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00866r.jpg Die Loreley oder Lorelei ist ein 132 Meter hoher, aus dem Rhein herausragender Schieferfelsen bei Sankt Goarshausen, Rheinland-Pfalz im Taunus. Der Blick von oben auf die Stadtansichten von Sankt Goarshausen mit der Burg Katz und Sankt Goar mit der Ruine Burg Rheinfels gehört zu den unverwechselbaren Erlebnissen für viele Touristen. Wenige hundert Meter vom Aussichtspunkt entfernt befindet sich die Loreley-Freilichtbühne, wo gelegentlich Großveranstaltungen (z. B. Rockkonzerte) stattfinden.

Bei der Loreley ist der Mittelrhein bis zu 25 m tief und nur 113 m breit. Dies ist die engste und tiefste Stelle des Rheins, weshalb auch heute noch die Rheinschifffahrt durch Lichtsignale vor Gegenverkehr gewarnt wird.

Geschichte


Siedlungsspuren auf dem Fels gibt es schon von vor etwa 600.000 Jahren, als das Plateau noch auf Höhe des Flusses lag. Schon im Mittelalter war die Loreley ein bekannter Ort. Zum einen wegen des markanten Felsens als Wegmarke, zum anderen wegen der gefährlichen Stelle für die Schifffahrt. Neben dem Binger Loch war hier, ein Stück rheinabwärts Richtung St. Goar (etwa in Höhe des heutigen Campingplatzes), die gefährlichste Stelle für die Rheinschifffahrt. An dieser Stelle lag eine Sandbank im Rhein, auf deren linker Seite das Wasser über quer im Fluss liegende Felsrippen stürzte, während es auf der anderen Seite ruhig abfließen konnte. Die verschieden schnell fließenden Wassermassen trafen sich hinter der Sandbank, wodurch dort starke Strudel entstanden, die manchem Schiffer zum Verhängnis wurden. Aus diesem Grund ließ sich hier der heilige Goar nieder, der versuchte, Schiffsbrüchige zu retten und zu pflegen.

Der Name


Der name "Loreley" setzt sich aus dem altdeutschen Wort "lorlen" (rauschen, murmeln) zusammen, und "Ley", welches umgangssprachlich (Schiefer-)Fels oder Stein bedeutete. Der Name entstand aus einem Phänomen - dem starken 7fachen Echo, das heute wegen des Verkehrslärms verschwunden ist. Bis zum 19. Jahrhundert existierte am Loreley ein kleiner Wasserfall und starke Strömungen, und durch das zurückgeworfene Echo erschien es so als ob das Rauschen von den Felsen herstammen würde. Schon früh suchte man Erklärungen dafür und machte zunächst in Höhlen des Felsens hausende Zwerge dafür verantwortlich. Vor dem 19. Jahrhundert trug der Ort auch noch seinen männlichen Artikel wie bei „der Lurlei“, „der Lorley“ oder der „Lurleberch“ (zahlreiche weitere Schreibweisen). *

Die Sage


Loreley_400x300.jpg Der Sage nach saß eine Nixe, Loreley genannt, auf dem gleichnamigen Felsen und lockte mit ihrer Stimme die Seefahrer an, die wegen ihres unglaublich schönen Gesangs die gefährliche Strömung und die Felsenriffe nicht beachteten und mit ihren Schifferbooten zerschellten. Kennzeichnend war auch, dass sie ihr langes blondes Haar mit einem goldenen Kamm kämmte.

Clemens Brentano schrieb 1802 in der Ballade Zu Bacharach am Rheine..., die er in den Roman Godwi oder Das steinerne Bild der Mutter eingefügt hat, von einer Zauberin, die aufgrund ihrer Schönheit allen Männern den Verstand raubte und ihnen schließlich stets den Tod brachte. Deshalb soll sie als Hexe von geistlicher Gewalt zum Tode verurteilt werden. Die "Lore Lay" ist sich ihrer Wirkung bewusst und dieses Umstands müde - seit ihr Liebster sie betrogen hat und sie in ihrem "Zauberkreis" verderben muss, wünscht sie sich zu sterben. Der Bischof bringt jedoch aufgrund Lore Lays Schönheit ein Todesurteil nicht über die Lippen und schickt sie stattdessen in ein Kloster. Auf der Reise dorthin, begleitet von drei Rittern, bittet die Lore Lay an einem großen Felsen, diesen erklimmen und noch einmal von oben den Rhein betrachten zu dürfen. Sie besteigt den Felsen und stürzt sich hinab. In einer Fußnote wird von Brentano direkt Bezug genommen auf den Loreley-Felsen bei Bacharach am Rhein. Nach einer von Werner Bellmann veröffentlichten Interpretation handelt es sich bei der Lore Lay-Ballade um eine Variation des antiken Echo-Mythos. Gestützt hat sich Brentano auf eine versifizierte Ovid-Paraphrase aus dem Jahr 1631, die sich in seinem Besitz befand und die er bei der Konzeption mehrerer Verseinlagen des Romans Godwi herangezogen hat. (Echo wird aus Gram über ihre verschmähte Liebe zu Narcissus zu Fels, aus dem ihre Stimme als Widerhall ertönt.) Die Lore-Lay-Ballade ist nach Bellmanns These eine - von Brentano erfundene - aitiologische Lokalsage, die die Entstehung des Echos am Loreley-Felsen bei St. Goarshausen 'erklärt'.

Außerdem existiert eine Balladenfassung von Eichendorff.

Heines „Loreleylied“


Heinrich Heine griff das Thema 1824 in dem bekannten Gedicht „Die Lore-Ley“ auf, 1837 vertonte Friedrich Silcher dieses Gedicht. Emil Krupa-Krupinski Loreley 1899.jpg
Ich weiß nicht was soll es bedeuten,
Dass ich so traurig bin;
Ein Märchen aus alten Zeiten,
Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
Und ruhig fließt der Rhein;
Der Gipfel des Berges funkelt
Im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
Dort oben wunderbar;
Ihr goldnes Geschmeide blitzet,
Sie kämmt ihr goldenes Haar.

Sie kämmt es mit goldenem Kamme
Und singt ein Lied dabei;
Das hat eine wundersame,
Gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe
Ergreift es mit wildem Weh;
Er schaut nicht die Felsenriffe,
Er schaut nur hinauf in die Höh.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
Am Ende Schiffer und Kahn;
Und das hat mit ihrem Singen
Die Lore-Lei getan.

Adaptionen des Loreley-Stoffes


Max Bruch, Alfredo Catalani und Fredrik Pacius komponierten Opern mit dem Titel „Loreley“ zu diesem Thema.

George Gershwin ließ 1932 in dem in Deutschland spielenden Musical „Pardon My English“ die Loreley als „leichtes Mädchen“ besingen. Lenny E. Hoffmann komponierte 1993 das Musical „Loreley“ mit dem London Symphony Orchestra und Chris Kempers als Loreley. Von Mai bis September 1993 wurde das Musical auf der Loreley-Freilichtbühne aufgeführt.

Die Gruppe Dschinghis Khan hatte 1981 großen Erfolg mit dem deutschen Schlager Loreley.

Auch verschiedene Mittelalterbands schrieben Lieder über die Loreley, unter ihnen die Bands "Schandmaul" (Das Seemannnsgrab) und "Die Streuner" (Die Balade der Loreley). Die Musikband Theatre of Tragedy hat ebenfalls ein Lied mit dem Titel "Loreley" geschrieben das die Loreley besingt, ebenso wie die amerikanische Mittelaltergruppe Blackmores Night.

Image:LoreleyLuft.jpg|Die Loreley aus der Luft Image:Loreley von Spitznack.jpg|Loreley vom Spitznack (St. Goarshausen abgewandte Seite) Image:Lorelei_rock1.jpg|Der Loreleyfelsen

Forschungsliteratur


  • Helga Arend: Die Loreley – Entwicklung einer literarischen Gestalt zu einem internationalen Mythos. In: Gender und Interkulturalität. Ausgewählte Beiträge der 3. Fachtagung Frauen-/ Gender-Forschung in Rheinland-Pfalz. Hrsg. von Liesel Hermes, Andrea Hirschen und Iris Meißner. Tübingen 2003. S. 19-28.

  • Werner Bellmann, Brentanos Lore Lay-Ballade und der antike Echo-Mythos, in: Clemens Brentano. Beiträge des Kolloquiums im Freien Deutschen Hochstift 1978, hrsg. von Detlev Lüders, Tübingen 1980, S. 1-9. - Vgl. dazu auch die Kommentare zu den Verseinlagen des Romans "Godwi" in Band 16 der großen Frankfurter Brentano-Ausgabe.

  • Jürgen Kolbe: "Ich weiß nicht was soll es bedeuten". Heinrich Heines Loreley. Bilder und Gedichte. München 1976.

  • Willy Krogmann, Lorelei. Geburt einer Sage. In: Rheinisch-westfälische Zeitschrift für Volkskunde 3 (1956) S. 170-196.

  • Peter Lentwojt: Die Loreley in ihrer Landschaft. Romantische Dichtungsallegorie und Klischee, Frankfurt a. M. * 1998.

Siehe auch


Weblinks


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