Locomotive_BR52-8177-9.jpg auf einer Drehscheibe vor einem Ringlokschuppen in Dresden]]
Lokschuppen oder Lokremise ist die Bezeichnung des Unterstellplatzes von Lokomotiven in Betriebswerken oder Lokomotivstationen der Bahn.
Im Wesentlichen haben sich drei Bauformen ergeben; der Rechteckschuppen, das Rundhaus und der Ringlokschuppen.
Rechteckschuppen
Die einfachste Bauform ist der Rechteckschuppen, der für die Unterbringung von einer bis zu einer zweistelligen Zahl von Lokomotiven dienen kann. Der Rechteckschuppen wird auch heute noch gebaut. Die meisten Rechteckschuppen die im
19. Jahrhundert entstanden, wurden mit einer vorgelagerten
Drehscheibe versehen, während die Rechteckschuppen, die im Zuge des staatlich erleichterten Nebenbahnbaues in Deutschland ab etwa 1900 gebaut wurden, keine vorgelagerten Drehscheiben besaßen, weil diese Bahnen normalerweise nur Tenderlokomotiven besaßen.
Große Kastenschuppen finden sich auch in Verbindung mit vorgelagerten oder innen liegenden Schiebebühnen, etwa in Ausbesserungswerken oder wo nur Fahrzeuge untergebracht werden, die nicht gedreht werden müssen. Es gab aber auch Kastenschuppen mit Schiebebühnen für Dampflokomotiven, wie in Hagen oder Lehrte, wobei sich auf dem Gelände dann eine separate Drehscheibe befand.
Rundhaus
Das Rundhaus, auch
Rotunde genannt, besteht aus einem kreisrunden Gebäude, in dessen Mitte sich die Drehscheibe befindet, um die sich sternförmig die Abstellgleise für die Lokomotiven anschließen. Das Rundhaus hat eine oder mehrere Zufahrten von außen und ist ansonsten komplett überdacht. Die Bauzeit des Rundhauses beschränkte sich im Wesentlichen auf das 19. Jahrhundert. Rundhäuser waren in Bahnknotenpunkten
Europas und
Nordamerikas durchaus verbreitet. Mit der Beschaffung längerer Lokomotiven wurden die meisten Rundhäuser aufgegeben, weil man sie nicht ohne weiteres vergrößern konnte wie Rechteck - oder Ringschuppen. In Deutschland gibt es nur noch zwei Rundhäuser (Güterbahnhof Berlin-Pankow und in der Einfahrt zum Bw Berlin-Rummelsburg); das drittletzte Rundhaus wurde im
April 1978 in
Paderborn abgerissen.
Ringschuppen
Ringlokschuppen-01.jpg
Der Ringschuppen ist eine Bauform des Lokomotivschuppens, die sich aus den Erfahrungen mit den Rundhäusern ergab. Der Ringschuppen ist grundsätzlich einer Drehscheibe angegliedert und kreissegmentartig um diese herumgebaut. In
Deutschland wurden üblicherweise zunächst vier- bis sechsständige Ringschuppen gebaut, die dann im Laufe der Jahre mit dem Anwachsen des Verkehrs erweitert wurden; oft halbkreisförmig, in seltenen Fällen auch darüberhinaus wie im Bahnbetriebswerk
Hamburg-Altona, wo eine Doppeldrehscheibe von einem ovalen Ringlokschuppen bis auf wenige Zufahrgleise umschlossen wurde.
Ringschuppen wurden in vielen Fällen auch teilweise oder komplett nach außen hin verlängert, wenn dort längere Lokomotiven beheimatet wurden. Sie wurden auch noch im 20. Jahrhundert neu gebaut; zum Beispiel im Bahnbetriebswerk Rheine.
In den meisten Lokschuppen können auch zumindest kleinere Reparatur- und Wartungsarbeiten durchgeführt werden, wobei größere Lokschuppen auch eigene Werkstattanbauten und Werkstattgleise besitzen.
Literatur
- Bahnbetriebswerke Teil 3 Drehscheiben und Lokschuppen EK Special 34, EK Verlag Freiburg
Links
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