Eine Litfaßsäule ist eine Anschlagssäule, an die Plakate geklebt werden können. Sie zählt zum Bereich der Außenwerbung.
Erfunden wurde sie von dem Berliner Drucker Ernst Litfaß (* 1816 in Berlin, † 1876 in Wiesbaden).
Die Idee, Plakatsäulen aufzustellen, entstand, um dem damals um sich greifenden Wildanschlag von Plakaten entgegenzuwirken. Litfaß schlug den Behörden vor, überall in der Stadt Säulen aufzustellen, an denen die Menschen ihre Plakate anhängen konnten. Nach jahrelangen Verhandlungen erteilte der Berliner Polizeipräsident Karl Ludwig von Hinkeldey Litfaß am 5. Dezember 1854 die erste Genehmigung für seine „Annocier-Säulen“. Er bekam von der Stadt Berlin ein bis 1880 gültiges Monopol für die Aufstellung dieser Anschlagssäulen. Dies geschah allerdings unter der Auflage, auch die neuesten Nachrichten anzuschlagen. Im Jahre 1855 wurden die ersten 100 Litfaßsäulen in Berlin aufgestellt und dem Erfinder zu Ehren nach ihm benannt. Im Jahre 1865 wurden weitere 50 Säulen aufgestellt. Sowohl die Behörden als auch die Werbekunden erkannten schnell die Vorteile des neuen Werbemediums: Von staatlicher Seite war so eine vorherige Zensur von Anschlägen möglich. Werbekunden konnten sich darauf verlassen, dass ihre Plakate auch wirklich für die gesamte gemietete Zeit ohne Überklebungen zu sehen sein würden.
Während der Kriegsjahre 1870/71 wurden hier die ersten Kriegsdepeschen veröffentlicht. Litfaßsäulen hatten auch die zusätzliche Funktion als Telefonvermittlung oder Transformatorenstation.
Heute gibt es sich nach innen öffnende Säulen, die man Pillar nennt. Im Innenraum sind Terminals oder Telefone installiert. Diese sogenannten Stadtmöbel setzen damit die Tradition der Funktion als direkte Dienstleistung fort.
Das vor 150 Jahren geschaffene PR-Mittel erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Ende 2004 gab es nach Angaben des Zentralverbandes der Deutschen Werbewirtschaft 17.055 Litfaßsäulen in Deutschland.
Auch nach den neuen Rechtschreibregeln wird das Wort Litfaßsäule mit ß geschrieben, obwohl diesem ein kurzer Vokal vorausgeht. Dies liegt daran, dass es sich beim ersten Wortbestandteil (Litfaß) um einen Eigennamen handelt und die Schreibung von Namen nicht den Rechtschreibregeln unterliegt.
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Lifaßsäule im Jahr 2005 wurde eine Sonderbriefmarke mit dem Motiv der Litfaßsäule aufgelegt. Diese wurde am 11. Februar 2005 unter anderem an Siegfried Marter, Geschäftsführer Deutsche Eisenbahn-Reklame GmbH, Matthias Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, an Hans Wall, Vorstandsvorsitzender der Wall AG, an Thomas Ruhfus, Präsident des Fachverbandes für Außenwerbung, sowie an Horst Litfaß, Mitglied der Familie von Ernst Litfaß, verliehen.
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