Ur ist eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen und altes Zentrum in Mesopotamien (Zweistromland, im heutigen Irak) und eine bedeutende archäologische Ausgrabungsstätte. Eine Zikkurat des Mondgottes Nanna wurde in Ur erbaut. Die Anfänge der Stadt reichen bis ca. 4000 v. Chr. zurück. Nach der Überlieferung des Alten Testaments der Bibel soll Abraham in Ur geboren sein (Gen. 11, 27f).
geriet unter die Herrschaft von Lagasch
Die Großkönige der 3. Dynastie von Ur (2112–2004 v. Chr.)
2004 v. Chr. durch 1. Dynastie von Isin entmachtet
Um die Zikkurrat herum befinden sich einige weitere bedeutende Bauwerke. Der Echursanga genannte Palast datiert in die 3. Dynastie von Ur und ist der Könisgpalast von Urnammu und Schulgi. Das Epigar ist ein weiteres Heiligtum. Es war der Ningal geweiht und datiert auch in die 3. Dynastie von Ur.
Etwa 200 m südlich der Zikkurat konnten die ältesten größeren Strukturen von Ur ausgegraben werden. Es handlt sich um die Königsgräber von Ur, die um 2600-2500 v. Chr. datieren, aber Teil eines ca. 2000 Gräber umfassenden Friedhofes waren. Einige der königlichen Grabanlagen fanden sich unberaubt (siehe:Puabi) und enthielten reichen Beigaben. Ganz in der Nähe dieses Friedhofes fand man auch die monumentalen Grabanlagen der Könige der 3. Dynastie von Ur. Im Süden der Stadt konnte ein großer Teil der Wohnstadt aus dieser Zeit ergraben werden. Die Häuser waren meist eher klein und hatten einen Innenhof. Es gibt mehrere Gassen, wobei es kaum Anzeichen einer Stadtplanung gibt. Nach der 3. Dynastie von Ur verlor die Stadt stark an Bedeutung.
In der Kassitenzeit (im 14. vorchristlichen Jahrhundert) ist das Nannaheiligtum renoviert worden. In der Zeit der Assyrerherrschaft gibt es weitere Renovierungsarbeiten. Eine letzte kleine Blüte erlebte die Stadt in neubabylonischer Zeit. Der Nanna-Bezierk wurde starjk erweitert und erhielt eine mächtige Mauer. Im Norden der Stadt wurde ein großer Palast für Belschaltinanna, einer Tochter von König Nabonid errichtet.
Noch Mitte des 19. Jahrhunderts stand an der Stelle der früheren Stadt Ur ein vollständig erhaltener Zikkurat, der seit undenklichen Zeiten als Tell al-Muqayyar bekannt war – der „Stufenhügel“. Dieser Turm war eine Kultstätte für den Mondgott Nanna und war noch in einem sehr guten Zustand. Er war kleiner als der babylonische Zikkurat – dem Turm zu Babel. Die Grundfläche war 55 mal 40 Meter.
1854 kam eine britische Karawane unter Führung des Konsuls in Basra nach Ur, um nach Schätzen für das Britische Museum in London zu suchen. J. E. Taylor ließ den Stufenturm von oben her abtragen und fand schließlich einige Tonzylinder mit Inschriften, die jedoch in jener Zeit angesichts bedeutender Funde in Nordmesopotamien (etwa in Ninive) verblassten. So gaben die Briten ihre Anstrengungen zunächst auf. Unterdessen bedienten sich Araber an dem kostenlosen Baumaterial und beluden ihre Lasttiere mit Ziegeln des alten Zikkurat.
Unter den Offizieren der britischen Truppen, die im Ersten Weltkrieg Richtung Bagdad marschierten, war R. Campbell Thompson, in Friedenszeiten Assistent im Britischen Museum. Auf seinen dringenden Bericht nach London angesichts des verfallenen Bauwerks und der vermuteten Siedlungsruinen wurden die inzwischen in Vergessenheit geratenen Tonzylinder genau untersucht.
Nun erst stellte sich heraus, dass es sich hier um das biblische Ur handeln musste und dass ein babylonischer Herrscher namens Nabonid im 6. Jahrhundert v. Chr. bestrebt war, den alten Zikkurat zu renovieren. Viele weitere Keilschrifttexte bestätigten, dass Ur eine der wichtigsten Städte der Sumerer war.
1922 kam eine Expedition um den den bekannten Archäologen Leonard Woolley nach Ur und begann mit systematischen Ausgrabungen auf den Tells, den alten Siedlungshügeln. Er grub hier sechs Winterhalbjahre lang und trug viel zur Erforschung der Sumerer bei.
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