Die Ludwig-Landmann-Straße ist eine wichtige Ausfallstraße in Frankfurt am Main. Sie verläuft im Westen der Stadt durch die Stadtteile Bockenheim, Rödelheim, Hausen und Praunheim. Sie ist Teil der Bundesstraße 44. Anders als die meisten anderen Hauptstraßen der Stadt ist sie keine alte Straße, sondern ein Werk des 20. Jahrhunderts, ihre zwei Bausbschnitte repräsentieren jedoch zwei wichtige Phasen Frankfurter Stadtbaugeschichte: den Siedlungsbau Ernst Mays Ende der 20er Jahre sowie die Hochphase autogerechter Stadtplanung um 1970.
Benennung
Die Straße ist nach dem fünften
Frankfurter Oberbürgermeister Ludwig Landmann benannt, der einige Wohnsiedlungen entlang der Straße initiiert hat. Ihr ehemaliger Name lautete
Hindenburgstraße, nach dem ehemaligen Reichspräsidenten
Paul von Hindenburg.
Bedeutung
Neben der überregionalen Bedeutung als Bundesstraße ist die
Ludwig-Landmann-Straße hauptsächlich eine innerstädtische Verbindungsspange zwischen den Gewerbegebieten in Bockenheim und denen entlang der Heerstraße in Praunheim. Zudem verbindet sie die nordwestlichen Trabantensiedlungen mit der Frankfurter Innenstadt. Der nordwestliche Abschnitt wurde zuletzt durch den Bau der
Rosa-Luxemburg-Straße stark entlastet.
Verlauf
Die Straße besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Der südliche, jüngere Teil vom Opelrondell bis zum Kreisverkehr in Hausen ist eine
Tangente, die zwei stadteinwärts führende Autobahnen miteinander verbindet und die nur an wenigen Stellen direkt bebaut ist. Der ältere Teil führt von Hausen
direkt stadtauswärts.
Opelrondell
Die Ludwig-Landmann-Straße beginnt im Stadtteil Bockenheim am
Katharinenkreisel als Teil der
Bundesstraße 44. Der ursprünglich unter dem Namen
Opelrondell bekannte
Kreisverkehr verbindet sie mit der Straße
Am Römerhof (Richtung
Rebstockgelände), der
Theodor-Heuss-Allee (Richtung Kuhwaldsiedlung /
Messegelände / Stadtzentrum), der
Voltastraße (Richtung
City-West) und der
Wiesbadener Straße (
Bundesautobahn 648). Ursprünglich endete die Autobahn am
Opelrondell. Seit
1967 existiert dort eine Anschlussstelle, die Autobahn wurde über eine Brücke in Richtung Messegelände verlängert, um den Kreisel zu entlasten. Den inoffiziellen Namen Opelrondell erhielt der Kreisel durch einen
Opel-Händler, der bis zum Bau der Autobahnbrücke auf dem Kreisel lag.
Südlicher Straßenabschnitt
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Die Straße biegt in nordwestlicher Richtung vom Kreisverkehr ab und überquert kurz darauf die
Homburger Bahn. Auf der rechten Seite liegt der nördliche Teil der Bockenheimer City-West, auf der linken Seite die
Postsiedlung.
Die danach kreuzende Rödelheimer Landstraße war bis ins 19. Jahrhundert Teil der mittelalterlichen Handelsstraße von Frankfurt nach Köln, hat heute aber nur noch für den eigenen Stadtteil Bedeutung.
Nach der Kreuzung führt die Straße ein kurzes Stück durch den Frankfurter Grüngürtel. Danach folgt rechts der Industriehof. Auf der linken Seite liegt der Brentanopark im Stadtteil Rödelheim mit dem Brentanobad, dem größten Freibad Europas und dem Stadion am Brentanobad, dem Spielort des mehrfachen deutschen Deutschen Frauenfußballmeisters 1. FFC Frankfurt und des traditionsreichen Männer-Fußballclubs Rot-Weiß Frankfurt. Am Industriehofkreisel verläuft die Ludwig-Landmann-Straße ein kurzes Stück durch den Stadtteil Hausen. Dort liegt auch die russisch-orthodoxe Kirche, sowie das Freibad des Stadtteils.
Praunheim
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Nach dem Kreisel verläuft in der Mitte der hier achtspurig ausgebauten Straße die Trasse der
U-Bahn-Linie U6. Nach der
Niddaquerung folgt ein kurzer Streckenabschnitt durch Rödelheim mit der U-Bahn-Station
Hausener Weg und danach die Autobahnanschlussstelle
Ludwig-Landmann-Straße der
BAB 66. Es ist auch gleichzeitig der nördliche Endpunkt der Bundesstraße 44 nach
Ludwigshafen und die Stadtteilgrenze nach
Frankfurt-Praunheim. Auf der rechten Straßenseite liegen nun die Praunheimer Niddaauen, links verläuft die von
Ernst May geschaffene
Siedlung Westhausen. Die Straße ist nun nur noch vierspurig mit U-Bahn-Trasse. Es folgen die Stationen
Stephan-Heise-Straße und
Friedhof Westhausen. Der Friedhof liegt allerdings etwas abgelegen jenseits der Wohnsiedlung und ist einer der größten in Frankfurt. Nach der
Westhausensiedlung führt die Straße schließlich durch die
Siedlung Praunheim, die ebenfalls Teil von Mays
Neuem Frankfurt ist.
Heerstraße
An der
Heerstraße, einer ehemaligen
Römerstraße von
Mainz nach
Nida, endet die Ludwig-Landmann-Straße. Von dort aus führt lediglich ein Feldweg weiter nach Nordwesten. Zeugnis einer ehemaligen Planung, die Straße über diesen Feldweg weiter bis nach
Steinbach zu verlängern, ist die überdimensionale Autobahnbrücke unter der
BAB 5 in Höhe der Tank- und Rastanlage
Taunusblick.
Geschichte
Der 1910 nach Frankfurt eingemeindete Stadtteil Praunheim war aufgrund seiner Flächenreserven ein Schwerpunkt des Wohnungsbauprogramms
Neues Frankfurt. Zwischen 1926 und 1931 entstanden hier, nach Plänen von
Ernst May und
Herbert Boehm, die Siedlungen
Praunheim und
Westhausen. Zur Erschließung der Siedlungen wurde ein vorhandener, in Richtung
Vortaunus führender Weg, an dem sich seit 1887 ein Wasserwerk befand, zur städtischen Hauptstraße ausgebaut. Die Arbeiten waren 1931 abgeschlossen, die neue
Hindenburgstraße führte von der alten Rödelheim-Hausener Landstraße (heute: Hausener Weg) nach Nordwesten bis zur Heerstraße. Eine Verlängerung in Richtung
Steinbach (
Taunuszubringer) war geplant.
1932 wurde im Zuge der neuen Straße eine Straßenbahnstrecke eröffnet, die zunächst von der Linie 2 bedient wurde. Die neue Tramstrecke zweigte im Hausener Ortskern, am Sportplatz, von der seit 1913 betriebenen Linie Schönhof – Praunheim Brücke ab und folgte der Ludwig-Landmann-Straße bis zur Heerstraße. Die Straßenbahn fuhr zunächst durch den Hausener Ortskern und wurde nach Fertigstellung der diesen südlich umgehenden Straße Am Industriehof in diese verlegt.
1947 wurden die Straßen in der Siedlung Westhausen nach antifaschistischen Widerstandskämpfern benannt. Die Hindenburgstraße erhielt den Namen des jüdischen Oberbürgermeisters Ludwig Landmann, der vor den Nationalsozialisten ins niederländische Exil fliehen musste. Straße und Siedlungen entstanden in Landmanns Amtszeit, er war wichtiger Initiator des Neuen Frankfurt und damit auch der nun nach ihm benannten Straße.
Der Bau des südlichen Straßenabschnitts und des Ausbaus der Ludwig-Landmann-Straße zur innerstädtischen Hauptverkehrsachse begann in den 60er Jahren. Das Projekt war Teil eines umfangreichen Plans zum Schnellstraßenbau in den nordwestlichen Stadtteilen. Die bisherige Anschlussstelle Frankfurt-West an der Autobahn A 5 wurde zu einem Autobahnkreuz umgebaut, die A 66 ins innere Stadtgebiet hinein verlängert. An der Ludwig-Landmann-Straße entstand eine Anschlussstelle der neuen Stadtautobahn. Ihre Verlängerung bis zum neuen Straßenknoten an der Miquelallee erfolgte 1976. 1974 wurde die vierspurig ausgebaute Straße vom Kreisel Industriehof bis zur Egestraße eröffnet, ab 1977 folgte der restliche Teil bis zur Heerstraße.
Der südliche Straßenabschnitt wurde 1972 zunächst zweispurig in Betrieb genommen, seit 1976 ist er bis zur Lötzener Straße, seit 1980 bis zum Opelrondell durchgehend vierspurig befahrbar.
Quellen
Straße in Frankfurt am Main