Ludwig Bamberger (* 22. Juli 1823 in Mainz, † 14. März 1899 in Berlin) war ein Bankier und ein liberaler Politiker. Er stammte aus einer jüdischen Bankiersfamilie. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Liberalismus der Reichsgründungszeit.
Bamberger hatte in Mainz Jura studiert, wurde 1848 Redakteur der Mainzer Zeitung und unterstützte mit seinen Artikeln die Idee einer deutsche Republik (siehe "Märzrevolution"). 1849 wurde er zu einer Zuchthausstrafe verurteilt und 1852 sogar zum Tode. Bamberger floh ins Schweizer Exil.
Im Exil kam er mit dem Bankgeschäft in Berührung, u. a. lernte er bei Banken seiner Verwandten in London, Antwerpen und Paris. Er machte schnell Karriere und wurde Mitbegründer der Banque de Paris et des Pays-Bas. Auf die Politik in Deutschland nahm er mit seiner Zeitschrift Demokratische Studien Einfluss, sowie sonstiger journalistischer Tätigkeiten.
1866 konnte Bamberger nach Deutschland zurückkehren und 1868 wurde er ins Zollparlament gewählt, wo er energischer Vertreter der Währungsunion wurde und sie gegen kleinstaatliche Interessen verteidigte. 1869/70 war Bamberger an der Vorbereitung zur Gründung der Deutschen Bank zusammen mit Adelbert Delbrück beteiligt. Von 1870 bis 1872 war Bamberger Mitglied des Verwaltungsrates in der Deutschen Bank.
Während des deutsch-französischen Krieges war Bamberger persönlicher Berater Otto von Bismarcks. Von 1871 bis 1893 war er Mitglied des Reichstages als Abgeordneter des Wahlkreises Bingen-Alzey, den er zumeist sicher gewann. In dieser Zeit war Bamberger als führendes Mitglied der nationalliberalen Fraktion maßgeblich an der Vereinheitlichung des Münzwesens in Deutschland, an der Umstellung von Silber- auf die Goldwährung und der Errichtung der Reichsbank als Zentralbank beteiligt.
1880 stimmte die Mehrheit der Nationalliberalen für die Schutzzollpolitik Bismarcks, was zu einer Spaltung der Fraktion führte; Bamberger gehörte ab da an den sogenannten "Sezessionisten" (später Liberale Vereinigung) an. Bamberger lehnte die Schutzzollpolitik, die zu dieser Zeit im Reich von vielen Interessengruppen sehr lautstark gefordert wurde, strikt ab, und somit wurde er wie Eugen Richter zu einem der wichtigsten Gegenspieler Otto von Bismarcks. Bamberger kritisierte Bismarck aber nicht nur wegen dessen Wirtschaftspolitik - er war auch ein entschiedener Befürworter der Parlamentarisierung und ein Kritiker des Föderalismus. Von 1884 bis 1893 war Bamberger Mitglied der Deutschfreisinnigen Partei, die aus einer Fusion der Liberalen Vereinigung mit der Deutschen Fortschrittspartei hervorgegangen war.
Aufgrund seiner Religion wurde Bamberger immer wieder angefeindet. Karl Marx sagte einmal, bei Ludwig Bamberger die „Zigeunersprache der Pariser Börsensynagoge“ herauszuhören. Seinem ehemaligen Fraktionskollegen in der Nationalliberalen Partei Heinrich von Treitschke, der 1879 mit seinem Artikel "Unsere Aussichten" und mit kaum verhohlener Sympathie für antisemitische Ideen für großes Aufsehen sorgte, trat Bamberger in mehreren Kampfschriften entgegen.
Bamberger gilt heute als Vater der Münzreform und als Vater der deutschen Mark.
Mann | Deutscher | Bankier | Reichsfinanzen (Personen) | Politiker (Deutsche Geschichte) | NLP-Mitglied | Reichstagsabgeordneter | Deutsche Bank (Person) | Geboren 1823 | Gestorben 1899
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