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DSC 1807.JPG Die Luftwaffe ist neben dem Heer und der Marine eine Teilstreitkraft der deutschen Bundeswehr. Die Luftwaffe untersteht als Teil der Bundeswehr dem Bundesministerium der Verteidigung, kurz BMVg, und wird geführt durch den Führungsstab Luftwaffe. Oberster Befehlshaber ist nach dem Verteidigungsminister der Bundesrepublik Deutschland und dem Generalinspekteur der Bundeswehr der Inspekteur der Luftwaffe. Die höchsten Kommandobehörden der Luftwaffe sind das Luftwaffenführungskommando (LwFüKdo) und das Luftwaffenamt (LwA). Beide haben ihren Sitz im Fliegerhorst Köln-Wahn, welcher momentan die besatzungsstärkste Kaserne der Bundeswehr ist.

Dem Luftwaffenführungskommando gehört die 1.-4. Luftwaffendivision sowie das Lufttransportkommando und das Führungszentrum nationale Luftverteidigung an. Zum Luftwaffenamt zählt das Luftwaffenmaterialkommando, das Luftwaffenausbildungskommando, der Generalarzt Luftwaffe, sowie das Amt für Flugsicherung der Bundeswehr. Im Einsatz untersteht das Luftwaffenamt dem sonst als gleichwertig gewichteten Luftwaffenführungskommando.

Mit dem Ausbruch des Kosovo-Krieges (Operation „Allied Force“) 1999 nahm die Luftwaffe zum ersten Mal seit 1945 wieder aktiv an Kampfeinsätzen (SEAD) teil.

Ausrüstung

Die Bundesrepublik Deutschland verwendete während des Kalten Kriegs hauptsächlich Lizenzbauten von Flugzeugen amerikanischen Typs. 1957 erhielt sie von den USA Kampflugzeuge vom Typ F-84 Thunderstreak. In den 1960ern war die Starfighter-Krise ein kontroverses Thema in der deutschen Politik. Aufgrund vieler Abstürze und Pannen wurden die Flugzeuge von der Bevölkerung belächelt und bekamen bei der Luftwaffe den ironischen Beinamen "Witwenmacher".

Seit den 1970ern hat die westdeutsche und später die deutsche Luftwaffe immer den Bau eigener Flugzeugtypen in europäischen Kooperationen forciert, um die Abhängigkeit zu den Vereinigten Staaten zu verringern. Als Ergebnis dieser Bemühungen wurden der Panavia Tornado und heute der Eurofighter entwickelt. Trotzdem finden sich auch heute noch die amerikanischen Bautypen F-4F Phantom und RF-4E Phantom (R=Reconnaissance/Aufklärung) im regulären Einsatz.

Die ab 1987 bei den Luftstreitkräften der NVA eingeführten 24 MiG-29 wurden nach der Wiedervereinigung von der Luftwaffe in die Bundeswehr übernommen und ab dem Jahr 2003 ausgemustert. Bis dahin waren sie die einzigen Flugzeuge dieses Typs in den westeuropäischen Streitkräften und daher beliebte Trainingsobjekte in Manövern.

Zusätzlich zu den fliegenden Waffensystemen existieren innerhalb der Flugbereitschaft Bundesministerium der Verteidigung einige Airbusmaschinen und Kurzstreckenflieger zum Transport von Politikern.

Siehe auch: Liste von Luftfahrzeugen der Bundeswehr

Aufgaben


In Friedenszeiten ist die Hauptaufgabe die Wahrung der Integrität des deutschen Luftraums („Air Policing“). Formell sorgt sie hierdurch für den Schutz der Bevölkerung und wichtiger Infrastruktur. Zusätzlich führt sie im Rahmen von UN-Hilfseinsätzen Transport-, Such- und Rettungsaufgaben durch.

Im Verteidigungsfall (V-Fall) schützt sie deutschen und alliierten Luftraum vor dem Eindringen feindlicher Streitkräfte. Ebenso führt sie zur Unterstützung der Boden- und Seestreitkräfte offensive Kampfeinsätze gegen gegnerische Truppen und strategisch wichtige Ziele aus. Im Rahmen von Bündnissfällen (NATO oder auch EU) kann die Luftwaffe zur Unterstützung von Operationen eingesetzt werden (s. dazu NATO-Vertrag, Artikel 5 - Einsätze, Krisenreaktion).

Verbände & Dienststellen


  • Kommandobehörden & Höhere Kommandobehörden
    • Luftwaffenführungskommando (LwFüKdo): Kommando 1. Luftwaffendivision (Kdo 1. LwDiv), Kommando 2. Luftwaffendivision (Kdo 2. LwDiv), Kommando 4. Luftwaffendivision (Kdo 4. LwDiv), Lufttransportkommando (LTKdo) und das Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte( KdoOpFüLuSk)
    • Luftwaffenamt, LwA: Luftwaffenausbildungskommando (LwAusbKdo) und Luftwaffenmaterialkommando (LwMatKdo)
  • Einsatzführungsverbände: Einsatzführungsbereich 1,2,3 und 4
  • Fliegende Kampfverbände: Jagdbombergeschwader (31 „Boelcke“, 32 ECR, 33, Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ und Jagdgeschwader 71 „Richthofen“, 73 „Steinhoff“, Jagdgeschwader 74 (früher Mölders))
  • Flugabwehrraketenverbände: Flugabwehrraketengeschwader 1 "Schleswig-Holstein" (Flugabwehrgruppe 25, 26), Flugabwehrraketengeschwader 2 „Mecklenburg-Vorpommern“ (Flugabwehrraketengruppe 21, 24) und Flugabwehrraketengeschwader 5 (Flugabwehrraketengruppe 22, 23)
  • Ausbildungsorganisation: Luftwaffenausbildungregiment 1 (II., III. und IV. Bataillon), Luftwaffenausbildungregiment 3 (I., III. und IV. Bataillon), Offizierschule der Luftwaffe, Unteroffizierschule der Luftwaffe und die Technischen Schulen der Luftwaffe (1 und 3)
  • Lufttransportverbände: Lufttransportgeschwader 61, 62, 63 und die Flugbereitschaft Bundesministerium der Verteidigung
  • Einsatzlogistik: Luftwaffeninstandhaltungsregiment 1 und 2
  • Waffensystemunterstützungszentrum: Programmierzentrum der Luftwaffe fliegende Waffensysteme, Programmierzentrum der Luftwaffe Luftverteidigung und Programmierzentrum der Luftwaffe Führungsinformationssystem

Sonstige Dienststellen


  • Amt für Flugsicherung der Bundeswehr (extern)
  • Generalarzt der Luftwaffe
  • Flugmedizinisches Institut der Luftwaffe
  • Führungsunterstützungsbereich Luftwaffe
  • Objektschutzbataillon der Luftwaffe mit Sitz in Upjever, bald Objektschutzregiment
  • Zentrum zur Weiterentwicklung von Taktik, Technik und Verfahren
  • Luftwaffenmuseum der Bundeswehr

  • Deutsches Luftwaffenkommando USA und Kanada (El Paso, USA)
  • Taktisches Aus- und Weiterbildungszentrum Flugabwehrraketen der Luftwaffe USA (El Paso, USA)
  • Fliegerisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe (Holloman, USA)
  • 2.Deutsche Luftwaffenausbildungsstaffel (Pensacola, USA)
  • 3.Deutsche Luftwaffenausbildungsstaffel (Goodyear, USA)
  • Verbindungskommando Griechenland (Chania (Kreta), Griechenland)
  • Taktisches Ausbildungszentrum der Luftwaffe Italien (Decimomannu (Sardinien), Italien)

Aufgelöste Einheiten


  • Kommando 3. Luftwaffendivision (Kdo 3. LwDiv),
  • Sanitätsschule der Luftwaffe
  • JaboG 38 „Friesland“, Jever (Rückgabe der Truppenfahne an Kdr 4. LwDiv am 26. August 2005)
  • Technische Schule der Luftwaffe 2 (außer Dienst gestellt/zusammengeführt mit TSLw 1)
  • LAR, I. Bataillon Budel/NL (außer Dienst gestellt 30. Juni 2005)
  • AG 52, Leck / Nordfriesland („last call“ 1994)
  • 20 Fighter Squadron (Deutsche Phantom Ausbildungsstaffel), Holloman AFB
  • Fluglehrzentrum F-4F in Rheine, vormals JG 72 bzw. JaboG 35 „Westfalen“ (außer Dienst gestellt am 15. Dezember 2005)
  • JaboG 34 „Allgäu“, Memminger Berg
  • JaboG 49, Fürstenfeldbruck
  • JaboG 43, Oldenburg/O.
  • JaboG 41, Husum
  • HTG 64, Ahlhorn
  • LTG 65, Neuhardenberg

Weblinks


Luftwaffe (Bundeswehr)

Luftwaffe

 

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