Lyss ist eine politische Gemeinde (Einwohnergemeinde) im Amtsbezirk Aarberg im Schweizer Kanton Bern.
Von den fast 11'000 Einwohnern sind etwa 83 % Schweizerinnen und Schweizer. Da die Einwohnerzahl über 10'000 liegt, kann sich Lyss auch als Stadt bezeichnen.
Für die Förderung erneuerbarer Energien wurde Lyss mit dem Label "Energiestadt" ausgezeichnet.
Das sich rasant entwickelnde Regionalzentrum hat sich bis heute viel vom seeländisch-dörflichen Charakter bewahrt.
Geographie
Lyss liegt am Rande eines breiten Tales, das sich in Südwest-Nordost-Richtung vom
Murtensee über das
Grosse Moos und der
Alten Aare bis in die Nähe von
Grenchen hinzieht. Den Westen dieses Tales schliessen der
Neuenburgersee und der
Bielersee ab. Weiter westlich erhebt sich das
Juramassiv mit dem 1'607 m hohen
Chasseral, der von Lyss aus zu sehen ist. Das Talgebiet (auch Berner
Seeland genannt) hat wenig Gefälle und wurde bis zur Trockenlegung (
Juragewässerkorrektion) häufig von Überschwemmungen heimgesucht. Das Schwemmland besteht aus Ablagerungen der Flüsse
Broye,
Saane und
Aare. Die Gemeinde liegt am Eintritt des
Lyssbaches in dieses Flachland. Etwa 8 km von Lyss entfernt liegt das Ostufer des
Bielersees; südwestlich liegen
Neuenburger und
Murtensee und südlich der
Wohlensee. Die Entfernung zum Hauptort des Amtsbezirks
Aarberg beträgt 3 km, zur
Bundesstadt Bern ca. 20 km und zur Stadt
Biel/Bienne 10 km. Die Nachbargemeinden sind
Seedorf BE,
Aarberg,
Kappelen BE,
Worben,
Busswil bei Büren,
Büetigen,
Diessbach bei Büren und
Grossaffoltern.
Geschichte
Das Gebiet des Seelandes wurde ursprünglich von
Kelten besiedelt. Im Jahr
1009 wird Lyss erstmals in einer Schenkungsurkunde erwähnt. Schon im frühen Mittelalter lag der Ort an der Siedlungs- und Sprachgrenze zwischen
Alemannen und
Burgundern. Lyss gehörte zur
Grafschaft Aarberg und kam
1377 an
Bern. Wie andere Dörfer in der Umgebung hatte auch Lyss lange mit immer wiederkehrenden Überschwemmungen zu kämpfen. Der
Lyssbach trieb damals einige
Mühlen an, wovon heute noch einige Strassennamen zeugen (Oeleweg, Mühleplatz, Walkeweg).
1831 und
1832 gab es besonders schwere Überflutungen im Seeland, was dann zur Gründung eines ersten Korrektionskomitees führte.
1868 bis 1878 wurde die erste Phase der
Juragewässerkorrektion abgeschlossen. Die
Aare wurde von
Aarberg aus nach Westen in den
Bielersee umgeleitet (
Hagneck-Kanal), nachdem der
Nidau-Büren-Kanal fertiggestellt war (ein breiterer Abfluss des Bielersees wiederum in die Aare unterhalb von Lyss). Es konnten hiermit weite Landstriche trockengelegt werden.
1864 wurde die Bahnlinie von Bern über Lyss nach Biel/Bienne eröffnet und 12 Jahre später die Bahnlinie von Lausanne über Lyss nach Solothurn. Lyss wurde somit zum Verkehrsknoten (1887 folgte eine neue Strasse von Biel über Lyss nach Bern). Für Handel, Gewerbe und Industrie bot dies sehr gute Bedingungen, was man an der Entwicklung der Einwohnerzahl ermessen kann. 1956 und 1979 wurden die Industriegebiete Schachen und Grien Süd erschlossen. Die ehemals selbständigen Schulgemeinden Lyss und Hardern bildeten nach der Fusion 1974 die Einwohnergemeinde Lyss in der heutigen Form.
Politik
Das Gemeindeparlament (Grosser Gemeinderat) hat 40 Mitglieder (Frauenanteil 40 %) und tagt sechs mal im Jahr. Die Sitze im Parlament verteilen sich wie folgt:
- FDP: 14 Sitze
- SP: 11 Sitze
- SVP: 7 Sitze
- VGP: 5 Sitze
- EVP: 3 Sitze
Der Gemeinderat besteht aus sieben Mitgliedern einschliesslich des Gemeindepräsidenten.
Stadtpräsident ist Herrmann Moser (FDP)
Wirtschaft
In Lyss sind etwa 6'000 Personen in ca. 600 gewerblichen oder industriellen Betrieben beschäftigt. Die wichtigsten der breit gestreuten Branchen:
- Metallbetriebe
- Maschinenindustrie
- Zementwaren- und Bausteinindustrie
- Kunststeinindustrie
- Elektronikbetriebe
- Kunststoffverarbeitung
- Confiserie- und Biscuitfabrikation
- Handelsunternehmen
- Verteilzentralen
Infrastruktur
Zum schon beschriebenen Verkehrsknoten kam 1986 die Anbindung an das Autobahnnetz hinzu. Die
A6 von
Wimmis über
Thun,
Bern und Lyss nach
Biel/Bienne wird derzeit als
A16 ("Transjurane") über
Delémont und
Porrentruy in Richtung französisches Autobahnnetz ausgebaut.
Nur 30 Autobahnkilometer entfernt liegt der internationale
Flughafen Bern-Belp.
Sport und Freizeitanlagen
In Lyss ist der Sitz des
Schweizerischen Leichtathletik-Verbands. Zudem hat Lyss mit dem Sportzentrum Grien, dem Parkschwimmbad mit Lehrschwimmbecken, der Seelandhalle, der Tennisanlage Grünau sowie Sporthallen und diversen Partylokalen nicht nur Touristen einiges zu bieten.
Städtepartnerschaft
Im April 1982 wurde die Adria-Stadt
Monopoli in der italienischen Provinz
Apulien Schwesterstadt von Lyss. Die Wahl Monopolis fiel insofern nicht schwer, da seit Jahren viele ehemalige Monopolitaner (keine Monopolisten!) in Lyss leben und arbeiten.
Weblinks
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