Usaf.u2.750pix.jpg | U2-Heck.jpg, Kuba]] U2-Triebwerk.jpg, Kuba]] Die Lockheed U-2 »Dragon Lady« ist wahrscheinlich das bekannteste Spionageflugzeug überhaupt.
Entwickelt von der Advanced Development Projects Unit (besser bekannt als Skunk Works) der Firma Lockheed, war es bei einer Einsatzhöhe von über 20.000 m lange Zeit sowohl für bodengestützte Luftabwehr wie auch für Jagdflugzeuge unerreichbar. Ermöglicht wird diese Flugleistung unter anderem durch das von Segelflugzeugen abgeleitete Design. Das Flugzeug hat keine druckfeste Pilotenkanzel, stattdessen muss der Pilot einen Druckanzug tragen. Die Spionageausrüstung bestand ursprünglich aus zwei hoch auflösenden Panoramakameras und wurde im Verlauf der Zeit um weitere Apparate (elektronische Sensoren, GPS etc.) ergänzt.
Der offizielle Erstflug erfolgte am 4. August 1955, das Nachfolgemodell TR-1 steht immer noch in Dienst. Die NASA benutzt eine eigene Ausführung, die U-2 ER-2, für zivile Forschungsflüge.
Vom 4. bis 27. August 1957 führen die USA auch vom Luftwaffenstützpunkt Adana in der Türkei U-2-Aufklärungsflüge in die Sowjetunion durch.
Am 1. Mai 1960 flog Gary Powers mit einer U-2 eine Aufklärungsmission von Nordpakistan aus über die Sowjetunion. Während des Fluges kam es über dem Uralgebirge zu Triebwerksschwierigkeiten, die dazu führten, dass das Flugzeug an Höhe verlor und in den Wirkungsbereich der sowjetischen Luftabwehrraketen geriet. Die U-2 wurde abgeschossen und Powers, der sich trotz gegensätzlicher Anweisungen mit dem Schleudersitz gerettet hatte, nahe Swerdlowsk gefangengenommen. Der unter großem internationalen Interesse durchgeführte Schauprozess, in dem Powers zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, wurde von den USA als empfindliche Demütigung empfunden. In Folge der Blamage wurden - zumindest bei einigen Maschinen - die Schleudersitze entfernt. Nach der anfänglichen Darstellung der USA, es habe sich um ein Wetterflugzeug gehandelt, gestand US-Außenminister Christian Herter am 9. Mai 1960, dass derartige Spionageflüge über der Sowjetunion bereits seit dem Juli 1956 stattfanden. In der Operation "Overflight" hatten die USA von Stellungen erster sowjetischer Interkontinentalraketen, dem Bau einer atomaren U-Boot-Flotte und die Erprobung von Raketenabwehr-Raketen Kenntnis erlangt. Am 11. Mai 1960 übernahm US-Präsident Dwight D. Eisenhower, der jeden einzelnen Flug der U2 vorher genehmigte, die volle Verantwortung, lehnte aber die Forderung des sowjetischen Ministerpräsidenten Nikita Chrustschow ab, den Luftzwischenfall als "aggressiven Akt" der USA anzuerkennen.
Seit Oktober 1960 wurden auch Aufklärungsflüge der U-2 über Kuba durchgeführt und am 5. September 1961 wurden erstmals Aufnahmen von Flugabwehrraketen vom Typ SA-2 Guideline und Kampfflugzeuge vom Typ MiG-21 Fishbed auf Kuba gemacht. Während der Kuba-Krise 1962 lieferte das Flugzeug auch die entscheidenden Fotos der Stellungen von sowjetischen SS-4 Mittelstreckenraketen. Im späteren Verlauf der Krise wurde am 27. Oktober 1962 eine U-2 durch eine SA-2-Flugabwehrrakete abgeschossen. Der Pilot, Major Rudolph Anderson, kam ums Leben.
Die U-2 wurde ab August 1960 durch Satellitenaufklärung (u.a. Discoverer-13) ergänzt und schließlich durch die SR-71 abgelöst. Seit Ende des Kalten Kriegs setzt die US-Luftwaffe jedoch wieder die kostengünstigere U-2 statt der SR-71 ein.
In den 1990er Jahren wurden die Maschinen als Version U-2S noch einmal mit überarbeiteten Motoren und Kameratechnik ausgestattet. Auf 100.000 Flugstunden kommt nach Berechnungen des Congressional Research Service der Totalschaden an einer Maschine.
Am 26. Januar 2003 stürzte eine U-2 nahe dem Luftstützpunkt Osan in Südkorea ab, der Pilot konnte sich retten.
Am 22. Juni 2005 stürzte eine U-2S nach offiziellen Angaben der US Air Force „in Südwestasien“ ab als sie von einem Einsatz über Afghanistan (siehe Krieg in Afghanistan, Operation „Enduring Freedom“) zurückkehrte. Dabei starb der Air-Force-Pilot Maj. Duane W. Dively. Gemäß inoffiziellen Aussagen von Vertretern des Pentagon liegt der Absturzort im Gebiet der US-Luftwaffenbasis Al Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Über die dort stationierten Flugzeuge und deren Einsätze werden „aus Rücksicht auf das Gastgeberland“ allerdings keine öffentlichen Aussagen gemacht. Einige Beobachter und Medien vermuteten, dass es sich auch um einen Spionageflug über dem Iran gehandelt haben könnte. Nach dem Absturz verfügten die USA nach Angaben der Zeitschrift Aviation Week & Space Technology noch über 38 U-2, von denen fünf zweisitzige Trainingsflugzeuge sind und zwei Maschinen von der NASA betrieben werden.
Eine Besonderheit der U-2 ist ihr Fahrwerk. Ein einziehbares Doppelrad befindet sich in der Rumpfmitte. Zur Stabilisation befinden sich links und rechts an den Tragflächen kleine Stützräder an langen Stelzen, die jedoch noch während des Startvorganges abgeworfen werden. Die Landung auf dem Mittelfahrwerk kann nur mit Hilfe von exakter Einweisung durch Bodenfahrzeuge erfolgen.
Siehe auch: Liste von Flugzeugtypen
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"Lockheed U-2".
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