| Wappen | Karte | - bgcolor="#FFFFFF" | Wappen_lustenau.gif | map at lustenau.png | - | Basisdaten | bgcolor="#FFFFFF" | Bundesland: | Vorarlberg | bgcolor="#FFFFFF" | Politischer Bezirk: | Dornbirn (DO) | bgcolor="#FFFFFF" | Fläche: | 22,55 km² | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Geografische Lage: | bgcolor="#FFFFFF" | Höhe: | 404 m ü. NN | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner (HWS): | 20.422 (30. September 2004) | bgcolor="#FFFFFF" | Einwohner (HWS + NWS): | 20.806 (30. September 2004) | bgcolor="#FFFFFF" | Bevölkerungsdichte: | 905 Einwohner je km² | bgcolor="#FFFFFF" | Postleitzahl: | 6890, 6893 | bgcolor="#FFFFFF" | Vorwahl: | 05577 | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeindekennziffer: | 80303 | bgcolor="#FFFFFF" valign="top" | Gemeindeamt: | Rathausstraße 1 6890 Lustenau | bgcolor="#FFFFFF" | Offizielle Website: | www.lustenau.at |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Politik | bgcolor="#FFFFFF" | Bürgermeister: | Hans-Dieter Grabher (FPÖ) | bgcolor="#FFFFFF" | Gemeinderat (2005) (36 Gemeinderäte) | FPÖ u. Parteifreie 15, ÖVP 14 Sitze, Grüne 4, SPÖ u. Unabhängige 2 Sitze, Halil Ilgec 1 Sitz | |
Lustenau ist die einwohnerstärkste Marktgemeinde Österreichs und liegt im Westen des Bundeslandes Vorarlberg.
Lustenau liegt am östlichen Ufer des Alpenrheins, im unteren Vorarlberger Rheintal.
Von Norden nach Süden erstreckt sich das Gemeindegebiet über ca. 8,5 km, von Westen nach Osten über ca. 4 km. Im Westen wird Lustenau vom Rhein begrenzt, im Nordosten von der Dornbirner Ach und dem Vorarlberger Rheintal-Binnenkanal.
Ursprünglich war Lustenau in die sieben Parzellen Hag, Rheindorf, Weiler, Stalden, Holz, Grindel und Wiesenrain aufgeteilt, die jedoch im 20. Jahrhundert durch die zunehmende Zersiedelung zusammenwuchsen und mittlerweile nicht mehr klar abgrenzbar sind. Heute wird Lustenau, analog zu den Pfarrgemeinden, meist in Rheindorf, Kirchdorf und Hasenfeld eingeteilt. Dabei handelt es sich aber nicht um Katastralgemeinden oder Gemeindebezirke im rechtlichen Sinne.
Die Nachbargemeinden von Lustenau sind (im Uhrzeigersinn): Höchst, Fußach, Lauterach, Dornbirn, Hohenems, Diepoldsau (CH), Widnau (CH), Au (CH) und St. Margrethen (CH).
Ein vom karolingischen Kaiser Karl III. (dem Dicken) in "Lustenoua" am 24. Juli 887 unterzeichnetes Schriftstück stellt die älteste erhaltene urkundliche Erwähnung des Namens "Lustenau" dar.
888 (nach anderen Quellen 890) schenkte König Arnulf von Kärnten den Reichshof dem Grafen des Linz- und Argengaus, Ulrich IV aus dem Geschlecht der Udalrichinger, der in Buchhorn (dem heutigen Friedrichshafen) residierte. Dieser vererbte den Hof an seine Nachkommen, die Grafen von Bregenz.
Lustenau fiel im späteren 12. Jahrhundert wieder zurück ans Reich. Im Jahr 1323 befand sich Lustenau im Pfandbesitz der Grafen von Werdenberg, Kaiser Ludwig IV. (der Bayer) bestätigte aber 1334 den Status der Lustenauer als freie Reichsleute.
Am 20. April 1395 verpfändeten die Werdenberger um 5300 Pfund Heller den Hof Lustenau mit allen damit verbundenen Rechten an Ritter Ulrich II. von Ems. Die Ritter von Ems wandelten den Pfand am 2. März 1526 in einen Kauf um, wurden 1560 in den Reichsgrafenstand erhoben und nannten sich in der Folge Grafen von Hohenems. Am 6. Jänner 1593 wurde das linksrheinische Widnau-Haslach (das Gebiet der heutigen Gemeinden Widnau, Schmitter und Au) von Lustenau abgeteilt, erhielt aber aufgrund der ungleichen Flächenverteilung auch Grundbesitz auf der rechtsrheinischen Seite zugesprochen, das sogenannte Schweizer Ried.
Als am 16. März 1759 mit Franz Wilhelm III. die männliche Linie der Grafen von Hohenems ausstarb, fiel die Grafschaft Hohenems als erledigtes Reichslehen an das Reich zurück, während Lustenau als Allodbesitz auch in weiblicher Linie vererbt werden konnte. Gräfin Maria Rebekka von Harrach-Hohenems und Rohrau, Tochter Franz Wilhelms, musste ihr Erbe von 1766 bis 1786 vor dem Reichshofrat in Wien gegen Besitzansprüche Österreichs verteidigen. Am 22. März 1790 wurde ein Staatsvertrag zwischen Österreich und Lustenau ratifiziert, in dem Österreich Lustenau als selbständiges Gebiet im Eigentum der Gräfin Maria Rebekka anerkannte.
Zwar fiel im Pressburger Frieden am 26. Dezember 1805 Vorarlberg an Bayern, Lustenau war aber ausgeklammert, da es sich nicht im Besitz der Habsburger befand und keine Enklave war. Am 18. April 1806 verstarb Gräfin Maria Rebekka von Harrach-Hohenems und vererbte Lustenau an ihre Tochter Maria Walburga.
Nachdem Franz II. am 6. August 1806 die Kaiserkrone niederlegte und damit das Ende des Heiligen Römischen Reiches besiegelte, wurde Lustenau für ein paar Wochen ein vollkommen selbständiger Staat unter der Herrschaft der Gräfin Maria Walburga. Am 1. September 1806 unterwarf Bayern die Grafschaft Lustenau, die aber vorläufig im Besitz der Gräfin Maria Walburga blieb. 1809 beschlagnahmte der König von Bayern Lustenau, gab aber 1811 die Eigentumsrechte und die niedere Gerichtsbarkeit gegen eine Zahlung von 300 Gulden an die Gräfin zurück. 1813 verkaufte diese Lustenau an ihren Gatten Graf Clemens Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems.
Als Vorarlberg 1814 zurück an Österreich fiel, blieb Lustenau vorerst bayrisch, da es ja immer noch nicht zu Vorarlberg gehörte. Österreichisches Militär besetzte daraufhin Lustenau, erkannte aber die Patrimonialgerichtsbarkeit des Grafen Clemens an. Als dieser am 10. März 1817 verstarb, erbte sein Adoptivsohn Maximilian dieses Recht und bot schließlich 1827 seinen Verzicht an. Mit der Annahme des Verzichtes durch Österreich und der Übergabe der Gerichtsakten am 22. März 1830 wurde Lustenau endgültig österreichisch.
1834 wurde die bereits 1806 beschlossene Aufteilung der Gemeindegründe (Allmende) auf die Einwohner von Lustenau durchgeführt. Aus dem Widerstand gegen den von 1824 bis 1831 und von 1834 bis 1860 amtierenden Gemeindevorsteher Josef Fitz und der daraus resultierenden Spaltung in eine liberale "Alte Partei" (seiner Anhänger) und eine christlichsoziale "Neuen Partei" (seiner Gegner) entstand das in Lustenau lange vorherrschende Zweiparteiensystem. hochwasser.jpg]] Zum Land Vorarlberg gehört Lustenau seit dessen Gründung 1861. 1902 wurde Lustenau zur Marktgemeinde erhoben. Seit 1969 gehört die Gemeinde zum neu gegründeten Bezirk Dornbirn.
Im 19. Jahrhundert wurde Lustenau regelmäßig Opfer des Hochwasser führenden Rheins. Durchschnittlich alle 4 Jahre kam es zu einer Hochwasserkatastrophe. Zu dieser Zeit waren die Gemeinden noch selber für den Hochwasserschutz zuständig, sodass die Bürger zu Frondiensten im Wasserschutz herangezogen wurden.
Die Bevölkerung Lustenaus ist alemannisch. Das Lustenauerische unterscheidet sich stark von den im Rest Vorarlbergs gesprochenen Dialekten, wird aber von einem stetig sinkenden Teil der Bevölkerung gesprochen.
Die blühende Stickereiindustrie hatte im 20. Jahrhundert eine starke Zuwanderungsbewegung aus der Türkei zur Folge. Gemäß dem Lustenauer Adressbuch von 2002 liegt der Anteil der türkischen Staatsbürger bei 9,5%, der gesamte Ausländeranteil bei 16%.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1766 | 1.413 |
| 1826 | 2.609 |
| 1880 | 4.164 |
| 1910 | 8.381 |
| 1934 | 8.795 |
| 1950 | 10.161 |
| 1960 | 12.551 |
| 1970 | 15.195 |
| 1980 | 17.689 |
| 1990 | 18.902 |
| 2002 | 20.200 |
Der älteste Sakralbau Lustenaus ist die Loretokapelle, die 1645 von der Familie Hagen gestiftet wurde.
Kirche St. Peter und Paul (Lustenau).JPG
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul wurde 1672 erbaut und mehrfach erweitert und renoviert.
1898 bis 1901 wurde die St. Antoniuskapelle am Wiesenrain errichtet.
Mit der Erlöserkirche, die 1933 bis 1935 gebaut wurde, erhielt der nördliche Teil Lustenaus ("Rheindorf") eine eigene Pfarrei.
1973 bis 1975 schließlich wurde im südlichen Teil Lustenaus, "Hasenfeld", die Guthirtenkirche gebaut.
Vom Einkaufszentrum Kirchpark im Zentrum Lustenaus ragt Europas größtes ungestütztes Vordach über den Marktplatz, der wegen seiner blauen Färbung der Blaue Platz genannt wird.
In Lustenau stehen zwei Fußballstadien, in denen die heimischen Klubs SC Austria Lustenau und FC Lustenau 07 spielen. In dem Stadion der Austria Lustenau, dem Reichshofstadion, befand sich auch eine Laufbahn, die aber einer Erweiterung der Tribünenkapazität weichen musste. Während der FC momentan in der Regionalliga spielt, ist die Austria seit über 10 Jahren unter den Besten 20 Vereinen Österreichs vertreten. Die Austria stieg 1997 zum ersten Mal nach über 23 Jahren ohne Vorarlberger Beteiligung in die Bundesliga auf. Dort konnte man sich drei Jahre lang halten. Der SC Austria Lustenau ist einer der wenigen Klubs in Österreich, der keine Schulden aufzuweisen hat.
Das Parkbad (Freibad) und die Rheinhalle (Eislauf-/Eishockeyhalle) bilden die Kernelemente des Sportzentrums Lustenau. Der Eishockeyclub Lustenau (EHC Lustenau) bestreitet seine Heimspiele in der Rheinhalle, der Handballclub Lustenau (HC Lustenau) in der Dreifach-Sporthalle des Bundesgymnasiums Lustenau, das ebenfalls im Sportzentrum beheimatet ist. Weiters gibt es zwei Turnerschaften bzw. Leichathletikvereine, die Turnerschaft Lustenau sowie die Turnerschaft Jahn Lustenau.
Seit mehreren Jahren veranstaltet der Kulturverein "Szene" jeden Sommer ein mehrtätiges Open-Air-Konzert mit lokalen, aber auch bekannten internationalen Bands. "Wir sind Helden" und "Liquido" sind zwei Beispiele für Bands, die in den letzten Jahren aufgetreten sind.
Jedes Jahr am 2. Sonntag im Oktober findet die Lustenauer Kilbi statt Die Kilbi ist eines der größten Volksfeste Vorarlbergs und zieht jährlich tausende Besucher an.
Von Juni bis August findet jedes Jahr die Veranstaltung "Sommer am Platz" im Zentrum der Gemeinde statt. Dabei wird abwechslungsreiches musikalisches Programm geboten, das teils auch von heimischen Bands und der ansässigen Musikschule bestritten wird.
Käsdönnala (außerhalb Lustenaus "Käsfladen" genannt) sind ein mit einer Käse-Zwiebel-Mischung belegter Hefeteig.
Riebel ist ein Schmarren aus Weizen- oder Maisgrieß und war im 19. Jahrhundert das Hauptnahrungsmittel der Lustenauer Bauern.
Mehrere Lustenauer Gasthäuser bieten von Zeit zu Zeit unter dem Titel Alt Luschtnouar Koscht traditionelle Gerichte an.
Lustenau liegt abseits der Hauptverkehrsachse durch das Rheintal (Bregenz - Dornbirn - Feldkirch), ist jedoch ein wichtiger Grenzort zur Schweiz.
Die Rheinstraße (B 203) durchzieht Lustenau von Süden nach Norden und stellt die Verbindung nach Hohenems und Hard dar. Die von Dornbirn kommende, außerhalb des Ortsgebiets vierspurig ausgebaute Lustenauer Straße (B 204) mündet im Süden der Gemeinde in die B 203 und zweigt nach ca. 1,7 km zur Bundesgrenze zur Schweiz ab. Die Transitroute München - Zürich führt auf diesen beiden Straßen mitten durch das Gemeindegebiet Lustenaus, die zunehmende Belastung durch den Schwerverkehr ist zu einem stetig wachsenden Problem geworden.
Die vier Brücken über den Rhein führen (von Norden nach Süden) nach Höchst, Au (CH), Widnau (CH) und Diepoldsau (CH). Weitere wichtige Straßenverbindungen bestehen nach Dornbirn und Wolfurt.
Die beiden nur ca. 800 Meter voneinander entfernten unbesetzten Bahnhöfe Lustenaus (Lustenau-Höchst und Lustenau Markt) liegen an der eingleisig ausgebauten Eisenbahnstrecke Bregenz - St. Margrethen. Während die meisten der täglich mehrmals zwischen Bregenz bzw. Lindau und St. Margrethen verkehrenden Regionalzüge in beiden Bahnhöfen halten, fahren die InterCity-Züge der Verbindung München - Zürich ohne Halt durch.
tramlustenau.jpg Buslinien des Landbus Unterland führen nach Höchst, Hard, Bregenz, Dornbirn und Hohenems.
Von 1902 bis 1938 existierte die Elektrische Bahn Dornbirn - Lustenau, das "Tram".
Im Ort gab es im Jahr 2003 570 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 4.964 Beschäftigten und 260 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 8.556. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 58,4%.
Millennium Park (Lustenau).JPG
Nachdem gegen Ende des 20. Jahrhunderts die in Lustenau vorherrschende Stickereiindustrie in eine schwere Strukturkrise geraten war, wurde durch die Schaffung von Industriegebieten (Rasis Bündt, Millennium Park) und Gewerbeparks (Impulszentrum Fabrik, Life Center, Oskaralgehaus) gezielt die Ansiedlung neuer Betriebe aus den verschiedensten Branchen gefördert.
Die größten Unternehmen in Lustenau sind (nach Körperschaftsteueraufkommen, Stand Ende 2003):
Volksschule Kirchdorf (Lustenau).JPG
Der Gemeinderat besteht aus 36 Mitgliedern. Nach der Wahl 2005 verteilen sich die Sitze wie folgt:
Außer Bürgermeister Hans-Dieter Grabher (FPÖ) und Vizebürgermeister Mag. Dr. Kurt Fischer (ÖVP) gehören dem Gemeindevorstand seit der Wahl 2005 noch Ernst Hagen, Sieglinde Maksymovicz, Hanno Pinter und Wolfgang Bösch von der FPÖ, Walter Natter jun., Dietmar Haller und Dr. Susanne Andexlinger von der ÖVP und Mag. Thomas Mittelberger von den Grünen an.
Das Wappen der Marktgemeinde Lustenau zeigt einen gekrönten, auf den Hinterbeinen stehenden Löwen, der zwischen seinen Vorderpranken ein Schild hält, auf dem drei mit einer roten Schleife zusammengebundene Ähren abgebildet sind.
Erst am 14. Jänner 1902 verlieh der Staat Österreich der Gemeinde das Recht zur Führung des althergebrachten Lustenauer Wappens, welches eine Modifizierung des reichshöfischen Siegels darstellt. Der im Zentrum stehende Löwe dürfte ursprünglich aus dem Wappen des Hofamanns Mang Hagen stammen, das diesem 1599 verliehen worden war. Auch die Krone, die der Löwe trägt, weist in die reichshöfische Zeit zurück. Die drei Ähren im Schild erinnern an die einstige Bedeutung des Getreideanbaus in Lustenau.
Wolfgang Scheffknecht, 100 Jahre Marktgemeinde Lustenau 1902 bis 2002 - Eine Chronik, ISBN 3-900954-06-2
Priscilla Waldburg-Zeil, "Der Palast von Hohenems Licht und Schatten" Aus der Familiengeschichte Waldburg-Zeil-Hohenems und Schönborn-Wiesentheid, Győr, ISBN 9638630590 (496 Seiten).
Lustenau | Lustenau | Lustenau | Lustenau | Lustenau | Lustenau
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Lustenau".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world