Der Lunapark am Halensee befand sich von 1909 bis 1933 in Berlin-Halensee und war zu seiner Zeit Europas größter Vergnügungspark.
Geschichte
Entstehung
Um 1900 entstand am Halensee, der zu dieser Zeit ein beliebtes Freibad war, das von dem Ökonomen Saeger betriebene "Wirtshaus am Halensee". Damals war der
Kurfürstendamm ein Waldweg, auf dem am Sonntag die Familien mit
Kremsern von nahe gelegenen Bahnhof Grunewald (heute Halensee) in den Grunewald fuhren. Hier wurde Zwischenrast gemacht und es galt das Motto:
Hier können Familien Kaffee kochen. Zu den Wirtshausräumlichkeiten gehörte bereits in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts ein Rummel mit Karussell, Schieß- und Würfelbuden und einer Wasserrutschbahn, bei der ein pontonähnlicher Kahn den Berg zum See hinunterrollte.
Eröffnung
Am 14. Mai 1909 eröffnete der Gastronom
August Aschinger zusammen mit dem ehemaligen Küchenchef des
Kempinskis, Bernd Hoffmann, die "Terrassen am Halensee", die 1909 in "Lunapark" umbenannt wurden. Es war ein moderner Märchenpalast mit beeindruckenden Türmen und einer großen Freitreppe zu Halensee hinunter.
Die Hochzeit
Der Park enthielt alle Rummelattraktionen der damaligen Zeit, wie z.B. eine Wasserrutschbahn, die im See endete und als besondere Attraktion ein Wellenbad, welches von den Berlinern 'Nuttenaquarium' genannt wurde, weil sich hier die Damen den genießerisch am Beckenrand sitzenden Herren in der neuesten Bademode präsentierten.
Weitere Attraktionen waren eine Wackeltreppe, mit einem Gebläse am Ende, das die Röcke der Damen hob sowie eine Gebirgsbahn oder ein
Hippodrom.
Nach dem Vorbild von
Coney Island in
New York war ein Vergnügungspark entstanden, der Sensationen, Abenteuer, Gefahr, die Illusion der großen weiten Welt und das Erlebnis der scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten der Technik anbot.
Völkerschauen, die erste Rolltreppe, jede Nacht ein großes Feuerwerk, Theater, Revuen, Jazzmusik, Kabarett aber auch Tanzturniere und Boxkämpfe wurden hier geboten. 1926 gewann der junge
Max Schmeling hier seinen ersten Titelkampf.
Die Restaurants hatten eine Kapazität von 16.000 Sitzplätzen. Es gab das "Bayern-Dorf", in dem das Bier in Strömen floss oder das "Luna-Palais" für gehobenere Ansprüche.
Der Park zählte in den Anfangsjahren täglich 50.000 Besucher und an Wochenenden noch erheblich mehr. Bereits 1910 konnte der millionste Besucher empfangen werden.
Neueröffnung
Während des
1. Weltkrieges und in der Inflationszeit gingen die Besucherzahlen allerdings stark zurück und die Anlage war in einem desolaten Zustand. Am 9. Mai 1929 wurde der Lunapark nach einer großen Erneuerung ein zweites Mal eröffnet. Es gelang den Betreibern jedoch nicht mehr an die alten Glanzzeiten anzuknüpfen.
Das Ende
Im Oktober 1933 musste der Lunapark endgültig schließen, und bereits 1934 wurde die ganze Anlage abgerissen. Von den
Nazis wurde der Park als Schandfleck betrachtet, so dass es ganz gelegen kam, dass man das Gelände für den Bau der Halenseestraße benötigte, die zu den
Olympischen Sommerspielen 1936 eröffnet wurde und eine schnelle Verbindung zwischen dem
Olympiastadion, der
Deutschlandhalle, dem Messegelände am
Funkturm und den südlich gelegenen Kampfstätten herstellte.
Weblinks
- http://www.charlottenburg-wilmersdorf.de/wissenswertes/lexikon/lunapark.html Seite des Bezirksamtes
- http://www.webdesignausberlin.de/php/index.php?halensee Weitere Informationen mit alten Postkarten
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