Die Liste der Denkmäler in Hannover enthält eine Reihe ausgewählter Denkmäler, Mahnmäler, Skulpturen, künstlerischer Objekte der Plastik ("Straßenkunst") und Brunnen im öffentlichen Raum, vor allem im Bereich der Innenstadt von Hannover.
Ernst-August-Denkmal
Ernst August Denkmal.jpg
(1861) von Albert Wolff, vor dem Hauptbahnhof. Es zeigt König Ernst August in Husarenuniform, und ist ein bronzenes Reiterbild auf Sockel aus Granit (vom Brocken). mit der Aufschrift auf Sockel: "Dem Landesvater sein treues Volk", am Bronzefuß: "Geb. 5. Juni 1771. König 20. Juni 1837. Gest 18 Novbr 1851. Errichtet 21. September 1861".
Das Denkmal wurde seit 1855 geplant, 1856 ging der Auftrag an den Berliner Bildhauer Christian Daniel Rauch, der Entwurf wurde ausgeführt von seinem Schüler Albert Wolff (nicht identisch mit dem Schöpfer des Sachsenrosses vor der Universität Friedrich Wilhelm Wolff (1816-1887), dem sogenannten. "Tier-Wolff"!), Uniform und Kopf nach Entwurf des hannoverschen Bildhauers Heinrich Hesemann (1814-1856). Gegossen von der Bronzegießerei Bernstorff & Eichwede. Kosten: 11.000 Taler (für Wolffs Modell) + 12.000 Taler (Bronzeguss) + 8.400 Taler (Granitsockel). Feierlich enthüllt am 21. September 1861 (23.000 Festteilnehmer, davon 8.000 Teilnehmer eines Festzuges vom Waterlooplatz). Wegen des U-Bahnbaus wurde das Denkmal 1971 vorübergehend zum Leineschloss versetzt, 1975 kehrte es zurück. Es fehlt heute der gestufte Unterbau, auch steht es nicht am alten Standort (in der Fluchtlinie der Joachimstraße), sondern leicht verschoben zum Bahnhof hin. Das Ernst-August-Denkmal dient vielen Hannoveranern als Treffpunkt, geläufig ist die Formulierung, man trifft sich "unterm Schwanz".
Schiller-Denkmal
(1863), von
Wilhelm Engelhard, Georgstraße (Einmündung Schillerstraße).
Enthüllt zur 50-Jahr-Feier der Völkerschlacht bei Leipzig auf dem Georgsplatz (vor dem Lyceum I), und zwar an
Schillers Sterbetag (9. Mai). 1955 entfernt und auf dem Städtischen Bauhof eingelagert (!). 1959 auf der Rückseite des Opernhauses wieder aufgestellt.
1982 an seinem heutigen Standort aufgestellt.
Denkmäler für Stromeyer, Karmarsch, Marschner
Opernplatz/Georgstraße | Denkmal Stromeyer.jpg
- Louis Stromeyer (1804-1876, Generalarzt in der hannoverschen und preußischen Armee, Pionier der orthopädischen Chirurgie), von Oskar Rassau, aus Carrara-Marmor (1884) gereinigt, so daß der Marmor weiß erstrahlt
- Karl Karmarsch (1803-1879, Technologe, Professor an der damals schräg gegenüber liegenden Polytechnischen Schule), ebenfalls von Oskar Rassau, Bronze (1883)
- Heinrich Marschner (1795-1861, Komponist, erster hannoverscher Generalmusikdirektor, wohnte in der Nähe: Rathenaustr. 14), von Ferdinand Hartzer, Bronze (1877), ursprünglich vor dem Hoftheater (Opernhaus)
Ein Rätsel, eher ein hannöverscher Kinder-Witz, zu diesen drei Figuren lautet:
Frage:
"Was ist der Unterschied zwischen Stromeyer, Karmarsch und Marschner?" – Antwort:
"Stromeyer hat keinen, Karmarsch hat ihn hinten und Marschner in der Mitte!" (Quelle: Herr Dirk Böttcher)
„L'Air“ von Aristide Maillol
„L'Air“, die Bronzefigur einer schwebenden Frau auf einem Sockel in einem Wasserbecken, 1961 auf dem Georgsplatz (vor der
alten Nord/LB) aufgestellt. Nachguss einer Skulptur des französischen Bildhauers
Aristide Maillol , eigentlich eines Denkmals für die Pioniere der Frankreich-Südamerika-Fluglinie in Toulouse (1939). Bei der Einweihung 1961 hielt der (wie Maillol aus Südfrankreich stammende) SPD-Politiker
Carlo Schmid eine Rede.
Marktbrunnen
(1881) von
Conrad Wilhelm Hase (Brunnen) und
Wilhelm Engelhard (Figuren), Am Markt (neben dem
Alten Rathaus)
Zweischaliger Laufbrunnen aus Bronze, Brunnenstock mit einer Fischverkäuferin (mit Karpfen, zur Schmiedestraße hin blickend) und einer Blumenverkäuferin (mit einer Kanne und einem Geldbeutel, zur Dammstraße hin blickend), 1881 nach Entwurf von C. W. Hase, Figuren von Wilhelm Engelhard (nach Hermann Schaper). Ornamente: T. Massler, Guß:
Hermann Gladenbeck. 1960 von der Mitte des Rathauses zum heutigen Standort umgesetzt.
Bödeker-Denkmal
Von
Carl Dopmeyer (1880) an der Turm-Nordseite der
Marktkirche Hannover, Hanns-Lilje-Platz, für den Marktkirchen-Pastor und Wohltäter
Hermann Wilhelm Bödeker. Ursprünglich an der Schmiedestraße auf einem Sockel mit einem Brunnen versehen. 1939 vereinfacht an den heutigen Standort umgesetzt.
Luther-Denkmal
Bronzestatue von
Carl Dopmeyer (1899 begonnen, fertiggestellt 1900 von
Ferdinand Hartzer) an der
Marktkirche Hannover, Turm-Südseite, Am Markt. Ursprünglich war die Figur von
Martin Luther mit Begleitfiguren aus der hannoverschen Reformationsgeschichte versehen, 1952 in der heutigen Form hier aufgestellt.
Gutenberg-Denkmal
Bronzestatue von
Carl Dopmeyer (1890), am Gebäude der ehemaligen
Geschäftsbücherfabrik König & Ebhardt, Schloßwenderstraße 1-4 (heute Universität Hannover), früher Teil des von
Heinrich Ebhardt gestifteten Gutenberg-Brunnens am Friederikenplatz. 1949 am heutigen Standort aufgestellt.
Gänseliesel-Brunnen
Von
Carl Dopmeyer (1898), Hannover, Goseriede (Nordostrand des Platzes Am Steintor). Becken und Säule aus Granit, Bronzegruppe der Märchenfigur des gänsehütenden Mädchens. Hier aufgestellt wegen des niederdeutschen Namens der
Goseriede (= "Gänsegraben"), seit 1981/84 am heutigen Standort.
Hölty-Denkmal
Zur Erinnerung an den Dichter
Ludwig Christoph Heinrich Hölty auf dem
St. Nikolai-Friedhof (1901) von
Otto Lüer, Porträt-Medaillon von
Karl Gundelach. Bronzefigur eines Jünglings, an einem Steinsockel mit dem Porträt lehnend. Die genaue Lage des Grabs auf dem Friedhof ist übrigens unbekannt.
Die Gedenkverse stammen von Nikolaus Lenau:
"Hölty, Dein Freund der Frühling ist gekommen. Klagend irrt er im Hause, Dich zu finden. Doch umsonst, sein klagender Ruf verhallt in einsamen Schatten."
Wotan-Denkmal
Von
Wilhelm Engelhard (1888) in Kalkstein, hinter dem
Niedersächsischen Landesmuseum (Planckstraße). Zeigt (in Kalkstein) den germanischen Gott
Wotan mit seinen beiden Wölfen. 1901 aufgestellt, 1943 entfernt, 1987 wieder am alten Standort aufgestellt.
Waterloosäule
Waterloosäule von (1832) mit
Statue der
Victoria.
Aufgestellt zur Erinnerung an die
Schlacht bei Waterloo.
Der Entwurf der fast 65 m hohen Säule stammt von
Georg Ludwig Friedrich Laves. Die Victoria wurde im Auftrage des
Herzogs von Cambridge für den Preis von 200
Louisdor unter Verwendung von 10 Zentnern Kupfer nach einem Entwurf des Bildhauers
August Hengst (1796-1868) von dem hannoverschen Hofspengler Konrad Beckmann (1780-1850) und seinem Sohn Franz (1811- ? ) gefertigt.
Duve-Brunnen
Brunnen mit der Figur eines Sämanns von
Georg Herting (1914). Auf der Mitte des Leibnizufers, Nähe Flohmarkt, am Fußgängerübergang von der Calenberger Straße zur Mike-Gehrke-Promenade. Ursprünglich Bekrönung des 1915/16 auf dem Neustädter Markt aufgestellten Duve-Brunnens, zur Erinnerung an den hannoverschen Kaufmann und Bankier
Johann Duve (1611-1679), dessen Porträt-Medaillon sich auf dem Sockel des Brunnens findet. Seit 1953 am heutigen Standort.
Von Alten-Denkmal
Von Heinrich Kümmel (1849), Bronzestandbild des Grafen Carl von Alten, vor dem Südflügel des Niedersächsisches Hauptstaatsarchivs am Waterlooplatz.
Schrader-Denkmal
Obelisk, 1849 für
Diederich Heinrich Schrader an der heutigen Waterloostraße (Ecke Bruchmeisterallee, gegenüber der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek) aufgestellt, der an einen hannoverschen Bademeister erinnert. Die Inschrift lautet:
"Mit diesem Denkmal ehrt das Volk die Berufstreue eines seiner Mitbürger. - DLX (560) Menschen verdanken ihm ihre Rettung aus Todesgefahr."
Königinnen-Denkmal
An der Hohenzollernstraße (auf einem kleinen Platz am Rand der Eilenriede), Marmorgruppe von
Valentino Casal (1910), eine Nachbildung der von
Johann Gottfried Schadow stammenden Figuren der beiden Schwestern Königin
Luise von Preußen und Königin
Friederike von Hannover. Geschenk von Kaiser Wilhelm II.
Waldersee-Denkmal
Steinplastik von
Bernhard Hoetger (1916) an der Hohenzollernstraße (am Rand der Eilenriede). Zur Erinnerung an den hier einstmals im gegenüberliegenden Hause wohnenden Generalfeldmarschall
Alfred von Waldersee (1832-1904), 1900/01 Oberbefehlshaber der europäischen Truppen gegen den chinesischen
Boxeraufstand.
Rese-Brunnen (Majolika-Brunnen)
Brunnen mit einer expressionistischen Pflanzenskulptur aus
Majolika von Martha und
Hans Poelzig (1925), errichtet im Auftrag des Goslarer Kaufmanns
Hermann Rese. Liegt an der Fritz-Behrens-Allee nahe der Musikhochschule.
Sachsenross
Niedersachsenross 2005-03-10 00-pp.jpg]]
1876 von dem Bildhauer
Friedrich Wilhelm Wolff, vor dem
Welfenschloß
Sphingen am Wilhelm-Busch-Museum (Georgengarten)
Zwei
Sphingen aus Sandstein auf den Treppenabsätzen auf der Rückseite des früheren Wallmodenschlösschens, des heutigen
Wilhelm-Busch-Museums im
Georgengarten. Bildhauer: unbekannt. Überbleibsel des Lustschlösschens
Faintasie, entstanden 1707-09 in der damaligen Steintormasch, nach dessen Abbruch hierher versetzt.
Literatur:
- Bildwerke aus drei Jahrhunderten in Hannover. Beschrieben von Gert von der Osten. Aufgenommen von Hildegard Müller. Hrsg. vom Kunstverein Hannover zu seinem 125jährigen Bestehen. München: Bruckmann 1957.
- Neue Plastik in Hannover. Kunstsinn, Mäzenatentum, urbane Ästhetik. Ein Beispiel im Spiegel zweier Jahrzehnte. Fotos: Reinhold Lessmann. Texte: Ehrtfried Böhm. Hannover: Steinbock-Verlag 1967.
- Ludwig Zerull: Kunst ohne Dach. Skulpturen und Objekte im Stadtbild Hannovers. Hannover: Schäfer 1992. ISBN 3-88746-278-5
- Helmut Knocke, Hugo Thielen: Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon. Handbuch und Stadtführer. 3., rev. Aufl. Hannover: Schäfer 1995. ISBN 3-88746-313-7 (Neuauflage: Springe: zu Klampen 2005)
- Rainer Ertel, Ernst-Friedrich Roesener: Brunnen in Hannover. Wasserspiele und Brunnen in ihren Stadtteilen. Mit einem Beitrag von Ludwig Zerull. Hannover: Cartoon Concept 1998. ISBN 3-932401-03-4
- Ehrengard Burkhardt: Hannover - "Sonntags-Spaziergänge". Führer zur Architektur und Kunst im öffentlichen Raum. Petersberg: Imhof 2003. ISBN 3-935590-62-8
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