam außerdem zwei Postkarten mit Werbung für die Stadt. 2005 startete die Stadt die Image-Kampagne geheimtipp-muenster.
Neben vielen historischen Gebäuden wird die Kultur der Stadt nicht zuletzt durch ihre zahlreichen Studierenden (rund 48.000) geprägt, die eine lässige Atmosphäre entstehen lassen. Es gibt – in Relation zur Größe der Stadt – zahlreiche Cafés, Kneipen und Klubs. Dies gilt in den letzten Jahren insbesondere für das Hansaviertel.
Auffällig sind auch die unzähligen Fahrräder, die sich nicht nur auf der innerstädtischen Promenade tummeln. Die im Jahre 1770 durch Wilhelm Ferdinand Lipper angelegte Promenade ist ein Rad- und Fußweg, der die gesamte Altstadt Münsters ringförmig umgibt. Sie liegt zum großen Teil auf den ehemaligen Wallanlagen. Die Promenade ist ca. 4,5 Kilometer lang und gilt als eine homogene städtebauliche Einheit.
Die ehemaligen Industriegebiete Am Hawerkamp und Hafen im Hansaviertel wurden umgewandelt und bieten neben Galerien und Gastronomie viel alternatives Leben.
Münster hatte sich in Kooperation mit Osnabrück als Europäische Kulturhauptstadt für das Jahr 2010 beworben. Von den drei Bewerber-Städten aus Nordrhein-Westfalen (Essen / Köln / Münster) wurde allerdings Essen als Kandidat nominiert.
Im Gegensatz zu vielen anderen Städten (z.B. Dortmund, Frankfurt am Main, Kassel) hat sich der Wiederaufbau der nahezu völlig zerstörten Innenstadt am alten Stadtbild orientiert. Im Bereich des Kuhviertels, des Aegidiiviertels, der Engelenschanze und des Hindenburgplatzes wurden Durchbrüche vorgenommen und neue Straßen geschaffen. Allerdings wurde der Promenadenring erhalten und im Bereich von Domplatz und Prinzipalmarkt die Straßen nicht verbreitert, so dass hier der mittelalterliche Stadtgrundriß weitgehend erhalten blieb, auch wenn die Bebauung größtenteils aus den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts stammt.
Außerhalb der Innenstadt dominieren in Münster Wohnhäuser in Backsteinbauweise, die immer häufiger von modernen Stahl/Glas-Bauten durchsetzt werden. Ein Beispiel hierfür ist der Büro-Tower aus dem Jahre 2002 an der Hammer Straße.
Neben der Tuckesburg, dem Haus des ehemaligen Zoo-Direktors Professor Landois, finden sich in Münster zahlreiche weitere Bauten von Johann Conrad Schlaun. Dazu gehören u.a. das fürstbischöfliche Schloss für den damaligen Fürstbischof Max Friedrich von Königsegg-Rothenfels (1767-1787), das Haus Rüschhaus (1753-1757), das Stadthaus (1767-1773) sowie der vielfach als sein Meisterwerk angesehene Erbdrostenhof (1755).
Muenster,Germany,Buddenturm21.JPG Ein weiteres sehenswertes historisches Bauwerk ist der Buddenturm am nördlichen Teil der Promenade. Der Turm ist ein Rest der ehemaligen Stadtbefestigung vor dem Jahre 1200. Nach dem Abriss der Stadtmauer gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde er 1878 zu einem Wasserturm umgebaut. Dazu wurde dem Turm ein Zinnenkranz aufgesetzt, hinter dem sich der Wasserbehälter befand. Nach 1945 wurde er restauriert und wieder mit der alten Form des Kegeldachs versehen. Zusammen mit dem Zwinger und den Überresten des „Neuwerk“ ist er eines der letzten noch erhaltenen Bauwerke der ehemaligen Stadtbefestigung.
Das 1589 erbaute „Krameramtshaus“ ist eines der ältesten Gildehäuser in Münster. Während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden im Jahre 1648 waren hier die Gesandten der Niederländischen Generalstaaten einquartiert. Seit 1995 ist hier das „Haus der Niederlande“ untergebracht, ein in Deutschland einzigartiges akademisches Wissenschafts- und Kulturzentrum. Es befindet sich nördlich der Lambertikirche.
Die von Architekturkritikern vielgerühmte und von der Bürgerschaft gut angenommene Stadtbücherei von 1993 (Architekturbüro Bolles, Wilson & Partner), nahe der historischen Altstadt gelegen, stellt ebenfalls einen reizvollen Gegensatz zur klassischen „Münster-Architektur“ dar: Der Bau aus Backstein, Beton und Glas hat die Form eines Schiffes, das metallene Eingangsportal stammt aus einer Rostocker Werft.
Münsters erstes Hochhaus ist das Iduna-Hochhaus am Servatii-Platz. Das Gebäude wurde von Friedrich Wilhelm Kraemer, Ernst Sieverts und Günter Pfennig in den Jahren 1960–1961 gebaut und steht unter Denkmalschutz.
In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts kamen Diskussionen über neue Hochhäuser in Münster auf. In den Jahren 2001 bis 2002 wurde der „Bürotower“ an der Hammer Straße als Glas-/Metallkonstruktion inmitten eines Umfeldes von Backsteinhäusern gebaut. Heiß diskutiert wird in Münster ebenfalls der Entwurf des „York-Towers“ in Münsters Norden. Daran, dass zunächst zahlreiche Bedenken gegenüber dem geplanten 18-stöckigen Hochhaus geäußert wurden, da es „das Stadtbild verschandeln“ würde, lässt sich die kritische Einstellung der Münsteraner zu Hochhäusern gut ablesen. Seit Herbst 2005 liegt ein überarbeiteter Entwurf vor, wonach das Gebäude nur noch 14 anstatt der ursprünglich geplanten 18 Stockwerke erhalten soll und die Baumasse um gut ein Drittel reduziert wurde. Das seitdem unter dem Namen „T 14“ laufende Bauprojekt soll zudem eine überarbeitete Fassade mit rhythmisierenden Glasflächen unterschiedlicher Größe erhalten. Eine endgültige Entscheidung über den Bau steht jedoch noch aus. Fast schon sicher scheint dagegen jedoch der Neubau eines 20-stöckigen Bürogebäudes der Sparda-Bank im Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum im Norden von Münster.
Ebenfalls kontrovers diskutiert wird die Aufwertung des bislang als Parkplatz genutzten Hindenburgplatzes vor dem Schloss. Dazu soll dort das „Kulturforum Westfalen“ entstehen, bestehend aus einem Museum für Gegenwartskunst des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe und einer Musikhalle. Kern dieser Diskussion ist, wie der auftretende Verlust von Parkplätzen kompensiert und zugleich sichergestellt werden kann, dass ausreichend Stellfläche vor dem Schloss für die Durchführung der alljährlichen Kirmes Send vorhanden ist. Mehrere unterschiedliche Konzepte wurden bereits diesbezüglich im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs eingereicht. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.
Der größte Neubau seit dem Zweiten Weltkrieg in der Innenstadt von Münster sind die Münster Arkaden, ein Einkaufszentrum. Auch hier gab es Kontroversen um die Gestaltung, die von einem Teil als sehr passend zu den Arkadengängen bewertet wird, von dem anderen wird das Design als „rechteckige Rundbögen“ verspottet.
Als besondere architektonische Herausforderung ist der 2005 erstellte Neubau der Diözesanbibliothek im Überwasserviertel um die Überwasserkirche herum zu betrachten. Der schweizer Architekt Max Dudler gestaltete insgesamt drei Bauten in Kubusform, die sich in die historische Architektur einfügen. Die nach dem Krieg auf dem zerbombten Grundstück erstellten Ergänzungsbauten und die bisher um das gesamte Gelände gezogene Mauer wurden abgerissen. Dabei entstand u.a. ein Bibliotheksgang, der nun öffentlich zugänglich ist und einen neuen Blick auf die Überwasserkirche ermöglicht.
Das höchste Gebäude in Münster ist der Fernmeldeturm mit 222,5 Metern. Er steht im Süden des Stadtteils Mauritz-Ost, südlich der Wolbecker Straße in der Nähe der Bundesstraße B51.
Hauptartikel: Kirchen in Münster
Da die Kirchen das Stadtbild von Münster sehr prägen, bekam Münster schon früh die Bezeichnung „Nordisches Rom“. Als Fabio Chigi – der spätere Papst Alexander VII. – in Münster für die Verhandlungen zum westfälischen Frieden weilte, sagte er über die Stadt: „Bis in die Wolken erheben sich die spitzen Türme, von denen, für alle hörbar, melodisches Glockengeläut klingt.“
Die zahlreichen Kirchen sind immer noch prägnant für die Skyline von Münster. Nicht umsonst lautet der Wahlspruch der Münsteraner über ihre Stadt: „Entweder es regnet oder die Glocken läuten – und wenn beides zusammenfällt, dann ist Sonntag.“
Die beiden wichtigsten Kirchen in Münster sind der St.-Paulus-Dom, dessen erster Bau bereits 805 begonnen wurde, und die Lambertikirche.
Der heutige Dom entstand in den Jahren von 1225 bis 1264 und wurde u.a. nach dem Zweiten Weltkrieg auf Grund starker Zerstörung umgebaut. Beim Wiederaufbau in den Fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts setzte der damalige Bischof Michael Keller gegen den Willen eines Großteils der Münsteraner und der Denkmalpflege durch, dass das architektonisch bedeutende „Westwerk“ (das Westportal des Doms zwischen den beiden Türmen) nicht wiedererrichtet und durch eine schlichte Sandsteinwand mit 16 kleinen, im Kreis angeordneten Fenstern ersetzt wurde. Sie werden oftmals auch als „Kellerfenster“ tituliert. Weithin sichtbar ist der Dom vor allem auf Grund seiner inzwischen grünen Kupferdächer.
Die Lambertikirche ist die von den Kaufleuten der Stadt finanzierte „Gegenkirche“ zum bischöflichen Dom. Die erste Kirchengründung ist um 1000 nachweisbar, die heutige Kirche existiert seit 1375. Bekannt wurde die Kirche durch die Körbe am Turm, in denen die Wiedertäufer nach ihrem Tod weithin sichtbar aufgehängt wurden. Die (zwischenzeitlich restaurierten) Originale der Körbe hängen noch immer dort, ergänzt durch die im Rahmen der Skulptur.Projekte des Jahres 1997 installierten Drei Irrlichter als „Erscheinung von drei Seelen oder inneren Feuern, die keine Ruhe finden können“.
Der älteste Sakralbau Münsters ist die St.-Mauritz-Kirche. Das Stift wurde bereits Ende des 11. Jahrhunderts gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie zeitweilig die einzige benutzbare historische Kirche der Stadt.
Die St.-Aegidii-Kirche wurde 1724-1728 nach Plänen von Johann Conrad Schlaun gebaut und ist eine ehemalige Ordenskirche des Kapuzinerordens.
Die St.-Joseph-Kirche von 1905 ist eine große Kirche im neugotischen Stil südlich der Innenstadt, die Hl.-Geist-Kirche ist eines der wenigen bedeutenden Bauwerke der Stadt im Bauhausstil.
Eine der wenigen bekannten protestantischen Kirchen in Münster ist die Erlöser-Kirche, deren erster Bau um 1900 geweiht wurde. Direkt nach der Zerstörung des ursprünglichen Gebäudes im Zweiten Weltkrieg erfolgte ein Neubau von Otto Bartning als sogenannte Notkirche mit Industrieverglasung und Neonlicht. In dem Bau finden regelmäßig die Erlöserkonzerte statt.
Die Apostelkirche ist die erste rein gotische Kirche in Münster und die älteste evangelische Kirche der Stadt. Sie wurde 1270 als Klosterkirche der Franziskaner-Minoriten erbaut. In preußischer Zeit wurde sie evangelische Garnisons- und Gemeindekirche.
Am Kulturkai im Hafen liegt das bundesweit älteste Privattheater Wolfgang Borchert Theater. Der Spielplan umfasst Komödien, Kinder- und Jugendstücke, Theaterexperimente und Musik- bzw. Tanztheater. Das Theater im Pumpenhaus ist das erste unabhängige Theater in Münster und nicht weit vom Zentrum Nord entfernt. Das 1985 gegründete Theater bietet Abseits großer Kassenerfolge erfolgreiche Co-Produktionen ohne festes Ensemble und ohne homogene Dramaturgiespielpläne. Im Hansaviertel gelegen, bietet „Der kleine Bühnenboden“ seit über 20 Jahren experimentellen Tanz, Pantomime, Drama und Figurentheater als zweites Privattheater in Münster. Das Programm besteht dabei aus Eigenproduktionen und ausgesuchten Gastspielen. Das Besondere ist durch die geringen Zuschauerplätze die Nähe des Publikums zum theatralischen Geschehen. Einen anderen Ansatz verfolgt dagegen das „Theaterpädagogische Zentrum“ in Münster. Es bietet eine Vielzahl von Eigenproduktionen, wobei die Darsteller allesamt Schüler des Zentrums sind. Im „GOP-Varieté“ direkt gegenüber dem Hauptbahnhof werden moderne Varietéshows von internationalen Weltklasseartisten dargeboten. In Verbindung mit einer kreativen Küche werden die Akzente hier auf eine anspruchsvolle Live-Unterhaltung gesetzt.
Münster gilt auf Grund seines hohen Anteils an Studenten als Kinostadt. So werden die erfolgreichsten Filme von bis zu 80.000 Besuchern gesehen, in Relation zum Bundesdurchschnitt erreicht Münster vom 1,5- bis zum 6-fachen an Besuchern.
Das größte Kino in der Stadt ist das Cineplex, gelegen nahe des Hafens, mit neun Sälen und 2.761 Plätzen, welches alle Blockbuster zeigt. Das „Stadt New York“ in der Innenstadt zeigt in vier Sälen aktuelle Hollywood-Filme, allerdings eher abseits des Mainstreams. Neben diesen Kinos für den Massengeschmack existieren noch zwei Programmkinos, deren Programme regelmäßig preisgekrönt werden, nämlich das „Cinema“ mit „Kurbelkiste“ östlich und das „Schloßtheater“ nördlich der Innenstadt.
Vor Eröffnung des Cineplex im Jahre 2000 gab es noch vier weitere Kinos, die auf Hollywood-Mainstream spezialisiert waren: Das „Roland-Theater“ und das „Metropolis“, beide direkt am Hauptbahnhof, sowie das „Apollo-Theater“ und der „Fürstenhof“, beide an der Ludgeri-Kirche gelegen.
Der Westfälische Kammerchor Münster wurde 1978 gegründet und musiziert seitdem unter der künstlerischen Leitung von Markus Föhrweißer. Der Chor, der sich aus Studierenden und Berufstätigen unterschiedlichster Bereiche zusammensetzt, pflegt ein umfangreiches Repertoire geistlicher und weltlicher A-cappella-Musik und legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Erarbeitung anspruchsvoller Chorwerke des 19. und 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Konzerte in Münster und anderen Städten Deutschlands, regelmäßige Konzertreisen ins europäische Ausland und in die USA, Produktionen für den WDR sowie Auszeichnungen im Rahmen der Deutschen Chorwettbewerbe (u.a. dritter Preis in Regensburg 1998) machten den Chor über die Region Westfalens hinaus bekannt und bestätigten zugleich sein hervorragendes Niveau.
Das „Collegium Musicum“ ist ein hauptsächlich aus Studenten und ehemaligen Studenten bestehendes Orchester des Instituts für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität. Es bietet nicht nur Repertoirestücke, sondern auch historisch interessante, unbekannte Werke, in denen auch eher unbekannte Instrumente zum Einsatz kommen. Die „Alte Philharmonie Münster“ besteht aus ehemaligen Studenten, die aus den Studentenorchestern ausgeschieden sind. In ihrem Konzertprogramm werden moderne Musik des 20. Jahrhunderts mit klassischen und romantischen Werken kombiniert. Ebenfalls klassische Musik bietet das Barockorchester „Amici Musici“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
Einen ganz besonderen Blick zurück in die Vergangenheit ermöglicht das 1959/1960 eröffnete Mühlenhof-Freilichtmuseum in Sentrup in unmittelbarer Nähe zum Allwetterzoo Münster und dem Aasee. Hierbei handelt es sich um ein Museumsdorf, in dem das Leben in Westfalen im 17., 18. und 19. Jahrhundert mit über 30 Gebäuden darstellt wird. Bei diesen Gebäuden handelt es sich ausnahmslos um historische Bauten, die von ihren originalen Standplätzen in das Freilichtmuseum versetzt wurden. Das bekannteste Bauwerk ist die aus dem Emsland stammende Bockwindmühle aus dem Jahre 1748.
StadtmuseumMünster.jpg An der Salzstraße in der Einkaufspassage Salzhof nahe des Servatii-Platzes befindet sich das Stadtmuseum Münster. Das 1979 gegründete Museum zeigt in einer Dauerausstellung die Geschichte der Stadt Münster von den Anfängen im Jahre 793 bis in die Gegenwart. Zusätzlich werden zeitlich limitierte Sonderaustellungen aus dem Themenkreis Münster gezeigt.
Ein weiteres sehenswertes Museum ist die Villa ten Hompel am Kaiser-Wilhelm-Ring. Diese ehemalige Fabrikantenvilla war während der Zeit des Nationalsozialismus ab dem Jahre 1940 der Sitz der Ordnungspolizei für den Wehrkreis IV, von woaus rund 40 Mitarbeiter den Einsatz von ca. 200.000 sogenannten „Ordnungskräften“ leiteten. Sie war maßgeblich am Massenmord von Juden, Sinti und Roma beteiligt. Nachdem in dieser Villa u.a. von 1953 bis 1968 die Behörde für Wiedergutmachung ihren Sitz hatte, beherbergt sie seit 1999 eine Gedenkstätte zum Nationalsozialismus in Deutschland.
An der Windhorststraße, direkt an der Promenade und in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof, befindet sich das Museum für Lackkunst. Diese Einrichtung der BASF Coatings AG ist die weltweit einzige Einrichtung dieser Art. Sie beherbergt eine umfangreiche Sammlung von Lackkunst aus Ostasien, Europa und der islamischen Welt mit rund 1000 Objekten aus mehr als zweitausend Jahren.
Das Westfälische Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte am Domplatz zeigt bedeutende Kunstwerke vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. Die Schwerpunkte liegen auf romanischen und gotischen Monumentalskulpturen und der frühwestfälischen Tafelmalerei, auf der Kunst der Klassischen Moderne sowie der Gegenwart. Bekannt ist das Museum u.a. für das Soester Antependium, Bilder von Konrad von Soest und die berühmten romanischen Glasfenster des Meisters Gerlachus aus der Sammlung des Freiherrn vom Stein. Die Renaissance ist hervorragend vertreten durch die münstersche Malerfamilie tom Ring. Die großen Ereignisse der Geschichte in Westfalen, etwa die Zeit der Täufer und der Westfälische Friede, werden in der Sammlung ebenso lebendig wie die Kunst des Barock und der frühen Bürgerzeit. Die Epoche des Jugendstils wird durch die in Münster geborenen Künstler Bernhard Pankok und Melchior Lechter dokumentiert. Darüber hinaus werden umfangreiche Bestände des deutschen Impressionismus, u.a. von Max Liebermann und Lovis Corinth, und des Expressionismus gezeigt. Einen besonderen Schwerpunkt bilden Werke der Künstlergruppen Die Brücke und Blauer Reiter. Insbesondere der aus Westfalen stammende Künstler August Macke ist mit umfangreichen Beständen vertreten. Seit 1977 veranstaltet das Museum im zehnjährigen Rhythmus die Ausstellung Skulptur.Projekte, bei der zeitgenössische Künstler im gesamten Stadtgebiet ihre Werke ausstellen.
Neben dem Westfälischen Pferdemuseum im Allwetterzoo befindet sich dort ebenfalls das Westfälische Museum für Naturkunde. Neben der Ausstellung über die Entwicklung Westfalens von der Mammutsteppe zur Agrarlandschaft werden hier die Überreste von Dinosauriern gezeigt, darunter das 16 Meter lange Skelett eines Tyrannosaurus Rex. Daran angeschlossen ist ein Planetarium, ausgestattet mit einem Zeiss-Planetariumsprojektor Modell Universarium VIII. Erwähnenswert sind weiterhin das „Westfälische Eisenbahnmuseum“ in der Nähe der Halle Münsterland, das „Westpreußische Landesmuseum“ im Drostenhof im Stadtteil Wolbeck mit einer Dauerausstellung zur Geschichte, Kunst und Kultur Westpreußens, sowie das Lepramuseum im Stadtteil Kinderhaus mit Dokumentationsstelle zur Erforschung der Leprageschichte.
Der Jahrmarkt Send (von: Synode) ist einer der größten in Nordrhein-Westfalen und findet dreimal jährlich statt (Frühjahrs-, Sommer-, und Herbstsend). Neben zahlreichen Fahrgeschäften findet sich dort auch ein Markt für Töpfe und andere Haushaltsgegenstände. Jeweils am Freitag wird vor dem Schloss ein großes Feuerwerk abgebrannt.
In Münster findet jedes Jahr am Rosenmontag ein großer Karnevalsumzug statt. Über 100.000 Zuschauer säumen dann die Straßen. Der Ruf der Jecken ist dabei Helau. Von den über 80 Wagen, die 2005 mitfuhren, kam jeder Vierte aus den Niederlanden, was den Einzugsbereich des Münsterschen Karnevalsumzug deutlich macht. Zusätzlich marschieren rund 70 Fußgruppen mit. Der Zug startet am Hindenburgplatz und zieht über den Servatii-Platz und den Ludgeriplatz, dann über den Prinzipalmarkt zurück zum Hindenburgplatz.
Des Weiteren findet seit dem Jahr 2000 alljährlich im Frühling das EuroCityfest statt, eine zentrale Freiluftveranstaltung in Münsters Innenstadt. Im Jahr 2006 fand das EuroCityfest vom 26.-28. Mai statt. Über 70 Bands spielten auf den acht Innenstadtbühnen. Im Rahmen dieses Stadtfestes hat sich seit 2002 das von der Gruppe 6-Zylinder ins Leben gerufene A-cappella-Festival EuropaVokal etabliert, auf dem neben 6-Zylinder weitere renommierte europäische A-cappella-Gruppen auftreten.
Alljährlich wird in Münster Anfang August das Turnier der Sieger durchgeführt, ein hochrangiges Reitturnier, das vom Westfälischen Reiterverein von 1835 ausgetragen wird. Bei dem zur Riders Tour gehördenden internationalen Turnier treten die Sieger der nationalen Reitturniere im Spring- als auch Dressurreiten nochmals gegeneinander an.
Vom 4. bis 6. November 2005 fand in Münster erstmalig der Elternalarm statt, ein Tag der offenen Tür an sämtlichen Hochschulen für die Eltern der 48.000 Studenten. Aufgrund der positiven Resonanz seitens der Eltern und Studenten sowie den Hochschulen findet diese Aktion seitdem alljährlich im November statt. Auch wenn einzelne Hochschulen in Deutschland den Eltern einen Einblick in das Leben ihrer Studenten ermöglichen, so ist das Konzept des Elternalarms einzigartig, da es sich hierbei eine Kooperation aller Hochschulen innerhalb Münsters handelt.
Zur Weihnachtszeit verwandelt sich Münsters Innenstadt in einen Weihnachtsmarkt, der Besucher aus dem gesamten Umland bis hinein in die Niederlande anzieht. Deshalb werden auch routinemäßig niederländische Polizisten nach Münster abgestellt, die mit deutschen Kollegen über die Plätze patrouillieren. Die 250–300 Stände verteilen sich auf insgesamt sechs Plätze. Auf dem Platz des Westfälischen Friedens findet hierbei der größte Markt mit ca. 120 Ständen statt. Die anderen drei „traditionellen“ Weihnachtsmärkte liegen nur wenige Gehminuten entfernt im Aegidiimarkt, an der Lambertikirche und an der Kiepenkerl-Figur. Dazu haben sich in den letzten Jahren kleinere Märkte am Hauptbahnhof sowie zwischen Landesmuseum und Aegidiimarkt etabliert.
Zudem finden in Münster regelmäßig Tagungen und Kongresse mit zum Teil internationaler Beteiligung statt, vorwiegend im Congress-Centrum der Halle Münsterland.
In unregelmäßigem, mehrjährigem Turnus verleiht die traditionsreiche Stadt des Westfälischen Friedens gemeinsam mit ihrer Universität den renommierten Historikerpreis der Stadt Münster an durch ihr Lebenswerk herausragende Geschichtswissenschaftler.
Die wohl erfolgreichste Band aus Münster sind die aus Wolbeck stammenden H-Blockx, die seit 1994 Erfolge mit ihrer Crossover-Musik für sich verbuchen können. In den 1980er und 1990er Jahren sehr erfolgreich war die Band Alphaville, deren Debut Big in Japan und vor allem auch die Single Forever Young die New Wave deutlich mitprägen konnte. Ebenfalls aus Münster stammt die erste deutschsprachige Skaband El Bosso & die Ping-Pongs. Aus dieser Band ging auch Dr. Ring-Ding hervor, der im Jahr 2000 mit den H-Blockx den Hit Ring of Fire sang. Eine der führenden A-cappella-Gruppen in Deutschland sind die münsterschen 6-Zylinder, die seit 1983 existieren und 1989 den ersten in Deutschland erschienen A-cappella-Pop-Tonträger herausbrachten (Vokal Total).
Ebenfalls aus Münster stammt der Entertainer Götz Alsmann. Auch Steffi Stephan als Bassist in Udo Lindenbergs Panikorchester, Organisator des alljährlichen Eurocityfestes und Besitzer des Jovel, einer Diskothek, ist in Münster bekannt.
Auf der gegenüberliegenden Seite der Innenstadt in direkter Nähe der St.-Josef-Kirche an der Hammer Straße liegt der „Südpark“. Inmitten der zwischen 1975 und 1979 entstandenen Anlage befindet sich ein großes, flaches Wasserbecken, das im Sommer zur Abkühlung genutzt werden kann und auch für Kinder gefahrlos zugänglich ist. Weitere Sehenswürdigkeit im Park ist der versteckt gelegene Staudengarten sowie eine aus Fahrradteilen zusammengeschweißte Skulptur am Eingang des Parks. Neben mehreren Spielplätzen am Rand des Parks gibt es zusätzlich einen Bolzplatz sowie mehrere Ballspielflächen.
Im Westen der Stadt liegen neben dem Botanischen Garten im Schlossgarten mit über 8.000 verschiedenen Pflanzenarten gleich mehrere Parkanlagen. Nördlich davon liegt auf der anderen Seite des Schlossgrabens der ehemalige Friedhof der Gemeinde Liebfrauen-Überwasser. Nachdem die Verstorbenen ab 1887 auf dem Zentralfriedhof bestattet wurden, übernahm das Grünflächenamt der Stadt im Jahre 1926 den bis dahin vernachlässigten Friedhof und verwandelte ihn in einen Stadtpark. Aufgrund seiner ehemaligen Funktion befinden sich dort noch zahlreiche Denkmäler sowie Grabdenkmäler von Persönlichkeiten, die auf dem Gelände ihre letzte Ruhe gefunden haben. Darunter sind beispielswiese die der Generäle Heinrich Wilhelm von Horn und Roth von Schreckenstein, die schlichte Urne des protestantischen Philosophen Johann Georg Hamann oder das Ehrenmal an die Opfer des Deutsch-Französischen Krieges. Südlich des Botanischen Gartens befindet sich die Parkanlage auf dem Gelände des ehemaligen Zoos. Neben einigen Teichen und Überresten von Tiergehegen befinden sich hier auch die „Tuckesburg“, das ehemalige Wohnhaus von Hermann Landois, dem Gründer des Zoos, sowie das ehemalige Naturkundemuseum, in dem die städtische Musikschule untergebracht ist. Zusätzlich befinden sich im bzw. in unmittelbarer Nähe des Parks die „Wasser-Plastik“ von Heinz Mack, die Bronzeskulptur „Wirbel“ von Henry Moore sowie weitere Skulpturen. Direkt an den Park schließen sich der in die Innenstadt hereinreichenden Aasee mit seinen weitläufigen Grünanlagen sowie der Zentralfriedhof an, der zum Entspannen und Spazierengehen, aber auch zur Andacht und zum Gedenken einlädt.
Weitere Parks existieren östlich der Innenstadt im Erphoviertel mit dem ehemaligen „Hörster Friedhof“, der wie der Liebfrauen-Überwasser-Friedhof im Jahre 1926 zu einer Parkanlage umgestaltet wurde, und dem Park des Vorsehungsklosters zwischen den Stadtteilen Coerde und Handorf. Mit dem Tiergarten im Stadtteil Wolbeck existiert ganz am östlichen Stadtrand von Münster ein Staatsforst, der von den Fürstbischöfen als Jagdrevier genutzt wurde und seit 2005 unter Naturschutz steht. Auf der Loddenheide, einem ehemaligen Flugplatz und Militäranlage, entstand ab Mitte der 1990er-Jahre ein Gewerbegebiet mit einem integrierten „Friedenspark“, einer großzügig angelegten Parkanlage mit See, einem Kinderspielplatz sowie der „Friedenskapelle“. Inmitten des Parks befindet sich neben der Skulptur „Die alte Schießmauer“ eine am 7. Juni 1998 vom Dalai Lama (Tenzin Gyatso) gepflanzte Roßkastanie.
Für Familien interessant sind unter anderem der Allwetterzoo Münster und die neun Hallen- sowie sechs Freibäder der Stadt, wovon allerdings je drei bis 2008 geschlossen werden sollen. Besonders Jugendliche benutzen im Sommer auch den Dortmund-Ems-Kanal als Schwimmbad. Von Ende August bis Ende Mai steht eine Eislaufhalle mit besonderen Events zur Verfügung.
Etwa 1000 Kneipen, Restaurants, Gasthöfe, Cafés und Biergärten existieren in Münster. Die urige Cavete im Kuhviertel ist das älteste reine Studentenlokal der Universitätsstadt und wurde bereits am 28. März 1959 eröffnet. Es verdankt seine Gründung einem Artikel im Semesterspiegel von 1956, in welchem die Langweiligkeit und Spießigkeit Münsters beklagt wurde.
Münster und das Münsterland sind für Fahrradfahrer gut ausgebaut und ausgeschildert. Sehenswert ist insbesondere die 100-Schlösser-Route, die an vielen historischen Burgen und Schlössern vorbeiführt.
Ein besonderes Gebiet in Münster zum Ausgehen ist der Hawerkamp im Hansaviertel. In der Nähe vom Hafen gelegen, bietet er Jugendkultur in all seinen verschiedenen Farben. Am Hawerkamp hat sich eine für eine Stadt der Größe Münsters außergewöhnliche künstlerische und musikalische Szene etabliert, die jährlich über 120.000 Besucher anzieht. Neben den zahlreichen Musikevents in den einzelnen Clubs ist diese Besucherzahl auch auf das jährlich stattfindende Hawerkamp-Festival und den offenen Ateliers der über 50 Künstler zurückzuführen. Bei der Bewerbung Münsters zur Kulturhauptstadt Europas 2010 war der Hawerkamp einer der kulturellen Schwerpunkte neben Prinzipalmarkt und Picasso-Museum. In einem bundesweit einzigartigen Projekt wird seit dem 1. Januar 2006 das alternativ geprägte Gelände durch den Verein „Erhaltet den Hawerkamp“ eigenverantwortlich verwaltet.
Daneben gibt es noch den lokalen American Football-Verein, die „Münster Mammuts“, die 1983 gegründet wurden und in der Oberliga Ost spielen. Erfolgreichster Basketballverein ist der „UBC Münster“, dessen Herrenmannschaft momentan in der 1. Regionalliga West spielt. Im Handballsport dominieren die Vereine „DJK Sparta Münster“ und „SC Westfalia Kinderhaus 1920 e.V.“ Die Herren von Sparta und die Damen von SC Westfalia Kinderhaus 1920 e.V. spielen jeweils in der Verbandsliga Westfalen. Die „Laufsportfreunde Münster e.V.“ sind der größte Laufsportverein der Stadt. Der 1988 gegründete Verein organisiert den „LSF Straßenlauf“, jeweils im März, und den „Internationalen Silvesterlauf“.
Seit November 2004 kann auch in Münster Unihockey beim neu gegründeten „UHC Münster“ gespielt werden. Der Verein spielt in der Saison 2005/2006 seine zweite Spielzeit in der Westliga in Nordrhein-Westfalen. Dabei handelt es sich um eine Kleinfeld-Liga, bei der sich die beiden Erstplatzierten für die Deutsche Meisterschaft qualifizieren.
Große sportliche Events in Münster sind der Münster-Marathon, der mit über 3.000 Zielläufern zu den zehn größten Marathonläufen in der Bundesrepublik zählt. Er wird seit 2002 jährlich im September ausgetragen. Von 1981 bis 1998 fanden und wieder seit 2005 finden in Münster in der Halle Münsterland die Skateboard-Weltmeisterschaften statt, die Münster Monster Mastership. Die enge Verbindung zwischen den Skateboardsport und Münster begründet sich in Titus Dittmann, dem aus Münster stammenden, in der Szene bekannten Skateboardhersteller.
Für die Bevölkerung der Westfalenmetropole wird im Sommer im Zweiwochen-Rhythmus die Inline-Skating-Tour „Skatenight“ veranstaltet, bei der bis zu 7.000 Teilnehmer über extra abgesperrte Straßen rollen. Zum Segeln lädt in Münster der Aasee ein, auf dem bei guten Wetter zahlreiche Segel- und Tretboote zu sehen sind. Münster gilt zudem als Hochburg des Speckbrett-Spiels, was die vier entsprechenden Vereine und zahlreiche öffentliche Speckbrett-Plätze erklärt.
2001 wurde Münster Bundessieger beim ADAC-Städtewettbewerb „Erreichbarkeit von Zentren und Innenstädten“ im Aktionsfeld „Neue Ansätze, Visionen, Konzepte“. Bereits 1997 wurde Münster von der Deutschen Umwelthilfe zur Klimahauptstadt Deutschlands gekürt.
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