Lbj2.jpg Lyndon Baines Johnson (* 27. August 1908 in Stonewall, Texas; † 22. Januar 1973 in San Antonio) war der 36. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.
Er wurde 1961 als Vizepräsident Kennedys gewählt und wurde nach dessen Ermordung 1963 selbst Präsident. Bei der Präsidentschaftswahl 1964 wurde er mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Innenpolitisch wollte er unter dem Schlagwort Great Society umfassende Sozialreformen (vor allem im Kampf gegen die Armut) durchsetzen, die aber meist unfertig blieben.
Seine Präsidentschaft wurde vom Vietnamkrieg überschattet. Schon unter seinem Vorgänger waren „Berater“ des US-Militärs in Süd-Vietnam tätig. Johnson, der enge Kontakte zur Rüstungsindustrie besaß, forcierte nach seinem Amtsantritt die US-amerikanische Initiative in Südostasien. Durch den Tonkin-Zwischenfall am 2. August 1964 und die anschließende Tonkin-Resolution beider Häuser des US-Kongresses erhielt er die Ermächtigung, offiziell Truppen zu entsenden. Als die militärische Lage wider Erwarten keine günstige Entwicklung nahm, weigerte er sich, von dem Engagement abzurücken ("I will not be the first President to lose a war."), andererseits verwahrte er sich gegen die Vorschläge der Generäle, durch eine immer intensivere Bombardierung Nordvietnams den Gegner in die Knie zu zwingen.
Der Krieg fraß nicht nur immer mehr Ressourcen auf, die für die Great-Society-Programme nötig gewesen wären, er schwächte (nicht zuletzt wegen zahlreicher Proteste von Kriegsgegnern) auch zunehmend Johnsons Position als Präsident. Auch in der Dominikanischen Republik wurde militärisch interveniert.
Nachdem er bereits im August 1961 nach dem Mauerbau als Vizepräsident nach Deutschland reiste, war er vom 23.- 26. April 1967 in Köln und Bonn zu Gast, wo er an der Beisetzung von Konrad Adenauer teilnahm und Gespräche mit Kurt Georg Kiesinger und weiteren Staatsmännern (Aldo Moro und Charles de Gaulle) teilnahm. Mit Kiesinger redete er außerdem über Themen wie den Nonproliferationsvertrag, eine Stationierung von US-amerikanischen Truppen in Deutschland, Zoll- und Handelsverhandlungen und die Zusage einer intensiven Konsultation.
Bei der Präsidentschaftswahl 1968 verzichtete Johnson auf eine erneute Kandidatur für eine weitere Präsidentschaft, (die zulässig gewesen wäre, da er weniger als zwei Jahre von Kennedys Präsidentschaft amtiert hatte), nachdem in seiner eigenen Partei Robert Kennedy als aussichtsreichster Kandidat angetreten war.
Spätestens seit dem Film JFK - Tatort Dallas tauchten immer wieder Verschwörungstheorien auf, dass die Ermordung John F. Kennedys ein verdeckter Staatsstreich Lyndon B. Johnsons gewesen sei. Dies konnte bisher jedoch nie stichhaltig bewiesen werden.
Mann | US-Amerikaner | Präsident der Vereinigten Staaten | Vizepräsident der Vereinigten Staaten | Senator (USA) | Freimaurer (20. Jh.) | Geboren 1908 | Gestorben 1973
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