Ein Lithium-Ionen-Akku (Lithium-Ionen-Akkumulator, Li-Ionen-Akku oder (sekundäre) Li-Ionen Batterie) ist eine elektrochemische Spannungsquelle auf der Basis von Lithium. Er ist, im Gegensatz zur Lithium-Batterie, wiederaufladbar. Eine Weiterentwicklung des Li-Ionen Akkus ist der Lithium-Polymer-Akku.
Der Li-Ionen-Akku zeichnet sich durch seine hohe Energiedichte aus. Seine nutzbare Lebensdauer beträgt mehrere Jahre, allerdings stark abhängig von der Nutzung und den Lagerungsbedingungen. Li-Ionen Akkus versorgen tragbare Geräte mit hohem Spannungsbedarf, für die herkömmliche Akkus zu schwer oder zu groß wären, beispielsweise Handys, Digitalkameras, Camcorder oder Laptops. Für Anwendungen mit hoher Stromstärke, wie beispielsweise in elektrischen Werkzeugen, sind sie jedoch weniger geeignet.
Die Kapazität eines Lithium-Ionen-Akkus verringert sich selbst ohne Benutzung mit der Zeit, hauptsächlich durch parasitäre Reaktion des Lithiums mit dem Elektrolyten. Die Zersetzungsgeschwindigkeit steigt mit der Zellspannung und der Temperatur. Eine Tiefentladung unterhalb 2,4 V kann den Akku dauerhaft schädigen. Hersteller empfehlen eine Lagerung bei 15 °C und einem Ladestand von 60%, ein Kompromiss zwischen beschleunigter Alterung und Selbstentladung. Ein Akku sollte etwa alle 6 Monate auf 40%-60% nachgeladen werden. Zur Zeit gilt die Faustregel, dass ein Li-Ionen-Akku nach ca. 3 Jahren mehr als 50% seiner Kapazität eingebüßt hat. Generell sollte Entladen unter 40% vermieden werden, da es bei "tiefen Zyklen" zu größeren Kapazitätsverlusten aufgrund irreversibler Reaktionen in den Elektroden kommen kann. Grundsätzlich ist es besser, Li-Ionen-Akkus "flach" zu zyklen, wodurch sich die Lebensdauer verlängert.
Da bei Kälte die chemischen Prozesse (auch die Zersetzung des Akkus bei der Alterung) langsamer ablaufen und die Viskosität der in Li-Zellen verwendeten Elektrolyte stark zunimmt, erhöht sich beim Lithium-Ionen-Akku bei Kälte der Innenwiderstand, womit die abgebbare Leistung sinkt. Zudem können die verwendeten Elektrolyte bei Temperaturen um –25 °C einfrieren. Manche Hersteller geben den Arbeitsbereich mit 0° bis 40 °C an. Optimal sind 20-25 °C. Unter 10 °C kann durch den erhöhten Innenwiderstand die Leistung so stark nachlassen, dass sie nicht lange für den Betrieb eines Camcorders oder einer Digicam ausreicht. Es gibt aber Li-Ionen-Akkus mit speziellen Elektrolyten, die bis -55 °C eingesetzt werden können.
Li-Ionen-Akkus dürfen nur mit spezieller Elektronik geladen werden. Bei einer Tiefentladung oder Überladung schaltet im günstigen Fall eine interne Sicherung den Akku ab, und er ist nicht mehr zu reparieren. Im ungünstigen Fall kann er Feuer fangen. Meist ist die Ladeelektronik bereits in das Akku-Pack integriert.
Beim Ladevorgang wandern positiv geladene Lithium-Ionen durch einen Elektrolyten hindurch von der positiven Elektrode zur negativen, während der Ladestrom die Elektronen über den äußeren Stromkreis liefert. Eine negative Elektrode aus Lithium-Metall ist elektrochemisch optimal, für einen Akku aber ungeeignet. Da sich die Elektrode beim Entladevorgang genauso wie bei einer Lithium-Batterie auflöst, besteht beim Ladevorgang keine Möglichkeit mehr, ihre Geometrie zu rekonstruieren.
Mit folgenden Materialien wird experimentiert (die älteren Materialien zuerst):
Negative Elektrode:
Elektrolyt (wasserfrei)
Positive Elektrode
Beim Laden wandern Lithiumionen zwischen die Graphitebenen (nC); sie bilden mit dem Kohlenstoff eine Interkalationsverbindung (LixnC). Beim Entladen fließen die Elektronen über den äußeren Stromkreis zur positiven Elektrode.
Wesentlich für das Funktionieren der Interkalation ist die Ausbildung einer Deckschicht auf der negativen Elektrode, welche für die kleinen Li+-Ionen permeabel, für Lösungsmittelmoleküle jedoch undurchlässig ist. Ist die Deckschicht ungenügend ausgebildet, kommt es zur solvatisierten Interkalation von Li+-Ionen mitsamt den Lösungsmittelmolekülen, wodurch die Graphitelektrode irreversibel zerstört wird.
Negative Elektrode (Entladung):
Positive Elektrode (Entladung):
Redox-Gleichung:
Metallisches Lithium kommt also in keiner Reaktion vor, es werden lediglich Li+-Ionen zwischen den Elektroden transferiert. Dadurch sind Li-Ionen-Akkus sicherer als Li-Batterien. Zwar wäre metallisches Lithium aufgrund der wesentlich größeren Energiedichte günstiger, jedoch scheidet sich Lithium aufgrund der Deckschichten auf der Elektrodenoberfläche nicht als kompaktes Metall, sondern fein verteilt ab, wodurch sich ein hochreaktiver Li-Schwamm bildet. Durch Dendritenwachstum durch den Separator kann es zum Kurzschluss und dadurch zum Entzünden des Lithiums kommen.
Zu Beginn der Ladung wird der Strom langsam von 0 Ampere bis zum Maximalwert gesteigert. Erst wenn die Spannung über der Zelle 3,6 Volt erreicht, sollte sie mit vollem Strom geladen werden. Nähert sich die Zelle ihrer maximalen Kapazität, steigt der Innenwiderstand an, was wegen des konstant gehaltenen Ladestroms gemäß Ohmschen Gesetz zu einer Steigerung der Zellenspannung führt. Nun greift die Spannungsregelung, die die maximale Zellspannung begrenzt, bis der Ladestrom nur noch ca. 10% des anfänglichen Ladestroms beträgt. Zu diesem Zeitpunkt wird der Ladevorgang beendet. Lithium-Polymer-Akkus sollten bei Nichtgebrauch auf 40%-60% geladen werden.
Im Modellbau, z. B. bei elektrischen Modellhubschraubern, werden bis zu 10 Zellen in Serie geschaltet. Durch Kapazitätsunterschiede, schlechte Selektion oder unterschiedliche Alterung der Einzelzellen können diese unterschiedliche Spannungen aufweisen.
Damit nicht einzelne Zellen in einem in Serie geschalteten Pack überladen werden, kann pro Zelle z. B. ein zweipoliger Steckverbinder herausgeführt werden, an den während des Ladevorgangs so genannte Balancer (Ladebegrenzer) angeschlossen werden (d. s. elektronische Schaltungen, die die Spannungen der einzelnen Zellen auf die maximale Ladespannung begrenzen).
Mechanische Beschädigungen können zu inneren Kurzschlüssen führen. Die hohe Stromstärke läßt das Gehäuse schmelzen und in Flammen aufgehen. Unter Umständen ist der Defekt nicht unmittelbar zu erkennen. Noch 30 Minuten später kann es zum Ausbruch eines Feuers kommen.
Sicherheitshinweise:
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