Der Lupus erythematodes (lat. lupus: Wolf, griech. erythema: Röte) ist eine Erkrankung, bei der sich das Immunsystem gegen das körpereigene Bindegewebe richtet (Kollagenose) und dadurch Organe zerstört. Man unterscheidet einen Ganzkörperbefall (SLE=systemischer Lupus erythematodes) und einen reinen Hautbefall (CLE=cutaner L.E.). Der Name Lupus erythematodes steht für die Form eines Ausschlages im Gesicht, der bei dieser Krankheit auftreten kann, und erinnert an das "Wölfische", die Zerstörung von Bindegewebe, Gefäßen und betroffenen Organen. Heute treten diese ausgeprägten Formen eher selten auf, da die Erkrankung frühzeitig behandelt wird. Namensgebend ist heute vielmehr das häufig auftretende "Schmetterlingserythem", eine umschriebene Hautrötung über Nase und Wangen.
Frauen sind etwa zehnmal häufiger betroffen als Männer.
Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa 40.000 Menschen, vor allem junge Frauen im gebärfähigen Alter, an LE. In den USA tritt die Krankheit häufiger auf.
Die Krankheit kann in Schüben oder langsam-schleichend verlaufen. Der Verlauf ist nicht vorhersehbar.
Die Erkrankung beginnt oft mit Fieber; Abgeschlagenheit und Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht folgen häufig.
Des Weiteren klagen die Betroffenen meist über rheumatoide Gelenkschmerzen. Auf der Haut bilden sich oft Erytheme.
Siehe auch: Lupus pernio - Lupus vulgaris
Die Ursache für diese krankhafte Reaktion des Immunsystems ist bisher unbekannt. Es gibt eine starke genetische Disposition. Familienangehörige ersten und zweiten Grades zeigen eine erhöhte SLE-Prävalenz (Peter & Pichler, Klinische Immunologie, 1996, S. 348). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein SLE-Patient mindestens einen Verwandten ersten Grades mit SLE hat, wird mit 3 bis 10 Prozent angegeben (Miehle, Rheumatologie in Praxis und Klinik, 2000, S. 911). Für eineiige Zwillinge wird eine gemeinsame SLE-Erkrankung von 57 % berichtet, für zweieiige Zwillinge von 5 % (Peter & Pichler, s. o.). Auch weitere Autoimmunkrankheiten kommen im Verwandtenkreis gehäuft vor.
-Schmetterlingsrötung im Gesicht
-Nachweis antinukleärer Antikörper im Blut
-Nachweis bestimmter Antikörper im Blut: anti-ds-DNA, Anti-Sm, Antiphospholipid
-scheibenförmige Hautveränderungen (diskoide erythematös-erhabene Plaques mit keratoticher Schuppung s.o.)
-Photosensibilität (Auslösung der Hautveränderungen durch UV-Licht)
-Arthritis (Gelenkentzündung)
-Serositis (Lungenfell oder Herzfell-Entzündung)
-Nierenbefall
-ZNS-Befall
-Blutbild-Änderungen
-Schleimhautschäden (Ulzera)
Medikamente:
Die medikamentöse Therapie des Lupus ist stufenförmg aufgebaut und richtet sich nach der Stärke der Beschwerden, der Organbeteiligung und der Wirksamkeit bei den einzelnen Patienten.
Bei leichter Erkrankung ist in einigen Fällen gar keine oder nur eine symptomatische Behandlung mit Hautcremes und/oder sogenannten NSAR (nichtsteroidalen Antirheumatika) nötig.
Die nächste Stufe ist zumeist das Basistherapeutikum (den DMARDs zugehörig) Chloroquin, das auch zur Behandlung von Malaria angewendet wird, häufig kombiniert mit Cortison.
Erreicht man mit diesen Mitteln keine Verbesserung des Zustandes, werden zumeist immunsuppressive Medikamente eingesetzt. Das häufigste und in der Behandlung von Lupus am besten erprobte Medikament ist Azathioprin. Auch mit Cyclosporin A und Mycophenolatmofetil werden Erfolge erzielt. Außerdem kommen gelegentlich Zytostatika wie Cyclophosphamid oder Methotrexat zum Einsatz. Auch Thalidomid wird unter strenger Überwachung eingesetzt. Mitunter werden einzelne dieser Medikamente untereinander kombiniert, häufiger ist die Kombination mit Cortison.
Andere Behandlungsmethoden: Mit verschiedenen Verfahren wird versucht die schädlichen Auto-Antikörper zu reduzieren_ Immunadsorption, Plasmapherese, Stammzellentransplantation, Immunglobuline, physikalische Therapie
Bei Nierenbefallenden Lupus kann das Medikament CellCept (eigentlich ein Transplantationsmedikament) eingesetzt werden.
Beim SLE liegt die 5-Jahresüberlebensrate bei 95%, die 10-Jahresüberlebensrate bei 85%.
Krankheit | Autoimmunerkrankung
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