Die Lockheed SR-71 ist das bekannteste Modell einer Reihe ähnlicher Flugzeugtypen der Lockheed Corporation. Die Entwicklung erfolgte durch die Lockheed Advanced Development Projects Unit (besser bekannt als Skunk Works).
Die Modelle dieser Reihe wurden in der US Air Force offiziell als Blackbird bezeichnet, waren aber bei den Piloten und Aufklärungsoffizieren unter dem Namen Habu bekannt (nach einer giftigen Schlangenart auf Okinawa, an die sich die dortigen Einwohner durch die in Kadena stationierten Blackbirds erinnert fühlten). Sie waren insbesondere für Aufklärungszwecke bestimmt und hatten deshalb eine sehr hohe Geschwindigkeit. Insgesamt wurden 50 Flugzeuge gebaut. Bei dem gesamten Programm verunglückten 20 Maschinen, die restlichen 30 Flugzeuge sind teilweise in Museen ausgestellt. Die einzige davon ausserhalb der USA befindet sich im Imperial War Museum, Duxford, GB, nahe Cambridge. Einige wenige Maschinen sind zur Zeit (2004) noch einsatzbereit oder eingemottet.
Die Lockheed SR-71 konnte so schnell und hoch fliegen, dass keine einzige der Lockheed SR-71 Maschinen abgeschossen wurde, obwohl über die gesamte Einsatzzeit immer wieder Boden-Luft-Raketen während Aufklärungsflügen auf das Flugzeug abgefeuert wurden.
Von den 13 gebauten Exemplaren gingen fünf verloren. Drei A-12 wurden darüberhinaus zur YF-12 umgebaut. Ursprünglich waren diese Maschinen weitestgehend unlackiert; lediglich die Flügelvorderkanten und die Nase bis hoch zum Cockpit waren schwarz lackiert; Hoheitszeichen, Seriennummern u.ä. wurden auf kleineren grundierten Flächen aufgebracht. Später erhielten mit den SR-71 auch die A-12 und YF-12 eine vollständig schwarze Bemalung.
Von den drei gebauten Exemplaren gingen zwei verloren (14. August 1966 und 24. Juni 1971). Aus der hinteren Hälfte der am 14. August 1966 bei der Landung schwer beschädigten YF-12 entstand 1969 die SR-71C.
EC95-43075-4.jpg Die Bezeichnung "SR-71" geht dabei auf einen Fehler des US-Präsidenten Lyndon B. Johnson zurück. Er bezeichnete sie mit "SR-71", richtig müsste es aber "RS-71" heißen. Diese irrtümliche Bezeichnung hat die Zeit bis heute überdauert. Die Bezeichnung gibt Aufschluss über die Entwicklung dieses Flugzeugs, denn die Buchstaben RS weisen auf eine Bomberfunktion (RS - Reconnaissance/Strike) hin. Diese Kategorie tauchte schon bei der North American RS-70 Valkyrie auf. In der Tat entstand die SR-71 als Hochleistungs-Aufklärungsbomber in Konkurrenz zur RS-70. Gerüchte über eine etwaige Bomberrolle der SR-71 halten sich bis heute, eine Bestätigung gibt es dafür indes nicht. Die SR-71 war ein so genanntes „graues Projekt“. So war der Öffentlichkeit durch eine Politikeräußerung zwar bekannt, dass es ein Projekt gab, das etwas mit einem Flugzeug zu tun hatte, doch waren keine Details bekannt. Als das Flugzeug der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war zwar der Name bekannt, doch die Daten schienen in der damaligen Zeit als unmöglich.
Von den insgesamt 32 gebauten Exemplaren (29 SR-71A, 2 SR-71B und 1 SR-71C) gingen zwölf durch Unfälle verloren.
Eine Besonderheit dieses Flugzeugs ist, dass Undichtigkeiten des Flugzeugs toleriert werden, da schwer entzündlicher JP-7 verwendet wird. Dies tritt insbesondere bei Maschinen auf, die kurz vor einer Generalüberholung stehen. Diese undichten Stellen schließen sich während des Fluges durch thermische Ausdehnung. Deswegen wird das Flugzeug vor dem Start mit mehr Treibstoff als für den Flug eigentlich nötig betankt.
Eine weitere Besonderheit des Flugzeugs ist die geringe Radarsignatur der SR-71. Obwohl es sich bei der SR-71 nicht um ein Stealthflugzeug handelt, weist es einige Stealthmerkmale auf. So verfügt die Blackbird über keine rechten Winkel und die Dreiecksstruktur „schluckt“ Radarstrahlen sehr effektiv. Des Weiteren soll die auftretende Reibungshitze das Reflektieren von Radarstrahlen erschweren, allerdings gibt es für diese Vermutung keine offizielle Bestätigung.
Bei der SR-71 wurde auch zum ersten Mal die Stealth-Technik der „Wiedereintrittsdreiecke“ (engl. „re-entrant triangles“ ) eingesetzt. Radarstrahlen, welche die Außenhaut passieren, werden von diesen Strukturen gefangen - und fast endlos von der einen Seite des Dreiecks zur anderen reflektiert. Dies schwächt die Radarstrahlen ab. Anstatt eines Seitenleitwerks , verwendete man zwei und kippte diese nach innen, was die Radarstrahlung nach oben lenkt. Um die Radar-Rückstrahlfläche (RCS) weiter zu verringern wurden die Seitenleitwerke aus einem hitzefesten Kunstoffmaterial hergestellt. Im Bereich der Triebwerksgondeln setzte man sogenannte RAM-Zwickel ein, um sie seitlich abzuflachen. Die Chimes, Seitenleitwerke und Ram-Zwickel wurden aus Phenyl Silane, Silicon-Asbest und Fiberglas hergestellt. Bei dem Lack handelt es sich um ein Carbonyl-Ferritlack der primär das RCS reduziert und sekundär über gute Wärmeabfuhreigenschaften verfügte. Im Trainingseinsatz wurde nur mit normalem JP-7 geflogen, wodurch die SR-71 für VHF-Radars detektierbar war. Durch die große Hitze des Nachbrenner ist das Abgas ionisiert und reflektiert dadurch im VHF-Bereich. Hingegen wurde in Aufklärungseinsatz ein cäsiumhaltiger Zusatz (A-50) dem JP-7 zugesetzt und so die Radar-Signatur des Abgastrahls ausgelöscht. Trotz ihrer sehr geringen Radarrückstrahlfläche gilt die SR-71 nicht als Stealth-Flugzeug, weil keinerlei Maßnahmen zur Reduktion der Infrarotstrahlung ergriffen wurden. Die Anfälligkeit für infrarotgelenkte Raketen ist aber unerheblich, da die Blackbirds deutlich schneller waren.
Das Abführen der bei Geschwindigkeiten von bis zu Mach 3,5 auftretenden Reibungshitze ist die größte Herausforderung für die Konstruktion (heißeste Stelle mit ca. 570 °C). Bei der SR-71 (und wohl auch bei den Vorgängern) wurde dies gelöst, indem eine Kühlflüssigkeit die Wärme von der gesamten Außenhaut abführte. Als Kraftstoff ist hochsiedender JP-7 vorgesehen, die Schmiermittel erfüllen Spezifikation MIL-L-87100 und die Hydraulikflüssigkeit die Spezifikation MIL-H-27601.
Die SR-71 A hält einige Rekorde: Der Höhenrekord von Düsenflugzeugen im Horizontalflug von 26.213 m (der absolute Höhenrekord wurde von einer MiG 25 mit 37.650 m aufgestellt, allerdings im Vertikalflug) und der Geschwindigkeitsrekord von 3.529,6 km/h wurde mit einer SR-71 A aufgestellt. Die schnellste USA-Überquerung (ca. 4000 km) wurde von einer Maschine der NASA 1990 aufgestellt: Sie dauerte 68 min 17 s, was einer Reisegeschwindigkeit von 3.500,7 km/h entspricht. Die schnellste Atlantiküberquerung gehört ebenfalls der Blackbird. Durch die hier notwendige Luftbetankung war die Durchschnittsgeschwindigkeit etwas geringer: 2.925 km/h für New York - London in 1 h 55 min.
Highlights: 1972 bis 1989
| SR-71A Blackbird | - bgcolor="#DDDDDD" | Kenngröße | Daten | - bgcolor="#EEEEEE" | Typ: | strategischer Höhenaufklärer | - bgcolor="#EEEEEE" | Länge: | 32,74 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Flügelspannweite: | 16,94 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Höhe: | 5,64 m | - bgcolor="#EEEEEE" | Flügelfläche: | 149,10 m² | - bgcolor="#EEEEEE" | Leergewicht: | 27.214 kg | - bgcolor="#EEEEEE" | maximales Startgewicht: | 77.112 kg | - bgcolor="#EEEEEE" | maximale Treibstoffkapazität: | 36.287 kg | - bgcolor="#EEEEEE" | Höchstgeschwindigkeit: | 3.529 km/h (Mach 3,36) | - bgcolor="#EEEEEE" | Dienstgeschwindigkeit: | 3.219 km/h | - bgcolor="#EEEEEE" | Dienstgipfelhöhe: | 24.385 m | - bgcolor="#EEEEEE" | maximale Flughöhe: | 26.213m | - bgcolor="#EEEEEE" | Flugreichweite: | 4.830 km (ohne Nachbetankung) | - bgcolor="#EEEEEE" | Radarrückstrahlfläche (RCS): | ca. 0,012 m² | - bgcolor="#EEEEEE" | Besatzung: | 2 | - bgcolor="#EEEEEE" | Bewaffnung: | keine | - bgcolor="#EEEEEE" | Triebwerk: | zwei Pratt & Whitney J-58 Strahltriebwerke mit Nachbrenner und je 14.742 kp Schub | - bgcolor="#EEEEEE" |
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Aufgestellte Rekorde
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