Als LNB (Low Noise Block Converter) bzw. rauscharmer Signalumsetzer wird das entscheidende elektronische Bauteil einer Satellitenempfangsantenne bezeichnet. Es besteht aus der Kombination eines LNAs mit einem Block-Umsetzer (s.u.). Ist noch ein Feedhorn angebaut, wird es auch als LNBF bezeichnet. Es wird im Brennpunkt einer Parabolantenne montiert.
Nachdem durch einen Parabolspiegel die hochfrequenten Mikrowellen eines geostationären Telekommunikationssatelliten gebündelt wurden, erfüllt der LNB die folgenden weiteren Aufgaben beim Satellitenempfang: twin_lnb.jpg
Die Stromversorgung des LNB geschieht über das Antennenkabel mittels Fernspeisung. Der seit Ende der 1980er Jahre etablierte Marconi-Standard ermöglicht eine Auswahl der Polarisationsebene über die Höhe der Versorgungsspannung (14 Volt vertikal, 18 Volt horizontal). Beim Universal-LNB (10.7-12,75 GHz) kann mit einer überlagerten Tonfrequenz (22 kHz ±20%) alternativ das obere neu hinzugekommene Highband ausgewählt werden. Um mehr als zwei Schaltkriterien bedienen zu können, wurde bereits Anfang der 1990er Jahre gemeinsam vom Satellitenbetreiber Eutelsat und der Firma Philips der digitale Steuerbus DiSEqC (Digital Satellite Eqipment Control) mit Rückkanal entwickelt. Dieser ermöglicht die Steuerung von bis zu 256 verschiedenen Komponenten einer Satellitenempfangsanlage. DiSEqC-Komponenten arbeiten, um die Verlustleistung (nach einer zukünftigen EG-Richtlinie) zu reduzieren, mit einer Betriebsspannung von 12 V.
Die gesamte Funktionseinheit wird oft in ein gemeinsames Wetterschutzgehäuse integriert. Neben dem Schutz vor Feuchtigkeit, Staub und Temperatureinflüssen muss dieses gewährleisten, dass im Bereich des Welleneintrittsfensters auch außen möglichst keine Verunreinigungen oder Wasser (ggf. auch als Schnee oder Eis) anhaften können.
Vergegenwärtigt man sich die Sendekeule eines Satelliten bzw. den damit "ausgeleuchteten" Bereich auf der Erdoberfläche (auch "Footprint" genannt), so wird verständlich, dass die Signalleistungsdichte am Boden nur gering sein kann. Damit sich das Nutzsignal aus dem thermischen Grundrauschen der kosmischen Hintergrundstrahlung auf das gesamte Basisband bezogen überhaupt heraushebt, werden spezielle Parabolspiegel benötigt. Diese sollen, durch korrekte Ausrichtung auf den geostationären Satelliten, möglichst viel Signal bei möglichst wenig Hintergrundstrahlung in den feed (das "Hörnchen", eine Hohlleiterstruktur) des LNB leiten. Bei zu geringem Verhältnis zwischen Signal und Rauschen (signal-noise-ratio), wie es durch einen zu kleinen oder falsch ausgerichteten Parabolspiegel, durch Dämpfung des Signals (Schneefall, Regen) oder durch Einspeisung weiterer Rauschquellen (Reflexionen) kommen kann, ist keine Erkennung des Nutzsignals mehr möglich.
Da die Rauschleistung des thermischen- oder Johnson-Rauschens von der Basisbandbreite abhängt, wird dies um so problematischer, je größer der genutzte Frequenzbereich ist. Dies ist ein Grund, warum beim Universal-LNB zwischen verschiedenen Frequenzbereichen umgeschaltet wird, statt einfach nur den Frequenzbereich zu vergrössern. So wird auch verständlich, warum z.B. ein relativ schmalbandiger GPS-Empfänger keine Parabolantenne benötigt.
Da jeder Verstärker rauscht und dieses Eigenrauschen dem Signal hinzufügt, kann in einer Signalkette das Signal-Rausch-Verhältnis (engl.: S/N Ratio) nie besser, sondern immer nur schlechter werden. Ein LNB benötigt deshalb einen im gesamten Basisband besonders rauscharmen Verstärker, um auch bei schlechten Empfangsverhältnissen noch einen Empfang zu ermöglichen. Typisch für Universal-LNBs ist seit 2004 ein Eigenrauschen (verwandte Begriffe: Rauschmaß, Rauschzahl, engl. noise figure, noise floor) von etwa 0,6 dB (0,6-0,7dB bei 21°C gelten als sehr gut). Niedrigere Rauschzahlen von 0,2 und 0,3dB dB sind im Konsumerbereich nicht möglich, da die erste Stufe des LNAs laut Datenblätter der Hersteller bereits ein Eigenrauschen von ca. 0,3 dB aufweisen. Das bedeutet, wenn man mehrer Verstärkerstufen (sogenannte HEMTs) hintereinanderschaltet, dass die Gesamt-Rauschzahl immer nur größer werden kann. Hierbei spielt auch die Verstärkung der einzelnen Stufen eine entscheidende Rolle. Die Rauschzahlen, die bei fast allen Herstellern als kleiner 0,3dB angegeben werden (Stand 03-2006) sind völlig unrealistisch und dienen nur für Marketing Zwecke.
Ein niedriges Eigenrauschen ist zwar ein wichtiges Qualitätsmerkmal dieses Bauteils, "Low Noise" als Namensbestandteil ist aber doch recht eigentümlich und nur durch die historische Entwicklung zu erklären.
In den Anfangszeiten des Satellitenempfangs (und für Spezialanwendungen auch noch heute) wurde das Hochfrequenzsignal vom Satelliten nur verstärkt und ohne Umsetzung auf eine ZF zum Empfänger geleitet. Dabei war ein geringes Rauschen besonders kritisch und die entsprechenden und damals sehr aufwändigen Hochfrequenzverstärker wurden LNA (Low Noise Amplifier) genannt.
Bei dieser Konstruktion sind nur kurze oder sehr dicke Kabelverbindungen zwischen Antenne und Empfänger möglich. Um Satellitenempfang auch für Privatanwender zu ermöglichen, wurde in den 1980er Jahren der LNC (Low Noise Converter) eingeführt. Hierbei erfolgt neben der Verstärkung eine Umsetzung auf eine niedrigere Zwischenfrequenz, was die Verbindung zum Empfänger vereinfacht.
Seit Anfang der 1990er Jahre werden im Privatbereich LNB (Low Noise Block Converter) verwendet. Der Zusatz Block bezieht sich darauf, dass jeweils ein ganzer Frequenzbereich (ein Block) umgesetzt wird, während ein LNC nur einen kleinen Teil des Frequenzbereiches empfangen und umsetzen kann. LNCs sind deshalb heute nur noch an Altanlagen zu finden und werden nicht mehr neu installiert.
Bei vollständiger Integration der Komponenten spricht man oft vom LNBF (Low Noise Block Feed) oder auch vom LNF (Low Noise Feed) - Feed meint sinngemäss die Signalzuführung.
Die verschiedenen Abkürzungen werden aber in der Praxis auch von Experten häufig synonym gebraucht.
Erst mit dem Aufkommen der DTH-Antennen (Astra war da einer der Vorreiter) werden die Feedhörner direkt an die Ku-Band-LNBs angebaut. Zuvor hatten die LNBs einen normierten Flansch, der auf den Gegenflansch des Feedhorns passte. Dies war insofern auch notwendig, da die LNBs in den Anfangsjahren weder eine Ebenenumschaltung noch eine Unter-/Oberband-Schaltung kannten. Die Ebenentrennung wurde mit sog. Orthomodes - dafür war dann je Ebene ein separater LNC notwendig - oder Polarisatoren gemacht.
Bis vor einigen Jahren waren nur für das heute so bezeichnete Lowband (10,7 - 11,7 GHz) ausgelegte LNB üblich. Seit dem Aufkommen der digitalen Technik verwendet ASTRA zusätzlich das so genannte Highband (11,7 - 12,75 GHz). LNB, die beide Frequenzbereiche direkt in das vom Receiver genutzte Frequenzband umsetzen können, wurden dann als Universal-LNB bezeichnet. Bei reinen Lowband-LNBs wird das Highband dann meistens trotzdem noch empfangen, nur liegt es in einem für handelsübliche Receiver zu hohem und daher unerreichbaren Frequenzbereich. Mit Hilfe eines vor den Receiver bzw. vor den Multischalter geschalteten zusätzlichen Frequenzbandumsetzers kann dann meistens dennoch das Highband empfangen werden.
Unterschieden werden die LNB nach Anzahl der Ausgänge:
Eine einheitliche Bezeichnung hat sich für die beiden 4-fach-Typen leider nicht durchgesetzt, was zu Missverständnissen führen kann.
Die zuvor beschriebenen Bauformen beziehen sich allesamt auf die in Deutschland üblichen Satellitenfernsehsysteme. Es gibt jedoch noch eine Vielzahl weiterer LNBs für andere Frequenzbereiche und Anwendungen (z.B. Meteosat-LNBs, L-Band-LNBs, S-Band-LNBs, C-Band-LNBs...)
Low-noise block converter | Low Noise Block | Tête universelle | LNB | LNB | Low Noise Block
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"Rauscharmer Signalumsetzer".
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