Lorenzo Bandini (* 21. Dezember 1935 in Barce, Libyen; † 10. Mai 1967 in Monte Carlo) war ein italienischer Rennfahrer.
1957 sammelte Lorenzo Bandini erste Rennsport-Erfahrung, als er mit einem geliehenen Fiat 1100 an Bergrennen teilnahm. Nur ein Jahr später machte er erstmals von sich reden, als er bei der Mille Miglia mit einem Lancia Appia Zagato seine Klasse gewann.
Von 1958 bis 1960 startete Bandini auf Volpini in der Formel Junior; zunächst als Privatier, später als Fahrer für das Stanguellini-Team. Seine größten Erfolge in dieser Zeit waren ein 3. Platz beim Debüt in Syracuse (1958), sowie Siege beim Liberty- und Pescara-Grand Prix (1960).
1961 gab Mimmo Dei, der Teamchef der Scuderia Centro-Sud, Bandini die Möglichkeit, beim nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix von Pau einen Formel-1 Cooper-Maserati T51 zu fahren. Bandini schaffte es in diesem Rennen aufs Podium und belegte hinter Jim Clark und Jo Bonnier Platz 3. Bereits 2 Monate später bestritt er seinen ersten Grand-Prix im belgischen Spa. In dieser Saison nahm er noch an 3 weiteren Weltmeisterschaftsläufen (ebenfalls auf Cooper-Maserati) teil (England, Deutschland, Italien). Das sportliche Highlight in diesem Jahr stellte der Sieg beim Sportwagenrennen in Pescara dar.
1962 unterschrieb Bandini einen Vertrag als Fahrer bei Ferrari. Er bestritt in dieser Saison vor allem Sportwagenrennen, nahm allerdings auch an 3 Formel-1-Grand Prix teil (Monaco, Deutschland, Italien). In Monaco holte er den 3. Platz und somit seine ersten WM-Punkte. Außerdem gewann er im August den nicht zur WM zählenden Mittelmeer-Grand-Prix in Enna.
1963 war Bandini bei 7 der 10 Formel-1-Rennen am Start. 3 davon fuhr er für die Scuderia Centro-Sud auf B.R.M., bei den letzten 4 Saison-Läufen saß er allerdings wieder im Ferrari-Cockpit. Die besten Platzierungen in diesem Jahr waren jeweils 5. Plätze in England, den U.S.A. und Südafrika. Die Sportwagen-Saison verlief erfolgreich: bei der Targa Florio wurde er Zweiter, beim 12-Stunden-Rennen von Reims wurde er an der Seite von John Surtees ebenfalls Zweiter und zusammen mit Ludovico Scarfiotti errang er den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans auf einem Ferrari 250 P.
1964 war Bandini neben John Surtees Stammfahrer beim Ferrari-Formel-1-Team. Es sollte seine erfolgreichste Saison werden. Er sammelte 23 WM-Punkte und trug damit entscheidend zum Gewinn der Konstrukteurs-WM für das Team aus Maranello bei. Im August gewann er den Großen Preis von Österreich auf dem Flugplatz-Kurs in Zeltweg. Eine etwas zweifelhafte Rolle spielte Bandini beim Saison-Finale in Mexico, als er mit dem B.R.M. des Titel-Aspiranten Graham Hill kollidierte, dessen Wagen dabei beschädigt wurde. Danach ließ er seinen langsameren Teamkollegen Surtees passieren, so dass sich dieser den Fahrer-WM-Titel sichern konnte.
1965 hatte das Ferrari-Formel-1-Team gegen einen meisterhaften Jim Clark (Lotus) und die starken B.R.M. von Graham Hill und Jackie Stewart keine Chance. Bandini und Surtees fuhren zumeist hinterher, Bandini beispielsweise konnte in den 10 Saison-Läufen nur 13 Punkte sammeln. Beim Grand Prix von Monaco erzielte er mit dem 2. Platz sein bestes Saisonergebnis. Abseits der Formel 1 verbuchte er einen Sieg bei der Targa Florio. Bandini1966Nürburgring.jpg 1966 trennten sich nach nur 2 Saisonrennen die Wege von Ferrari und John Surtees. Bandini rückte damit in die Rolle des Team-Leaders auf. Die Saison verlief für die Roten allerdings nicht besonderes erfreulich, abgesehen vom Ferrari-Doppelsieg beim Heim-Rennen in Monza, wo Bandinis Teamkollegen Ludovico Scarfiotti und Mike Parkes die beiden vorderen Plätze belegten. Bandini erzielte insgesamt 12 WM-Zähler, sein Saison-Höhepunkt war einmal mehr der Große Preis von Monaco, wo er erneut Zweiter wurde.
1967 begann für Bandini und Ferrari vielversprechend. Zusammen mit seinem Teamkollegen Chris Amon gewann er das 24-Stunden-Rennen in Daytona und das 1000-km-Rennen in Monza in einem Ferrari 330 P4 Sportwagen. Im März belegte er beim nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Formel-1-Rennen in Brands Hatch im Finalrennen den 2. Platz. Beim Großen Preis von Monaco am 7. Mai verunglückte Bandini mit seinem Ferrari 312 in Runde 82. An 2. Position liegend und krampfhaft bemüht, den Rückstand auf den führenden Brabham-Piloten Denis Hulme zu verkürzen, streifte der anscheinend erschöpfte und immer unaufmerksamer fahrende Bandini eingangs der Hafen-Schikane die Streckenbegrenzung, worauf der Wagen ausgangs der Schikane nach links von der Strecke abkam, an einen nur von Strohballen gesicherten Poller prallte und Feuer fing. Durch die vielen Strohballen und auslaufendes Benzin entstand ein Riesenfeuer, dem die spärlich ausgestattenen Feuerwehrleute nicht gewachsen waren. Bandini konnte erst nach einigen Minuten befreit werden. Der Italiener erlag drei Tage später seinen schweren Verbrennungen. Nach diesem Unfall wurde die Renndistanz in Monaco ab 1968 von 100 auf 80 Runden verkürzt.
Bandini fuhr insgesamt 42 Grand Prix-Rennen und holte dabei 1 Sieg, 8 Podiums-Plätze, 1 Pole-Position und 2 schnellste Runden.
Mann | Italiener | Geboren 1935 | Gestorben 1967 | Formel-1-Rennfahrer (Italien)
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