François Boucher 019.jpg, eine Mätresse Ludwig XV.]] Eine Mätresse (v. franz.: maîtresse = Herrin, Meisterin), auch Kurtisane, ist eine offizielle Geliebte eines Fürsten, Adligen oder sonst bedeutenden Mannes. In einer Zeit, als Eheschließungen aus rein politischen Gründen stattfanden, „hielten“ sich große Männer oft eine Geliebte, mit der sie vielfach eine engere Beziehung verband als mit ihrer Ehefrau. Einige Mätressen hatten durch diese Konkubinate einen an europäischen Königshäusern nicht unbedeutenden politischen pornokratischen Einfluss.
Heute wird der Begriff umgangssprachlich bisweilen als Synonym für „Geliebte“ benutzt, gilt aber als veraltet.
Ursprünglich waren die Mätressen an den europäischen Fürstenhöfen einfache Geliebte ohne besonderen oder gar offiziellen Einfluss. Sie traten im Mittelalter auch selten oder gar nicht öffentlich auf und mussten sich auf eine rein private Rolle der Geliebten beschränken.
Als sich im 15. Jahrhundert das französische Hofleben änderte und plötzlich auch Frauen, etwa in Form von Hofdamen und Ehrenjungfern, bei Hofe eine immer größere Rolle spielten und auch öffentlich „auftraten“ änderte sich auch zunehmend die Rolle der Mätresse. Die stärkere Beteiligung der Frauen am höfischen Leben führte zu einer Verfeinerung der Sitten und zu einer schöngeistigeren Atmosphäre. Unter Franz I. etablierte sich die Stellung der königlichen Mätresse. Zwar war es für die Kirche immer noch nicht hinnehmbar, dass derart öffentlich gegen eines ihrer Gebote verstoßen wurde, doch der Hofklerus schien sich damit abzufinden. Allerdings war die Haltung der Kirche zum Mätressenwesen uneinheitlich. Als Landesherr und Adliger musste ein Fürst eine Frau heiraten, die er nicht freiwillig gewählt hatte. Dies verstößt beispielsweise gegen eine zentrale Forderung der katholischen Kirche auf Freiwilligkeit einer Eheschließung. Deshalb neigten manche Theologen dazu, bei Fürsten eine Ausnahme vom Gebot der Monogamie zu machen und ihnen offizielle Mätressen zuzugestehen, um auch das Sexualleben in geordnete Bahnen zu lenken.
Unter Heinrich II. und seiner Frau Katharina von Medici zogen viele italienische Hofdamen an den französischen Hof, die ihrerseits ebenfalls durch Neuerungen aus dem zentralen Land der Renaissance zur Vollendung von Manieren, Eleganz und Etikette bei Hofe beitrugen.
Die Mätresse entwickelte sich im Laufe der Zeit und in Folge der Lockerung der Sitten immer mehr zu einer Institution am Hofe. Sie bekleidete immer mehr eine Art Amt mit ungeschriebenen Rechten und Pflichten. Man muss davon ausgehen, dass viele Ehefrauen die offiziellen Mätressen tolerierten, so lange sie nicht nach politischem Einfluss trachteten.
Seinen Höhepunkt erreichte das Mätressentum in Europa im 18. Jahrhundert als etwa die Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. großen Einfluss auf die Politik des Landes hatte und offen Kunst und Kultur förderte. Zu jener Zeit hatte es sich eingebürgert von der Favoritin des Königs als einer maîtresse en titre zu sprechen, was der Stellung der Geliebten einen offiziellen Charakter verlieh. Für eine Zeitlang bürgerte sich am französischen Hof sogar die Sitte ein, dass die „Königliche Mätresse“ der Ehefrau vorgestellt werden musste. Damit wurde die Verbindung quasi offiziell. Auch an anderen Höfen Europas zu jener Zeit blühte die Mätressenkultur. In Sachsen war die Gräfin Cosel die offizielle Geliebte des Kurfürsten und in Russland umgab sich Katharina die Große mit mehreren Favoriten wie etwa Grigori Potjomkin oder Sergei Wassiljewitsch Saltykow .
Nicht nur in der klassischen Zeit der Mätressen, dem Barock und der Aufklärung, waren sie gesellschaftliche und politische Themen, auch im 19. Jahrhundert beeinflusste Lola Montez den König von Bayern Ludwig I. oder Camilla Parker Bowles mit ihrer Liaison zu Prince Charles Ende des 20. Jahrhunderts.
Siehe auch: Kategorie:Mätresse
elskerinde | Mistress (lover) | Maîtresse | Metresa | Mätress
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