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Die Lissabon-Strategie (auch Lissabon-Prozess oder Lissabon-Agenda) ist ein auf einem Sondergipfel der europäischen Staats- und Regierungschefs im März 2000 in Lissabon verabschiedetes Programm, das zum Ziel hat, die EU innerhalb von 10 Jahren, also bis 2010, zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen.

Mit dieser Strategie will die EU "im Rahmen des globalen Ziels der nachhaltigen Entwicklung ein Vorbild für den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fortschritt in der Welt sein".1

Ziele und Strategie


Die Lissabon-Strategie versucht, die Produktivität und Innovationsgeschwindigkeit der EU durch verschiedene (industrie-)politische Maßnahmen zu erhöhen. Als Messlatte dienen die Konkurrenten Japan und besonders die USA.

Hauptfelder dieses liberalen Programms sind wirtschaftliche, soziale und ökologische Erneuerung und Nachhaltigkeit in den Bereichen:

Die Europäische Union probiert massiv auf der Grundlage ihrer wirtschaftlichen Strategie auch auf den sogenannten Bologna-Prozess (Hochschule und auch Wissenschaft) Einfluss zu nehmen. Dieser wurde aber bereits vor der Lissabonstrategie entworfen und zwar von bedeutend mehr Ländern als nur den Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Auch bezieht sich "Bologna" vor allem auf eine Reform der Akademie hinsichtlich deren Funktionalität (mehr Transparenz und Komparabilität, Vereinfachung und Förderung der Mobilität, flächendeckende Qualitätssicherung etc.) und ist nicht primär auf volkswirtschaftliche Ziele ausgerichtet.

Der Zwischenbericht 2004 2 unter Federführung des ehemaligen niederländischen Premierministers Wim Kok führt diesen Vergleich mit den USA im Einzelnen durch. Kok kritisiert: Die Europäische Union läuft Gefahr, ihr ehrgeiziges Ziel zu verfehlen, bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum in der Welt zu werden, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einem größeren sozialen Zusammenhalt zu erzielen, und fordert verstärkte, koordinierte Reformanstrengungen.

Bei seinem Treffen am 22./23. März 2005 bekräftigte der Europäische Rat die Lissabonner Wachstumsziele. Doch da sich der Wachstumsabstand zu den USA in den letzten fünf Jahren vergrößert hatte, vermied er konkrete Zielvorgaben. Jeder Mitgliedstaat solle eigene nationale Reformprogramme erstellen.

Schlüsseldenker der Lissabon-Strategie


Zeitgenössische Wissenschaftler, auf deren Arbeiten die Lissabon-Strategie aufbaut bzw. die an ihrer Erstellung oder der wissenschaftlichen Begleitung und Adaption beteiligt waren und sind, sind u.a.

Schlüsselkonzepte der Lissabon-Strategie


Schlüsselkonzepte der Lissabon-Strategie sind u.a.

Fußnoten


1Halbzeit Lissabon
2 Kok-Report - Mehr Beschäftigung in Europa schaffen, 2003-11

Bibliographie


  • Maria Joao Rodrigues (2003), European Policies for a Knowledge Economy, Cheltenham: Edward Elgar.

Weblinks


Politik der Europäischen Union

Lisbon Strategy | Stratégie de Lisbonne | Lissabon-strategie | Strategia lizbońska

 

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