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Louis Ferdinand Prinz von Preußen (eigentlich Friedrich Ludwig Christian Prinz von Preußen); (* 18. November 1772 in Schloss Friedrichsfelde bei Berlin, jetzt Berlin-Friedrichsfelde; † 10. Oktober 1806 in Wöhlsdorf bei Saalfeld) war der dritte Sohn des Prinzen Ferdinand von Preußen und seiner Gemahlin Anna Elisabeth Luise von Brandenburg-Schwedt und somit ein Neffe Friedrichs des Großen.

Leben


Der Namensbestandteil Ferdinand (von seinem Vater) wurde zur Unterscheidung von seinem Neffen zweiten Grades, dem fast gleichaltrigen Sohn Louis des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. eingeführt.

Prinz Louis Ferdinand schlug eine militärische Laufbahn ein, kämpfte im 1. Koalitionskrieg mit und hatte zuletzt den Rang eines Generals. Als Kommandant einer preußischen Vorhut fiel er am 10. Oktober 1806 in der Schlacht bei Saalfeld, einem Vorhutgefecht der vier Tage später stattfindenden Schlacht bei Jena und Auerstedt.

Als einer der begabtesten Figuren des preußischen Königshauses tat er sich besonders musikalisch, philosophisch und politisch hervor. So verkehrte er im Salon der Rahel Varnhagen und hinterließ mehrere Kompositionen und politische Denkschriften.

Über seinen illegitimen Sohn Ludwig von Wildenbruch ist er der Großvater des Schriftstellers Ernst von Wildenbruch und Ururgroßvater des Widerstandskämpfers Peter Graf Yorck von Wartenburg.

Prinz Louis Ferdinands Zeitgenosse General Friedrich August Ludwig von der Marwitz erzählt Folgendes über ihn in seinen Memoiren:

"''Es lag Außerordentliches an ihm, und es wäre etwas Außerordentliches aus ihm geworden, wenn unser Krieg nicht durch den Frieden von Basel (wo er erst dreiundzwanzig Jahre alt war) beendigt worden wäre. Aber er kam in seine Garnison, Magdeburg, zurück, und wenn er gleich sein Regiment in der besten Verfassung erhielt, so war doch diese Beschäftigung für seinen hochstrebenden Geist viel zu geringfügig und war bei den damaligen alten Soldaten jeden Tag in wenigen Stunden abgemacht. Da seine wiederholten Bitten, die Feldzüge bei der österreichischen und 1799 bei der russischen Armee mitmachen zu dürfen, ihm jederzeit abgeschlagen wurden - und der politischen Lage wegen, in die wir uns nun einmal gestürzt hatten, wohl abgeschlagen werden müßten -, so verlebte er dreizehn Jahre eigentlich im Nichtstun und stürzte sich in Zerstreuungen. Er strengte sich an bei den ermüdendsten und gefährlichsten Jagden, bei den angreifendsten Ritten und vergnügte sich dann mit Freunden, die zahlreich zuströmten - wie in solchen Fällen immer - an der Tafel und mit den Mädchen. (...)

Dies alles möchte noch hingehen, aber bei dieser allseitigen Anspannung seiner Kräfte ergab er sich dem Trunk. Im Jahr 1806 trank er nichts anderes als Champagner und fing damit an, sowie er aufstand, so daß er vormittag gewiß schon mit sechs Bouteillen fertig war und den Tag über ein Dutzend nicht hinreichte. Dabei war aber auch nicht die leiseste Spur von Trunkenheit jemals an ihm zu merken, noch war seine Körperschönheit und sein blühendes Aussehen im mindesten gewichen. Wahrscheinlich würden Krankheit und Schwäche ganz plötzlich hereingebrochen sein, wenn er länger gelebt hätte".

Kompositionen


  • Quintett für Klavier, 2 Violinen, Viola, und Violoncello, op. 1
  • Trio in Es-Dur für Pianoforte, Violine und Violoncell, op. 2
  • Trio in Es-Dur für Pianoforte, Violine und Violoncell, op. 3
  • Andante mit Variationen in B-Dur für Pianoforte, Violine, Viola und Violoncell, op. 4
  • Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello, op. 5
  • Quartett in f-Moll für Pianoforte, Violine, Viola und Violoncell, op. 6
  • Fugue à quatre voix pour le piano, op. 7
  • Notturno pour le pianoforte, flûte, violon, viola, violoncelle obligé et deux cors ad libitum, op. 8 (Hörprobe)
  • Rondo in B-Dur für Klavier und Orchester, op. 9
  • Grosses Trio in Es-Dur für Pianoforte, Violine und Violoncell, op. 10
  • Larghetto varié pour le pianoforte avec accompagnement de violon, alto, violoncelle et basse obligés, op. 11
  • Otetto pour le pianoforte, clarinette, 2 cors, 2 violes et 2 violoncelles obligés, op. 12
  • Rondo pour le pianoforte avec accompagnement de l’orchestre, op. 13

Literatur


  • Eckart Kleßmann, Prinz Louis Ferdinand von Preußen, 1978.
  • Friedrich August Ludwig von der Marwitz, Nachrichten aus meinem Leben 1777 - 1808, (Hg.: Günter de Bruyn), Berlin 1989
  • Uwe A. Oster, Der preußische Apoll. Prinz Louis Ferdinand von Preußen, 2003. ISBN 3791718282
  • Tobias Debuch: Prinz Louis Ferdinand von Preussen (1772-1806) als Musiker im soziokulturellen Umfeld seiner Zeit (Berlin: Logos-Verlag, 2004)

Siehe auch


Mann | Geboren 1772 | Gestorben 1806 | Prinz (Preußen) | Militärperson (Preußen) | Koalitionskriege (Person, Preußen)

 

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