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Ludwig-freiherr-von-vincke.jpg Ludwig Freiherr von Vincke (* 23. Dezember 1774 in Minden; † 2. Dezember 1844 in Münster) war ein preußischer Reformer.

Leben


Ludwig von Vincke entstammt einem alten Adelsgeschlecht und wird 1774 in Minden geboren. Entgegen der Familientradition entscheidet er sich für eine Verwaltungslaufbahn im preußischen Staatsdienst und nicht für eine militärische Karriere. Vincke wird 1798 Landrat in Minden und nimmt 1803 das Präsidentenamt der Kriegs- und Domänenkammer in Aurich (Ostfriesland) an. Im darauffolgenden Jahr wird Freiherr vom Stein als Minister nach Berlin berufen, so dass der Präsidentenstuhl der Kammern von Münster und Hamm frei ist. Vincke tritt die Nachfolge des Freiherrn an und bekleidet dieses Amt bis 1806.

Nach der Niederlage Preußens gegen Napoleon flieht Vincke nach England, wo er das dortige Verwaltungssystem kennenlernt. Bei seiner Rückkehr 1807 schließt er sich dem Reformerkreis um Freiherr vom und zum Stein an. Bis zur Entlassung v. Steins im November 1808 werden unter der Mitwirkung v. Vinckes als entscheidende Reformen die Aufhebung der Leibeigenschaft und Erbuntertänigkeit, eine neue Gewerbeordnung und die kommunale Selbstverwaltung der Städte durchgesetzt. Nach Steins Rücktritt wird Vincke 1809 kurmärkischer Kammerpräsident in Potsdam, zieht sich aber 1810 auf seine privaten Güter zurück.

Erst 1813 nach Niederlage der Franzosen in der Völkerschlacht bei Leipzig wird er Zivilgouverneur des Militärgouvernements zwischen Rhein und Weser. Auf dem Wiener Kongress wird die Neuordnung Europas beschlossen, die zur Gründung der neuem preußischen Provinz Westfalen führt. Über den Regierungspräsidenten der drei zugehörigen Regierungsbezirke steht jetzt der Oberpräsident der Provinz. Dieses Amt übernimmt Vincke und für fast drei Jahrzehnte. Mehrfach schlägt er sogar Ministerposten in Berlin aus.

Er fördert die Industrialisierung Westfalens, bringt den Infrastrukturausbau beispielsweise durch die Kanalisierung der Lippe voran und setzt sich für ein starkes Bauerntum ein. Er bemüht sich vor allem darum, die aus zahlreichen Territorien zusammengesetzte neue Provinz zu einen.

Gerne wird folgende nicht belegte Geschichte von ihm erzählt:

Eines Tages war Ludwig Freiherr von Vincke wieder unterwegs. Es hatte vorher geregnet und die Straßen waren aufgeweicht. An einer tiefen Stelle des Weges steckte ein Bauer mit seinem Karren fest. Als er Vincke ankommen sah, rief er: "He, du da! Pack mal mit an und hilf mir, den Karren aus dem Dreck zu ziehen!" Er hatte natürlich nicht erkannt, mit wem er da sprach. Vincke krempelte sich die Hosenbeine hoch und fasste mit an. Mit gemeinsamem Hauruck hatten sie den Karren in fünf Minuten wieder flott. Der Bauer bedankte sich und Vincke setzte seinen Weg fort. Als sich Vinckes Frau über die schmutzigen Hosen wunderte, erklärte er ihr: "Heute habe ich mal wieder gesehen, wie nötig es ist, die Straßen im Lande auszubessern."

An Ludwig von Vincke erinnert der Vincketurm auf der Dortmunder Hohensyburg. Sein Sohn Georg von Vincke war ebenfalls preußischer Politiker.

Literatur


  • Ludger Graf von Westphalen, Die Tagebücher des Oberpräsidenten Ludwig Freiherr Vincke 1813-1818, Münster 1980.

Weblinks


Mann | Deutscher | Kreis Minden-Lübbecke

 

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