Lugano ist eine Stadt im Bezirk Lugano des Kantons Tessin in der Schweiz. Der frühere deutsche Name Lauis wird heute nicht mehr verwendet.
Der Stadtname leitet sich vom lateinischen Wort lucus ab, was heiliger Wald bedeutet.
Lugano liegt am Luganersee (Lago di Lugano) und ist umgeben von den drei Aussichtsbergen Monte Brè (925 m) im Osten, Monte San Salvatore (912 m) im Westen und dem Sighignola (1314 m) (am gegenüberliegenden Seeufer), dessen Gipfel Balcone d'Italia bereits auf italienischem Boden liegt. Lugano-panorama.jpg aus gesehen]]
Seit der Eingemeindung von neun umliegenden Vororten im Jahr 2004 hat die Stadt Lugano ca. 50.000 Einwohner. Inklusive Ballungsgebiet sind es rund 90.000 Einwohner. Die 2004 mit Lugano fusionierten früheren Gemeinden sind: Breganzona, Cureggia, Davesco-Soragno, Gandria, Pambio-Noranco, Pazzallo, Pregassona und Viganello. Bereits 1972 wurden die früheren Gemeinden Brè-Aldesago und Castagnola in die Stadt Lugano eingegliedert.
Amts- und Verkehrsprache ist Italienisch.
Stand 2000: Römisch-katholisch 68%, evangelisch-reformiert 5%, konfessionslos 5%, christlich-orthodox 4%, Islam 4%, andere 14%
Die Legislative wird durch den Gemeinderat repräsentiert. Er besteht aus 60 Mitgliedern aus 6 Parteien und wird alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt (Sitzverteilung 2004: FDP 23, SPS 12, CVP 12, Lega 8, SVP 3, Die Grünen 2).
Die Exekutive ist der Stadtrat. Er besteht aus sieben Mitgliedern und wird wie der Gemeinderat alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt.
Stadträte (2004-2008): Giorgio Giudici (FDP), Erasmo Pelli (FDP), Giovanna Masoni Brenni (FDP), Giovanni Cansani (SPS), Nicoletta Mariolini (SPS), Giuliano Bignasca (Lega), Paolo Beltraminelli (CVP).
Die Gemeinde beherbergt den italienisch-sprachigen Rundfunk der Schweiz RTSI und das Orchestra della Svizzera italiana, das aus dem 1935 gegründeten RTSI Orchestra hervorgegangen ist.
Weitere Attraktionen von Lugano sind die beiden Hausberge Monte San Salvatore und Monte Brè, von denen aus man ein schönes Panorama über die Stadt, den Luganersee und die Tessiner Berge geniesst. Beide Berge sind sowohl per Bahn als auch zu Fuss erreichbar. Am Fusse des Monte Brè liegt das pittoreske Dorf Gandria.
Folgt man der Straße vom Ortsteil Paradiso den Berg hinauf (San Salvatore), wird man nach dem malerischen Dorf Carabbia nach Carona kommen. Dieser Ort hat ein Schwimmbad, welches zu den schönsten der ganzen Schweiz gehört. Herrlich gelegen, mit Terrassen, altem Baumbestand und einem 10m-Sprungturm ist es wahrlich einen Besuch wert.
Der Eishockeyverein HC Lugano spielt in der höchsten Eishockeyliga der Schweiz im Stadion Resega.
Der Fussballverein AC Lugano (früher FC Lugano) spielt in der zweithöchsten Fussballliga der Schweiz im Stadion Cornaredo. Er wurde drei Mal Schweizer Meister (1938, 1941 und 1949) und drei Mal Schweizer Cupsieger (1931, 1968 und 1993).
Ottmar Hitzfeld spielte von 1978 - 1980 beim FC Lugano.
Lugano war einer von sechs Austragungsorten der Fußball-Weltmeisterschaft 1954.
Lugano ist das drittgrösste Finanzzentrum der Schweiz. Alle grossen Schweizer Banken sowie zahlreiche internationale Private Banking Institute haben hier eine Niederlassung. Tourismus, Finanz und Handel sind die Hauptpfeiler der Wirtschaft Luganos und sichern insgesamt 27'000 Arbeitsplätze.
Westlich der Stadt liegt der Flughafen Lugano-Agno.
In Lugano befindet sich die 1996 gegründete Universität der italienischen Schweiz mit den Fakultäten Kommunikationswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Theologie. Zur gleichen Universität gehört auch die Architekturakademie in Mendrisio.
Rund um Lugano und den Luganersee haben sich verschiedene deutsche Komponisten zurückgezogen, wie Michael Jary, Martin Böttcher oder auch Peter Thomas.
In Montagnola, oberhalb von Lugano mit Blick auf den Luganersee gelegen, verbrachte Hermann Hesse einen Großteil seines Lebens. Hier wurden von ihm zahlreiche seiner Werke verfasst, unter anderem "Der Steppenwolf" (1927). In Klingsors letzter Sommer hat er der Gegend um die Stadt ein literarisches Denkmal gesetzt. In den Sommermonaten geöffnet, befindet sich nunmehr ein Museum in seiner alten Villa in Montagnola. Neben dieser Casa Camuzzi befindet sich etwas oberhalb des Ortes (neben dem Schulzentrum und dem Spielplatz) die Casa Rossa, ebenfalls Wohnhaus des Dichters. Die Casa Rossa kann allerdings nicht besichtigt werden. Im Ort vor Montagnola liegt Hesses Grabstätte. Direkt an der Straße - rechter Hand, gegenüber der Kirche Sant´Abbondio - auf dem Friedhof rechts hinten, klein und unscheinbar.
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