Ein Luftballon ist, mit Ausnahme von Folienballons, ein elastischer Hohlkörper, der mit Gas befüllbar ist, und sich dabei um ein vielfaches seiner ursprünglichen Größe ausdehnt. Er ist zumeist aus Gummi, Kunststoff oder umweltfreundlichem Naturkautschuk hergestellt. Die Füllung besteht in der Regel aus Luft oder Helium.
Der übliche Luftballon ist birnenförmig und wird daher auch als Rundballon bezeichnet. Es gibt ihn aber auch in Form von Herzen, Hasen, Donuts und einer nahezu grenzenlosen Formenvielfalt. Insbesondere während der Faschingszeit und zu Hochzeiten werden auch hin und wieder aufgeblasene Kondome als Luftballons verwendet.
1912 wurde von dem Amerikaner Harry Rose Gill, Gründer der Anderson Rubber Company in Akron, Ohio, der erste nicht runde Ballon hergestellt: der Zeppelin. Der Beginn der Figurenballons.
Ein Figurenballon besteht aus mehreren Luftkammern und ist, technologisch gesehen, ein sehr anspruchsvoller Ballon. Auf den Übergängen der einzelnen Kammern lastet beim gefüllten Ballon eine enorme Zugkraft, die Konstruktion und Material vor erhebliche Probleme stellt. Um einen, aus mehreren Luftkammern bestehend Ballon, aufzublasen, ist es wichtig, mit der oberen Kammer zu beginnen, wobei man darauf achtet, langsamer zu blasen, als bei herkömmlichen Rundballons, da die Druck- und Zugkräfte auf der Latexhaut sehr unterschiedlich verteilt auftreten.
Naturkautschuk wird zu Latex weiterverarbeitet und ist kompostierbar. Latexluftballons sind in den meisten Fällen gesundheitlich unbedenklich. Einige, dem Latex beigemengte Weichmacher gelten jedoch als Krebs erregend. Nitrosamine sind Lösungsmittel aus dem Herstellungsverfahren und werden von den meisten Ballonherstellern durch aufwendiges Spülen aus den Ballons entfernt.
Des Weiteren werden aus Kunststoffen Folienballons hergestellt, welche ebenfalls mit Luft oder Helium befüllbar sind. Die Folien werden mit Metall bedampft, und anschließend mit verschiedenen Motiven bedruckt. Folienballons sind auf Grund der Metallbeschichtung in der Lage Kurzschlüsse in Oberleitungen z.B. von Straßenbahnen oder S-Bahnen zu verursachen. Metallisierte Luftballons dürfen daher auf den meisten Volksfesten nicht verkauft werden.
Ist ein Luftballon aufgeblasen, wird dieser entweder an der Öffnung verknotet, oder mit einem im Handel erhältlichen Schnellverschluss verschlossen. Folienballons verschließen sich selbstständig durch ein Ventil. Helium ist auf Grund seiner atomaren Struktur in der Lage, leicht aus einem Ballon zu entweichen. Daher verliert ein mit Helium gefüllter Ballon schon nach 4-12 Stunden seine Auftriebskraft. Die atomare Struktur von Latex ist sehr porös und lässt Gas (Luft) entweichen. Die Luftballonhersteller bieten daher z.B. speziell heliumtaugliche Produkte an. Die Gummihaut dieser Ballons ist dicker und wurde in ihrer molekularen Struktur verdichtet. Im Handel befinden sich auch Mittel, die man nachträglich in die Ballons einbringen kann, damit die "Flugzeit" der Ballons noch weiter verlängert wird (z.B. HiFloat)
Zum Aufblasen von Luftballons finden neben Luft, Gase, die leichter sind (Traggas, zum Beispiel Helium) Verwendung. In der Regel werden sie jedoch mit Umgebungsluft befüllt bzw. mit Lungenkraft aufgeblasen. Kaum Anwendung findet hingegen Wasserstoffgas, da es explosionsgefährlich ist, und die Außenhaut durch seine noch geringe Teilchengröße als Helium noch schneller passieren könnte. Helium ist hingegen nicht giftig oder brennbar. Ein direktes Inhalieren des Ballongases sollte man jedoch möglichst vermeiden. Da Helium beim Sauerstofftransport im Blut bevorzugt wird, führt es ab einer gewissen Menge zum Sauerstoffmangel mit den entsprechenden Folgen wie Bewußtlosigkeit und dauerhaften Gesundheitsschäden.
Als besonderer Gag können in einem Ballon ein oder mehrere kleine Leuchtstäbe untergebracht werden. Hierbei sind mit Helium gefüllte Luftballons mit zwei Leuchtstäben im Innern bei guter Gasfüllung noch voll flugfähig und können sogar zum Transport einer Ballonpost eingesetzt werden.
Luftballons werden in unterschiedlichen Bereichen und zu unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Sie finden unter anderem Anwendung in der Wissenschaft (z. B. Meteorologie), in der Medizin, im Flugwesen, im Showbiz (Modellierballons und Ballontiere), in der Kunst, als Werbeträger, als Dekorationsgegenstand und Spielzeug.
Mit Traggasen gefüllte Luftballons werden bei Ballonwettbewerben zum Verschicken der Ballonpost genutzt. Sie können auch als leicht handhabbare Starthilfen für Drachen oder für Experimente mit fliegenden Lichteffekten verwendet werden. Luftballons, mit Helium aufgeblasen, finden Verwendung als Inhalationsgefäß, da hierdurch die Stimmlage der Sprechstimme beeinflusst wird.
Mit Flüssigkeiten gefüllte Luftballons stellen meist Wasserbomben dar, sie werden jedoch auch als Waffen eingesetzt. Dies kann von Farbstoffangriffen (z. B. gegen Pelztierprodukte) bis hin zu Brandbeschleunigern reichen.
Den meisten unbekannt ist die Verwendung von Luftballons im Fetisch Bereich, siehe unter: Looner.
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