Logikfamilie bezeichnet in der Digitaltechnik eine Reihe von Bausteinen (normalerweise als Integrierte Schaltungen), die elementare (wie Logikgatter) und meist auch komplexere logische Schaltungen zur Verfügung stellen. Die Bausteine einer Familie sind mit dem gleichen Herstellungsprozess gefertigt, verwenden die gleiche Schaltungstechnik, haben ähnliche elektrische sowie mechanische Eigenschaften und lassen sich somit problemlos kombinieren.
Der Begriff Logikfamilie wird, in einem weiter gefassten Sinne, oft auch zur Bezeichnung einer Schaltungstechnik verwendet. Eine bloße Übereinstimmung der verwendeten Schaltungstechnik garantiert jedoch nicht, dass zwei Schaltungen kompatibel sein müssen.
Oft setzt der Hersteller noch zwei Buchstaben vor das Prefix, z.B. 'SN' für Texas Instruments oder 'MC' für Motorola (inzwischen ON Semiconductor Corp). ICs unterschiedlicher Hersteller sind ohne weiteres austauschbar.
Aus einer eventuell zusätzlich auf dem IC-Gehäuse aufgedruckte Nummer, lässt sich das Herstellungsdatum ableiten, in diesem Fall die 45. Woche des Jahres 1976.
Eine Liste mit Kurzbeschreibung der gängigen 74er TTL-Bausteine findet sich im englischen Wiki zum Thema.
Bei der Diode-Transistor-Logik (DTL) werden eingangsseitig die logischen Verknüpfungen über Dioden erzeugt und danach mit einer Transistorstufe verstärkt und invertiert. DTL ist ebenfalls als Schaltungstechnik mit inkompatiblen Baureihen zu verstehen. Die Langsame-Störsichere-Logik (LSL) ist eine Variante von DTL.
RTL und DTL sind heutzutage nur noch von historischem Interesse.
Bei den TTL-Schaltungen hat sich auch die Nummerierung von Texas Instruments durchgesetzt: Der erste Baustein der Reihe, bestehend aus vier NAND-Gattern mit je zwei Eingängen, wurde SN7400 genannt; spätere Bausteine erhielten nachfolgende Nummern. Andere Hersteller ersetzen lediglich das Präfix SN durch eigene Buchstabenfolgen, beispielsweise DM7400 bei National Semiconductor. 7400 oder kurz '00 wurde so zur generischen (herstellerunabhängigen) Bezeichnung für vier NAND-Gatter in TTL-Technik. (Siehe auch: 74xx)
Diese TTL-Logikfamilie wurde sehr schnell durch Varianten erweitert, die auf niedrigen Stromverbrauch bzw. hohe Schaltgeschwindigkeit optimiert waren und Low-Power-TTL bzw. High-Speed-TTL genannt werden. Aus den Typennummern 74L00 und 74H00 haben sich die Familienbezeichnungen L-TTL und H-TTL oder auch 74L und 74H ergeben. Die ursprüngliche 7400-Logikfamilie wird oft Standard-TTL genannt, um sie von den modifizierten TTL-Familien und vom Überbegriff TTL (im Sinne von TTL-Schaltungstechnik) abzugrenzen.
CMOS (für Complementary MOS) ist eine Weiterentwicklung von PMOS und NMOS und verwendet eine komplementäre Schaltung, d. h. n- und p-Kanal-MOSFET werden paarweise eingesetzt. RCA Semiconductor entwickelte mit der Serie 4000 die erste Logikfamilie in CMOS-Technik, die sich dann – wie die 7400-Familie bei der TTL-Technik – als Industriestandard durchsetzte und von diversen Herstellern produziert wurde. Verglichen mit TTL zeichnet sich diese Familie durch sehr geringen Stromverbrauch, einen weiten Bereich für die Versorgungsspannung, aber auch langsame Schaltvorgänge und leistungsschwache Ausgangstreiber aus.
Eine große Schwäche der 4000 war die hohe Empfindlichkeit gegen elektrostatische Entladungen (ESD, für engl. electo-static discharge), was leicht zur Zerstörung der Schaltkreise führen konnte. Die Logikfamilie 4000B verringerte dieses Problem mit verbesserten Eingangsschutzschaltungen und brachte weitere Verbesserungen der elektrischen Spezifikationen. Die 4000 und später die 4000B erreichten nie die Verbreitung der TTL-Schaltungen, die 4000B werden aber auch heute noch produziert und eingesetzt.
Die 4000er-Familie verwendet eine eigene Nummerierung, ein vierfaches NAND-Gatter mit je zwei Eingängen wird beispielsweise 4011 ('11) genannt und nicht 7400 ('00 bzw. 74H00, 74L00, 74LS00, usw.) wie bei den TTL-Bausteinen. Zusätzlich zur abweichenden Nummer ist auch die Pinbelegung unterschiedlich: Obwohl die IC beider Familien im gleichen 14-poligen DIP erhältlich sind, liegen Ein- und Ausgänge auf anderen Anschlüssen; die Bausteine sind in keinem Fall austauschbar.
Die 74C-Logikfamilie von National Semiconductor behebt diesen Nachteil: Diese Bausteine waren zwar in CMOS-Technik konstruiert, vergleichbar mit den 4000B, verwendeten jedoch Nummerierung, Funktionsdefinitionen und Pinbelegungen der 7400-Reihe. Die 74C-Familie erlangte keine große Bedeutung, aber die nachfolgenden CMOS-Familien verwendeten ebenfalls die Nummerierung der 7400.
Kombiniert den Vorteil der CMOS-Serie - niedriger Stromverbrauch - mit den Vorteilen der LS-TTL-Serie - höhere Geschwindigkeit und größere Treiberleistung. Die HC-Serie benötigt CMOS-Eingangspegel, die HCT-Serie TTL-Eingangspegel.
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