Die Lohnkosten sind die Summe aller Löhne, die in einem bestimmten Zeitraum von Arbeitgebern an Arbeitnehmer gezahlt werden.
Wichtig bei der Erhebung von Lohnkosten ist die Berechnungsmethode, denn daraus können unterschiedliche Ergebnisse resultieren. Meist werden die absoluten Lohnkosten pro Stunde berechnet. Sie können auch je Kopf berechnet werden. Von Lohnstückkosten spricht man, wenn die Lohnkosten nicht auf Arbeitsstunden oder Anzahl der Arbeitnehmer bezogen werden, sondern auf die Anzahl der hergestellten Produkte. Lohnnebenkosten stellen einen Teil der Lohnkosten dar.
In Deutschland, wie auch in anderen Industrienationen, werden Lohnkosten häufig als Grund für die schlechte Lage auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit, verantwortlich gemacht. Sie seien im internationalen Vergleich zu hoch und machten den Standort Deutschland unattraktiv. So sind die um ein Vielfaches geringeren Lohnkosten osteuropäischer sowie süd-ost-asiatischer Staaten für diese ein starker Wettbewerbsvorteil (was allerdings schwere Finanzkrisen gerade in diesen Ländern nicht ausschloss). Insbesondere, wenn sich die Produktivität in diesen Staaten nicht proportional zu den Lohnkosten verhält, sondern verhältnismäßig gute Resultate aufweist, kann es zu Abwanderungen von Unternehmen aus den Industrienationen kommen. Auffällig ist allerdings, dass die Masse der Investitionen, insbesondere auch der Direktinvestitionen, innerhalb der fortgeschrittenen Industrieländer stattfindet und nur in geringerem Maße Entwicklungsländern zugute kommt. Der internationale Währungsfonds kommt sogar zu dem Ergebnis, dass Kapital "in die falsche Richtung" fließt, also von "Süd" nach "Nord". Von den Lohnkosten her hätte man die entgegengesetzte Richtung erwarten müssen.
LohnundBIP.PNG In der Abbildung ist das Arbeitsentgelt (Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung) je Arbeitnehmer (für die Lohnkosten) und das (nominale) Bruttoinlandsprodukt je Arbeitnehmer (für die Arbeitsproduktivität) dargestellt. Es wurden die Durchschnittswerte der Jahre 2000 bis 2004 berechnet. Wegen der Vergleichbarkeit wurden die Werte in Euro umgerechnet und auf BRD-Werte = 100 normiert. In den osteuropäischen Ländern liegt die Produktivität stark unterhalb derjenigen Deutschlands, aber die Arbeitsentgelte je Kopf liegen noch stärker unterhalb dem BRD-Wert, so dass im Ergebnis - gemessen allein an den Lohnkosten - die osteuropäischen Länder wettbewerbsfähiger sind. Es fällt auf, dass die beiden Hauptkonkurrenten aus der Triade USA und Japan nach diesem Ergebnis weniger wettbewerbsfähig sind, da sie zwar eine höhere Arbeitsproduktivität, aber noch höhere Lohnkosten aufweisen.
Mit circa 27 Euro pro Stunde hat Deutschland mit Dänemark die höchsten Lohnkosten auf der Welt. Die niedrigsten werden in China mit circa 1,10 Euro bezahlt.
This article is licensed under the GNU Free Documentation License.
It uses material from the
"Lohnkosten".
Home Page • arts • business • computers • games • health • hospitals • home • kids & teens • news • physicians • recreation• reference • regional • science • shopping • society • sports • world