Lohengrin ist eine romantische Oper des deutschen Komponisten Richard Wagner. Sie gilt als seine märchenhafteste Oper und spielt vor einem historischen Hintergrund (Brabant in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts). Die Uraufführung war am 28. August 1850 in Weimar im Großherzoglichen Hoftheater.
Es ist die Zeit der kriegerischen Auseinandersetzung mit den Ungarn und König Heinrich versucht, die regionalen Fürstentümer dazu zu bewegen, sich an den bevorstehenden Kämpfen zu beteiligen. Deswegen kam er auch nach Brabant (Komm ich zu Euch nun, Männer von Brabant, zur Heeresfolg' nach Mainz Euch zu entbieten), was angesichts dessen, dass die Kriegsgefahr die östlichen Gefilde des Reiches betrifft, Brabant jedoch im äußersten Westen gelegen ist, eine politisch heikle Mission darstellt (Ob Ost, ob West, das gelte allen gleich: was deutsches Land heißt, stelle Kampfesscharen) und historisch auch nicht korrekt ist. Diese historischen Rahmenbedingungen sind für weite Teile der gesamten Handlung bestimmend.
Dies kontrastiert dann mit einem durchaus positiven, kräftigen aber ebenso irdischen C-Dur zu Beginn des ersten Aufzugs. Der Heerrufer kündigt die Ankunft König Heinrichs an (Hört Grafen, Edle, Freie von Brabant: Heinrich der Deutschen König kam zur Statt, mit Euch zu dingen nach des Reiches Recht - gebt Ihr nun Fried' und Folge dem Gebot?) Heinrich, der wie erwähnt eigentlich einen Heerzug organisieren möchte, erfährt nun von Friedrich, Graf von Telramund, dass der Herzog von Brabant verstorben ist und seine beiden Kinder (Elsa, die Jungfrau und Gottfried, den Knaben) der Obhut Telramunds anvertraut hat. Gottfried war sodann zum Entsetzen Telramunds verschwunden und in Telramund hatte sich die Überzeugung gebildet, dass Elsa hierfür verantwortlich sei, indem sie Gottfried getötet habe. Telramund löste daraufhin die Verlobung (Dem Recht auf ihre Hand, vom Vater mir verliehen, entsagt' ich willig da und gern) und vermählte sich mit Ortrud, der letzten Nachfahrin der Friesen. Es war aber Ortrud, die Telramund eingeflüstert hatte, sie habe beobachtet, wie Elsa ihren Bruder im Weiher ertränkt habe.Telramund klagt Elsa des Brudermordes an und erklärt weiter, dass ihm dann auch die Herzogswürde zustehe: Dies Land doch sprech' ich für mich an mit Recht, da ich der Nächste von des Herzogs Blut. Mein Weib dazu aus dem Geschlecht, das einst auch diesen Landen seine Fürsten gab.
Elsa bestreitet die Tat, so dass ein Gottesgericht entscheiden muss. Elsa hatte zuvor geträumt, ihr werde ein von Gott gesandter Streiter zur Seite stehen. Nachdem sie dem König von diesem Traum berichtet und der Heerrufer zum Gottesgericht gerufen hat, erscheint tatsächlich Lohengrin, der Sohn des Gralskönigs Parzival auf einem Nachen, der von einem Schwan gezogen wird. Er besiegt Telramund im Zweikampf und verlobt sich mit Elsa, der er zu Bedingung macht, nie zu fragen "woher ich kam der Fahrt, noch wie mein Nam' und Art". Bei dieser Bedingung handelt es sich freilich, wie wir später im Rahmen der Gralserzählung erfahren werden, nicht um eine eitle Anwandlung Lohengrins, sondern um ein Gralsgesetz, das der Ritter an seine Frau weitergeben muss.
Telramund ist durch die Niederlage im Zweikampf entehrt. Lohengrin wäre berechtigt, ihn zu töten, verzichtet hierauf aber: Durch Gottes Sieg ist jetzt dein Leben mein - ich schenk' es dir, mögst du der Reu' es weih'n.
Die Szene wechselt und wir hören, wie der Heerrufer die Brabanter zusammenruft und ihnen verkündet, dass Telramund, wie es die Gesetze erfordern, "weil untreu' er den Gotteskampf" gewagt, der Reichsacht verfallen ist. Der "fremde, gottgesandte Mann" aber soll mit dem Herzogtum Brabant belehnt werden: Doch will der Held nicht Herzog sein genannt; ihr sollt ihn heißen "Schützer von Brabant". Der Heerrufer fährt fort und kündigt an, dass Lohengrin sich noch am selben Tage mit Elsa vermählen werde, um am nächsten Tag mit den Brabantern gemeinsam dem König auf dem Kriegszug zu folgen.
Am Rande der Szene beobachten wir ein kleines Häuflein Unzufriedener sich um Telramund scharen, die nicht einsehen wollen, dass sie wegen der räumlich entfernten Bedrohung in den Krieg ziehen sollen.
Elsa jedoch kann sich nicht beruhigen. Voller Angst, Lohengrin werde einst bedauern, soviel um ihretwillen aufgegeben zu haben, fragt sie den Ritter nach seinem Namen. In diesem Moment dringt Telramund in das Gemach ein und es kommt zu einer Neuauflage des Kampfes, in dessen Verlauf Lohengrin Telramund erschlägt.
Auf Lohengrins Geheiß kommen die Edlen Brabants vor dem König zusammen. Dem König berichtet er in der bekannten Gralserzählung von seinem Namen und seiner Sendung sowie dem weiteren Geschehen und erklärt zugleich, nunmehr, nachdem Elsa die Schicksalsfrage gestellt habe, nicht länger in Brabant verweilen und insbesondere den Feldzug nicht leiten zu können. Der König, der für das Ganze aber nichts kann, werde durch einen Sieg über die Ungarn entschädigt: Doch, großer König, lass mich Dir weissagen: Dir Reinem ist ein großer Sieg verliehn. Nach Deutschland sollen noch in fernsten Tagen des Ostens Horden siegreich nimmer ziehn. An Elsa gewandt berichtet Lohengrin weiter, dass es nur eines Jahres vertrauensvoller Ehe zwischen ihnen bedurft hätte, und Gottfried wäre nach Brabant zurückgekehrt.
Trotz Elsas Flehen und des Königs Drängen darf Lohengrin nicht bleiben. Der Schwan kommt zurück und zieht wiederum den Kahn. In schrecklichem Triumph ruft Ortrud aus, sie habe den Schwan wohl als den verschwundenen Gottfried erkannt: "Am Kettlein, das ich um ihn wand, ersah ich wohl wer jener Schwan: es ist der Erbe von Brabant!"
Auf Lohengrins Gebet wird Gottfried bereits jetzt, noch vor Ablauf der Jahresfrist erlöst, der Kahn, indem Lohengrin "unendlich traurig" (Regieanweisung) scheidet, wird von einer Taube heimgezogen. Ortrud sinkt mit einem Aufschrei entseelt (=tot) zu Boden, Elsa stirbt an psychischer Erschöpfung.
Die Musik des Werkes jedoch verklingt in Dur, ein Zeichen, dass jenseits der strengen Gesetze des Grals auch für Lohengrin und Elsa eine glücklichere Wiederbegegnung warten mag.
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