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Als soziale und politische Bewegungen werden Bewegungen bezeichnet, die mit ähnlichen Zielen als kollektiver Akteur auftreten, ohne deswegen in eine bestimmte einzelne Organisation oder gar Partei eingebunden zu sein. Dabei gibt es historisch und bis in die Gegenwart auch mehrere Beispiele für entsprechende Bewegungen, aus denen sich auch politische Parteien entwickelten.

In der Regel ist mit der Begrifflichkeit soziale und politische Bewegungen ein Bündnis oder auch Netzwerk vieler Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen gemeint, die sich zur Durchsetzung eines oder mehrerer politischer Ziele aus einem bestimmten Themenbereich über kurze und teilweise auch über längere Zeiträume hinweg miteinander verbünden.

Bei der Entwicklung sozialer und politischer Bewegungen kann es bis zu revolutionären Umbrüchen und Revolutionen kommen.

Teilweise haben auch religiöse und kulturelle Bewegungen Einfluss auf die sozialen und politischen Inhalte der Bewegungen. Insbesondere bis zum Mittelalter und hinein in die frühe Neuzeit waren Religionen und religiöse Bewegungen oft bestimmend und prägend für politische und soziale Inhalte und Veränderungen in der Gesellschaft. So, wie es in den europäischen und amerikanischen Staaten lange Zeit das Christentum war, war und ist es, gerade auch in der neueren Gegenwart, vor allem im Nahen und Mittleren Osten Asiens sowie im nördlichen Afrika der Islam.

Aus einigen historischen Bewegungen gingen ab dem 19. Jahrhundert auch politische Parteien in einem modernen Sinn hervor, die im ideologischen Spektrum vom rechten bis zum linken Rand der Gesellschaft reichen.

So entstanden aus der liberalen Bewegung des 19. Jahrhunderts (siehe auch Märzrevolution) sehr unterschiedliche Liberale Parteien.

Aus der Arbeiterbewegung, ebenfalls seit dem 19. Jahrhundert, gingen verschiedene sozialdemokratische, sozialistische und Kommunistische Parteien hervor.

Die originär von Italien ausgehende faschistische Bewegung - in Deutschland die völkisch-rassistischere, vor allem antisemitische Variante der nationalsozialistischen Bewegung - brachte zwischen den 1920er und 1930er Jahren europaweit faschistische und ähnliche rechtsextreme Parteien hervor, beispielsweise in Deutschland die NSDAP, die mit der Errichtung der NS-Diktatur, der Auslösung des 2. Weltkriegs und dem Völkermord an den europäischen Juden ("Holocaust") eine äußerst verheerende historische Bilanz nach sich zog. Im Gegensatz zu Protestbewegungen sind diese ideologisch geformt. Neue Rechte und Rechtsextremismus benutzten den Begriff Bewegung zunehmen für sich als Eigenbezeichnung. Selbst die diskriptive (nur beschreibende) Definition von Bewegung, als politisches Bündnis ohne Organisation, trifft dort nicht zu. Ein festes Weltbild und hierarchische Strukturen stellen den Begriff der Bewegung auf den Kopf und dienen der Propaganda und der Mythologisierung. Bei der beabsichtigten faschistoiden Zuspitzung der gesellschaftlichen Verhältnisse dient der Begriff Bewegung als Euphemismus.

Nach der Studentenbewegung, die einen erheblichen Sozialen Wandel initiierte, entwickelte sich drei Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Aufkommen der neuen sozialen Bewegungen ab der 1970er Jahre Grüne Parteien insbesondere in vielen westeuropäischen Ländern.

In neuerer Zeit hat sich für einige themenspezifische Bewegungen unabhängig von der politischen Parteienlandschaft der englische Begriff "One Issue-Movements" eingebürgert, der dem Begriff der Teilbereichsbewegung in den neuen sozialen Bewegungen in Deutschland - z.B. der Anti-Atombewegung - entspricht.

Alphabetische Liste entsprechender Bewegungen, Organisationen, Themen, Stichworte (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)


Siehe auch: Soziale Bewegung, Neue soziale Bewegungen

Liste (Politik)

 

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