Luigicolani.jpg Luigi Colani (eigentlich: Lutz Colani) (* 2. August 1928 in Berlin) ist ein Designer der Gegenwart. Er ist vor allem durch seine aerodynamischen und biomorphen Formen für Schiffe, Motorräder, Flugzeuge, Brillen und Fotoapparate bekannt geworden.
Seine Formensprache zeichnet sich durch rundliche, von rechten Winkeln freie Entwürfe im "Biodesign" aus, die organische Formen nachahmen, und von Luigi Colani mit ihrer besseren Ergonomie begründet werden. Beispielhaft für diesen Anspruch ist die Kugelküche. Während zahlreiche seiner kleineren Gebrauchsgüter (Badezimmer-Armaturen, Fernseher, Computermäuse) bei Liebhabern Verbreitung gefunden haben, wurden seine Entwürfe für Lkw u. a. für Larag und DaimlerChrysler und Sportwagen aus "praktischen Gründen" nicht in Serienprodukte überführt. Colani ist auch ein Meister der Selbstdarstellung, der sich mit bissigen Kommentaren zu den Arbeiten seiner Kollegen nicht zurückhält.
Derzeit hat er seinen Hauptwohnsitz in Karlsruhe-Neureut.
In Flugzeugstudien für die verschiedensten Einsatzgebiete versuchte Colani die perfekte aerodynamische Form zu finden. Dabei sind seine Entwürfe teilweise stark durch die Formgebung der Natur inspiriert. So imitiert seine Studie eines Megapassagierflugzeuges für 1000 Passagiere die Form des Urhais Megalodon um eine möglichst gute Aerodynamik zu erreichen. Im Jahre 1977 legte Colani diesen Entwurf dem Flugzeugbauer Boeing vor, welcher das Flugzeug jedoch nicht umsetzte.
1981 Vorstellung eines strömungsgünstig umgebauten Citroën 2CV ("Ente") mit einem Durchschnittsverbrauch von 1,71 Liter/100km. Colani_flugzeug_02.jpg 1985 Vorstellung des Propellerflugzeugs "Pontresina". Diese Maschine hat zwei Motoren, mit denen jeweils ein Zug- und ein Druckpropeller angetrieben werden sollte. Die Propeller, die auch unter den Namen "Zentripetal-Überschallpropeller" bekannt wurden, waren ebenfalls eine neue Design-Idee. Dieses Flugzeug ist lediglich eine Studie. Das Modell ist nicht flugfähig.
Einer seiner bekanntesten Entwürfe ist die Spiegelreflexkamera Canon T-90 (1989). 2002 sorgte er für Furore, als er den Auftrag des in negative Schlagzeilen geratenen Hamburger Senators Ronald Schill annahm, die Polizeiuniformen der Stadt neu zu gestalten. Seit August 2005 ist die Hamburger Polizei komplett mit den Uniformen nach Colanis Entwürfen ausgestattet.
1995 wurde das Colani-Ei realisiert: die futuristische Neugestaltung eines Förderturms der ehemaligen Steinkohlenzeche Minister Achenbach in Lünen-Brambauer.Colani-LKW.jpg Vom 1. Mai 2004 bis Ende September 2005 wurde in der Nancyhalle in Karlsruhe seine Ausstellung "Colani - Das Gesamtwerk" präsentiert. Seit 2004 wird das Colani Museum Futurama, in Europa, geplant.
Das Goethe-Institut präsentierte ihn im Rahmen des Deutschland-in-Japan-Jahres 2005 mit einer umfassenden Ausstellung, im Oktober 2005 trat Colani beim Kongress „Brands & Designer China Initiative 2005“ in Shenzen, China auf: zwei Tage nach Karim Rashid und einen vor Philippe Starck. Zusammen mit der Firma BASF präsentiert er 2005 die Show "Colani – Back in Japan" in Kyoto, Japan.
In der Pinakothek der Moderne in München (Die Neue Sammlung, Staatliches Museum für angewandte Kunst) überzeugte die Jury die Installation der Designsammlung: Mit Hilfe von Lichtwänden, bewegten Paternostern und modularen Raumstrukturen wurden die bis zu 22 m hohen Räume „ausstellungsfähig“ gemacht. Für dieses Konzept haben am 18. März 2004 Luigi Colani, Albrecht Bangert, Dieter Thiel, Zaha Hadid und Horst Brandenburg den if-Silver-Award von iF design des Rat für Formgebung-German Design Council erhalten.
Mit der Begründung "Colani sei der Weltmeister der eleganten Kurve" wurde er am 1. März 2005 vom Club "Belle Moustache" in Leinfelden-Echterdingen ausgezeichnet. "Colani habe viele Lebensbereiche durch innovative Formgebung und revolutionäre Konzepte neu gestaltet. Sein markanter Bart sei zu seinem Markenzeichen geworden", teilte der Bartträger-Club weiter mit. Der Preis wurde am 2. April 2005 in Karlsruhe vom Clubpräsidenten Jürgen Burkhardt überreicht.
Vom 1. Mai 2004 bis zum 30. September 2005 fand die große Ausstellung 'COLANI – Das Lebenswerk' im Karlsruher Kongresszentrum (Nancyhalle) statt. Auf 4.000 Quadratmetern wurden die wichtigsten Schlüsselwerke des Designers Luigi Colani aus fünf Jahrzehnten gezeigt. In den Licht durchfluteten und in den sechziger Jahren im Zuge der Bundesgartenschau erstellten Ausstellungshallen waren über 1.000 Großobjekte, Modelle und Entwurfszeichnungen zu sehen. Allein im Jahre 2004 haben mehr als 60.000 Menschen die Ausstellung in Karlsruhe besucht.
Nach Schließung der Ausstellung im September 2005 hat sich in Karlsruhe eine Initiative gegründet, mit dem Ziel, das Lebenswerk Luigi Colanis dauerhaft in einem künftigen Colani Museum in Karlsruhe zu präsentieren. Auf Wunsch des Designers sollen die Exponate auch weiterhin in der dafür optimal geeigneten Nancyhalle gezeigt werden. Inzwischen hat die Stadt Karlsruhe grünes Licht für dieses Projekt gegeben. Das hierzu vorgelegte Museumskonzept wird nun Schritt für Schritt umgesetzt.
Aufgrund des hohen Renovierungsaufwands für die Nancyhalle sucht der Förderverein Sponsoren aus Industrie und Handel, die bereit sind, sich an den Kosten für die Erhaltung der Ausstellungshalle zu beteiligen.
Mann | Designer | Deutscher | Schweizer | Automobildesign | Geboren 1928
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