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Als Lungenemphysem bezeichnet man die irreversible Überblähung der belüfteten Räume distal der terminalen Bronchiolen (anatomisch genaue Bezeichnung für die zwei kleinsten luftgefüllten Strukturen der Lunge). Es wird als der Endpunkt vielfältiger Lungenerkrankungen bezeichnet, die zur Zerstörung der kleinsten Lungenbläschen führen.

Physiologie der Lunge


Die Lunge dient dem Gasaustausch, zum einen wird Sauerstoff aus der Luft aufgenommen, zum anderen wird Kohlendioxid aus dem Blut abgegeben. Um diesen Gasaustausch effizient durchführen zu können, besteht die Lunge aus Millionen kleinster Untereinheiten, den Lungenbläschen oder Lungenalveolen. Die Wände der Alveolen, die das eigentliche Lungengewebe ausmachen, werden auch als interstitielles Gewebe bezeichnet.

Pathogenese


Durch verschiedene Schadstoffe (Rauchen, Silikate, Fein- und Quarzstaub) oder durch körpereigene Proteasen (beim Alpha1-Antitrypsinmangel) kommt es zu entzündlichen Veränderungen des Lungengewebes. Elastasen zerstören die Alveolarsepten. Letztendlich verliert die Lunge ihre Elastizität und die enthaltene Luft kann nicht mehr vollständig entweichen. Die Folge ist eine Überblähung der Lungen. Beim Ausatmen erhöht sich der Druck auf die Alveolen, diese kollabieren, und die enthaltene Luft bleibt dahinter gefangen. Damit kann weniger verbrauchte Luft abgeatmet werden, weniger frische Luft kann einströmen. Im Extremfall werden dann aus vorher funktionstüchtigen Lungenbläschen große funktionslose „Emphysemblasen“.

Einteilung


Man kann das Lungenemphysem nach der Lokalisation einteilen.

  • Beim 'zentroazinären Emphysem ist der zentrale, also proximal der terminalen Alveolen gelegene Teil des Azinus betroffen. Die Hauptursache für dieses Emphysem ist das Rauchen. Die Schadstoffe führen zu einer Entzündung, die das interstitielle Lungengewebe angreift.
  • Das panazinäre Emphysem entsteht am distalen Ende des Azinus. Hauptgrund für die Entstehung ist der vererbte Mangel des Enzyms Alpha1-Antitrypsin. Dieses Enzym schützt die Lunge vor Proteasen, die das Gewebe jetzt angreifen können. Wenn die Alveolarsepten einreißen können die Emphysemblasen konfuieren. Es bildet sich ein panlobuläres und bei weiterem Wachstum ein bullöses Emphysem aus.
  • Durch Überdruckbeatmung in der Notfallmedizin, während Operationen oder auf der Intensivstation entsteht ein interstitielles Emphysem. Hier ist die Luft innerhalb der Alveolarsepten zu finden.
  • Weitere Einteilungen sind ein irreguläres, ein paraseptales, ein kompensatorisches (vikariierendes) Emphysem.

Die Patienten mit einem Lungenemphysem lassen sich in der Klinik in zwei Typen einteilen:

  • pink puffer: hager, deutliche Dyspnoe, wenig Zyanose und einen eher trockenen Husten
  • blue bloater: Übergewicht, kaum Dyspnoe, eine deutliche Zyanose und eher produktiven Husten.

Es ist bisher nicht geklärt, wieso welcher Patient zu welchem Typ wird. Die Lungenpathologie unterscheidet sich nicht. Wahrscheinlich sind genetische Faktoren beteiligt. Viel Patienten weisen auch ein Mischbild beider Extreme auf.

Siehe auch


Weblinks


Krankheit | Pneumonologie

Emphysema | Enfisema | Emphysème | Emfyseem | Lungeemfysem | Lungeemfysem | Emphysema | Lungemfysem

 

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