Ludwig Gerhard Wilhelm Roselius (* 2. Juni 1874 in Bremen; † 15. Mai 1943 in Berlin) war ein Kaffeehändler und Gründer der Firma KAFFEE HAG. Als Mäzen förderte er Künstler wie Paula Modersohn-Becker und Bernhard Hoetger und baute die Böttcherstraße in Bremen als Kunstwerk auf.
Politisch konservativ stand er dem Nationalsozialismus positiv gegenüber und unterstützte Hitler, den er privat 1922 in Bremen traf. Das von Roselius verfolgte völkisch-nordische Gedankengut mit seinem Glauben an den unersetzlichen Wert der nordisch-niederdeutschen "Rasse" unter dem Einfluss der Ideologen Julius Langbehn und Hermann Wirth fand aber nicht dessen Zustimmung. Die Böttcherstraße sollte diese Ideenwelt veranschaulichen („Die Wiedererrichtung der Böttcherstraße ist ein Versuch, deutsch zu denken“, Roselius)
Als Roselius senior im Alter von 59 Jahren unerwartet starb, führten die Ärzte das vor allem auf starken Koffeingenuss zurück. Sein Sohn beschäftigte sich daraufhin intensiv mit der Wirkung von Kaffee und seiner Bestandteile auf die Gesundheit. Er entwickelte nach umfangreichen eigenen Forschungen ein Verfahren, um Kaffeebohnen das Koffein zu entziehen. Da sich der Bremer Kaffeehändler Christian Detlefsen ebenfalls mit diesem Thema beschäftigte, kam es ab 1904 zu einer Zusammenarbeit. Weil sich der Erfolg nicht gleich einstellte, gab Detlefsen jedoch wieder auf. So machte Roselius allein weiter und ließ sich 1905 sein Verfahren patentieren.
1917 wurde er von der Reichsregierung kurzzeitig zum Generalkonsul von Bulgarien mit Dienstsitz in Bremen ernannt.
1908 entstanden die ersten unverkennbaren Werbemotive für den Kaffee und plakative Werbesloagans, wie „Stahlharte Nerven durch Sport und Kaffee Hag“ oder „Immer unschädlich! Immer bekömmlich!“. „Kaffee HAG“ wurde als erster Kaffee sogar schon zu Stummfilmzeiten in Kinos beworben. Roselius setzte bei der Produktion der Kaffeesorte das Fließband noch vor Henry Ford in den USA ein. 1913 erfolgte der Zusammenschluss mit der bisherigen Konkurrenzfirma Kathreiner. Im Laufe des 1. Weltkriegs musste die Produktion eingestellt werden. Roselius stieg von 1919 bis 1922 kurzzeitig in die Holzindustrie ein und gründete die Lignostone-Werke. Ab 1922 konnte wieder Kaffee Hag produziert werden, aber erst 1926 konnte wieder die Produktionsleistung der Vorkriegszeit erreicht werden.
1929 kam als zweites Produkt das Kakaopulver Kaba hinzu und Kaffe HAG bekam als Erkennungszeichen das „rote Herz“ auf die Verpackung. In Kriegszeiten gab es für die Soldaten heiße „Hag-Cola“. Ab 1950 kommt die Kaffemarke ONKO mit in das Sortiment.
1979 verkaufte Roselius' Sohn Kaffee HAG an das US-amerikanische Unternehmen General Foods Corporation, heute Kraft Foods.
Im Rahmen der umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit für seine Firma gab Roselius ab 1913 unter anderem auch Wappenzeichnungen als Sammlermarken heraus, die Reklamemarken genannt wurden. Für die Marken des Heraldikers Otto Hupp gab es auch entsprechende Sammelalben.
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