Der Begriff Lunker wird in den Bereichen der Metallurgie, der Kunststoffverarbeitung und der Baustoffe (Beton) verwendet.
Lunker sind Hohlräume im Inneren des Werkstoffs oder Einbeulungen an der Oberfläche, die beispielsweise während des Fertigungsprozesses durch Wärmeschrumpfung in einem aushärtenden Bauteil entstehen.
In der Metallurgie erstarrt das Gefüge von außen nach innen. Der innere Teil kann kein Material mehr von außen nachziehen, und die Kristallstruktur reißt unregelmäßig ein. Der Lunker weist gewöhnlich eine sehr stark zerklüftete Form auf.
In Formgussteilen soll die Ausbildung und Anordnung der Steiger ein Ausgasen der Form und das Nachziehen von Material bei der Abkühlung ermöglichen.
Lunker entstehen nicht nur in Formgussteilen, sondern auch in Kokillen beim Stahlguss. Der Stahl würde im Normalfall von außen nach innen abkühlen. Das erstarrende Material verdrängt Gas und Fremdstoffe bei der Kristallbildung nach innen. Im Inneren entsteht eine Seigerungszone, die Schlacke, Fremdstoffe und Gas enthält. An diesen Fremdstoffen entstehen beim Abkühlen Lunker. Von dem so unberuhigt vergossenen Stahl kann nur die Außenschicht der Kokille verwendet werden.
Um einen homogenen Stahlblock zu erhalten, wird mit Zugabe von Zuschlagstoffen (u.a. Aluminium und Magnesium) das Gas gebunden und der Guss beruhigt. Die Verunreinigungen verteilen sich gleichmäßig in der Kokille. Es können auch Lunker entstehen, die aber in der Regel keine Fremdstoffe enthalten und beim Warmwalzen wieder verschweißt werden.