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Claus Christian Ludewig (Ludwig) Meyn (* 1. Oktober 1820 in Pinneberg; † 4. November 1878 in Uetersen) war ein bedeutender Agrarwissenschaftler, Bodenkundler , Geologe , Journalist und Mineraloge.
Leben
Er wurde in Pinneberg geboren und nahm ab
1840 sein
Studium der Naturwissenschaften in Berlin auf. Als
Privatdozent für Gesteins und Bodenkunde unterrichtete er an der
Christian Albrechts Universität in
Kiel und arbeitete gleichzeitig als Lehrer der Naturwissenschaften am Kieler
Gymnasium. Dort setzte er sich auch für die Förderung der Natur und Heimatkunde ein.
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Die Erforschung des Bodenaufbaues in seiner Heimat und der Verbreitung der Forschungsresultate war sein Ziel. Seinen Studenten lehrte er die Bedeutung der von Justus von Liebig begründeten Agrikultur-Chemie. Daraus entwickelte sich ein Teil seines Lebensziel: den, allen Neuerungen gegenüber skeptischen, Landsleuten die Notwendigkeit klarzumachen, dem Boden durch wohlüberlegte künstliche Düngung diejenigen Nährstoffe wieder zuzuführen, welche ihm die abgeerntete Frucht entzogen hat.
Dr. Ludwig Meyn lebte hauptsächlich in Uetersen und setzte sich dort für die sozial schwachen Mitbürger ein. Er war Mitbegründer und Finanzgeber des Krankenhauses in Uetersen (Bleeker-Stift).
Am 4. November 1878 starb er an den Folgen eines Schlaganfalls .
Wirken als Geologe
Im Frühjahr
1856 begann Ludwig Meyn mit einfachen Handgeräten die ersten Bohrungen nach
Erdöl in
Dithmarschen, zwei Jahre bevor
Edwin L. Drake im US-Bundesstaat Pennsylvania die erste
Ölquelle anzapfte. Es waren die ersten Erdölbohrungrn überhaupt, jedoch ohne Erfolg. Er fand nur bitumenhaltigen Sand und
Ölkreide. Später erhielt er vom Dänischen König das
Privileg den bitumenhaltigen Sand auszubeuten. So wurde daraus ab
1858 dann
Bitumen, Wagenschmiere und
Petroleum gewonnen.
In der Zeit von 1875 bis 1876 führte er auch als Geologe die Untersuchungen und Bohrungen in Watt vor Sylt zum Bau des Hindenburgdamms durch. Auf Grund seines positiven Befundes für dem Dammbau sollte schon 1913 mit dem Bau des Dammes begonnen werden. Jedoch wurde mit dem Vorhaben erst 1923 begonnen.
Wirken als Agrarwissenschaftler
Anfang
1854 übernahm Dr. Ludwig Meyn eine alte
Sägemühle in Uetersen und gründete dort auch eine Fabrik für Bau- und
Düngemittel. Nach einem Brand infolge einer Explosion Ende 1860 wurde die Sägemühle und die Kalkproduktion aufgegeben.
Er gründete später daraus eine Fabrik für
Kunstdünger. Durch seine Fabrik wollte er die Ideen von Justus von Liebig in die Landwirtschaft seiner Heimat einbringen. Besonders wies er auf die Nutzung des von ihm produzierten
Knochenmehls hin. Es war ein organischer Dünger der Kalk,
Stickstoff und besonders reichlich
Phosphorsäure enthielt. Es ist sein Verdienst, dass nun
Kunstdünger eingesetzt werden konnte der größere Erträge auf den Feldern brachte.
Wirken als Journalist und Dichter
In Jahr
1854 begann er als Mitarbeiter bei den
Itzehoer-Nachrichten. Dort vermittelte er der Bevölkerung sein Fachwissen über die heimischen Bodenarten, Tier- und Pflanzenkunde und die Verwendung von Kunstdünger.
Auch als Dichter gab er schon 1843, während seiner Studentenzeit, ein Gedichtsbändchen heraus. 1865 veröffentlichte er sogar ein dramatisches Stück ("Fünf Stunden Abenteuer") nach einer englischen Vorlage. Aber auch Freunde und Bekannte erhielten gelegentlich Proben seines Humors. Eine weitere Veröffenlichung war "Mein Onkel, der Bürgermeister".
Werke
- Mineralsysteme (Doktorarbeit)(1844)
- Holsteinisches Geschiebe, Asphalt im Granit (1846)
- Landwirtschaftliche Taschenbücher (1861-1878)
- Geognostische Beschreibung der Insel Sylt und ihrer Umgebung : nebst einer geognostischen Karte im Maassstabe von 1:100.000 (1876)
- Die natürlichen Phosphate und deren Bedeutung für die Zwecke der Landwirthschaft. (1872)
- Die richtige Würdigung des Peru-Guano in der Landwirthschaft für den Rest des Jahrhunderts. (1872)
- Der Asphalt und seine Bedeutung für den Straßenbau großer Städte. (1872)
- Dr. Meyn's Hauskalender (ab 1871)
- Geologische Uebersichtskarte Schleswig-Holsteins (1882) (Nach seinem Tod veröffentlicht)
- Die Bodenverhältnisse der Provinz Schleswig-Holstein. (1882) (Nach seinem Tod veröffentlicht)
- Aus dem Leben und aus der Natur - Gesammelte Aufsätze von Dr. L. Meyn dem Wirtschaftsfreund der Itzehoer Nachrichen
Quellen
- RWE Dea - Ölkreide-Bohrungen in Dithmarschen
- Planet Wissen - Sylt - Porträt Hindenburgdamm
- Lokales Bibliothekssystem Halle-Merseburg
- Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte
- Buch - Geschichte und Volkskunde des Kreises Pinneberg (1922)
- Itzehoer Nachrichten (1857, 1917)
Mann | Deutscher | Agrarwissenschaftler | Bodenkundler | Journalist | Naturwissenschaftler | Geologe | Geograph | Geboren 1820 | Gestorben 1878