Swiss roundel.svg Die Schweizer Luftwaffe (fr. Forces aériennes suisse, it. Forze aeree Svizzere, en. Swiss Armed Air Force) ist die Luftstreitkraft der Schweizer Armee. Bis vor einigen Jahren war die Schweizer Luftwaffe noch unter ihrer alten Bezeichnung Flugwaffe bekannt.
Der Angriffsgeist der Schweizer Besatzungen, die insbesondere anfangs Juni ihre defensive Aufgabe erfüllten, wurde zum eindrücklichen Symbol des Widerstandswillens. Die Fliegertruppe schoss im Luftkampf mehrere Flugzeuge der deutschen Luftwaffe ab. Sie hatte aber in dieser Zeit auch selber drei Todesopfer zu beklagen. Am 20. Juni (und bis Ende Oktober 1943) verbot General Guisan aus politischen Gründen Luftkämpfe über schweizerischem Hoheitsgebiet. Im September 1944 gab es noch einen Abschuss eines schweizer Flugzeuges mit Todesfolge, diesmal durch eine US-Besatzung.
Im Zweiten Weltkrieg wurden 6 501 Grenzverletzungen gezählt, 198 fremde Flugzeuge landeten auf Schweizer Hoheitsgebiet, 56 stürzten ab.
Zum Begriff Sicherheit gehört laut Bundesrat heute aber auch die Rettung und Schadensbehebung bei Natur- und Zivilisationskatastrophen im Rahmen von Unterstützungseinsätzen, z.B.: Bergungen, Löscharbeiten, Lufttransporte (Einsätze bei Lawinenkatastrophen, Sturmschäden usw.), Luftaufklärung (Personensuche, Feststellung von Glutherden bei Waldbränden mit Infrarotgerät) sowie die Erweiterung des schweizerischen Engagements in Krisenregionen. Im Rahmen internationaler Organisationen wie der UNO oder OSZE kann die Schweiz zur Verbesserung ihrer eigenen Sicherheitslage beitragen.
Wirtschaftliche Aspekte machen für den europäischen Luftverkehr das Überfliegen der Schweiz attraktiv. Dank solcher Überflüge konnte z.B. die UNO bei Lufttransporten im Rahmen der Friedensmission im Balkan bis Ende 2000 über 100 Millionen Franken einsparen. Im Konfliktfall ist der Schweizer Luftraum durch seine zentrale Lage in Europa, aber auch wegen den aus den topografischen Gegebenheiten entstehenden Radarschatten interessant. Luftoperationen erfolgen praktisch ohne Vorwarnung. Sie sind betreffend Zeit, Einflugsort und Richtung nicht voraussehbar.
Um einen geordneten Ablauf des Luftverkehrs gewährleisten zu können, ist ein Luftpolizeidienst analog dem Strassenpolizeidienst unabdingbar. Um im Krisenfall die Entstehung eines Machtvakuums zu verhindern, braucht es eine angemessene Verteidigungskapazität.
Die Schweizer Luftwaffe besitzt momentan 8 Flugplätze mit Flugbetrieb. Nach dem neuen Stationierungskonzept soll Dübendorf, Mollis geschlossen werden. Alpnach wird später stark reduziert werden.
Alpnach (LSMA): Hauptflugplatz der Helikopter mit dem Lufttransportgeschwader 2
Bern-Belp (LSMB): Bern-Belp ist kein eigentlicher Militärflugplatz. Nur der Luftransportdienst des Bundes ist dort stationiert.
Buochs (LSMU): Buochs ist die sogenannte "Sleeping Base". Auf dieser Basis ist kein militärischer Flugbetrieb mehr. Im Kriegsfall kann LSMU/LSZC reaktiviert werden.
Dübendorf (LSMD): Dübendorf war bis 2004 der wichtigste Militärflugplatz der Schweiz. Nachdem die Kampfjets abgezogen sind, ist dort nur noch das Lufttransportgeschwader 3 stationiert. Der Flugplatz soll spätestens 2014 geschlossen werden. Die Propellerflugzeuge werden Ende 2006 von Dübendorf abgezogen.
Emmen (LSME): Emmen ist Ausweichflugplatz für die Kampfjets. Ebenso ist dort das Lufttransportgeschwader 7 und das Drohnengeschwader 7 stationiert. Die Zielflugstaffel 12 sowie die Patrouille Suisse (bis 2008) ist in LSME beheimatet. Einen Entscheid ob und wohin die Patrouille Suisse verlegt wird, ist noch nicht entschieden. Der Hauptsitz der RUAG Aerospace ist in LSME. In Zukunft werden ab Emmen vermehrt Helikopter, Propellerflugzeuge und Spezialflugzeuge eingesetzt. Ab 2008 wird der Flugplatz auch Zivil Mitbenutzt.
Locarno (LSMO): Locarno ist für die Grundschulung der Piloten und der Fallschirmaufklärer zuständig.
Meiringen (LSMM): Meiringen ist seit 2006 Heimatsbasis des Fliegergeschwaders 11. Es ist ein Kriegsflugplatz mit Kavernen.
Payerne (LSMP): Payerne ist vor allem ein F/A-18 Flugplatz. Stationiert ist dort das Fliegergeschwader 1, Lufttransportgeschwader 1, das Drohnengeschwader 7(teilweise),Ausbildungsstaffel 16 und die Pilotenschule. Payerne ist ein Kriegsflugplatz und neben Emmen der Hauptflugplatz der Luftwaffe.
Sion (LSMS): Sion ist ein Zivil- und Militärflughafen. Die Fliegerstaffel 14 und Instrumentenflugstaffel 14 sind dort beheimatet. Es ist ebenfalls ein Kriegsflugplatz.
Die Schweizer Luftwaffe wird ab 2008 18 EC635 als leichter Transport- und Schulungshelikopter einsetzen. Ebenso werden zwei EC135 für den VIP-Transport gekauft.
Mit dem Rüstungsprogramm 06 steht die Beschaffung von 6 Pilatus PC-21 Trainingsflugzeugen auf der Wunschliste der Luftwaffe. Weiter plant man die Anschaffung eines neuen F/A-18 Simulators da der jetzige nicht mehr auf dem neusten Stand der Technik ist. Die bestehende Super Puma Flotte soll umfassend modernisiert und auf den Stand der Cougar Helikopter gebracht werden.
In naher Zukunft möchte das VBS bis 2010 einen Nachfolger der F-5 Tiger kaufen. In Erwägung gezogen werden der Eurofighter (Europa), Gripen (Schweden), Rafale (Frankreich) und den F/A-18E/F Super Hornet (USA). Weil dieses Vorhaben politisch und finanziell heikel sein wird, werden kostengünstigere Varianten geprüft. Diese wären z.B gebrauchte Kampfflugzeuge oder die Teil-Modernisierung der F-5 Flotte (2.Tranche).
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"Luftwaffe (Schweiz)".
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