Der Louisiana Purchase war der Kauf von 2.144.476 km² Land, das die USA 1803 von Frankreich erwarben. Der Kaufpreis betrug 15 Millionen US-$ oder 80 Millionen französische Francs (drei Dollar pro Quadratmeile), was einem heutigen (März 2006) Wert von circa 250 Millionen Dollar,The relative value in U.S. Dollars gemessen an der Kaufkraft, entspricht. LouisianaPurchase.png
Verkauft wurde das Gebiet der ehemaligen Kolonie Louisiana, das westlich des Mississippi lag. Es umfasste weit mehr Land als der heutige Staat Louisiana. Die Gebiete beinhalteten die heutigen Staaten Iowa, Missouri, Arkansas, South Dakota, Nebraska, Kansas, Oklahoma, Teile von Minnesota, Louisiana, North Dakota, Texas, Montana, Wyoming, Colorado, New Mexico, sowie Teile der heute kanadischen Provinzen Manitoba, Saskatchewan und Alberta. Das damals gekaufte Land macht mehr als ein Viertel der heutigen USA aus und verdoppelte die Ausmaße des damaligen Staates.
Der Louisiana Purchase war das größte Grundstücksgeschäft der Geschichte.
1802 wurde Pierre Samuel du Pont de Nemours gewonnen, die Verhandlungen zu unterstützen. Du Pont lebte zu jener Zeit in den USA und hatte enge Verbindungen sowohl zu Jefferson als auch zu politischen Kräften in Frankreich. Während eines Privataufenthalts in Frankreich nahm er Verbindung mit Napoleon auf. Von ihm stammt die Idee eines weit größeren Kaufs als des ursprünglich geplanten, um so einen möglichen Konflikt zwischen Napoleon und den USA zu vermeiden.
Jefferson hielt nichts von dieser Idee, denn der Kauf Louisianas von Frankreich würde bedeuten, dass Frankreich ein Recht hatte, in Louisiana zu sein. Jefferson glaubte außerdem, dass ein Präsident einen solchen Handel nicht abschließen dürfe, weil darüber nichts in der Verfassung stand und die Rechte der Einzelstaaten dadurch weiter ausgehöhlt würden. Auch der französische Außenminister Talleyrand war strikt gegen den Verkauf, weil er ein Ende der französischen Geheimpläne zur Übernahme Nordamerikas bedeuten würde.
Kurz bevor Monroe 1803 in Paris eintraf, boten die Franzosen ganz Louisiana zum Verkauf an, nicht nur New Orleans. Die amerikanischen Unterhändler waren darauf vorbereitet, zwei Millionen Dollar für New Orleans auszugeben. Nun waren sie sprachlos, als ihnen das gesamte Gebiet vom Golf von Mexiko bis Ruperts Land und vom Mississippi bis zu den Rocky Mountains für nur 22,5 Millionen Dollar angeboten wurde. Dadurch würde das Gebiet der USA verdoppelt werden. Der Preis für das Land würde sieben Dollar pro Quadratkilometer betragen. Monroe und Livingston waren zu einem so großen Kauf nicht autorisiert. Sie erkannten aber die einzigartige historische Chance und akzeptierten Napoleons Angebot. Die endgültigen Verhandlungen wurden mit Napoleons Finanzminister, dem Marquis de Barbé-Marbois, geführt.
Napoleon, der zu jener Zeit über die stärkste Armee in Europa verfügte, betrachtete den Verkauf seiner amerikanischen Territorien als Geste des guten Willens gegenüber den USA und als strategischen Schachzug gegen die Briten. Ein starkes Amerika konnte als Puffer gegen Britannien dienen, wenn der unvermeidliche Entscheidungskampf kommen würde. Möglicherweise erhoffte er sich auch die Unterstützung der USA bei seiner Seeblockade gegen England.
Wichtiger war vielleicht, dass Napoleon einer Niederlage seiner Truppen in der französischen Kolonie Saint-Domingue (heute: Republik Haiti) gegenüberstand. Eine Expeditionsarmee unter seinem Schwager Charles Leclerc d'Ostin versuchte, die Kontrolle über Frankreichs profitabelste Kolonie zurückzugewinnen. Im Juni 1802 hatten die Franzosen erfolgreich den Revolutionsführer Toussaint L’Ouverture nach Frankreich deportiert, aber das Gelbfieber wütete unter den Soldaten und tötete im November auch Leclerc. Darüber hinaus führte die rassistische Politik der Franzosen in Guadeloupe und in Saint-Domingue zu einem Guerilla-Krieg und zum Überlaufen führender französischer Offiziere, wie zum Beispiel des schwarzen Generals Jean-Jacques Dessalines und des Offiziers Alexandre Pétion im Oktober 1802. Diese Rückschläge führten dazu, dass Napoleon seine Pläne aufgab, das französische Imperium in der neuen Welt wieder zu errichten. Die Franzosen zogen sich im November 1803 zurück, aber ihre Niederlage war schon ein Jahr zuvor abzusehen.
Napoleon führte den Verkaufserlös seiner großen Kriegskasse zu und strebte die Kontrolle über ganz Europa an. Zwischen 1805 und 1807 besiegte er Österreich, Preußen und Russland und machte sich zum Herren über den größten Teil des Kontinents.
Am 20. Dezember 1803 übergab Frankreich die Stadt New Orleans an die USA. Am 31. Oktober 1803 verabschiedete der US-Kongress Gesetze, die die Fortführung der bestehenden Zivilverwaltung ermöglichten und den Präsidenten ermächtigten, Militär zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung einzusetzen. Am 10. März 1804 wurde in St. Louis eine offizielle Feier zum Übergang des Territoriums von Frankreich auf die USA abgehalten.
Nach einer Revolte in Westflorida annektierten die USA 1810 das Gebiet zwischen dem Pearl River und dem Mississippi und 1812 den Mobile-District. Mit dem Adams-Onís-Vertrag von 1819 überließ Spanien schließlich ganz Florida den USA. Die Grenze zwischen dem Louisiana-Territorium und den spanischen Kolonien wurde festgelegt entlang der Flüsse Sabine, Red River und Arkansas River und dem 42. Breitengrad.
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