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Lorenzo da Ponte (* 10. März 1749 in Ceneda, heute Vittorio Veneto, Venetien; † 17. August 1838 New York) war ein italienischer Dichter und Opernlibrettist.

Leben


Lorenzo da Ponte hieß ursprünglich Emmanuele Conegliano, war jüdischen Glaubens und nahm seinen neuen Namen an, als seine Familie 1763 zum Katholizismus übertrat. Den Namen übernahm er vom damaligen Bischof von Venedig, von dem er adoptiert wurde. Konvertierte Juden ließen sich im 18. Jahrhundert in Italien oft von katholischen Geistlichen adoptieren, um in der Gesellschaft aufsteigen zu können.

Da Ponte war von 1771 bis 1773 am Priesterseminar von Portogruaro als Lehrer für Rhetorik tätig und erhielt 1773 die Priesterweihe. Im Herbst desselben Jahres ging er nach Venedig und wurde 1774 Lehrer für klassische Literatur im nahegelegenen Treviso. Er musste Venedig am 17. Dezember 1779 verlassen, da er von der Inquisition wegen Ehebruchs und Konkubinats mit einer verheirateten Frau für 15 Jahre aus dem venezianischen Gebiet verbannt wurde. 1781 kam er auf Vermittlung des Dresdener Hofpoeten Caterino Mazzolà in Kontakt mit Antonio Salieri, der ihm eine Stelle am Wiener Hof verschaffte. Bis 1791 arbeitete er dort als Textdichter für das italienische Theater. Er legte etwa 40 Libretti für eine ganze Reihe von Komponisten vor, darunter Antonio Salieri und Joseph Weigl. Berühmt wurde er für seine Texte zu Mozarts Opern Le nozze di Figaro (1786, Figaros Hochzeit), Don Giovanni (1787) und Così fan tutte (1790).

1791 verlor da Ponte wegen einiger Intrigen seine Stelle am Theater und ging nach London, wo er Italienisch unterrichtete und Libretti für eine italienische Operntruppe schrieb. Ab der Zeit war eine Frau an seiner Seite, die 20 Jahre jüngere Nancy Grahl. 1793 wurde da Ponte Impresario am King´s Theatre. Von 1794 bis 1804 sind 28 Premieren mit Werken verzeichnet, die auf seine Texte verfasst wurden, darunter zahlreiche Opern des Komponisten Peter von Winter.

Ab 1800 gab es Schwierigkeiten mit Gläubigern, weil Da Ponte sich für Wechsel eines Parlamentariers verbürgt hatte und diese geplatzt waren. Deshalb schickte er seine Familie 1804 nach Amerika, folgte ihr ein Jahr später und ließ sich zuerst in Pennsylvanien, später in New York nieder. Er versuchte sich in verschiedenen Geschäftszweigen – u. a. als Tabak- und Branntweinhändler –, bevor er später als Privatlehrer Unterricht in Italienisch erteilte. 1825 wurde er zum Professor für italienische Literatur am Columbia College in New York ernannt und veröffentlichte eine Reihe von Büchern im eigenen Verlag.

Ab 1830 setzte sich da Ponte verstärkt dafür ein, der Oper in Amerika zum Durchbruch zu verhelfen. Er konnte Sponsoren für den Bau des ersten Opernhauses in New York gewinnen. Finanziell rechnete sich dieses jedoch nicht, überdies brannte es 1836 ab. Da Ponte wurde auf dem Friedhof der alten, heute nicht mehr existierenden New Yorker Kathedrale beigesetzt.

Werke


  • Schriften
    • Memoiren, vier Bände (New York, 1823-27, Die Geschichte meines Lebens, 1969)

Literatur (Auswahl)


  • Werner Hanak (Hrsg): Lorenzo Da Ponte. Stuttgart: Hatje Cantz 2006. ISBN 3-7757-1748-X
  • April FitzLyon: Lorenzo da Ponte. London: John Calder 1982

Weblinks


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