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Wappen Karte
Wappen_Lunzenau.png Lunzenau_in_Sachsen.png
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Landkreis: Mittweida
Geografische Lage:
Höhe: 225 m ü. NN
Fläche: 28,06 km²
Einwohner: 5.134 (30. September 2005)
Bevölkerungsdichte: 183 Einwohner je km²
Postleitzahl: 09328
Vorwahl: 037383
Kfz-Kennzeichen: MW
Gemeindeschlüssel: 14 1 82 260
Gliederung des Stadtgebiets: Stadtgebiet und 6 Ortsteile
Adresse der Stadtverwaltung: Karl-Marx-Straße 1
6382 Lunzenau
Website: www.lunzenau.de
Bürgermeister: Franz Lindenthal (Parteilos)

Lunzenau ist eine Kleinstadt im Landkreis Mittweida in Ober-Sachsen (Deutschland).

Geografie


Die Stadt liegt im Mittelsächsischen Granulitgebirge, direkt an der Zwickauer Mulde und ist ca. 25 km von Mittweida, ca. 25 km von Chemnitz und ca. 65 km von Leipzig entfernt.

Wappen


Auf dem Wappen ist ein Fisch und ein Fischerhaus zu sehen.

Ortsteile


  • Berthelsdorf,
  • Cossen,
  • Elsdorf,
  • Göritzhain,
  • Rochsburg,
  • Himmelhartha

Geschichte


Der sorbische Name der Stadt lautet "Luncznaw" (dt. Mühlhausen), es handelt sich um die südlichste Sorbensiedlung des sorbischen Kleingaues "Rochelinzi" (Rochlitz). Gegründet wurde der Ort als ein Reihendorf neben einem kleinen Sorbenmeiler mit Mühle im Jahr 1170. "5 Jahre später erfolgt die Erwähnung als Besitz des Ritters "Guntheros de Rohsberg". Im Jahr 1209 wird Hohenkirchen als Pfarre und Ort benannt. Dem Ort Lunzenau wurde im Jahr 1333 das Stadtrecht verliehen. Sechs Jahr früher erfolgte die Ersterwähnung der Luzenauer Muldenbrücke.

  • 1390 - erste Kirche wurde erwähnt
  • 1495 - die Lunzenauer Fischerinnung wird gegründet
  • 1500 - erstes Pfarrgericht von Lunzenau
  • 1523 - die Bauern die unter die Rochsburger Herrschaft fallen legen Beschwerde beim Herzog von Sachsen gegen den Feudalherren ein
  • 1572 - das erste Lunzenauer Rathaus brennt
  • 1574 - die Schule wird erstmals urkundlich erwähnt
  • 1633 - Die Pest wütete und halbierte die Bevölkerungszahl
  • 1635 - Der erste Stadtgroßbrand die Kirche, das Brauhaus und ca. die Hälfte aller Bürgerhäuser wurden verbrannt
  • 1677 - die große Mühle brennt
  • 1744 - Bruderschaft der Weber erstmals erwähnt
  • 1781 - zweiter großer Stadtbrand - Kirche, Rathaus, Diakonat mit der Schule, das Brau- und Malzhaus sowie ca. 2/3 der Häuser wurden verbrannt
  • 1788 - Weihe der 40m hohen Kirche St. Jakobus
  • 1790 - Bauernaufstand gegen Rochsburger Herrschaft, Lunzenauer Bürger beteiligen sich daran, die Frondienste werden aufgekündigt
  • 1831 - Pfingsten - Großbrand in der "Gräflichen Schönburgschen Schäferei", 300 Schafe sind mit verbrannt
  • 1835 - allgemeine Stadtordnung wird eingeführt
  • 1839 - Maihochwasser nach einem Wolkenbruch, 80cm über der Straße, das Bachhaus und die Schneidemühle werden mit weggerissen
  • 1842 - April bis Juli - große Dürre nachdem es 3 1/2 Monate nicht geregnet hat
  • 1849 - Lunzenauer Kommunalgarde kämpft um die Errungenschaften der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848, der Hauptmann (Webergeselle Schlimper) wird zum Tode verurteilt (wird 1853 begnadigt)
  • 1885 - neue Lunzenauer Papierfabrik wird eingeweiht
  • 1863 - die steinerne Muldenbrücke wird gebaut
  • 1872 - Göhrner Brücke wird in betrieb genommen, Eisenbahnstrecke Leipzig-Chemnitz eingeweiht
  • 1858 - verheerendes Hochwasser der Zwickauer Mulde
  • 1873 - Großbrand im Rittergut Berthelsdorf (Scheune, Stallungen, Herrenhaus und 2 Bauerngüter brannten ab
  • 1873 - schweres Hochwasser
  • 1898 - elektrischer Strom auch in Lunzenau
  • 1907 - Schneidemühle brennt ab
  • 1927 - großes Unwetter zerstörte alle Brücken und Wege am Unterlauf des Brausetalbaches
  • 1929 bis 1930 - Stadtparks am Hartberg wird angelegt und nach zu Ehren des großen Dichters der Stadt, des Heimat- und Muldentaldichters "Dr. phil. Max Vogler" benannt
  • 1941 - Eröffnung des Lunzenauer Stadtbades
  • 1945 - Bombenabwurf über Elsdorf am 16. Januar, schwere Schäden an Gebäuden, keine Tote oder Verletzte. Am 15. April marschierten die US-Truppen ein, die Stadt wurde daraufhin von Bürgermeister Arnold übergeben, im Juni wechseln die Besatzungstruppen und die Sowjetarmee zieht ein
  • 1954 - schweres Hochwasser Gefährdung für die Muldenbrücke in Lunzenau, deren Fahrbahn gerade erweitert wurde
  • 1966 - Wolkenbruch - Hochwasser des Elsbaches mit schweren Gebäude- und Brückenschäden
  • 1970 - Gewitterhochwasser mit Schäden im Bereich des Elsbach
  • 1971 - Auszeichnung der Stadt vom Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden - mach mit"
  • 1974 - die Schule wird erweitert, Neubau
  • 1995 - 30. Juni] - Windpark mit 6 je 6.50 m hohen Windkrafträdern entsteht
  • 1995 1.-3. September - "Tag der Sachsen" in der Region, Lunzenau ist mit Gastgeber
  • 1999 - Einweihung des Wohnpflegeheimes für Blinde, Sehbehinderte und Sehende in Rochsburg
  • 2000 - Sanierungsarbeiten an der Stadtkirche "Sankt Jakobus" beginnen
  • 2002 August - "Die Jahrhundertflut" der Zwickauer Mulde, historische Höchststände gemessen, keine größeren Schäden in Lunzenau

Wirtschaft


Verkehr

Die Autobahnen A 4 und A 72 sind je 20 km entfernt, und der Ortsteil Elsdorf liegt an der Bundesstraße 175.

Ansässige Unternehmen

Papierfabrik Lunzenau GmbH & Co.KG. Das erste Mal wurde die Fabrik Lunzenau im Jahre 1857 erwähnt. In diese Zeit wurde das Großmühlengrundstück zu Lunzenau erworben und im Laufe der Jahrzehnte zum Industriewerk ausgebaut. Zu dieser Zeit stand allerdings die Fabrik in Lunzenau in Zusammenhang mit der 1837 von Wilhelm Vogel gegründeten Möbelstoffweberei in der Chemnitzer Aue.

Gegründet wurde die Papierfabrik im Jahre 1885 von dem Geheimrat Wilhelm Vogel. Damals produzierte man vorwiegend Erzeugnisse für die deutsche Druckindustrie. In den 60-er Jahren wurde die Fabrik wie fünf weitere Firmen der Papierfabrik Penig angeschlossen, die zum VEB Kombinat Zellstoff- und Papierfabriken Heidenau gehörte. Mit der Fertigung und Entwicklung von Rauhfaser begann man in Lunzenau in den 70-er Jahren. Von 1990 bis 1992 wurde das Unternehmen der Treuhandanstalt Berlin untergeordnet. Eine neue Ära begann mit Beginn der Privatisierung im Jahre 1992 durch die Familie Urban. Um am Markt bestehen zu können, musste eine wettbewerbsfähige Produktpalette geschaffen werden. Die Erfahrungen der Lunzenauer kamen bei der Fertigung und Entwicklung neuer Rauhfasersorten zum Tragen. Seit 1993 wurde die Produkt-Palette und die Fertigungskapazitäten kontinuierlich ausgebaut und erweitert.

Die technischen Möglichkeiten zur Fertigung hochwertiger Raufaserqualitäten wurden geschaffen.

Im Januar 2002 wurden die Geschäftsanteile an die Retford Deutschland verkauft. Die britische Retford Wallcoverings LTD ist seit mehr als 20 Jahren mit der Herstellung von Raufaserprodukten befasst und seit mehr als 4 Jahren in Deutschland mit einer eigenen Niederlassung vertreten.

Dem Schutz der Umwelt und des Menschen wird in der Produktion Rechnung getragen. Das für die Produktion benötigte Wasser wird dem Oberflächenwasser entnommen und aus eigenen Brunnen gefördert. Der Anteil an Frischwasser kann dadurch sehr gering gehalten werden. Durch eine mehrfache Wasserführung und -nutzung im Kreislauf mit nachfolgender Abwasserbehandlung in einer biologischen Kläranlage werden die Anforderungen des Gewässerschutzes nach dem WHG vollständig erfüllt. Bei der Produktion werden nur speziell ausgesuchte Naturprodukte und Recyclingpapiere eingesetzt. Darüber hinaus werden Strukturelemente eingesetzt, die teilweise als Reststoffe aus anderen Industriezweigen verwertet werden.

Zum Jahresende 2005 wird auch dieses Unternehmen schließen und damit der letzte in der Stadt verbliebene größere Arbeitgeber.

Öffentliche Einrichtungen


Bildungseinrichtungen

  • Evangelische Mittelschule
  • Grundschule "An den Linden"

Freizeit- und Sportanlagen

Fußballplatz

Städtepartnerschaften


Hörstel (Nordrhein-Westfalen)

Stadtgliederung


Die Stadtbesteht aus dem Stadtgebiet sowie die 6 Ortsteile Himmelhartha, Berthelsdorf, Cossen, Göritzhain, Rochsburg, Elsdorf.

Eingemeindungen

  • 1967 - Eingemeindung von Hohenkirchen
  • 1994 - die Gemeinden Berthelsdorf, Cossen, Göritzhain, Rochsburg, Elsdorf wurden Eingemeindet
  • 1996 - Himmelhartha wird Eingemeindet

Kultur und Sehenswürdigkeiten


Bauwerke

  • Schloss Rochsburg

Regelmäßige Veranstaltungen

Parkfest

Berühmte Personen


Sophie Sabina Apitzsch bekannt auch als "Prinz Lieschen", 1692 als Weberstochter geboren, 1714 gab sie sich als sächsischer Kurprinz aus und reiste als Mann verkleidet durchs Land und wurde nach der Verhaftung erster weiblicher Häftling im Zuchthaus Waldheim.

Dr. phil. Max Vogler (Heimat-und Muldentaldichter)(1854 - 1889)

Ehrenbürger


seit März 2002 - Werner Goldammer Leiter des Lunzenauer Blasorchesters

Literatur


zur Stadt

Dr. Hermann Löscher / Johannes Strehle - "Geschichte der Stadt Lunzenau" (1933) Lunzenau - Überblick über die geschichtliche Entwicklung (1983)

sonstige

Dr. phil. Max Vogler - "Der Herr Kommerzienrat" (1883) - eine Anklage gegen den Lunzenauer Fabrikanten Vogel

Weblinks


  • http://www.lunzenau.de - Stadt Lunzenau
  • http://www.lunzenauer.de - Lunzenauer Papierfabrik

Ort in Sachsen

Lunzenau

 

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