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Als Lohn-Preis-Spirale bezeichnet man einen inflationstreibenden Aufschaukelungseffekt zwischen Lohnerhöhungen auf der einen Seite und Preiserhöhungen auf der anderen Seite. Die Ursache liegt im Verteilungskampf zwischen den Tarifpartnern (Gewerkschaften und Arbeitgebern). Wenn die Kosten für die Unternehmen steigen (z.B. infolge von einem Ölpreisschock) und nicht durch Kostensenkungen aufgefangen werden können (= höhere Produktivität), dann versuchen die Unternehmen die erhöhten Kosten auf die Güterpreise abzuwälzen. Die Preise steigen und die Gewerkschaften fordern einen Inflationsausgleich. Der Lohnanstieg bedeutet eine erneute Kostenerhöhung für die Unternehmen, die wiederum auf die Güterpreise abgewälzt werden. Dieser Effekt kann sich immer weiter aufschaukeln. Glossar: http://www.bundesbank.de/bildung/bildung_glossar_p.php#preislohnpreisspirale

In der Realität spielt die theoretisch mögliche Lohn-Preis-Spirale selten eine Rolle, weil:

  • unter anderem die Voraussetzung "nicht durch Kostensenkungen aufgefangen werden können", selten zutrifft, da die allgemeine Erhöhung der Produktivität (= Kostensenkungen) größer als die Kostensteigerung bei einzelnen Produkten ist. Deswegen ist in der Regel eine Preiserhöhung bei Rohstoffen letztendlich beschäftigungssichernd, wenn nicht durch Arbeitszeitsverkürzung die Produktivitätssteigerung kompensiert wird.Norbert Walter: Teures Öl schadet erst und nützt uns dann. http://www.dbresearch.com/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000191148.PDF

  • In Märkten mit starker Konkurrenz tritt dieser Effekt nicht ein. Hier können die Unternehmer wegen des Preiskampfes Kostenerhöhungen nicht an die Preise weitergeben.

  • Ebensowenig können in Zeiten schwacher Konjunktur die Gewerkschaften selten Lohnerhöhungen durchsetzen.

Quellen


 

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