| Strukturformel | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| LSD.png | |||||
| Allgemeines | |||||
| Name | Lysergsäure- diethylamid | ||||
| Andere Namen | LSD | ||||
| Summenformel | C20H25N3O | ||||
| CAS-Nummer | 50-37-3 | ||||
| Kurzbeschreibung | farblose Prismen | ||||
| Eigenschaften | |||||
| Molmasse | 323,42 g/mol | ||||
| Aggregatzustand | fest | ||||
| Schmelzpunkt | 80 - 85 °C (Base) | ||||
| Löslichkeit H2O | löslich | ||||
| Sicherheitshinweise | |||||
| Gefahrensymbole | |||||
Der Chemiker Albert Hofmann stellte LSD erstmals 1938 her, während seiner Forschungsarbeiten zum Mutterkorn, mit der Zielsetzung ein Kreislaufstimulans zu entwickeln. LSD wurde später unter dem Markennamen Delysid vom Pharmakonzern Sandoz zur psychiatrischen Behandlung und zu Forschungszwecken bereit gestellt. Chemisch gehört LSD zur Strukturklasse der Ergoline.
Als starkes Halluzinogen war LSD eine Modedroge während der Hippieära der Endsechziger.. Erst in den 80er Jahren gewann LSD als Partydroge in der Technoszene wieder an Beliebtheit. Heutzutage ist LSD im Vergleich zu anderen Drogen nahezu in der Bedeutungslosigkeit versunken. Drogen- und Suchtbericht 2005
LSD gilt als sofort und gut wirksames Migränemittel (unter anderem auch bei Schüben des so genannten Klusterkopfschmerzes). Studie "Response of cluster headache to psilocybin and LSD"
Bei manchen Konsumenten können auch lange nach der Einnahme von LSD psychische Veränderungen auftreten, sogenannte Flashbacks. Die beschriebene totale Ich-Auflösung ist eher auf ein Hängenbleiben in einem gerade erlebten Zeitelement zurückzuführen (siehe oben Zeitempfinden), und wird als ein möglicher Zustand im Zuge beschrieben. Die Probanden sind in den allermeisten Fällen sehr klar und sich ihrer Situation bewusst, auch wenn sie selbst willentlich keinen direkten Einfluss auf ihre Wahrnehmung haben.
Die so hervorgerufenen Synästhesien sind gekennzeichnet durch psychedelisch ausgeprägte Bilder. Da Serotonin unter anderem für Körperfunktionen wie Verdauungstätigkeit, Herzfrequenz, Temperatur und Blutdruck zuständig ist, werden auch in diesen Bereichen Wirkungen wahrgenommen.
Der wahrnehmbare Trip dauert im Regelfall etwa acht bis höchstens zwölf Stunden, abhängig von der Dosierung und der Qualität der Droge - bei sehr geringer Dosierung kann die letzte Phase, das „Runterkommen“ („Afterglow“, „Nachglühen“) oft nicht mehr wahrgenommen werden, bei sehr hohen Dosen wird er auch nach dessen Abklingen noch als vorhanden empfunden; gelegentlich kommt es auch zu Flashbacks. Eine euphorische Grundstimmung - ausgelöst beispielsweise durch eine als schön empfundene Landschaft und Musik - kann den ganzen Rausch über anhalten und den gesamten Verlauf der Erfahrung bestimmen. So können aber bestehende Ängste und Depressionen einen sogenannten „Horrortrip“ hervorrufen, der als äußerst unangenehm und als vom Probanden nicht mehr steuerbar empfunden wird. Eine erfahrene und vertraute Person als „nüchterne“ Begleitung („Tripsitter“) kann durch geeignete Maßnahmen solche Erfahrungen verhindern oder abmildern und dadurch den Verlust der willentlichen Einflussnahme des Probanden kompensieren.
LSD wirkt bereits in geringen Mengen. Die normale Dosis liegt bei 50 bis 100 Mikrogramm. Allerdings ist die Wirkung vom Set und Setting und den damit individuell hervorgerufenen Eindrücken abhängig, so dass nicht allein die Dosis für einen starken oder schwachen „Trip“ ausschlaggebend ist.
Körperliche Symptome bei LSD-Konsum sind geweitete Pupillen, ein höherer Blutdruck, höhere Körpertemperatur, manchmal Appetitverlust und während der Wirkung Schlaflosigkeit.
LSD und Ecstasy („Candyflip“): Diese Kombination kann zu starken Wahrnehmungsveränderungen führen mit optischen und akustischen Halluzinationen. Die psychoaktive Wirkung beider Substanzen kann sich gegenseitig verstärken. Dabei kann es zu erwünscht angenehmen Erlebnissen kommen, aber auch die Gefahr einer drogeninduzierten Psychose erhöhen.
Hofmann warnt, dass selbst Menschen mit einer stabilen Persönlichkeit und guter Vorbereitung eine LSD-Psychose erleiden können. Durch gründliche Vorbereitung lassen sich laut Hofmann die vielgfältigen Gefahren für Gesundheit und Leben, die vor allem durch die Halluzinationen und dem Realitätsverlust ausgehen, deutlich vermindern, aber nicht ausschließen.. " * manischen, hyperaktiven Zustand kann das Gefühl der Allmacht oder der Unverletzlichkeit schwere Unglücksfälle zur Folge haben. Solche haben sich ereignet, wenn ein Berauschter in seiner Verwirrung sich vor ein fahrendes Auto stellte, weil er unverwundbar zu sein meinte, oder im Glauben, fiegen zu können, aus dem Fenster sprang. Die Zahl derartiger LSD Unglücksfälle ist aber nicht so groß, wie man nach den Meldungen, die von den Massenmedien sensationell aufgearbeitet werden, annehmen könnte. Trotzdem müssen sie als ernste Warnungen dienen." > Albert Hofman “LSD-Mein Sorgenkind“ , Gebundene Ausgabe 2001
Als Paradebeispiel für die Gefahren von LSD diente jahrelang der von A. Hofmann berichtete und von der CIA bestätigte Unfall, in dem tatsächlich ein Mensch aus dem Fenster sprang: Ein CIA-Mitarbeiter verabreichte dabei einem Bekannten auf einer Party ohne dessen Wissen LSD. Dieser geriet dadurch in einen Angstzustand und stürzte sich aus dem Fenster.
Von der Bedienung von Maschinen oder der Teilnahme am Straßenverkehr - auch als Fußgänger - ist unbedingt abzuraten, weil die oben beschriebenen Wahrnehmungsphänomene eine große Gefährdung darstellen können.
Die Angaben hierzu sind nicht eindeutig. Einige Quellen geben an, dass keine Fall bekannt sei, bei dem eine hohe Dosen tödliches Organversagen verursacht hat. LSD weise nur eine schwache Toxizität auf. Das Verhältnis von Wirkdosis zu tödlicher Dosis dürfte bei etwa 1:1000 liegen, dies lassen Tierversuche vermuten. D.h. die tausendfache Dosis eines "normalen" Trips würde beim Menschen zu tödlichen Vergiftungen führen. Zum Vergleich: Bei Alkohol und Nikotin liegt dieser Wert bei etwa 1:8.
In der Literatur finden sich gegensätzliche Aussagen zur Todesgefahr durch direkte körperliche Folgen der LSD-Einnahme, so schreibt Albert Hofmann: "Meines Wissens sind noch keine Todesfälle als direkte Folge einer LSD-Vergiftung bekannt geworden." Allerdings schreibt Bernhard van Treek: "Außerdem kann es zu Gefäßkrämpfen, einer Überzuckerung oder zu Blutdruckabfall kommen. Herzstillstände sind möglich. Unter LSD-Einfluss kann, wie bei anderen Drogen, unter Umständen eine Atemlähmung auftreten." Bernhard van Treek: Partydrogen; S. 220
Die oft bunten, lustigen Bildchen auf den Löschpapiertrips und auf Pillen - häufig dienen Comicfiguren als Vorlage - können besonders jungen Menschen einen harmlosen Eindruck vermitteln und über die Risiken von LSD hinweg täuschen.
Das NIDA sieht LSD nicht als abhängigkeitserzeugende Substanz an, da LSD kein zwanghaftes „drug-seeking behaviour” erzeugt (wie es z.B. Kokain, Amphetamin, Heroin, Alkohol oder Nikotin tun). Außerdem verringern viele LSD-Konsumenten ihren Gebrauch mit der Zeit freiwillig oder stellen ihn ganz ein.Quelle: * (PDF-Dokument)
Es gibt Quellen, die davon ausgehen, das die Gefahr der Abhängigkeit im Vergleich mit anderen gängigen Rauschdrogen wenig wahrscheinlich ist. Die hohe Toleranzentwicklung Siehe http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/LSD.html macht einen durchgehenden Konsum praktisch unmöglich.
Die Toleranzbildung des LSD wirkt sich auch auf die Toleranz gegenüber anderen verwandten Stoffen aus. So sind LSD, Psilocybin/Psilocin und Meskalin jeweils zueinander kreuztolerant. Die Toleranz gegenüber einem der Stoffe wirkt auch gegenüber einem der anderen genannten Stoffe.
Mit der Vierten Betäubungsmittel-Gleichstellungsverordnung (4. BtMGlV) vom 21. Februar 1967, in Kraft getreten am 25. Februar 1967, wurde LSD in der Bundesrepublik Deutschland den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften des Opiumgesetzes unterstellt. Heute ist LSD in Anlage I zu § 1 BtMG (nicht verkehrsfähige und nicht verschreibungsfähige Stoffe) aufgelistet. Das heißt, jeglicher Umgang (mit Ausnahme des Konsums) mit dieser Substanz ist für die Allgemeinheit generell verboten.
Zu den Wissenschaftlern, die mit LSD experimentiert haben, gehören John C. Lilly, Timothy Leary und Stanislav Grof. In den 1970er Jahren wurde LSD als nicht verkehrsfähiger Stoff eingestuft und die Forschung damit bzw. dessen therapeutische Nutzung (z. B. in der Psychotherapie) nahezu komplett verboten.
Ab 1974 wurde bekannt, dass die CIA in ihrem Projekt MKULTRA seit den 50er Jahren systematisch Menschenversuche mit LSD durchgeführt hat.
Eine (illegale) Renaissance erlebte die Droge in den 1990ern in der Technoszene, allerdings mit anderen Erwartungen an das Erlebnis und mit anderen Dosierungen (nur 30-50 µg).
Bei dem Beatles-Song Lucy in the Sky with Diamonds hält sich hartnäckig das Gerücht, dass er eine Anspielung auf das Thema LSD darstellen soll, obwohl dies von den Beatles selbst stets bestritten wurde. Gleiches gilt für den Song Liquid Soul Dimension der Schweizer Band Samael, oder für das Best-Of-Album Love Sensuality Devotion der Gruppe Enigma.
Halluzinogen | Chemische Verbindung | Lysergsäureamid
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